PeTeOh One

Psypath Thouon One

Psypath Thouon One


S. C.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über psychische Störungen und deren Diagnostik, insbesondere für den mittleren Schulbereich. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Persönlichkeitsstörungen, ihre Kriterien, Symptome und den Verlauf, sowie auf die Anwendung von Ratingskalen und deren psychometrische Aspekte. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Schüler, die sich mit psychologischen und medizinischen Konzepten vertraut machen möchten, da sie sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen abdecken.
Cartes-fiches
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Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Collège
Créé / Mis à jour
02.01.2015 / 04.01.2015

Cartes-fiches

Unterschiede ICD-10 vs. DSM-IV

Welche Krankheitsbilder bezeichnet ICD-10 als substanzinduziert?

(5)

  • Entzugssyndrom mit Delir
  • Psychotische Störung
  • Amnestische Syndrom
  • Restzustand bzw. verzögert auftretende psychotische Störung
  • Sonstige bzw. nicht näher bezeichnete Störungen

Unterschiede ICD-10 vs. DSM-IV:

► DSM-IV

Im DSM-IV wird jedes substanzbezogene Kapitel der Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen in zwei Teile gegliedert: Störungen durch Substanzkonsum und Substanzinduzierte Störungen

Störungen durch Substanzkonsum = Substanzabhängigkeit und Substanzmissbrauch
Substanzinduzierte Stürungen = Substanzintoxikation, Substanzenztug aber auch bspw. substanzinduzierte Affektive, Angst- oder Psychotische Störungen

 

Verlauf und Prognose einer Doppeldiagnose

  • Patienten mit Doppeldiagnose weisen unbehandelt oft einen ungünstigen Verlauf auf
  • Behandlungen für Substanz- und für psychische Störung wechseln sich oft ab (Ping-Pong-Therapie)
  • Abhängigkeit von Verlauf und Prognose von der Schwere der beiden Störungen

Quadrantenmodell der Doppeldiagnose
 

  • Typ I: Schwere Substanzstörung mit hoher zusätzlicher psychopathologischer Belastung:
    • Substanzabhängigkeit inkl. multipler Substanzgebrauch
    • Schizophrenie, schwere Depression, bipolare Störung oder schwerwiegende PS
    • Prognose: Am schlechtesten
  • Typ II: Leichte Substanzstürung mit hoher zusätzlicher psychopathologischer Belastung:
    • Substanzmissbrauch
    • Schizophrenie, schwere Depression, bipolare Störung oder schwerwiegende PS
    • Prognose: Mittel / uneinheitlich
  • Typ III: Schwere Substanzstörung mit geringer zusätzlicher psychopathologischer Belastung:
    • Substanzabhängigkeit inkl. multipler Substanzgebrauch
    • Angst- oder Belastungsstörung, leichte bis mittelgradige depressive Episode
    • Prognose: Mittel / uneinheitlich
  • Typ IV: Leichte Substanzstürung mit geringer zusätzlicher psychopathologischer Belastung:
    • Substanzmissbrauch
    • Angst- oder Belastungsstörung, leichte bis mittelgradige depressive Episode
    • Prognose am Besten

Die Bedeutung von "nicht-diagnostischen" Aspekten: Interpersonelle Aspekte

  • Interpersonelle Aspekte spielen bei psychotherapeutischer, aber auch medika-mentöser Behandlung eine entscheidende Rolle, und zwar unabhängig davon, ob sie als zu behandelnde Probleme definiert werden
  • Therapieergebnisse positiv mit der Qualität der Therapiebeziehung korreliert
  • Compliance vs. Reaktanz

Das Interpersonale Modell von Harry Stack Sullivan

Hinter psychischen Problemen stecken grundsätzlich interpersonale Probleme

Das Circumplex-Modell von Timothy Leary

Es ermöglicht, interpersonelle Prozesse zu klassifizieren

Das interpersonelle Kreismodell oder Circumplex-Modell hatte nachhaltigen Einfluss auf die weitere Forschung zum interpersonellen Verhalten

Im Circumplex-Modell von Leary werden zwischenmenschlich bedeutsame Aspekte als abhängig von zwei Dimensionen betrachtet

  • Auf einer vertikalen Status-Dimension können interpersonelle Eigenschaften zwi-schen Dominanz und Unterwürfigkeit
  • Auf einer horizontalen Zuneigungs-Dimension zwischen Hass und Liebe eingeordnet werden.

