Personal

P. Bedarf, P. Beschaffung, P. Einsatz, P. Motivation, P. Entwicklung, P. Freistellung

P. Bedarf, P. Beschaffung, P. Einsatz, P. Motivation, P. Entwicklung, P. Freistellung


N. F.
Diese Lernkarten behandeln ethische Grundsätze und deren Anwendung in der Personalführung auf einem fortgeschrittenen Niveau. Sie decken Themen wie Unternehmensethik, Personalbeschaffung, Entlöhnung und Problemlösungen im Arbeitsumfeld ab. Führungskräfte und Personalverantwortliche profitieren von diesen Karteikarten, da sie praktische Einblicke in ethische Entscheidungsfindung und Personalmanagement bieten.
Karten
45
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
09.06.2014 / 09.06.2014

Lernkarten

Grundlagen zum Personalmanagement:

Was versteht man unter der Theorie X und Y nach McGregor

X-Theorie: Der Mitarbeiter braucht strenge Führung und zieht es vor an die Hand genommen zu werden.

Y-Theorie: Man darf vom Menschen Mitdenken erwarten, er kann Probleme fassen und verstehen. Er ist lernfähig und begeisterungsfähig.

Was schaut man sich bei der Unternehmungs- und Umweltanalyse genauer an?

(angestrebte) Menschenbild der Führungskräfte, allgemeine Wertvorstellungen und Umgangsweisen in der Gesellschaft

Woher nimmt man die Ziele im Personalbereich?

Ziele werden aus Unternehmensstrategie abgeleitet. Oftmals sind sie schon im U-Leitbild definiert

Wieso gibt es so viele Teilbereiche im Personalwesen?

Jeder der Personalverwaltungsaufgaben hat eigene Probleme und Techniken, aber es gibt auch bereichsübergreifende Aufgaben und Probleme, diese lassen sich mit dem Personalmarketing, Personal-Controlling und Personalinformationssystemen abdecken

Wer ist hauptsächlich für die Abstimmung der Teilbereiche verantwortlich?

Der/die Personalchef/in (HR Manager/in)

Was gehört nund aber alles zumm Personalmanagement?

Als Personalmanagement (Human Resources Management) bezeichnet man die Gestaltung und Steuerung der personalwirtschaftlichen Aufgaben und Problemen.

Im Vordergrund stehen dabei die Herleitung und Umsetzung der Personalpolitik in den verschiedenen Teilbereichen (von der Personalbeschaffung bis hin zur Personalentlassung).

Personalbedarfsermittlung:

wie berechnet man den Nettopersonalbedarf?

Bruttopersonalbedarf Zeitpunkt y

- Personalbestand im Zeitpunkt x

+ Personalabgänge im Zeitraum y bis x (Feststehende Abgänge, Pensionierungen, Kündigungen + Statistisch zu erwartende Abgänge, Individualität, Todesfälle)

- Personalzugänge (feststehende) im Zeitraum y bis x

= Netttopersonalbedarf

 

Wobei geht es bei der Personalbeschaffung?

Bei der Personalbeschaffung geht es darum, die in der Personalbedarfsermittlung festgestellte Unterdeckung wieder zu decken, damit stets genügend Personal vorhanden ist, um die anliegende Arbeit qualitativ, quantitativ und zeitlich gut erledigen zu können.

Es ist wichtig, dass die Aufgaben/Anforderungen, die an einen Stelleninhaber gestellt werden, mit den Kompetenzen und der Verantwortung dieser Stelle übereinstimmen. (AKV Regel) meint hier Befugnisse, nicht Fähigkeiten

Warum ist eine Überdeckung der Anforderungen fast ebenso schlimm wie eine Unterdeckung der Anforderungen?

Stelleninhaber fühlt sich unterfordert, langweilt sich, macht unübliche Fehler

Was für Vor- und Nachteile bietet die interne Personalbeschaffung?

Vorteile:

- Kosteneinsparung (zumindest temporär)

- Stärken und Schwächen des Bewerbers sind schon gut bekannt (weniger Fehlbesetzungen)

- Keine so grossen Einarbeit-Schwierigkeiten

- Aufstiegsmöglichkeiten wirkt beflügelnd

Nachteile:

- Es wird einfach eine andere Stelle frei, die besetzt werden muss

- fehlt wirkliche Konkurrenz von aussen (Betriebsblindheit wird gefördert)

- Neue Autorität wird nicht anerkannt

- Neid und Missgunst bei den anderen

Wie unterscheiden sie mittelbare und unmittelbare Personalwerbung?

