Personalmanagement


Daniela Keller
Diese Lernkarten behandeln zentrale Aspekte des Personalmanagements speziell für Immobilien-Treuhänder, von der Personalbeschaffung über Mitarbeiterführung bis hin zu Kündigungsprozessen und Lohnformen. Sie erklären Aufgaben wie Coaching, Freistellungsmaßnahmen oder Zielvereinbarungen und bieten praxisnahe Einblicke in rechtliche Rahmenbedingungen wie Massenentlassungen oder Konkurrenzverbote. Ideal für Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die fundierte Kenntnisse für die Personalplanung und -entwicklung in der Treuhandbranche benötigen.
Karten
49
Lernende
18
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
20.04.2014 / 03.04.2026

Lernkarten

Definition Personalmanagement

Personalmanagement ist die Steuerung der Aufgabe, die sich aus den einzelnen Phasen des Problemlösungsprozesses ergeben.

Problemlösungsprozess:

  • Analyse der Ausangslage
  • Ziele im Personalbereich
  • Bestimmung der Ziele, Massnahmen und Mittel der Personalteilbereiche
  • Abstimmung der Teilbereiche
  • Durchführung
  • Evaluation der Resultate

Aufzählung der verschiedenen Menschenbilder

  • Theorie X und Y (nach McGregor)
  • Scientific Management (Frederick W. Taylor, 1856 - 1915)
  • Human-Relations-Bewegung (Elton Mayo, 1924)
  • Anreiz-Beitrags-Theorie/Koalitionstheorie (Chester Barnard/James March/Richard Cyert)

Definition Personalmanagement

Führung hat zwei Bedeutungen - welche?

Mitarbeiterendführung (Leadership):
Interaktion zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter; soft factor, "interaktionales Personalmanagement"
(Dieser Teil des Personalmanagements ist nicht delegierbar - zB Durchführung von Beurteilungsgespräche, Kritikgspräche, Aussprechen von Kündigungen)

Personaladministration
Unterstützt den Vorgesetzten im Rahmen der Bewirtschaftung der Ressource "Mitarbeitende"
strukturelles Personalmanagement (zB Stellenausschreibung, Einreihungen vornehmen, Formularwesen)

Rahmenbedingungen für das Personalmanagement

Wandel der ...

  • Wandel der Werthaltungen (sinnerfüllter, spassiger, freier)
  • Wandel der Wirtschaft (internationaler, wettbewerbsstärker, virtueller)
  • Wandel der Technologie (anspruchsvoller, schneller, kurzlebiger)
  • Wandel des Arbeitsmarktes (weiblicher, qualifizierter, älter)

PEAK?

xxx

4 Sachziele der Personalbedarfsermittlung

  • quantitativ - wie viele Mitarbeitende
  • qualitativ - welche Qualifikationen
  • zeitlich - wann, in welcher Zeitperiode
  • örtlich - wo, welches ist der Einsatzort.

Merke: Personalbedarfsplanung ist eine Sekundärplanung und leitet sich aus der Unternehmensplanung ab (eine aus übergeordneten Plänen abgeleitete Planung)

Definitionen

Bruttopersonalbedarf

Nettopersonalbedarf

  • Bruttopersonalbedarf
    = Soll-Personalbestand - gesamter Personalbedarf, welcher für die Erreichung der Unternehmensziele notwendig ist
  • Nettopersonalbedarf
    = zu beschaffender Personalbedarf 
    = lediglich die zusätzlich (zum vorhandendenen Personalbestand) notwendigen Mitarbeiter (unter Berücksichtigung der Fluktuationen)

Fluktuationsraten und Fehlzeitenquote

Definitionen und Formeln

  • Die Fluktuationsrate bringt eine Beziehung zwischen den Abgängen und den beschäftigten Mitarbeitern in einer bestimmten Planperiode zum Ausdruck

    Anzahl Austritte * 100
    Ø Anzahl Beschäftigte

     
  • Fehlzeitenquote

    Fehlzeiten in h * 10
    Jahresarbeitszeit in h

     

Beispiele Fehlzeiten

  • Urlaub
  • Staatspolitische Pflichten (Militär, Zivilschutz etc.)
  • Krankheit und Unfall
  • Betriebliche Weiterbildung (Bildungsurlaub, Umschulung)
  • Unentschuldigtes Fernbleiben

Externe und interne Einflussfaktoren Personalbedarf

extern

  • sozialpolitische Situation 
  • gesamtwirtschaftliche Entwicklung (Konjunktur)
  • Entwicklung innerhalb der Branche (Markt)
  • technologischer Fortschritt

intern

  • Unternehmensstrategie
  • Arbeitszeitmodelle der Unternehmung
  • Fluktuation
  • Technisierungsgrad (Stand der Technologie innerhalb der Unternehmung)

Grundlage der quantitativen und qualitativen Personalbedarfsermittlung (PBE)

Grundlage ist die Arbeitsanalyse (WAS muss der Mitarbeiter genau können).