Wie funktioniert das Circumplex-Modell von Leary?

(4)

  • Je weiter die einzelnen Eigenarten in Richtung auf den Aussenkreis hin extremer werden, desto mehr hält eine Person (zu) starr und (zu) extrem an einem bestimmten Bezie-hungsmuster fest.
  • Das kann nach Leary die Qualität einer Charakter- bzw. Persönlichkeitsstörung einnehmen.
  • Learys Ordnungsversuch führte zu acht Persönlichkeitstypen. Sie entsprechen jeweils einem Oktanten im Kreismodell und können benannt werden.
  • Benachbarte Oktanten korrelieren in empirischen Untersuchungen hoch positiv, während gegenüberliegende Kategorien hoch negativ korrelieren
  • Interpersonelle Verhaltensweisen und Stile können auch mit zwei Zahlen zwischen jeweils -4 und +4 beschrieben werden. Die erste Zahl drückt die Position auf der Zuneigungs-dimension, die zweite diejenige auf der Statusdimension aus. Bsp. "0/+4" wäre also weder besonders freundlich noch unfreundlich, aber extrem dominant.

Welche Persönlichketistypen unterscheidet das Circumplex-Modell von Leary?

(8)

  1. Führend-selbstherrlich
  2. Verantwortlich-hypernormal
  3. Kooperativ-förmlich
  4. geringfügig-abhängig
  5. sich-zurückstellend-masochistisch
  6. rebellisch-misstrauisch
  7. aggressiv-sadistissch
  8. konkurrierend-narzistisch

Der Interpersonelle Zirkel (IPC) von Don Kiesler

Inkl. IMI

Grosse Ähnlichkeit zu Leavy

Messmittel = Impact Message Inventory (IMI)  → Fremdbeurteilungsinstrument zur Beurteilung interpersoneller Eigenarten

IMI = neutrales Erfassen von Eigenschaften

Inventar zur Erfassung interpersoneller Probleme (IIP) von L. M. Horowitz

(5)

  • Aufbauend auf den Circumplex-Modellen von Leary und Kiesler
  • Es ist ein Selbstbeurteilungsverfahren zur Diagnostik und Bewertung interaktioneller Schwierigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften (umfasst 64 Items)
  • Ausgesprochen brauchbar für die Therapieverlaufskontrolle
  • IIP fragt nach Verhaltensweisen im Umgang mit anderen, die dem Probanden zum einen schwer fallen und die er zum anderen im Übermass zeigt → IIP zielt direkt auf Probleme mit zu starken Ausprägungen
  • Die 8 Skalen des Frage-bogens beschreiben die Oktanten des interpersonellen Kreismodells nach Leary (werden aber anderst bezeichnet)

Welche interpersonellen Probleme (in Beziehungsmuster) beschreibt Horowitz in seinem Modell?

(8)

  • Dominant - zu autokratisch
  • Aufdringlich - zu expressiv
  • Freundlich - zu fürsorglich
  • Nachgiebig - zu ausnutzbar
  • Unterwürfig - zu selbstunsicher
  • Sozial vermedend - zu introvertiert
  • Zurückweisend - zu kalt / abweisend
  • Konkurrierend - zu streitsüchtig

Structural Analysis of Social Behavior (SASB) nach L.S. Benjamin

(3)

  • War zunächst ein Kodiersystem zur Beurteilung von Interaktionen durch trainierte Personen.
  • Später kamen auch Fragebögen hinzu
  • Sehr Kompleyer Ansatz

Der Plananalyse-Ansatz von Grawe und Caspar

(4)

