Pathologie

Verschiedene Krankheiten

Verschiedene Krankheiten

Lisbeth Häfliger
Lernen

Lisbeth Häfliger
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über verschiedene pathologische Zustände, darunter Demenz, Multiple Sklerose, Meningitis, Parkinson und Schilddrüsenerkrankungen. Sie decken Definitionen, Symptome, Therapien und Ursachen ab, wobei der Fokus auf dem Verständnis der Krankheitsbilder und deren Behandlung liegt. Medizinstudenten und Fachkräfte profitieren von den detaillierten Informationen, um ihr Wissen zu vertiefen und Patienten besser zu versorgen.
Karten
42
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
22.11.2014 / 11.12.2014

Lernkarten

Nierensteinleiden Ursache

  • Vermehrte Oxalat-, Ca.-, Phosphat- oder Harnsäure-Ausscheidung im Harn
  • Harnweginfekte
  • Verminderte Flüssigkeitszufuhr
  • Kongrementbildung in den ableitenden Harnwegen

Nierensteinleiden Symptome

  • Leitsymptom: Nierenkolik
  • heftigste krampfartige Flanken- & Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in Leiste & Genitalorgane
  • Schmerzausstrahlung: in den Rücken strahlen die Steine aus, die im Nierenbecken oder im oberen Teil des Harnleiters eingeklemmt sind

Nierensteinleiden Therapie

  • Medikation beim akuten Kolik-Schmerz
  • viel trinken
  • Bei nicht spontanem Steinabgang: Steinzertrümmerung
  • OP

Nierensteinleiden Rezidivprophylaxe

  • viel trinken
  • Meiden von tierischem Eiweiss in Fleisch, Innereien
  • Meiden von tierischem Eiweiss in Fleisch, Innereien
  • viel Bewegung

Niereninsuffizienz Ursachen

  • Chronische Glomerulonephritis
  • angeborenes Nierenleiden
  • Diabetische Nephropathie
  • Analgetika-Nephropathie

Niereninsuffizienz Symptome

  • lange Zeit beschwerdefrei, zunächst nur Leistungsknick
  • später klinische Zeichen der terminalen Nieren-Insuffizienz
    - Kopfschmerzen
    - Appetit- & Gewichtsverlust
    - Mattigkeit, Blässe, Juckreiz

Niereninsuffizienz Therapie

  • Einschränkung der Flüssigkeits-, Salz- & Kaliumaufnahme
  • Keine Nüsse, Käse, Kondensmilch & Milchpulver
  • Hämodialyse (Blutwäsche) oder Peritonealdialyse
  • Nierentransplantation

Niereninsuffizienz Komplikationen

Führt unbehandelt zum urämischen Koma und schhlussendlich zum Tod.

Cushing-Syndrom Definition

Störung des NNR-Hormonhaushalts mit überwiegender Produktion von Kortikoiden

Cushing-Syndrom Ursache

  • Vergrösserung & Überfunktion beider NN als Folge einer übermässigen Stimulierung durch ACTH der Hypophysen- Vorderlappen
  • oder: ein hormonaktiver Tumor der NNR selbst durch eine langfristige Kortison-Dauertherapie

Bei beiden ist der Cortisolspiegel im Blut erhöht!

Cushing-Syndrom Symptome

  • Leistungsabfall
  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Das Vollbild entspricht einer überschiessenden Cortisolwirkung:
    • Hypertonie
    • rotes Vollmondgesicht & Stammfettsucht
    • Stiernacken durch Gewichtszunahme & Fettumverteilung
    • usw.

Cushing-Syndrom Therapie

  • meist chirurgisch – nach Entfernung des NN-Adenoms bilden sich die Cushing-Symptome zurück - ausser der Osteoporose
  • unbehandelt führt es innert Monaten bis Jahren zum Tode.

Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse) Ursachen

  • Überfunktion der Schilddrüse durch Überproduktion von Schilddrüsen-Hormonen T3, T4;
  • meist als „Basedow-Hyperthyreose“, bei der Antikörper gegen Schilddrüsengewebe die Überfunktion auslösen
  • seltener: Überdosierung von Schilddrüsenhormonen oder Herzmedikation als Auslöser.

Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse) Symptome

  • gleichmässige Vergrösserung der Tyroidea (= Kropf/Struma) und ein erhöhter Grundumsatz
  • betroffen ist der gesamte Organismus – sämtliche Körperreaktionen sind beschleunigt
  • psychische Veränderungen: Patient ist nervös & leicht erregbar – er schätzt seine Umgebung als hektisch ein
  • Schlafstörungen & in Extremfällen auch Psychosen

Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse) Therapie

  • orale Thyreostatika & OP bei autonomen Adenomen
  • OP oder Radio-Jod-Behandlung.

Hypothyreose Definition

Unterversorgung des Organismus durch Mangel an Schilddrüsenhormonen (T3 / T4)

Hypothyreose Ursache

  • erworbene H.: viel seltener als die Hyperthyreose, als Folge
    • einer chronischen (schmerzlosen) Hashimoto-Thyreoiditis
    • einer HyP-Vorderlappen-Insuffizienz
    • einer Schilddrüsen- bzw. Kropf - OP oder Radio-Jod-Therapie
    • Psychopharmakon „Lithium“ u.a.
  • sie kann auch angeboren sein & kann zu schweren Entwicklungsstörungen führen 
  • oder durch Jodmangel; Noxen (Thyreostatika).

Hypothyreose Symptome

  • Beginn ist schleichend mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Desinteresse bis zur Depression
  • Gedächtnis- & Konzentrationsstörungen
  • Langsamer Puls, verlangsamte Reflexe
  • Steifigkeit der Extremitäten

Hypothyreose Therapie

Dauersubstitution mit Schilddrüsenhormon Thyroxin („Euthyrox“)

Kropf Definition

Schilddrüsenvergrösserung bei normaler STW-Lage bzw. Schilddrüsenfunktion oder einhergehend mit einer Hyperthyreose

Kropf Ursache

  • Bei der Jodmangelstruma: zu wenig Jod in Nahrung & Trinkwasser (Alpenregion), Schilddrüse bildet somit zu wenig T3 + T4 und es erfolgt weitere TSH-Ausschüttung in der Hypophyse & Anregung des Schilddrüsenwachstums
    • da aber Jod fehlt, führt diese Vermehrung des Drüsen-gewebes zu keiner vermehrten T3- + T4- Produktion
  • Zysten, Verkalkungen, Tumoren

Kropf Symptome

  • Verdickung des Halses
  • evtl. Engegefühl in der Halsregion
  • grosses Struma führt durch Druck auf Luft- & Speiseröhre zu Luftnot, Klossgefühl & Schluckbeschwerden (besonders bei retrosternaler Struma)

Kropf Therapie

  • Bei euthyreoter Struma: Jodid-Medikation & zusätzlich ein Schilddrüsenhormon, um der Schilddrüse den Wachstumsreiz zu nehmen!
  • Bei Erfolglosigkeit: OP
  • Bei einer „Rezidivstruma“ mit Vergrösserung des restlichen Gewebes oder erhöhtem OP-Risiko (bei älteren Patienten) = Radiojodtherapie möglich

Parkinson Definition

Schüttellähmung, meist in der 2. Lebenshälfte mit

  • Akinese = Bewegungsstarre
  • Tremor = Zittern (auch in Ruhe)

Parkinson Ursache

  • Langsam fortschreitende, degenerative Veränderung der Stammganglien im Zwischenhirn
  • Untergang „Dopamin – produzierender“ Zellen im Mittelhirn 
  • Degenerativer Untergang der „Substanzia nigra“
  • primär erblicher Prozess oder
  • Symptomatisches Parkinson-Syndrom auf Grund von:
    • Hirnhautentzündung
    • Hirnarteriosklerose
    • usw.

