Personalwesen HFW S4

4. Semester Personalwesen (Kretz)

4. Semester Personalwesen (Kretz)


N. E.
Diese Lernkarten behandeln das Personalwesen und richtet sich an Personen, die sich mit der Führung und Entwicklung von Mitarbeitern befassen. Sie umfasst Themen wie Mitarbeiterführung, Personalentwicklung, Konfliktmanagement und Kündigungsprozesse. Die Lernkarten bieten wertvolle Einblicke in die Kompetenzen und Maßnahmen, die erforderlich sind, um ein Unternehmen effektiv zu führen und die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.
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Allemand
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
29.06.2016 / 05.03.2020

Cartes-fiches

Probezeit

  • Sofern nichts anderes verabredet ist, gilt der erste Monat als Probezeit.
  • Maximaldauer der Probezeit: 3 Monate • Die Kündigung kann während der Probezeit jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen ausgesprochen werden.
  • Die Probezeit muss für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleich lang sein.
  • Während der Probezeit besteht kein Schutz vor Kündigungen zur Unzeit.
  • Bei Krankheit oder Erfüllung einer nicht freiwillig übernommenen gesetzlichen Pflicht (v.a Militärdienst oder Zivildienst) verlängert sich die Probezeit um die Anzahl ganzer Arbeitstage, die wegen der Verhinderung weggefallen sind.

Kündigungsschutz bei Schwangerschaft und Niederkunft ?

1. Dienstjahr während max. 30 Tagen

2. – 5. Dienstjahr während max. 90 Tagen

Ab 6. Dienstjahr während max. 180 Tagen

Berufliche Altersvorsorge / Pensionskasse?

  • Die Altersvorsorge in der zweiten Säule basiert auf einem individuellen Sparprozess. Dieser beginnt mit 25 Jahren.
  • Bedingung ist aber ein jährliches Erwerbseinkommen zwischen 24’675 (= Koordinationsabzug) und 84’600 (koordinierter Lohn).
  • Der Sparprozess endet mit dem Erreichen des Rentenalters. Das während der Jahre auf dem individuellen Konto der Versicherten angesparte Altersguthaben dient der Finanzierung der Altersrente. 

Lebensversicherung Arten

  • Kapitalbildende Lebensversicherungen - Gemischte Versicherung - Sparversicherung mit wählbarem Todesfallschutz
  • Altersrenten-Versicherungen - Sofortbeginnende Altersrentenversicherung - Aufgeschobene Altersrentenversicherung
  • Risikoversicherungen - Erwerbsunfähigkeitsversicherung - Todesfallversicherung

Lohn bei Krankheit ?

  • Im ersten Dienstjahr ist der Lohn während drei Wochen zu bezahlen, nachher für eine entsprechend längere Zeit.
  • Wieviel das ist, hängt vom Kanton (und der entsprechenden Gerichtspraxis) ab, in dem die Arbeitsleistung erbracht wird.
  • Die Gerichte haben dazu Tabellen (sog. Skalen) aufgestellt, welche den Lohnanspruch nach Dienstjahren festlegen. 

Anreize für Arbeitgeber IV Bezüger einzustellen?

  • Arbeitsversuch
    • Vermittlung von Versicherten an Unternehmen
    • Test der Fähigkeiten während max. 6 Monaten
    • Person bezieht Taggelder oder weiterhin Rente
    • Bei Schäden beim Arbeitgeber haftet IV
  • Einarbeitungszuschuss
    • Falls Versicherter noch nicht alle Fähigkeiten mitbringt und eine Anlern- oder mit einer Einarbeitungszeit gerechnet werden muss.

Konfliktsymptome?

  • Verbal
    • offen und aktiv  --> Verbaler Angriff
    • verdeckt und passiv --> Ablenken
  • nonverbal
    • offen und aktiv  --> Aufregung
    • verdeckt und passiv -->  Unruhe Rückzug, Lustlosigkeit

Konfliktarten auf der Sachebene?

  • Zielkonflikte
    • Gegensätzliche Ziele und Interessen entstehen, wenn verschiedene Ziele im Widerspruch zueinander stehen.
  • Beurteilungskonflikte 
    • Unterschiedliche Informationen, Erfahrungen und Methoden entstehen, wenn zwar Einigkeit über das Ziel, nicht aber über den Weg, wie es erreicht werden kann, herrscht. 
  • Verteilungskonflikte
    • Weniger verfügbare Mittel als vorhandene Ansprüche entstehen immer dann, wenn um Gelder, Räume, Personal oder Posten gerungen wird.

Konfliktarten auf der Verhaltensebene?