  1. "Plan"-Konzept von Miller, Galanter und Pribram ist nützlich für eine Anwendung im Bereich der Psychotherapie: "Pläne" bestehen aus einer motivationalen Komponente (Ziel, Zweck) und aus einer Handlungskomponente (auf konkretester Ebene: Verhalten).
  2. Hierarchische Struktur mit Grundbedürfnissen ganz oben und konkretem Verhalten ganz unten
  3. Oben steht jeweils ein Zweck/Ziel/Motiv, unten das Mittel, das dafür eingesetzt wird → höchste Ziele oder Motive entsprechen den Grundbedürfnissen, unterste entsprechen konkretesten Mittel dem beobachtbaren Verhalten
  4. "Mehrfachbestimmtheit" = Verzweigungen nach oben = ein Mittel dient mehreren Zwecken gleichzeitig

Bedeutung der Plan-Analyse in der Therapie

(3)

  • Plananalyse ist vom Konzept und ihrer Anwendung einfach / nicht komplex
  • Plananalyse erfasst ganz zentrale Aspekte und schafft Übersicht. Dabei werden adaptive und maladaptive Strategien erfasst, die sich unter ungünstigen Umständen entwickeln können.
  • Aufzeigen von non-verbalem Verhalten

 Zwei Grundfunktionen der Plananalyse

Sie dient als Basis für ein Verständnis sowohl…
• der Probleme eines Patienten als auch
• der Möglichkeiten und Beschränkungen in der therapeutischen Beziehung

Interpersonelle Probleme in der Therapiebeziehung

Unterschiedliche interpersonelle Eigenschaften bringen unterschiedliche Anforderungen an die Therapiegestaltung mit sich, insbesondere an die Gestaltung der Therapiebeziehung.

 

Interpersonelle Eigenarten und selektive Indikation

Selektive Indikation stützt sich zwar v.a. auf die inhaltlichen Probleme eines Patienten.

Die Therapiebeziehung ist unter dem selektiven Aspekt insofern wichtig, als submissivere (= sich unterordnende) Patienten eher von strukturierteren, autonomiebedürftigere dagegen eher von weniger strukturierten Therapieansätzen profitieren

Welche selektive Indikation wählt man für Dominante Patienten und welche für Unterwürfige / Submissive Patienten?

Dominante Patienten, die ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle haben, direktive, stark strukturierende therapeutische Methoden ungeeignet → bei dominanten Patienten muss man eine nondirektive Vorgehensweisen wählen, d.h. wenig strukturieren, dem Patienten empathisch folgen und ihm damit viel Kontrolle und Autonomie lassen.

Unterwürfige Patienten: Sitzungen direktiv strukturieren, d.h. z.B. aktiv Instruktionen erteilen

Interpersonelle Eigenarten und adaptive Indikation

Adaptive Indikation = Anpassung des gewählten Vorgehens im Detail an den Patienten und den Prozess

Was versteht man unter Interpersoneller Komplementarität

(3)

  • Interpersonelle Komplementarität bedeutet, dass gut zusammenpassende interpersonelle Positionen sich anziehen bzw. sich gegenseitig hervorbringen und stabilisieren.
  • Komplementär ist, was in der vertikalen Kontroll-Dimension einander gegenüber, in der horizontalen Affiliations-Dimension dagegen auf derselben Seite liegt.
  • Dominantes Verhalten ruft also spontan eher submissives Verhalten hervor und umgekehrt, während freundliches Verhalten eher freundliches hervorruft → Als Basis für eine Therapie bietet man einem submissiven Patienten mehr Struktur an und einem dominanten mehr Autonomie.

Was versteht man unter Interpersoneller Komplementarität

(3)

  • Interpersonelle Komplementarität bedeutet, dass gut zusammenpassende interpersonelle Positionen sich anziehen bzw. sich gegenseitig hervorbringen und stabilisieren.
  • Komplementär ist, was in der vertikalen Kontroll-Dimension einander gegenüber, in der horizontalen Affiliations-Dimension dagegen auf derselben Seite liegt.
  • Dominantes Verhalten ruft also spontan eher submissives Verhalten hervor und umgekehrt, während freundliches Verhalten eher freundliches hervorruft → Als Basis für eine Therapie bietet man einem submissiven Patienten mehr Struktur an und einem dominanten mehr Autonomie.