Mittelbare übernimmt den Teil der Public Relations, die unmittelbare dient zur Besetzung der frei werdenden Stelle

Welches sind heuzutage die wichtigsten Kanäle, um potenzielle Bewerber/innen auf eine vakante Stelle aufmerksam zu machen?

Zeitungen, Rubrik, Vakante Stellen' auf der eigenen Homepage, Inserat in den Internet- Stellenbörsen, Personalvermittlungsbüros, RAV's, zurückbehaltene Bewerbungsdossiers, etc.

Worum geht es beim Personleinsatz?
 

Beim Personaleinsatz geht es darum, die vakanten Stellen rechtzeitig mit geeigneten Personen abzudecken, damit die übergeordneten Sach- und Formalziele erfüllt werden können.

Zum Thema gehören drei Teilbereiche: Personaleinführung, Personalzuordnung, Arbeitsbedingungen

Eine besondere Problematik stellt auch die Einführung von neuen MA dar. Welche Chancen und Gefahren lauern hier?

Chance: Neue MA kann schneller produktiv werden. Er/Sie fühlt sich wohl, seine/ihre Leistungswille und -fähigkeit steigt.

Gefahr: Kommt zu unnötigen Doppelspurigkeiten, Ärger, Unlust + allenfalls sogar Abgang des neuen MA

Wie begegnet Ihr Arbeitgeber dieser Problematik?

Ind. Antwort.

In der Praxis haben sich jedoch eigentliche Einführungsprogramme bewährt, die in einem Handbuch fixiert sind

Welche weiteren Möglichkeiten sehen Sie, um das Arbeitsklima zu fördern und/ode den Arbeitsablauf zu erleichtern?

- gute Arbeitsmittel (z.B. Flachbildschirm, ergonomischer Stuhl, etc.)

- Schaffung eines guten Arbeitsumfeldes (Raumgestaltung, optimale Arbeitsabläufe, etc.)

- flexible Arbeitszeiten

- Möglichkeit von Sabbaticals

- gute Sozialleistungen

- Sinnvolle Pausenregelung

- gute Kommunikation (z.B. MA-Zeitung)

- Betriebsfeste und Ausflüge

- Gesundheitsmanagement

Wieso hat die Arbeitssicherheit heuzutage eine ganz spezielle Bedeutung?

- Betriebswirte haben eingesehen, dass kranke oder am Arbeitsplatz verunfallte MA unnötigerweise hohe Kosten verursachen

- Ausserdem macht die SUVA immer grössere Auflagen

- Ausserdem besteht auch immer mehr die Gefahren von "Schadenersatzklagen"

 

Personalmotivation und - honorierung:

Was für Lehren kann man aus der Maslow-Bedürfnispyramide für die Personalführung ziehen?

MA möchten, nachdem ihre Grundbedürfnisse gestillt sind, auch vermehrt Wertschätzung und Selbstverwirklichung erfahren. d.h. ein partizipativer Führungsstil macht Sinn, es fördert die Arbeitszufriedenheit und Motivation

Was versteht man unter dem Zeitlohn?

Beim Zeitlohn wird der Lohn nach der aufgewandten Arbeitszeit berechnet. Der Lohn verläuft damit proportional zur Arbeitszeit des MA. Die effektive Leistung wird nicht berücksichtigt. Der Zeitlohn eigent sich v.a. bei Arbeiten, welche einen hohen Qualitätsstandard verlangen, bei kreativen Arbeiten, solchen, bei denen eine hohe Unfallgefahr besteht oder die schwer messbar (quantitativ) sind.

Welches ist der Unterschied zwischen Akkordlohn und Zeitakkord?

Beim Geldakkord wird pro erstelltes Produkt ein bestimmter Betrag ausbezahlt.

Beim Zeitakkord wird zunächst ausgerechnet, wie viel Zeit man für die Produktion eines Stückes im Normalfall benötigt. Wenn man den Akkordsatz pro Stunde weiss, kann man daraus den Minutenfaktor ermitteln. So viele Stücke, wie jemand produziert, mal die durchschnittliche Arbeitszeiten, mal den Minutenfaktor ergibt die Entlöhnung pro Stunden

Welche zwei besonderen Vorteiel weist der Zeitakkord gegenüber dem Geldakkord auf?

Man braucht die Vorgabezeiten nicht zu ändern, sondern man muss nur den so genannten Minutenfaktor anpassen.