Parkinson Symptome

  • Auffällig ist steife Beugehaltung des Körpers
  • kleinschrittiger Gang, die Arme schwingen nicht mit = Akinese
  • typisch: langsames Zittern (Ruhetremor 5-9x/sec.); kann ganzen Körper betreffen, am auffälligsten im Gesicht & an den Händen ( „Münzenzählertremor“)
  • Gesicht hat kaum Mimik = Maskengesicht

Parkinson Therapie

• Heilung ist nicht möglich

• Antiparkinson-Mittel

• Neurochirurgische Eingriffe: Elektrokoagulation oder -stimulation

• Beim symptomat. Parkinson: KG und Ergotherapie

Meningitis Definition

lebensbedrohliche Infektion des ZNS mit Befall der Hirnhäute

Meningitis Ursache

  • Viren: Polyomyelitis-, Coxsackie- und Echoviren, HIV, Enteroviren, Mumps- & Herpes-Simplex-Viren
  • Bakterien: Pneumokokken, Meningokokken, Hämophilus influenzae

Meningitis Symptome

  • akute, schwere Erkrankung mit unerträglichen diffusen Kopfschmerzen, hohem Fieber & positivem „Meningitiszeichen“:
    • Nackensteifigkeit,
    • Opisthotonus (Rückwärtsbeugung des Kopfes mit Überstreckung von Rumpf & Extremitäten)
    • zunehmende Bewusstseinstrübung;
  • Meningitis-Zeichen können fehlen !
    • aber
    • Krampfanfälle
    • Apathie
    • Unruhe
    • Atemstörungen
    • unklares Fieber v.a. bei Kleinkindern sind Warnsignale!

Meningitis Therapie

  • bei Bakterien: Antibiotika (hochdosiert Penicillin), Spitaleinweisung
  • bei Viren: Virustatika & medikamentöse Unterdrückung der Krampfanfälle

MS Definition

chronisch- entzündliche ZNS-Erkrankung, die zur herdförmigen Zerstörung der Markscheiden führt

MS Ursache

  • Unbekannt
  • Diskutiert werden Autoimmunvorgänge, erbliche Disposition und Umwelteinflüsse (Klima, Viren...)

MS Symptome

  • Schubförmiger Verlauf innerhalb von 10 – 30 Jahren, bei dem immer wieder verschiedene  Nervenfunktionen ausfallen (und sich nur teilweise wieder erholen)
  • Nach einem Schub kommt es häufig zur deutlichen Remission innerhalb von Wochen & Monaten
  • Monate oder Jahre später kann der nächste Schub einsetzen
  • Bei älteren „Einsteigern“ ist teilweise ein primär chronischer Verlauf möglich.

MS Therapie

  • keine Heilung möglich
  • antiphlogistische und immunsuppressive Medikamente
  • Zytostatika
  • Beta-Interferone

Demenz Definition

organisch bedingter, fortschreitender Verlust vor allem der Grosshirn-Funktionen

Demenz Symptome

  • Verlust von Frischgedächtnis, Aufmerksamkeit, Lernen & Rechnen, „Merkzettel“ helfen zu Beginn der Krankheit
  • Orientierung & Lernen, Lösung von Problemen sind gestört
  • Störung von Sprechen & Sprachverständnis
  • Halluzinationen sind möglich

Schweregrade der Demenz

  • 1. leichte Demenz: Fähigkeit, unabhängig zu leben
  • 2. mittelschwere Demenz: selbständige Lebensführung ist z.T. eingeschränkt

  • 3. schwere Demenz: kontinuierliche Aufsicht ist notwendig

Demenz Ursachen

  • ungeklärt: Vermutung: genetische & metabolische Störungen
  • Atrophie von Hirngewebe mit Abflachung der Hirnwindungen; die entstehenden Hohlräume sind mit Liquor ausgefüllt (klare farblose Flüssigkeit mit kleinen Mengen an Eiweiss, Glukose, Harnstoff, Leukozyten)
  • Aufgrund von Chromosomen-Mutationen kommt es zur Einlagerung von Amyloid-Proteinen in der Grosshirnrinde (= senile Plaques) & zum Verlust von Neurotransmittern & damit zum diffusen Funktionsverlust der Grosshirnrinde;

Demenz Therapie

- Keine kausale Therapie möglich

- Neurotropika (zur Verbesserung der Hirnleistung) sind umstritten, beim Teil der Patienten jedoch hilfreich

- Ergotherapeutisches & körperliches Training sowie Selbsthilfetraining und angepasste Ernährung

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