Motivorientierte Beziehungsgestaltung mit Hilfe des Plananalyse-Ansatzes

Motive eines Patienten verstehen und diese zu "sättigen"

  • Positiven Motiven und adaptivem Verhalten: "ressourcenorien-tierten" Haltung = Aktivierung von patienteneigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Lösung von dessen Problemen
  • Problemverhalten: Rückführen auf unproblematische Motive, welche aktiv und unabhängig vom Problemverhalten möglichst weitgehend befriedigt werden müssen

Plananalyse weist auf die individuellen Motive hin, die hinter den problematischen Verhaltensweisen stecken

Motivorientierte Beziehungsgestaltung: Die Suche nach unproblematischen Motiven: Erstes Prinzip

Wenn man in der Hierarchie der Motive, die (hypothetisch) hinter dem Problemverhalten stecken, hoch steigt, kommt man irgendwann auf eine Ebene, auf der das Motiv an sich nicht problematisch ist. Das liegt daran, dass die höchsten Motive allgemein menschlichen Bedürfnissen entsprechen, und die können per definitionem nicht schlecht sein.

"Nicht problematisch" heisst in diesem Kontext: Mit einem Patienten, der ein solches Motiv hat, könnte man an sich gut arbeiten, wenn er nicht mehr problematische Mittel dafür einsetzen würde

Motivorientierte Beziehungsgestaltung: Reaktion als TherapeutIn:

Zweites Prinzip

Durch Sättigung eines unproblematischen Motives kann man den Einsatz problema-tischer Mittel überflüssig machen, anders gesagt, man "entzieht ihnen die motiva-tionale Basis". Der Patient bekommt ja schon ohne sie, was er braucht.

Motivorientierte Beziehungsgestaltung: Warum geht man in der Plananalyse (bzw. Therapie) nicht gleich auf die höchste Ebene, um auf jeden Fall unproblematischen Motiven zu begegnen?

 

Weil die Pläne auf höheren Ebenen auch allgemeiner und abstrakter werden.

Die Devise lautet "so hoch wie nötig, aber so konkret wie möglich"

Interpersonelle Probleme und Achse-I-Diagnosen

Psychische Störungen werden aus der interpersonalen Perspektive als interpersonelle Störungen aufgefasst: Abweichendes menschliches Verhalten beruht demnach auf gestörten zwischenmenschlichen Beziehungen und manifestiert sich in gestörter zwischenmenschlicher Kommunikation.

Bei Achse-I-Störungen wie z.B. affektiven Störungen konnte keine klare Zuordnung spezifischer interpersoneller Probleme und spezifischen Diagnosen gefunden werden

Interpersonelle Probleme und Achse-II-Diagnosen

Im Gegensatz zu Achse-I-Diagnosekategorien konnten für spezifische Achse-II-Diagnosen, d.h. für einige spezifische Persönlichkeitsstörungen, prototpyische Inter-aktionsmuster innerhalb des zweidimensionalen Circumplex-Modells identifiziert werden.

Gut zuordnen lassen sich die Verhaltensweisen der schizoiden, der paranoiden, der narzisstischen, der abhängigen und der histrionischen Persönlichkeitsstörung

Zuordnung einiger Persönlichkeitsstörungen zum Interpersonellen Zirkel nach Horowitz et al.

(5)

  • Narzistische PS: dominant - zu autokratisch
  • Histrionische PS: aufdringlich - zu expressiv
  • Abhängige PS: nachgiebig - zu ausnutzbar
  • Schizoide PS: sozial vermeidend - zu introvertiert
  • Paranoide PS: konkurrierend - zu streitsüchtig
     

Probleme bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen

(3)

  • Die meisten PS sind "ich-synton" = keinen Leidensdruck; "So bin ich eben"
  • interpersonelle Schutzstrategien = Dienen zum Abschirmen von im Laufe des Lebens erworbene und biologisch bedingte Vulnerabilitäten. Diese verursachen Aufwand oder haben Nebenwirkungen
  • Konsequenzen von Interpersonellen Schutzstrategien:  sie schaden eher und erschweren ein ausgewogenes, störungsarmes Leben

Therapieformen mit interpersonellem Fokus: Psychodynamische Therapie

Im psychodynamischen Bereich werden im Rahmen von sog. Übertragungsdeutungen die interpersonellen Vorgänge zwischen Therapeut und Patient analysiert und als Medium psychischer Veränderungen eingesetzt.