  • Annäherungskonflikt
    • Eine Person steht zwischen zwei Zielen, die sie für gleich wertvoll hält, aber nicht gleichzeitig anstreben bzw. erreichen kann
  • Vermeidungskonflikt
    • Eine Person muss sich zwischen zwei Tatsachen entscheiden, die sie beide als Übel betrachtet
  • Annäherungs-Vermeidung-Konflikt
    • Eine Person steht vor einer Entscheidung, die ihr sowohl Wertvolles wie Übles bringt 

Interpersonale oder äussere Konflikte ?

  • Paarkonflikte
    • Identitätskonflikte
    • Distanzkonflikte
    • Entwicklungskonflikte
    • Rollenkonflikte
    • Konkurrenzkonflikte
  • Dreieckskonflikte
    • Koalitionskonflikt
    • Eifersuchtskonflikt
    • Rivalitätskonflikt
    • Delegationskonflikt
  • Gruppenkonflikte
    • Untergruppenkonflikte
    • Territorialkonflikte
    • Rangkonflikte
    • Zugehörigkeitskonflikte
    • Führungskonflikte
    • Reifungs- und Ablösungskonflikte
    • Verteidigungskonflikte

Interpersonale oder äussere Konflikte ?

  • Organisationskonflikte
    • Abteilungsegoismus
    • Herrschaftskonflikte
    • Doppelmitgliedschaft
    • Veränderungskonflikte
    • Verfassungs- und Legitimationskonflikte
  • Systemkonflikte
    • Interkulturelle Konflikte
    • Konflikte der Qualität und Quantität
    • Agrarkultur gegen Industrialisierung
    • Ökonomie gegen Ökologie
    • Religionskonflikte
    • Nationenkonflikte
  • Institutionskonflikte
    • Der Gegensatz zwischen Toten und Lebendigen
    • Der Gegensatz zwischen Individuen und Gruppen
    • Der Gegensatz zwischen Alten und Jungen
    • Der Gegensatz zwischen Männer und Frauen 

Warmer - kalter Konflikt Anzeichen?

  • Im heissen Konflikt sind die Emotionen leichter zu erkennen, da sie deutlicher gezeigt werden. Angriff und Verteidigung sind klar ersichtlich. Aufgrund der nicht unterdrückten Emotionalität können solche Konflikte auch leichter eskalieren.
  • Kalte Konflikte können in unterschiedlichen Varianten auftreten. Sie sind nicht selten schwer zu erkennen, da anstelle direkter Kommunikation eher feindseliges Verhalten an den Tag gelegt wird. Akteure sind tief enttäuscht voneinander, Frustration bestimmt die Gefühlslage und die Beteiligten erleben oftmals eine innere Leere und Kälte 

Grundmuster der Konfliktlösung 

  1. Flucht
  2. Vernichtung
  3. Unterwerfung bzw. Unterordnung
  4. Delegation an eine dritte Instanz
  5. Kompromiss
  6. Konsens 

Intervention – Unterstützung durch Dritte?

Zielgerichtete Interventionen sind Strategiemodelle, die vor allem von Drittparteien angewendet werden.

  • Moderation
  • Prozessbegleitung
  • Vermittlung
  • Mediation als Sonderform der Vermittlung
  • Schiedsverfahren
  • Machteingriff

Konfliktmanagement  - Intervention und Mediation

  • Intervention
    • Direktes Eingreifen
    • Unerwünschtes Phänomen beseitigen
  • Mediation
    • «Vermittlung», Beratung
    • Hilfe bei Einigung der Parteien
    • Moderation 
      • Die Parteien wollen „an einen Tisch“ sitzen und eine Lösung suchen
      • Sie dürfen nicht dazu gezwungen werden
      • Der Konflikt darf nicht zu stark eskaliert sein 

Personalinformation - Möglichkeiten

  • Persönliches Gespräch (Mitarbeiterqualifikation)
  • Teamsitzungen
  • Informationsmappen mit wesentlichen Informationen (Geschichte / Ziele etc. der Firma)
  • Das schwarze Brett
  • E-Mail / Rundschreiben
  • Newsletter
  • Mitarbeiterzeitung
  • Intranet
  • Screenimage (via Bildschirm)
  • App
  • Informationszirkel
  • Video-Konferenz

Personalabbau?

  • Intern
    • Arbeitszeitverkürzung
    • Aufgabenteilung
  • extern
    • Beendigung von festen und temporären Stellen

Austritt abwickeln?

