Pedosphäre

Pedosphäre ETHZ, HS13

Pedosphäre ETHZ, HS13


Tim Schär
Diese Lernkarten behandeln die Prozesse und Faktoren der Bodengenese auf Universitätsniveau. Sie beleuchten die Bildung und Verwitterung von Böden, die Rolle von Wasser, Pflanzen und Mikroorganismen sowie die verschiedenen Humusformen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Geographie, die sich mit der Entstehung und Zusammensetzung von Böden auseinandersetzen.
Cartes-fiches
79
Utilisateurs
13
Langue
Allemand
Catégorie
Géographie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
28.07.2014 / 16.07.2020

Cartes-fiches

Was ist die Pedosphäre?

Äusserste Schicht der Erdkruste ("Boden"); Überschneidungszone von Hydrosphäre, Atmosphäre, Lithosphäre und Biosphäre

Bodenbildende Prozesse

Ausgangsgestein wird durch Wasser, Luft, Pflanzen, Lebewesen phys. und chem. verwittert; Tote Lebewesen werdem abgebaut und zu Humus umgewandelt; Verlagerungsprozesse im Profil/Landschaft => Ab/Anreicherungen; Boden wird vermischt/strukturiert

Bodenbildende Faktoren

Gestein; Klima; Vegetation; Relief; Zeit

Ecosystem services von Böden

Regelungsfunktionen, Speicher, Filter, Puffer, Transformator; Lebensraumfunktion; Wirtschaftliche Funktionen; Wissenschaftliche/kulturelle Funktionen

Funktion von Böden: Regelungs- /Speicher- /Filter- /Puffer- /Transformatorfunktion

Speicherung von Wasser, Nährstoffe, Schadstoffe; Transformation organischer Stoffe; Pufferung/Regelung von Wasser und gelösten Stoffen; Quellen/Senke Spurengasen

Funktion von Böden: Lebensraumfunktion

Grosse Zahl an Organismen; Grundlage aller terrestrischer Ökosysteme; Schutz der Biodiversität => konsequenter Bodenschutz; Seltene Standorte (z.B. Nährstoffarme) auch schützenswert

Funktion von Böden: Wirtschaftliche Funktion

Wichtiger Produktionsfaktor in Land-/ Forstwirtschaft; Rohstofflieferant (Ton, Sand, Kies); Siedlungsfläche; Erholungsfläche; Industrie/Gewerbe; Verkehrswege

Funktion von Böden: Wissenschaftliche/kulturelle Funktion

Wertvolles Archiv der Natur- und Kulturgschichte => Einflüsse des Menschen; Archäologie, Klimaforschung, Geomorphologie, Kulturgeschichte

Problem der Nutzungskonkurrenz

Einige Funktionen können parallel erfüllt werden (Forst/Erholung), andere gehen schlecht (Siedlung/Landwirtschaft); Knappheit der Böden, Resource nicht vermehrbar!; Irreversible Nutzungsformen (Problem Industrie rückführen auf Landwirtschaft)

Bedeutung von mineralischen Bestandteilen in Böden

Beeinflussen Porengefüge; Mechanischer Halt für Pflanzen; beeinflussen phys. und chem. Eigenschaften des Bodens; Quelle/Speicher von Nährstoffen; Indikatoren für abgelaufene Verwitterungsprozesse

Magmatite

Abkülung von Magma; An Erdoberfläche (Ergussgesteine, Effusivgesteine, Vulkanite) oder im oberen Erdmantel (Tiefengesteine, Intrusivgesteine, Plutonite

Metamorphite

Durch Druck/Temperatur aus Magmatiten/Sedimenten

Sedimente

Durch Erosion von Böden, Biogenes Material und mineralische Partikel durch Wind/Wasser abtransportiert und wieder sedimentiert; Auch gelöste Stoffe werden ausgewaschen und gelangen über Flüsse in die Meere und fallen dort aus und machen Sedimente; Aus Lockersedimenten unter Druck zu harten Sedimentgesteinen (Diagenese); Sehr oft Ausgangsmaterial für Bodenbildung

Lithologischer Kreislauf

Bild

Eigenschaften von Intrusivgesteinen

langsam angekühlt in oberem Erdmantel => grobkörniger (mehr Zeit für Bildung grosser Kristalle); verwittern physikalisch leichter (Temperatursprengung, Frostsprengung)
 

Eigenschaften von Intrusivgesteinen

langsam angekühlt in oberem Erdmantel => grobkörniger (mehr Zeit für Bildung grosser Kristalle); verwittern physikalisch leichter (Temperatursprengung, Frostsprengung)
 

Eigenschaften von Intrusivgesteinen

langsam angekühlt in oberem Erdmantel => grobkörniger (mehr Zeit für Bildung grosser Kristalle); verwittern physikalisch leichter (Temperatursprengung, Frostsprengung)
 

