Pensionskassenführung
Organisation, Eintritte und Austritte, Sozialversicherungen
Organisation, Eintritte und Austritte, Sozialversicherungen
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Sie wollen sich eine kurze Übersicht über eine Kasse verschaffen. Mit welchen Kassenkriterien verschaffen Sie sich diese Übersicht?
Korrekter Name und Abkürzung, Adresse und Domizil, Gründer und Gründungsdatum, offizielle Zweckbestimmung gemäss Urkunde oder Statuten, Kassentyp, Finanzierungs- und Versicherungssystem, Entscheidungsträger, Anzahl und Art der Versicherten und angeschlossenen Betriebe bzw. Arbeitgeber, Beitragsvolumen, Lohnsummen, Bilanzsumme, Wertschriftenzusammensetzung, Leistungsschwerpunkte, Aufbauorganisation, Anzahl Mitarbeiter, Verwaltungskosten
Welche aktuellen Problemstellungen gibt es bezüglich der Organisation der Vorsorgeeinrichtung?
- Kooperationen/Fusionen
- Restrukturierungen
- Organisationsformen zur Unterstützung von Führungsprozessen
- Rasche Zunahme der Aufgabenvielfalt
- Informationslawine
- Regulatorische Lawine
Welche Faktoren beeinflussen die Organisation einer Vorsorgeeinrichtung?
Mitarbeiter, Infrastruktur, IT, Führungsstil, Rechtsform, Finanzen, Ressourcen, Konkurrenz, politisches Umfeld, Rechtliches, Technologie
Was sind die Anforderungen an eine Organisation (Stelle)?
Effiziente Aufgabenerfüllung, Flexibilität, Integration, Selbstverwirklichung
Welche Faktoren bestimmen den Kassentyp?
Rechtsträger, Risikoträger, Versicherungsspektrum, Finanzierungsform
Welche Arten von Vorsorgeeinrichtungen gibt es? Bezeichnen Sie mögliche Rechtsträger, Risikoträger und Versicherungsbereich.
- Stiftungen, Genossenschaften, öffentlich-rechtliche Einrichtungen
- autonome, teilautonome Lösungen oder Vollkollektivvertrag
- Leistungs- oder Beitragsprimatkasse
- Einarbeitgeberkasse, Sammel- oder Gemeinschaftseinrichtung
- BVG-Minimalkasse, umhüllende Kasse, überobligatorische Einrichtung
Worin besteht der Unterschied zwischen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen?
Eine Gemeinschaftsstiftung führt im Gegensatz zur Sammelstiftung keine nach angeschlossenem Betrieb getrennte Rechnung.
Welcher Kreis von Entscheidungsträger kann in einer Vorsorgeeinrichtung vertreten sein?
Stiftungsrat, Ausschuss, Kommissionen, Geschäftsführer, Kaderleute, Vorgesetzte oder Personen in organisatorisch vernetzten Betrieben, Kontrollstelle, Beraterfirma, Pensionsversicherungsexperte, Versicherungsgesellschaft, Behörden
Wozu dient eine Kompetenzordnung und Aufgabenzuweisung?
Kompetenz- und Aufgabenklarheit für die Entscheidungsträger, Mitarbeiter, externe Stellen, Versicherte, Destinatäre und angeschlossene Betriebe
Über welche Aufgaben/Verantwortungsbereiche sollen in einer Vorsorgeeinrichtung die Kompetenzen geregelt sein?
Änderung Stiftungsurkunde, Organisationsstatut, Kompetenzenregelung, Reglementsänderungen, Abschluss von Verträgen jeglicher Art, Leistungsanerkennung für Destinatäre, Wahl Kontrollstelle, Erstellen Jahresbericht, Bestimmung Anlagepolitik, Anlagerichtlinien und Beschlusskompetenzen im Anlagebereich, Bestimmung innerhalb Verwaltungskosten- oder Investitionsbudgets, Personalfragen, Einsatz Infrastruktur, Unterschriften- und Visumsregelung, Aufbau und Ablauforganisation
Welches sind die allgemeinen Grundsätze der Kassenführung?