Auf der Basis der Arbeitsanalyse wird sodann die Stellenbeschreibung definiert.

In einem letzten Schritt müssen für die verschiedenen Anforderungen die entsprechenden Anforderungshöhen definiert werden. Dies führt zum sogenannten Anforderungsprofil.

Definition und Inhalt (3 Bereiche/Bilder) Stellenbeschreibung (job description)

In der Stellenbeschreibung werden die für eine Stelle relevanten Führungs- und Leistungsanforderungen sowie deren Einordnung in die Organisationsstruktur beschrieben.

Dazu gehören:

Instanzenbild

  • Stellenkennzeichnung (Rang, Bereich, Abteilung, Gehaltsskala)
  • Hierarchische Einordung (unterstellte Mitarbeiter, Prokura)
  • Kommunikationsbeziehungen (Konferenzen, Zusammenarbeit)

Aufgabenbild

  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Arbeitsmittel
  • Richtlinien, Vorschriften

Leistungsbild

  • Leistungsanforderungen (Kenntnisse, Fertigkeiten, Erfahrungen, Verhalten)
  • Leistungsstandards

Stellenbeschreibung Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Klar umrissener Handlungs- und Entscheidungsspielraum (Aufgaben, Kompetenzen und Verwantwortlichkeiten)
  • Vermeidung von Kompetenzkonflikten
  • präzisere Stellenausschreibung, Stellenbesetzung und Personalentwicklung
  • leichtere Einarbeitung neuer Mitarbeiter (Stelleninhaber)

Nachteile:

  • Fixierung auf beschriebene Tätigkeiten und flexible Kooperationsformen werden behindertoher
  • hoher Zeit- und Organisationsaufwand
  • Kosten der Einführung, regelmässigen Überarbeitung und Aktualisierung
  • Förderung von Überorganisation und Bereichsdenken
  •  

Definition Personalbeschaffung

zwei Hauptaufgaben Personalbeschaffung

Die Personalbeschaffung hat die Aufgabe, die in der Personalbedarfsermittlung festgestellte Unterdeckung nach

  • Anzahl (quantitativ)
  • Art (qualitativ)
  • Zeitpunkt und Dauer (zeitich)
  • Einsatzort (örtlich)

zu decken.

Hauptaufgaben der Personalbeschaffung bilden die beiden Bereiche

  • Personalwerbung
  • Personalauswahl

 

Unterscheidung interne und externe Personalbeschaffung

  • interne Personalbeschaffung
    - Mehrarbeit (Überstunden)
    - Aufgabenumverteilung
     
  • externe Personalbeschaffung
    - Neueinstellungen
    - temporäre Arbeitskräfte

Auswahlmethoden Personalbeschaffung

  • Lebenslauf-Analyse
  • Interview (Einführungs- und Einstellungsinterview) --> STAR-Ansatz verwenden
    --> ist die zuverlässigste Selektion
  • Testverfahren (Schriftprobe, Arbeitsprobe, psychologische Testverfahren etc.)
  • Assesment Center (1 - 3 Tage)

STAR-Ansatz 

Situation

Target

Action

Results/Reaction

Ablauf Einstellungsprozess

Auswertung Bewerbungsunterlagen

Befragung Referenzperson

Einladung

Einführungsinterview

Eignungs- und Fähigkeitstests

Einstellungs-Interview

Definition Personaleinsatz

Aufgabe des Personaleinsatz ist die Zuordnung der im Unternehmen verfügbaren MA zu den zu erfüllenden Aufgaben in Bezug auf Quantität, Qualität, Einsatzzeit und Einsatzzeit und Einsatzort.

Ziel ist
der ihrer Eignung entsprechende Einsatz* aller MA und die mengen-, qualitäts- und termingereichte Erfüllung aller Aufgaben unter Einhaltung der übergeordneten Sach- und Formalziele des Unternehmens.