Eigenschaften von Intrusivgesteinen

langsam angekühlt in oberem Erdmantel => grobkörniger (mehr Zeit für Bildung grosser Kristalle); verwittern physikalisch leichter (Temperatursprengung, Frostsprengung)
 

Eigenschaften von Intrusivgesteinen

Langsam in oberem Erdmantel abgekühlt => grobkörniger (mehr Zeit für Bildung grosser Kristalle); verwittern physikalisch leichter (Temperatursprengung, Frostsprengung)

Beispiele von Intrusivgesteinen

Granite (sauer); Grano-Diorite (intermediär); Gabbros (basisch)

Eigenschaften von Effusivgesteinen

an Oberfläche abgekühlt => feinkörniger (wenig Zeit für Bildung grosser Kristalle); bei extrem schneller Abkühlung porös, hohe Anteile vulkanischer Gläser; Verwitterung sehr unterschiedlich, je nach Porosität

Beispiele von Efuusivgesteinen

Rhyolite (sauer); Andesite (intermediär); Basalte (basisch)

Unterteilung nach Si-Gehalt

sauer (>65% SiO2, >30% Si); intermediär (52-65% SiO2, 24-30% Si); basisch(45-52% SiO2, 21-24% Si); ultrabasisch (<45% SiO2, <21% Si)

Saure Gesteine

Si-reich, hell gefärbt; viel Quarz und Alkalifeldspäte und Glimmer (Biotite, Muskovite); Es entstehen saure und nährstoffarme Böden

Beispiele Saure Gesteine

Granite (intrusiv); Rhyolithe (effusiv)

Basische Gesteine

Si-arm, dunkel gefärbt; enthalten Ca-Feldspäte, Pyroxene, Amphibole, Olivine; es entstehen wenig stark saure nährstoffreichere Böden

Beispiele Basische Gesteine

Gabbros (intrusiv); Basalte (effusiv)

Ultrabasische Gesteine

sehr Si-arm, dunkel gefärbt; enthalten Olivine, Pyroxene, Serpentine, reich an Mg, Fe; Beispiel Peridotit

Siliziklastische Sedimentgesteine

verfestigt; Tonsteine, Sandsteine; Breccien; Konglomerate; Arkosen; Grauwacken

Carbonatische Sedimentgesteine

verfestigt; Kalksteine; Dolomite; Mergelsteine

Quartäre Lockersedimente

locker; Löss; Flugsande; Sedimente in Flusstälern/Küsten; Kolluvien; Glazigene Sedimente; Fliesserden, Solifluktionsschutt

Metamorphe Gesteine

Metamorphose bei 100-1000 °C und/oder 20 kbar; Mineralzusammensetzung und Textur werden verändert; bevorzugte Wachstumsrichtung von Kristallen => Schieferung (Schiefer), Bänderung (Gneis); Orthogesteine (aus magmatischen Gesteinen), Paragesteine (aus Sedimentgesteinen)

Besipiele für Metamorphose

Ton => Tonschiefer => Glimmerschiefer => Paragneis; Granit => Orthogneis; Kalkstein => Marmor

Korngrössenklassen

Feinerde (<2mm); Bodenskelett (>2mm); Ton (<2µm), Schluff (2 - 50µm), Sand (50 - 2000µm); Kies (0.2 - 5cm); Steine (5 - 20cm), Blöcke (>20cm)

Herkunft der Mineralien in Böden

Primär aus Ausgangsgesteine; Sekundär durch chemische Verwitterung

Primäre Mineralien

entstehen durch Abkühlung von magmatischen Schmelzen; Grössere Partikel in Böden aus primären Mineralien; Beispiele Quarz, Feldspäte, Glimmer

Sekundäre Mineralien

Partikel sind klein und dominieren in feinen Fraktionen der Böden; Beispiele Tonminerale, Fe-Oxide, Hyroxide

Wichtigste Elemente in Erdkruste

O, Si, Al; Fe, Mg, Ca, Na, K

Vernetzung der Si-Tetraeder

O-Atome werden geteilt; zum Teil Si4+ durch Al3+ ersetzt (isomorpher Ersatz) => Einbau weiterer Kationen (wegen Ladung), z.B. K+, Na+, Mg2+

Einteilung der Silikate nach Vernetzung

Inselsilikate, SiO44-, O/Si=4.0 (Olivine); Kettensilikate, SiO32-, O/Si=3.0 (Pyroxene); Bandsilikate, Si4O116-, O/Si=2.75 (Amphibole); Schichtsilikate, Si2O52-, O/Si=2.5 (Glimmer); Gerüstsilikate, SiO2, O/Si=2.0 (Quarz, Feldspäte)

Étudier