Klares Organisationsstatut, Zielsetzungen und Aufgaben der Vorsorgeeinrichtung, klare Aufbauorganisation mit Aufgabenzuteilung und Kompetenzordnung, zweckmässige personelle und infrastrukturelle Ausstattung, Festlegen der Grundzüge in der Ablauforganisation mit Aufgabenzuweisung, Festlegen der EDV-Organisation mit Kompetenzen und Pflichten für Hardware- und Softwareunterstützung, Einrichtung zweckmässiger Kontroll- und Überwachungsinstrumente
Was sollte ein Organisationsstatut enthalten?
Kassentyp, genauer Name und Sitz, Umschreibung Stiftungszweck, Art der Mitglieder, Versicherungszweige, Zusammensetzung und Wahlverfahren für Stiftungsrat, Ausschuss, Kommissionen sowie deren Amtsdauer, Regelung für Beschlussfassung und bei Stimmengleichheit, Bestimmung der Geschäftsstelle, Geschäftsführung, Sekretariat, Kontrollstelle und Experte
Was für Führungsinstrumente stehen dem Geschäftsführer einer autonomen Vorsorgeeinrichtung zur Verfügung?
- regelmässige, fest terminierte Kadersitzungen
- statistische Erhebungen über Geschäftsvorfälle
- Kontrolle von Arbeitsabläufen
- ganzheitliches Dokumentationssystem
- Termin- und Aufgabenplan sowie Kontrolle über unerledigte Aufgaben
- internes Controlling
- persönliche Gespräche
Wie lässt sich eine Aufbauorganisation am besten darstellen?
Mit einem guten Organigramm.
Welches grundsätzliche Vorgehen ist bei Personalrekrutierung angebracht?
Erstellen eines Pflichtenheftes mit Anforderungsprofil, Bedürfnisnachweis, Inserat oder Stellenvermittlung, engere Wahl, Vorstellungsgespräch, übersichtliche und klare Information der Bewerber über Betrieb während des Vorstellungsgespräches, Einholen von Referenzen
Worüber sollte beim Geschäftsführer vor einer Personaleinstellung Klarheit herrschen?
Erfüllen Anforderungsprofil, Passen ins Arbeitsteam, zu erwartende Arbeitsqualität und Quantität, mögliche Karriere und Anstellungsdauer
Welche Punkte werden im Rahmen einer Personalqualifikation beurteilt?
Fachkenntnisse, Auffassungsgabe, Selbständigkeit, Initiative, Eigenverantwortung, Arbeitsplanung, Arbeitstempo, Arbeitsqualität, Belastbarkeit, Büroordnung, Umgangsformen, Verhalten zu Kundschaft, allgemeines Betriebsinteresse
Welche Grundsätze sind in der Erstellung einer Aufbauorganisation zu beachten?
klare, zweckmässige und übersichtliche Gliederung in Bereiche und/oder Gruppen, keine oder fast keine Doppelfunktionen, direkte Führungslinie und überblickbare Führungseinheiten
Welche Punkte beleuchten Sie, um eventuell grundsätzliche Mängel in der Ablauforganisation feststellen zu können?
Kompetenzabgrenzungen und Aufgabenzuweisung, Aufteilung der Arbeitsgebiete und deren weitere Strukturierung, Fachkompetenz und Qualität der beteiligten Mitarbeiter für ihre Aufgaben, infrastrukturelle Voraussetzungen, arbeitsklirnatische Voraussetzungen
Nennen Sie Beispiele über Arbeitsgebiete einer Vorsorgeeinrichtung wofür sich eine Arbeitsanweisung lohnen würde.
- Eintrittsabwicklung
- Austrittsabwicklung
- Beitragsbezug
- Inkasso
- Invaliditätsfall
- Todesfall
- Altersrücktritt
- Wertschriftenanlagen
- interner Dienst
- Zahlungseingänge
- Kontierungen/Buchungen
Welches sind ideale Voraussetzungen für die Entwicklung und Einführung von EDV-Lösungen?
Unabhängigkeit in der Hard- und Softwarebeschaffung und Softwarentwicklung, gegenseitige Überlappung der Fachkenntnisse von Programmentwickler und Benutzer, personell konstante und der Führung unterstellte EDV-Betreuung, ausreichendes Budget
Wodurch zeichnet sich eine gute EDV-Organisation aus?