* wer hat wo Potential? / Wer kann was leisten? / Wer will was leisten? / Rahmenbedingungen

 

Definition Personaleinführung

Definition Personaleinarbeitung

Personaleinführung
= soziale und organisatorische Integration von neuen Mitarbeitern, sowohl in die zukünftige Arbeitsgruppe als auch in das Gesamtunternehmen

Personaleinarbeitung
= legt das Schwergewicht auf die arbeitstechnische Seite der zukünftigen Aufgabe

WICHTIG:

  • Strukturierter Ablaufplan für die Probezeit für die neuen MA erstellen
  • Personaleinführung beginnt direkt nach der Vertragsunterzeichnung ("welcome-package", Einrichtung Arbeitsplatz etc.)
  • Stellenbesetzung verursacht hohe Kosten!

 

Instrumente der Personalentwicklung

Massnahmen zur Vergrösserung des Handlungsspielraums des einzelnen Mitarbeiters

  • Job Enlargement (Aufgabenerweiterung)
    qualitative Erhöhung der Aufgaben/Verantwortung, zusätzliche Aufgaben etc.
     
  • Job Enrichment (Aufgabenbereicherung)
    mehr Führungsverantwortung
     
  • Job Rotation (Arbeitsplatzwechsel)
    zB 1 Woche in der Abteilung, verschiedene Einsatzgebiete
     
  • Teilautonome Arbeitsgruppen
    Team organisiert Arbeitszuteilung selber

Beschreibung Motivationstheorie von Frederick Herzberg (1959)

Zwei-Faktoren-Theorie

Diejenigen Faktoren, die zu Arbeitszufriedenheit führen, sind von jenen Faktoren zu trennen, die zur Arbeitsunzufriedenheit führen:

Faktoren der ersten Dimension:
Motivatoren oder Frustratoren (intrinsische Faktoren) 
Motivatoren erhöhen eine Leistungsbereitschaft und führen zu Zufriedenheit

Faktoren der zweiten Dimension:
Hygienefaktoren (extrinsische Faktoren)
Hygienefaktoren reduzieren eine Unzufriedenheit und führen praktisch zu keiner Zufriedenheit

Motivatoren beziehen sich auf die Arbeit selbst. Nur sie sind in der Lage, im Individuum Motivation aufzubauen und eine gute Arbeitsausführung zu bewirken.

Hygiene-Faktoren oder Frustratoren wirken in der Weise, dass sie, sind sie nicht vorhanden, im Individuum Arbeitsunzufriedenheit hervorrufen. Sind dagegen diese Bedingungen vorhanden, dann besteht zwar keine Unzufriedenheit, aber die Mitarbeiter sind trotzdem nicht motiviert.

Beschreibung Motivationstheorie nach Porter/Lawler

Bild einfügen (Peter 09-12, Seite 11)

Komponenten der Gesamtvergütung

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Was ist das Cafeteria-System?

Das Cafeteria-System geht im Rahmen der Personalhonorierung davon aus, dass den Mitarbeitenden eine Auswahl und Flexibilität bei der Wahl von verschiedenen "Leistungshonorierungsprodukten" zusteht.

zB kann ein Mitarbeiter seine Prämie über CHF 200 in einen Ferientag umwandeln, oder einen zweitägigen Ausbildungskurs belegen, oder ein Nachtesse mit der Familie oder ...

Leistungen innerhalb des Cafeteria-Systems können ausverkauft sein sowie auch verweigert werden, wenn zB der operative Betrieb gefährdet wird (zB zu hohe Ferienabsenden etc.)

Kriterien Lohngerechtigkeit

  • Anforderungsgerechtigkeit
    Berücksichtigung des Schwierigkeitsgrades der Arbeit
     
  • Leistungsgerechtigkeit
    Der vom Arbeitnehmer erbrachte Leistungsbeitrag steht im Vordergrund
     
  • Verhaltensgerechtigkeit
    Einbezug des Verhaltens des MA gegenüber anderen MA, Einrichtungen und Arbeitsmitteln des Unternehmens, der Öffentlichkeit
     
  • Sozialgerechtigkeit
    Altersvorsorge, Lohnfortzahlungen bei Krankheit oder Unfall etc.
    --> teilweise via Gesetz geregelt
     
