Pathologie 5. Semester
Allgemeine Pathologie
Allgemeine Pathologie
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Cartes-fiches
Empyem
Entzündung in präformierter Höhle
Abszess
Entzündung "frisst" sich eigene Höhle, bildet Ödem, Abkapselung der Entzündung
Virchow-Robin-Raum
Teil der Blut-Hirn-Schranke (zwischen der Membrana limitans gliae superficialis und Perizyten der Gefäße), mit Liquor gefüllt, steht mit dem Subarachnoidalraum in Verbindung, Leitstruktur für Makrophagen
eitrige Meningitis
Diagnostik: Brudzinskis-Zeichen, Hirnödem und exsudative Entzündungsreaktion (Haubenmeningitis)
Komplikation: Verlegung des Gefäßlumens, Enzephalitis (über Virchow-Robin-Raum), Verklebung der Foraminae Luschkae und Magendi (Hirndruck!)
basale Meningitis
v.a. Hirnnerven und Hirnstamm betroffen
Komplikationen: Hirnnervenlähmung, Liquorstau
Tuberkulöse Meningitis (nicht eitrige bakterielle Entzündung)
Prädilektionsstelle: Hirnbasis mit Beteiligung der basalen Zisternen (erweiterte Subarachnodialräume, die sich zwischen dem Foramen magnum und der Christa galli befinden)
Histologie: zentral verkäsende Granulome mit Lymphozytenwall und Riesenzellen
Lyme-Borreliose (nicht eitrige bakterielle Entzündung)
Übertragung über Zeckenbiss
lymphozytäre Encephalitis
Diagnoatik: AK gegen Borrelia burgdorferi aus dem Liquor/ Serum
Toxoplasmose (Gewebeparasit)
befällt v.a. Basalganglien und Rindenmarkgrenze
nach ZNS-Eindringung platzen Parasitenzysten -->infektiöse Tachyzoiten werden ins Gewebe freigesetzt und lösen zu Verkalkungen neigende Nekrosen mit granulozytär-lymphoplasmazellulärer Entzündungsreaktion aus
M. Alzheimer
-Beginn der Hirnatrophie im entorhinalen Kortex
-phosphoryliertes Tau-akkumuliertes Protein
-Histologie:
Senile Plaques (herdförmige,τ-Protein-haltige, Amyloidablagerungen im Neuropil)
Alzheimer-Fibrillen: hyperphosphoryliertes Tau lässt sich mit Silber schwarz anfärben, liegt im Zytoplasma erkrankter Zellen
M. Parkinson
-Mutation des alpha-Synukleins (bzw. seiner Ubiquitierungsenzyme)
-dadurch Aggregation -> Lewy-Körperchen
-Zytoskelettschädigung -> Apopotose der dopaminergen Neurone der Substantia nigra
- Rigor, Tremor, Akinese
Multisystematrophie
- alpha- Synukleinopathie
- Leitsymptome wie bei Parkinson, aber keine Demenz
-histologisch an Gliazellen sichtbar
Chorea Huntington
Triplet-Repeat-Erkrankung mit Striatumatrophie und Dilatation der Ventrikelhörner
Polyglutaminkörperchen sind im Kern lokalisiert
Hyperkinese, Veiztanz
Pilozystisches Astrozytom (WHO- Grad I)
hirneigener Tumor
zystischer Tumor, gut abgrenzbar
Prädilektionsstellen: Kleinhirn (Ataxie), Zwischenhirn (Hypothalamusstörung, N. opticus Sehstörung), Rückenmark (Paresen)
diffuses Astrozytom (WHO- Grad II-IV)
hirneigener Tumor
diffus wachsend, inkomplette Resektion, Rezidiv
deshalb nie als benignen Tumor bezeichen!