Übersichtliche schnelle Auskunftsbereitschaft, Flexibilität d.h. geringer Anpassungsaufwand bei Gesetzes- oder Reglementsänderungen, Schnittstellen zu externen Stellen (Arbeitgeber, Banken, Post, Versicherungsgesellschaften) abgedeckt, Sicherheit und geringer Wartungsaufwand
Was wird in ein Pflichtenheft geschrieben?
- Bezeichnung der Stelle bzw. Funktion
- Vorgesetzter
- Aufgaben
- Anforderungen
Was wird in ein Führungshandbuch geschrieben?
- Auftrag und Ziel der Kasse
- Versicherungsangebot
- Übersicht Aufbauorganisation
- Pflichtenhefte der wichtigsten Mitarbeiter
- Grundsätze der Ablauforganisation
- Kompetenzenregelung
Definieren Sie die Aufbauorganisation. Wo liegen die Probleme der Aufbauorganisation?
Zweck- und zielgerichtete Gliederung einer Einrichtung. Relativ dauerhafte Struktur zwischen organisatorischen Elementen (Mitarbeiter, Maschinen).
Probleme: Aufgaben-, Kompetenz- und Verantwortungszuteilung; Stellenbildung; Abteilungsbildung;
Definieren Sie die Ablauforganisation. Wo liegen die Probleme der Ablauforganisation?
Zweckmässige Gliederung und Koordination der Arbeitsabläufe (zeitlich-räumliche Verknüpfung).
Problem: Arbeitsabläufe definieren; Belegfluss; Beschrieb der Arbeitsmethode (Arbeitstechnik); Beschrieb der Betriebsmittel (Einsatz);
Nennen Sie uns einige Faktoren, welche bei der Reglementsgestaltung einen Einfluss haben.
- Art der Versicherung (autonom oder Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung mehrerer Arbeitgeber)
- Leistungsplan
- Grösse der Unternehmung bzw. deren Organisation
- Zuständigkeit
- Gesetz
Als Pensionskassenverwalter wollen Sie unter den "Top Ten" sein. Welche Informationen erachten Sie bei einem Eintritt als sinnvoll?
- Art der Vorsorgeeinrichtung
- Art der Vorsorgelösung (Beitrags-, Leistungsprimat),
- Zusammensetzung des Stiftungsrates
- Geschäftsführung/Verwaltung der Vorsorgeeinrichtung
- Kontaktstelle bei Fragen
- Reglement
- Versicherungsausweis
Was müssen Sie vor einem Einkauf vom Destinatär wissen?
- WEF-Vorbezug gemacht, welcher noch nicht zurückbezahlt ist?
- Wurden Beiträge in die 3. Säule einbezahlt?
- Sind Sie nach dem 1.1.06 aus dem Ausland zugezogen und haben weniger als 5 Jahre einer schweizer VE angehört?
- Besitzen Sie noch FZ-Guthaben oder FZ-Policen?
- Sind Sie aktiv noch bei weiteren VE versichert?
Nennen Sie mindestens 8 gesetzliche Anforderungen über die Information auf einem Versicherungsausweis.
- Personalangaben
- Zivilstand, Datum der Eheschliessung
- Beschäftigungsgrad
- Beginn des Vorsorgeverhältnisses (Eintritt in die Pensionskasse
- Lohndaten: AHVLohn, Koordinationsabzug, koordinierter (versicherter) Lohn
- eingebrachte Freizügigkeitsleistung, davon Anteil BVG
- ordentliche Beiträge Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- WEF: Angaben Vorbezug bzw. Verpfändung
- aktuelle gesetzliche und reglementarische Austrittsleistung
- Leistungen im Alter, Tod (z.B. inkl. Todesfallkapital) und bei Invalidität
Wieso wollen Sie beim Eintritt in die Pensionskasse von einer versicherten Person Angaben über den Gesundheitszustand wissen?