Austrittsgründe gibt es zahlreiche (Kündigung durch den Mitarbeiter, Kündigung durch den Arbeitgeber, Ausscheiden aus dem Erwerbsleben). Je nach Kündigungsgrund sind nicht immer beide Vertragspartner zufrieden und es entstehen ungute Gefühle. Faires Verhalten und Fingerspitzengefühl wird von allen Beteiligten erwartet. Die Art und Weise, wie ein Anstellungsverhältnis beendet wird, rundet den Eindruck ab, der dem Mitarbeiter zum Unternehmen in Erinnerung bleibt. Ein Gespräch gleich nach Erhalt des Kündigungsschreibens kann helfen, Spannungen abzubauen und Missverständnisse aus dem Weg zu Räumen. Vielleicht ist es sogar möglich, eine erhaltene oder ausgesprochene Kündigung rückgängig zu machen. 

Aufgabenaufteilungen bei einem Austritt?

  • Mitarbeiter
    • Kündigung
    • Abschlussarbeiten
    • Pendenzenübergabe/ Materialrückgabe
  • HR
    • Bestätigung Erhalt der Kündigung 
    • Interne Austrittsmeldung (an Vorgesetzten Lohnabteilung, Pensionskasse) 
    • Klären der gegenseitigen Forderungen, Vereinbarungen 
    • Austrittstermin festlegen
    • Sozialversicherungen regeln 
    • Lohn-Schlussabrechnung veranlassen 
    • Zeugnisformular an Vorgesetzten und per Austrittsdatum erstellen 
    • Zeugnisübergabe 
    • Austrittsgespräch, Verabschiedung 
    • Personaldossier bereinigen 
  • Vorgesetzter
    • Klärendes Gespräch
    • Arbeitsorganisation während Kündigungszeit
    • Nachfolgeplanung 
    • Schlussqualifikation oder Zeugnisentwurf
    • • Schlusskontrolle und Verabschiedung

Austrittsgespräch ?

Austrittsgespräche führen: Worauf es ankommt Wichtig ist das Aufzeigen des Gesprächsziels und der behandelten Themen, das Vorgehen und insbesondere auch die Diskretionszusicherung. Das Gespräch sollte dem Austretenden auch ermöglichen, in seinem Interesse die Erfahrungen zu reflektieren und sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden – was dann auch ihn zu einem Austrittsgespräch motiviert. Ebenso dient ein Austrittsgespräch auch der Optimierung der Referenzauskünfte - und liegt dann auch im Interesse des Austretenden. Einige konkrete Beispiele interessanter und sinnvoller Fragen an austretende Mitarbeiter sind: • Was hat Sie damals dazu bewogen, bei uns zu arbeiten? • Welches ist der Hauptgrund für Ihren Weggang? • Gibt es noch andere – vielleicht sehr heikle oder versteckte Gründe? • Wir möchten aus Ihrer Kündigung lernen. Wo können wir uns wie verbessern? • Welche positiven Erinnerungen werden Sie an unser Unternehmen behalten? • Welches wird Ihre positivste, welches die negativste Erinnerung sein? • Wie würden Sie unser Unternehmen in einigen wenigen Sätzen charakterisieren? • Unter welchen Umständen wären Sie bereit gewesen, bei uns zu bleiben? • Welches waren Ihre drei wichtigsten Ziele und Anliegen und wie sehr wurden diese erfüllt oder allenfalls gar nicht erfüllt? • Gibt es Dinge, die bei Ihrem neuen Arbeitgeber wesentlich besser sind als bei uns?

Outplacement?

nter Outplacement versteht man alle Massnahmen, die dem Unternehmen und dem Gekündigten unter der Leitung eines externen Beraters eine einvernehmliche Trennung ermöglichen. Dem Ausscheidenden soll geholfen werden, eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Tätigkeit ein einem anderen Unternehmen zu finden. Dabei unterstützen das Unternehmen und der Berater alle Aktivitäten der ausscheidenden Person bei der Analyse des Arbeitsmarkts, der Erstellung der Bewerbungsunterlagen, beim Durchspielen von Bewerbungsgesprächen und ei der Einarbeitung in die neue Position. 

Themen

  • Relativierung und Aufarbeitung der subjektiv als katastrophal empfundenen Situation
  • Ermittlung des persönlichen Fähigkeitsprofils (Stärken, Schwächen)
  • Neudefinition von Karriere- und Berufszielen
  • Analyse der aktuellen Arbeitsmarktsituation
  • Ausarbeitung aussagefähiger Bewerbungsunterlagen
  • Gegebenenfalls Einleitung fachlicher Entwicklungsmassnahmen (Schulung, um wichtige Zusatzkenntnisse zu erwerben und damit die berufliche Basis zu erweitern)

Étudier