  • Personalmarktgerechtigkeit
    externer Personal- bzw. Arbeitsmarkt, einerseits Vergleichslöhne der gleichen Branche, Knappheit bestimmter Qualifikationen
     
  • Unternehmenserfolgsgerechtigkeit
     

Quellen der Motivation

intrinsisch - extrinsisch

intrinsisch
- interne prozessmotivation
- internes selbstverständnis
"die arbeit an sich macht einfach spass" / "interne, subjektive ideale und werte"

--> eher Y-Generation

extrinsisch
- instrumentelle motivation
- externes selbstverständnis
- internalisierung von zielen
"mittel zum zweck zwischenziel" / "Anforderungen des Umfeldes oder Teams" / "Beitrag zum gemeinsamen Ziel"
--> eher X-Generation

Lohn

Nichtmonetäre Anreize

  • Führungsstil
  • Aufstiegsmöglichkeiten / Ausbildungsmöglichkeiten
  • Betriebsklima
  • Arbeitsinhalt
  • Mitarbeiterschulung
  • Arbeitszeitregelungen
  • Arbeitsinhaltsstrukturierung und Arbeitsplatzgestaltung

Personalbeurteilung

Entwicklungskreislauf

Ziel des Entwicklungskreislauf ist es, eine optimale Ausschöpfung der Begabungs- und Leistungsreserven der Mitarbeiter durch gezielte Schulung der Fähigkeiten und des Verhaltens sicherzustellen.

  • Into-the-Job:
    Einarbeitung, Trainee-Programm
  • On-the-Job:
    Job-Enlargement, Job-Enrichment, Projektarbeit
    Neue Arbeitsstrukturierung, wird unmittelbar am Arbeitsplatz umgesetzt
  • Near-the-Job:
    Qualitätszirkel
  • Off-the-Job:
    interne/externe Weiterbildung, Kongresse
  • Along-the-Job:
    Laufbahnplanung (zB Stage)
  • Out-of-the-Job:
    Gleitender Ruhestand
  • Parallel-to-the-Job:
    Coaching, Mentoring

Personalbeurteilung

Entwicklungskreislauf

Ziel des Entwicklungskreislauf ist es, eine optimale Ausschöpfung der Begabungs- und Leistungsreserven der Mitarbeiter durch gezielte Schulung der Fähigkeiten und des Verhaltens sicherzustellen.

  • Into-the-Job:
    Einarbeitung, Trainee-Programm
  • On-the-Job:
    Job-Enlargement, Job-Enrichment, Projektarbeit
    Neue Arbeitsstrukturierung, wird unmittelbar am Arbeitsplatz umgesetzt
  • Near-the-Job:
    Qualitätszirkel
  • Off-the-Job:
    interne/externe Weiterbildung, Kongresse
  • Along-the-Job:
    Laufbahnplanung (zB Stage)
  • Out-of-the-Job:
    Gleitender Ruhestand
  • Parallel-to-the-Job:
    Coaching, Mentoring

Instrumente zur Personalbeurteilung

  • Beurteilungsbogen
    Standardisierte Formulare zur Personalbeurteilung
     
  • Beurteilungsgespräche / Entwicklungsgespräche
    - Johari-Fenster
    - Ich-Botschaften senden
    - Aktives Zuhören (Türoffner, Paraphrasieren, Gefühle "thematisieren/erfragen"
     
  • Aktionspläne
    Partizipativ erarbeitete Massnahmenpläne/Zielvereinbarungen
     

Mitarbeiterbeurteilung

Gesprächsverlauf

  1. "warming-up"
    Einstieg suchen (Zweck des Gesprächs, positive Stimmung erzeugen, mit Pluspunkten beginnen
     
  2. "re-view" / Bilanz ziehen / Zielerreichung
    Ziele des letzten Mitarbeitergesprächs darlegen. Gemeinsam Zielerreichungsgrade bestimmen. Ursachenanalyse bei Zielabweichungen (interne und externe Einflussfaktoren)
     
  3. Beurteilung der Mitarbeiterleistung
    Beurteilen des Mitarbeiters bezüglich den erreichten Zilen und bezüglich den Beurteilungskriterien.
     
  4. Zukunft planen = Zielvereinbarung
    Zukünftige Arbeiten und Ziele bestimmen
     
  5. Förder- und Entwicklungsmassnahmen sowie flankierene Massnahmen vereinbaren
    Bestimmung von Förder- und Entwicklungsmassnahmen aufgrund der vorgenommenen Standortbestimmung. Massnahmenpläne definieren etc.
     