Gemäss BVG Art. 45, FZG Art. 9 und 14 darf ein Gesundheitsvorbehalt nur unter bestimmten Kriterien angebracht werden und nie auf eine reine BVG-Versicherung. Der Vorbehalt darf max. 3 Jahre dauern.
Welchen Unterschied kennen Sie bei dem Eintritt in eine Leistungsprimat- bzw. Beitragsprimatkasse betreffend Eintrittsleistung?
Bei einer Beitragsprimatkasse hat die Höhe der eingebrachten Freizügigkeitsleistung einen Einfluss auf die daraus resultierenden Leistungen, aber es muss kein klar definierter Betrag eingebracht werden, um auf ein bestimmtes Leistungsziel zu gelangen.
Bei einer Leistungsprimatkasse ist das Leistungsziel reglementarisch klar definiert, d.h. die beim Eintritt erforderliche Eintrittsleistung kann gemäss den reglementarischen Angaben genau berechnet werden. Ist die mitgebrachte Eintrittsleistung kleiner als reglementarisch bestimmt, so wird das vorgegebene Leistungsziel nicht erreicht.
Nennen Sie mindestens 5 Aufgaben, welche das BVG-Alterskonto (Schattenrechnung) hat.
- der BVG-koordinierte Lohn
- die BVG-Leistung bei Alter, Tod und Invalidität
- die Freizügigkeitsleistung BVG
- die Faktoren zur Bemessung des Beitragssatzes (gestaffelter Satz oder einheitlicher Durchschnittssatz)
- die Beiträge an den Sicherheitsfonds BVG sowie die Leistungen bei ungünstiger Altersstruktur
- der Nachweis, dass das Obligatorium bei umhüllenden Kassen erfüllt ist
- verschiedene Angaben zur jährlichen Rechnungslegung
- Zahlenwerte für die Berechnung des PK-Experten
- statistische Angaben (Amt für Statistik)
Welche Angaben gehören auf eine Austrittsberechnung für eine Beitragsprimatskasse?
- Persönliche Daten
- Eingebrachte Altersguthaben samt Zinsen
- geleistete Arbeitnehmersparbeiträge
- Berechnung der Austrittsleistung
- Höhe des Mindestbetrages
- Höhe des BVG-Altersguthabens
- Hinweis auf Möglichkeiten zur Erhaltung des Vorsorgeschutzes
Welche Kapitalauszahlungen lösen eine Steuermeldung oder einen Quellensteuerabzug aus?
- Barauszahlung infolge Aufnahme selbstständige Erwerbstätigkeit und Geringfügigkeit lösen eine Kapitalmeldung aus.
- Barauszahlung infolge Grenzgängeraufgabe und Ausreise ins Ausland lösen einen Quellensteuerabzug aus.
Welche Voraussetzungen müssen für einen Quellensteuerabzug bei der 2. Und 3. Säule im Einzelfall vorliegen?
- Die Vorsorgeeinrichtung / der Versicherer hat Sitz in der Schweiz
- Der Destinatär hat im Moment der Fälligkeit Wohnsitz im Ausland
Definieren Sie die Austrittsleistung im Beitragsprimat.
Bei Spareinrichtung entsprechen die Ansprüche der Versicherten dem Sparguthaben, resp. dem versicherungsmässig berechneten Deckungskapital.
Definieren Sie die Austrittsleistung im Leistungsprimat
Die Ansprüche der Versicherten entsprechen dem Barwert der erworbenen Leistungen.
Erklären Sie den Begriff "Mindestbetrag bei Austritt".
Bei Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung hat die versicherte Person zumindest Anspruch auf:
- die eingebrachten Eintrittsleistungen samt Zinsen
- die geleisteten Beiträge samt einem Zuschlag von 4 Prozent pro Altersjahr ab dem 20. Altersjahr, höchstens aber von 100 Prozent.
(Dieser Artikel wurde erlassen, damit die gesamte Freizügigkeit zum tragen kommt.)
Was verstehen Sie unter Erhaltung des Vorsorgeschutzes in besonderen Fällen?
- Änderung des Beschäftigungsgrades
- Wechsel innerhalb der Vorsorgeeinrichtung
- Ehescheidung
- Teil- oder Gesamtliquidation