 

Dank den genauen Vorgabenzeiten kann man mit dem Zeitakkord auch besser die Verkaufskalkulation oder Personalbedarfsplanung vornehmen

Welche Grundbedingung muss erfüllt sein, damit man überhaupt einen Akkordlohn einführen kann?

Es braucht die so genannte Akkordfähigkeit (d.h. Arbeit kann tatsächlich aufgeteilt und zeitlich und quantitativ gemessen werden, z.B. Kirschen sammeln) und Akkordreife (d.h. alle MA sind gut genug dafür ausgebildet).

Welche Arten von Prämien kennen Sie? Was unterscheidet sie von Zeit- und Akkordlohn?

- Mengenleistungsprämie

- Qualitätsprämie

- Ersparnisprämie

- Nutzungsgradprämien

Die Prämien setzen sich aus einem festen Grundlohn und einem veränderlichen Zuschlag (=Prämie) zusammen. Die Prämie bestimmt sich über die Mehrleistung, die ein MA geleistet hat. Nachteile des Prämienlohnes sind, die Kompliziertheit des Systems und die oft nicht quantifizierbaren Bezugsgrössen

Welchen Einfluss haben diese Prämien i.d.R. auf die MA?

Sie strengen sich mehr an (höhere Motivation)

Wo liegen die Grenzen der Entlöhnung nur nach der Leistung?

Grenzen: Leistungslohn fördert Egoismus. Man kann effektive Leistung nicht immer beobachten. Wie kann man z.B. Teamwork bewerten (Auch eine Einzelbewertung wird schnell subjektiv)

Was versteht man unter den so genannten Fringe benefits? Wem kommen sie zu Gute?

Fringe stammt vom Englischen "Fransel, Schnipsel, etwas das darüber hinaus schaut, wie z.B. die Randdekorationsfäden bei einem Teppich. Man versteht darunter eine Form der Entlöhnung, die zum monatlich überwiesenen Gehalt hinzukommt. (zB. Zahlung der Krankenkassen-Prämie ist eine solches Fringe benefit). In den letzten Jahren haben die Fringe benefits massiv zugenommen, wohl auch weil sie für die Empfänger steuerlich von Vorteil sind. Aber durch den neuen Lohnausweis werden solche Praktiken wieder seltener

Was sind Qualitätszirkel und was sind ihre Vor- und Nachteile?

Qualitätszirkel sind kleine Arbeitsgruppen (ca. 5 MA), die sich mit einem einzelnen Arbeitsausschnitt intensiv und umfassend befassen. Vor Zeit zu Zeit sitzen sie zusammen, um die aufgetretenen Mängel zu beraten bzw. Ausschussrate tiefer zu machen. Die Qualität hat Vorrang

Was ist der Sinn und Zweck der Personalentwicklung?

MA sollen so gefördert werden, dass sie ihre gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben gut bewältigen können. Anforderungen und Qualifikation sollten bei ihnen möglichst gut übereinstimmen

Grosse Bedeutung kommt der Personalentwicklung aus folgenden Gründen zu:

- Manchmal kommt nur die interne Personalbeschaffung in Frage - entsprechende Weiterbildung erforderlich

- je besser ein MA seine Arbeit erledigen kann, umso höher die Konkurrenfähigkeit

- hohe Investitionen in die Fähigkeiten der Menschen - ökonomische Gesichtspunkte dürfen nicht ausser Acht gelassen werden

- Gesellschaftliche Bedeutung

Damit ich aufgrund persönlicher Leistung befördern kann, muss ich diese zuerst messen können. Dabei unterscheiden wir welche zwei Bewertungsmethoden?

Die summarische und die analytische:

Die summarische erfasst den MA ohne Berücksichtigung der persönlichen Leistung - also z.B. erster Eindruck, Eingliederung in Unternehmensstrukturen

Die analytische geht auf die Leistung des MA ein

Instrumente der Beurteilung sind?

- 360 Grad-Feedback

- Vorgsetztenbeurteilung

- Kollegenbeurteilung (Peer-Rating)

- Selbstbeurteilung

Welche verschiedenen Ansätze gibt es beim Coaching?

- Defizitansatz: Der Betreute (= Gecoachte) weist Mängel und Schwächen auf, die behoben werden sollen

- Präventivansatz: Verhaltensmuster, die heute schon stören oder die sich in Zukunft als ein Nachteil herausstellen können, sollen für die Gegenwart und Zukunft aus der Welt geräumt werden

- Potenzialansatz: hier geht es um die Entdeckung oder Ausschöpfung von noch nicht genutzten Potenzialen

Je nach Aufgabe und Fähigkeit des Coaches spricht man von?