  6. Ausblick/Ende des Gespräch
    Längerfristige Entwicklungsmöglichkeiten diskutieren, Feedback an den Chef (360° Beurteilung) vornehmen, bei negativem Inhalt positives Ende finden

Mitarbeiterbeurteilung

Mögliche Beurteilungsfehler

 

  • Tendenz zur Mitte / Milde / Strenge
     
  • Vorurteile / Stereotypen
    Geschlecht, Alter etc. steuer das Urteil
     
  • Projektion
    "Eigene Charakterzüge" werdem beim Mitarbeiter festgestellt und überbewertet
     
  • Konformität
    Gruppenmeinung resp. Meinung von Experten beeinflussen die Beurteilung
     
  • Halo-Effekt
    Einzelbewertungen überstralen die Gesamtbewertung ("Er ist halt intelligent...")
     
  • Positionseffekte
    Anfangs- und Schlusseindruck wird stärker
     
  • Hierarchie-Effekt
    Je höher umso besser muss der Mitarbeiter sein
     
  • Kleber-Effekt
    Letztjährighe Beurteilung wird fort-geschrieben

Wie müssen gute Ziele sein?

S - spezifisch, selbstbeeinflussbar

M - messbar

A - angemessen, attraktiv (herausfordernd)

R - realistisch, relevant

T - terminiert

 

Motivationskreislauf

Kann ein Vorgesetzter seinen Mitarbeiter motivieren? 

Nein.

Grundsätzlich kann sich der Mitarbeiter nur selber motivieren. Die Funktion des Vorgesetzten reduziert sich auf die Schaffung von Anreizen/Situationen, die es dem Mitarbeiter ermöglichen, sich selbst zu motivieren.

Eine Erhöhung der extrinsischen Motivation führt zu einer Verdrängung der intrinsischen Motivation (= crowding out-Effekt)

Definition absolute / relative Lohnhöhe

Absolute Lohnhöhe:
Wie wird die Gesamtwertschöpfung auf die Produktionsfaktoren "Arbeit" und "Kapital" verteilt

Relative Lohnhöhe:
Wie wird die Gesamtlohnsumme zwischen den einzelnen Mitarbeitern verteilt
 

Übersicht Lohnformen

Lohnformen

  1. Reine Lohnformen
    - Stücklohn (Akkordlohn)
       - Geldakkord (Stückakkord) (Geld pro Stück, zB Unterschriften sammeln)
       - Zeitakkord (Zeitgutschrift pro Stück)
    - Zeitlohn
     
  2. Zusammengesetzte Lohnformen
    - Prämienlohn (fester Grundlohn + Prämie, abhängig von Mehrleistung)
    - Prämien-Stücklohn

Lohnform

Wann Zeitlohn, wann Prämienlohn?

Zeitlohn wenn:

  • hoher Qualitätsstandard
  • sorgfältige und gewissenhafte Aufgabenausführung verlangt
  • grosse Unfallgefahr
  • Leistung nicht oder nur sehr schwer meassbar
  • Gefahr von Überforderung Mensch oder Maschine

Prämienlohn wenn:

  • Mengenleistungsprämie (zB bei veränderlichen Arbeitsbedingungen mit nicht genau bestimmbaren Vorgabezeiten)
  • Qualitätsprämien
  • Ersparnisprämien
  • Nutzungsgradprämien

Lohnformen

Geldakkord (Geldbetrag pro Stück) - Berechnungsbeispiel

Normalmenge pro Stunde = 5 Stücke

effektiv hergestellte Menge = 6 Stücke

Akkordrichtsatz pro Stunde = CHF 0.30

Geldsatz / Mengeneinheit = CHF 6

Stundenverdienst = 6 x 6 = CHF 36

Lohnformen

Zeitakkord (Geldbetrag pro abgearbeitete Vorgabezeiten) - Berechnungsbeispiel

Vorgabezeit in min.: 10 Minuten

effektiv hergestellte Menge/h = 8 Stück

Minutenfaktor = CHF 24/60 Minuten = CHF 0.40/min.

Stundenverdienst = 8 x CHF 0.40 x 10 = 32

oder

Akkordrichtsatz/h x Vorgabezeit x effektiv hergestellte Menge/h = Stundenverdienst
60

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