Glioblastom (WHO- Grad IV)
hirneigener Tumor
- Männer häufiger als Frauen betroffen
- unscharf begrenzter grauglasiger Tumor mit regressiv zystischer bunter Schnittfläche (gelb: Nekrose, rot: Hämorrhagie, weiß: Verkalkung)
- histologische Charakteristika: Gefäßwucherung durch autokrine VEGF -Sekretion, wodurch der Tumor über eine Thrombosierung zur Nekrotisierung neigt,
perinekrotische Pseudopalisaden (Palisade: alternierend reihenförmig angeordnete kernhaltige u. kernfreie Tumorareale oder saumförmige Anordnung um eine Nekrose)
fibrillärer Hintergrund
Oligodendrogliom
hirneigener Tumor
-keine klare Grenze, Rezidivbildung
- mäßig hohe Zelldichte, geringe Pleomorphie, "Spiegelei- Effekt" oder "Honigwaben- Muster"
- Verkalkungen, wenige Mitosen, keine Nekrosen
Meningeom (WHO- Grad I)
nicht hirneigener Tumor
- Frauen häufiger als Männer betroffen
- aus Arachnoidal- Deckzellen
- entiwickelt sich unterhalb der Dura mater zwischen und in den weichen Hirnhäuten, nur bösartige Varianten wachsen ins angrenzende Hirngewebe
- Zwiebelschalenformation, Lochkerne, Psammonkörper (sandartige Verkalkungen innerhalb eines Tumors), Synzytien
Virchow- Trias
beschreibt die zur Entstehung eines Thrombus beitragenden Faktoren
1. Gefäßwandveränderungen
2. Störungen der Hämodynamik
3. Änderung der Blutzusammensetzung
Thrombustypen
1. Abscheidungsthrombus: im fließenden Blut, mehrere Schichten aus weißen Plättchenaggregaten und dazwischen liegenden roten Fibrin- Erythrozytenaggregaten
2. Gerinnungsthrombus: stagnierende Blutsäule, Gerinnung der gesamten Blutsäule, Fibrinretraktion -> Emboliegefahr
3. Gemischter Thrombus: die Bildung eines Abscheidungsthrombus führt zur Störung des Blutflusses mit Ausbildung eines sekundären Thrombus
4. Hyaliner Mikrothrombus: Generalisierte Aktivierung der Blutgerinnung und Fibrinolyse (z.B. nach Schock oder OP)
Embolie
Hämatogene Verschleppung von Material (Thrombus, Luft, Tumor,...) in andere Gefäßbereiche mit Ausbildung von Gefäßverschlüssen
Symptome einer Beinvenenthrombose
Schwellung, Schmerz, Zyanose
Ödeme
Ein Ödem ist eine abnorme Flüssigkeitsansammlung
Pathogenese: Änderung der intravalen und interstitiellen hydrostatischen und kolloidosmotischen Drücke
Infarkt/ Infarktformen
Nekrose, Ischämie
1. anämischer Infarkt: Gefäßverschluss im Bereich von funktionellen Endarterien und Koagulationsnekrose
2. Hämorrhagischer Infarkt: anämischer Infarkt mit sekundärer Einblutung
3. Hämorrhagische Infarzierung: Nekrose durch Störung des venösen Abflusses bei erhaltenem arteriellen Zufluss
Myokardinfarkt
Phaseneinteilung
- Frühphase (0-2h): keine morpholog. Korrelate, Myoglobin und Troponin im Serum erhöht
- 6-24h: Koagulationsnekrose, Einwanderung von neutrophilen Granulozyten, Enzyme im Serum erhöht (SGOT; CK; CK-MB; LDH)
- 3-7 Tagen: Einwanderung von Granulationsgewebe und Resorption der Nekrose durch Makrophagen
- über 7 Tage: Bildung von Kollagen und Übergang zu zellarmer Narbe
Granulationsgewebe
im Rahmen der Wundheilung entstehendes vorübergehendes Gewebe
Koagulationsnekrose
häufigste Nekroseform
Zellschwellung mit Eosinophilie, Denaturierung der Proteine (Ausfällung) und Zersetzung der Zellorganellen
Zelltod und Gewebsnekrose nach Hypoxie (z.B. Herzinfarkt), aber nie im Gehirn!
Kolliquationsnekrose
Nekrose bei der es zur Verflüssigung des untergegangenen Gewebebezirks kommt.