- Experten-Coaching: Coach ist selber ein Fachexperte, d.h. er kann auch fachliche Ratschläge geben. Er ist ein eigentlicher Mentor und Anleiter

- Prozess-Coaching: Ist mehr Hilfe zur Selbsthilfe. Coach ist selber nicht Fachexperte, er verfügt jedoch über eine grosse Methoden - und Sozialkompetenz
 

Was versteht man unter Personalfreistellung?

dass ein Betrieb die Kündigung gegenüber einem oder einer MA ausspricht und dass diese MA eigentlich per sofort nicht mehr im Betrieb arbeiten muss, aber den Lohn noch bis zum Ende der Kündigungsfrist erhält.

Was kann alles zu einer Personalfreistellung führen?

- Absatz- und Produktionsrückgang (Konjunktur)

- Strukturelle Veränderung (z.B. Snowboards ersetzten Alpin-Skis)

- Saisonal-bedingte Beschäftiungsschwankungen (z.B. Gastro-Gewerbe)

- Stillegung des Betriebes (SBB Streik Tessin)

- Standortverlegung (z.B. CS: Zeugnisse werden im Osten geschrieben)

- Reorganisation

- Mechanisierung und Automation

Eine Personalfreistellung muss aber nicht die sofortige Freisetzung des Personals bedingen, da es bei der Personalfreistellung im weiteren Sinne, um die Beseitigung personeller Überdeckungen geht. Um die kann in vielen Fällen auch anders besetigen. Welche sind das?

- Versetzung: Horizontale und vertiale Versetzung (eine vertikale Veränderung nach unten bedeutet ein beruflicher Anstig), Prinzip der Besitzstandswahrung

- evtl. Arbeitszeitverkürzungen: (Kurzarbeit, Teilzeitarbeit). Positiven Einfluss auf Worklife Balance / Finanzielle Einbussen, aber gesicherter Arbeitsplatz

- Ausnutzung natürlicher Personalabgänge

- Förderung des freiwilligen Ausscheidens

Wie sollte die Unternehmensführung bei Personalentlassungen am Besten vorgehen?

To do:

- Frühzeitige, klare Information mit Begründung (auch zu den Gewerkschaften)

- Persönliches Gespräch mit den Betroffenen (Hilfe anbieten)

- Sozialplan erstellen

- evtl. engagieren einer Outplacement-Firma

Not to do:

- betroffene MA erfahren aus der Presse oder von Drittpersonen von ihrem Ausscheiden

- Grund/Fehler für Entlassung wird nur beim MA gesucht

- Überhaupt kein Sozialplan

- "Abschiebung" zu Drittunternehmung

Mit dem Personal kann und darf die Führung nicht immer so umspringen, wie sie es möchten. Die Führung muss sich an gewisse Richtlinien und Regeln halten. Wo sind diese niedergeschrieben?

1. OR (einzelne Vertragsverhältnisse: Arbeitsvertrag) + ZGB (Persönlichkeitsrechte)

2. Datenschutz-Gesetz

3. Arbeitsgesetz (z.B. Pausenregelung)

4. (SUVA-) Arbeitsschutzbestimmungen

5. Gesamtarbeitsvertrag

Unternehmensethik:

Ethik kann definiert werden als das Nachdenken über folgende Grundfragen:

 

- Fragen nach dem guten Leben

- Frage nach dem gerechten Zusammenleben

- Frage nach dem richtigen bzw. verantwortlichen Tun und Handeln (Beitrag zu einem guten gesellschaftlichen Leben - bedingt Akzeptanz der Gesellschaft, resp. Schaffung von Glaubwürdigkeit

Moral und Ethik?

Moral: Wertesystem, Normen einer bestimmten Kultur

- schreibt unabhängig von der speziellen Situation ein bestimmtes Verhalten vor. z.B. Du sollst nicht lügen (moralischer Grundsatz)

Ethik: Nachdenken (Reflektieren) über die Grundsätze der Moral

- man reflektiert moralische Grundsätze situationsbezogen (d.h. unter Beachtung der Umstände) die Ethik fragt: z.b. darf man auch nicht lügen, wenn ein Menschenleben auf dem Spiel steht?

 

DIE MORAL SCHREIBT VOR, DIE ETHIK STELLT DIE FRAGEN UND LÄDT ZUM NACHDENKEN EIN

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