Psychodynamischen Kurzzeit- oder Fokaltherapien die zentralen zwischenmenschlichen Konflikte der Patienten in den Mittelpunkt der Analyse und Therapie stellt

Therapieformen mit interpersonellem Fokus: Verhaltenstherapie

Zu den in Verhaltenstherapien angewandten Verfahren, die sich auf interpersonelle Aspekte beziehen, gehört das Training sozialer Kompetenzen → Mit Modellernen, Rollenspielen, Verhaltensübungen und Diskriminationstraining wird die Fähigkeiten des Patienten verbessert, sich in bestimmten sozialen Situationen besser in erwünschter Weise verhalten zu können

Vermittelte interpersonellen Kompetenzen: Fähigkeit, eigene Rechte durchzusetzen, soziale Beziehungen aktiv zu gestalten, eigene Gefühle zu äussern und in interpersonellen Kontexten eigene Bedürfnisse zu verwirklichen

Therapieformen mit interpersonellem Fokus: Verhaltenstherapie ► Interpersonale Psychotherapie (IPT)

Fokussiert explizit auf interpersonale Aspekte

Bezug auf Depressionen: Depressionen entstehen meistens in einem interpersonalen Kontext, entweder durch den Verlust einer wichtigen Bezugsperson oder in einem aktuellen zwischenmenschlichen Konflikt

Die Therapie richtet sich vor allem darauf aus, diesen interpersonalen Kontext der depressiven Symptomatik zu verändern

Was versteht man unter Ratingskala?

Unter einer Ratingskala (engl. to rate = einschätzen, beurteilen) versteht man allgemein eine Beurteilungsskala → Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren

Was ist eine Selbstratingskala?

Eine Selbstratingskala (Synonyme: Selbstbeurteilungsverfahren, Selbstratingskala; engl. self-rating scale) ist ein Verfahren, bei dem der gesamte Beurteilungsprozess auf Seiten des Patienten liegt

Was ist eine Fremdratingskala?

Unter einer Fremdratingskala (Synonyme: Ratingskala, Fremdbeurteilungsverfahren; engl. observer rating scale; oft auch nur rating scale) versteht man ein Verfahren, bei dem der Bewertungsprozess auf Seiten eines unabhängigen Urteilers liegt unter Einbeziehung eigener Beobachtungen (oder Dritter) und Aussagen des Patienten

Funktionen von Ratingskalen

Hohe Korrespondenzen (sog. face validity) zwischen klinisch beobachtbaren Syndromen und zumeist faktorenanalytisch gewonnenen Syndromskalen ergeben haben

In Abgrenzung von psychologischen Testverfahren fokussieren die Syndromskalen aber fast ausschliesslich auf die Erfassung von States

Nutzen von Syndromskalen

(7)

  • Basisdokumentation
  • Qualitätssicherung
  • Schweregradbestimmung eines oder mehrerer Syndrome
  • Screening von Personen mit einer möglichen psychischen Störung
  • Selektionskriterien für Studien (z.B. Hamilton-Depressions-Skala, Beck-Depressions-Inventar)
  • Entscheidung für therapeutische Interventionen resp. deren Wechsel
  • Evaluation der Effektivität therapeutischer Interventionen.

Vorteile von Selbstbeurteilungsverfahren

(3)

  • zeitökonomisch
  • weitere Indikationsbereiche
  • meist standardisiert (Normen)

Nachteile von Selbstbeurteilungsverfahren

(5)

  • anfällig für Urteilsfehler
  • nicht bei allen Störungsgruppen anwendbar (z. B. wenn die Selbstwahrnehmung verzerrt ist)
  • nicht bei schwer gestörten Patienten einsetzbar
  • weniger änderungssensitiv
  • z.T. geringe Differenzierungsfähigkeit unterschiedlicher Schweregrade

Étudier