Vor allem in Gehirn und Pankreas
Hypertrophie
Zell-, Gewebs- und Organvergrößerung durch Zunahme des Volumens der Einzelzellen
(Verschiebung der Kern-/ Plasmarelation zu Gunsten des Zytoplasmas)
z.B.: Mammahypertrophie, Muskelhypertrophie, Rechtsherzhypertrophie
Hyperplasie
Zell-, Gewebs- und Organvergrößerung durch Zunahme der Zahl der Einzelzellen.
z.B. Hormonell Brustdrüse, Gingivahyperplasie bei chronischem Prothesendruck
Hypoplasie
numerische Reduktion der Zellzahl in einem Gewebe oder Organ. Mangelhafte Organentwicklung.
z.B. Hypoplasie des Knochenmarks, der NNR, Nierenhypoplasie
Atrophie
einfache Atrophie = reversible Verkleinerung der Zelle durch Verminderung der Zellmasse = zelluläre Atrophie
z.B. Muskeln, Nervensystem
numerische Atrophie = Verkleinerung eines Organs durch Verminderung der Zellzahl
z.B. Schleimhaut, GIT
Agenesie
Ausbleiben der Entwicklung eines Organs oder Gewebes
z.B. Nierenagenesie, Anencephalie
Aplasie
Rudimentär vorhandene Organanlage
z.B. Knochenmarksaplasie, Stranggonaden
Atresie
Fehlende Ausbildung eines Lumens in einem Hohlorgan
z.B. Ösophagusatresie
Regeneration
einmalig: Milchzähne durch endgültige Zähne
zyklisch: Endometrium nach Menstruation
permanent: Epidermis, Schleimhäute
Metaplasie
Ersatz eines reifen (differenzierten) Zelltyps durch einen anderen reifen Zelltyp.
z.B. Barrett-Ösophagus
Immunreaktion Typ 1
Die Typ-I-Allergie wird auch als Allergie vom Soforttyp bezeichnet und ist die häufigste Allergieform.
Innerhalb von Sekunden oder Minuten vermitteln zellständige IgE-Antikörper die Freisetzung diverser Mediatoren wie Histamin, aber auch Prostaglandine und Leukotriene aus den basophilen Granulozyten und Mastzellen.
Typische Beispiele für diesen Allergie-Typ sind die Urtikaria, die allergische Konjunktivitis, der Heuschnupfen (Rhinitis allergica) und das allergische Asthma. Weiter zählen zum Soforttyp das angioneurotische Ödem (Quincke-Ödem) und der anaphylaktische Schock.
Immunreaktion Typ 2
zytotoxischer Typ
IgG und IgM vermittelt
Bei der Typ-II-Allergie (auch: zytotoxischer Typ) bilden sich innerhalb weniger Stunden Immunkomplexe zwischen zellständigen Antigenen (z.B. bestimmte Medikamente oder transfundiertes Blut) und körpereigenen, im Blutstrom kreisenden IgG-Antikörpern. Sie aktivieren zytotoxische Killerzellen und das Komplementsystem. Es kommt dabei zur Zerstörung (Lyse) körpereigener Zellen.
Beispiele für Typ-II-Allergien sind die medikamenten-induzierte Thrombopenie, die hämolytische Anämie nach Transfusionszwischenfall oder die allergische Agranulozytose.
Immunreaktion Typ 3
IgG, IgM, IgA vermittelt
Die Typ-III-Allergie nennt man auch Immunkomplex-Typ oder Arthus-Typ. Hier bilden sich innerhalb von Stunden Immunkomplexe von Antikörpern und Antigenen, die sowohl zellständig sein als auch frei im Blut flotieren können. Wie beim Typ II wird das Komplementsystem aktiviert, das eine Phagozytose der Komplexe durch Leukozyten anstößt, welche wiederum zytotoxische Enzyme freisetzen.
Beispiele für die Typ-III-Allergie sind allergische Gefäßentzündungen (Vaskulitiden), die so genannte Farmer-Lunge und die Serumkrankheit.
Immunreaktion Typ 4
T-Zell vermittelt
Bei der Typ-IV-Allergie oder Allergie vom verzögerten Typ (Spättyp) setzen nach Stunden bis Tagen sensibilisierte T-Lymphozyten Lymphokine frei, welche weitere Leukozyten zum Ort des Allergens locken, woraufhin dort eine Entzündung entsteht. Sie ist die einzige zellvermittelte Reaktion.
Beispiele für die Typ-IV-Allergie sind das allergische Kontaktekzem, die Transplantatabstoßung und die Tuberkulinreaktion.