Parasitologie Veterinärmedizin

Ausgewählte Parasiten

Ausgewählte Parasiten


Karin Zurmühlen
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in die Parasitologie für die Veterinärmedizin. Sie behandeln zentrale Begriffe wie Parasiten, Wirte, Infektionen und die Entwicklung von Parasiten, einschließlich ihrer Stadien und Lebensgemeinschaften. Die Karteikarten erklären auch verschiedene Arten von Wirten, Infektionswegen und Zyklen, sowie die Unterschiede zwischen direkten und indirekten Entwicklungen. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die ihr Verständnis der Parasitologie vertiefen möchten, um Krankheiten bei Tieren und Menschen besser zu verstehen und zu behandeln.
Karten
42
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
05.11.2013 / 28.08.2025

Lernkarten

Was versteht man unter Parasitismus?

Lebensgemeinschaft mit einseitiger existentieller (funktionellser) Abhängigkeit des Parasiten vom Wirt. 

Was versteht man unter Symbiose? 

Eine partnerschaftliche Lebensgemeinschaft mit existentieller Abhängigkeit vom Partner. 

Was versteht man unter Kommensalismus? 

Lebensgemeinschaft ohne existenzielle Abhängigkeit und ohne beidseitigem Nutzen oder Schaden. 

Was ist Mutualismus? 

Eine Lebensgemeinschaft ohne existenzielle Abhängigkeit, aber mit gegenseitiger Vorteilsnahme. 

Was versteht man unter einer Parasitose und was sind ihre Erreger? 

Unter einer Parasitose versteht man den Befall eines Wirtes mit Parasiten. Die Erreger von Parasitosen sind eine Vielzahl von Parasitenarten, die zu unterschiedlichen Gruppen von Lebewesen gehören. 

Was ist ein Endwirt? 

Wirt, in dem sich geschlechtliche Stadien eines Parasiten entwickeln. 

Was ist ein Zwischenwirt (Intermediärwirt)?

Wirt, in dem ein Parasit obligat einen Teil seiner Entwicklung durchlaufen muss und dich dabei ungeschlechtlich vermehren kann. 

Was ist ein Paratenischer Wirt (Transport--, Sammel- oder Stapelwirt)?

Wirt, der larvale Stadien (gewöhnlich infektiöse Stadien) von Parasiten beherbergt, die sich aber nicht weiterentwickeln oder vermehren. 

Was ist ein Zufallswirt?

Wirt, in dem sich ein Parasit ansiedeln und zum Teil auch weiterentwickeln kann, der aber bei der Übertragung der Infektion keine Rolle spielt.

Was ist ein Fehlwirt?

Wirt, in oder an dem sich ein Parasit nicht über längere Zeit halten oder entwickeln kann. 

Was versteht man unter Kolonisation? 

Oberflächliche Besiedlung der Haut oder der Schleimhäute ohne phänotypische Konsequenzen.

Was versteht man unter Infektion? 

Besiedlung durch Endoparasiten mit apparenten oder inapparenten Folgen, häufig mit Vermehrung kombiniert

Was versteht man unter Infestation? 

Besiedlung durch Ektoparasiten

Was für Infektionswege gibt es?

- peroral (per os) o. a. Körperöffnungen (genital,          nasal, otogen) - perkutan - diaplazentar - transmammär - laktogen - iatrogen (vom Arzt erzeugt) 

Welche Infektionszeitpunkte gibt es? 

- pränatal - perinatal - postnatal

Was versteht man unter 1) zyklischer und 2) azyklischer Übertragung? 

1) Weiterentwicklung im Vektor

2) ohne Weiterentwicklung im Vektor

Was versteht man unter 1) homoxen und 2) heteroxen?

1) Entwicklung an einen Wirt gebunden

2) mehrwirtige Entwicklung

Was versteht man unter einer Hypobiose?

Dabei handelt es sich um eine Ruhepause während der Entwicklung

Es gibt verschiedene Zyklen: Was versteht man unter einem synanthropen und was unter einem silvatischen Zyklus? 

synanthrop: Wild-Haustierzyklus

silvatisch: Wildtierzyklus 

Definition Parasit

Organismus, der sich zeitweise oder dauernd auf oder in einem anderen, artfremden und meist größeren Lebewesen (Wirt) aufhält, auf dessen Kosten lebt und pathogene Eigenschaften besitzt

Definition Generationswechsel

Wechsel der Fortpflanzungsweisen bzw. Wechsle zwischen geschlechtlicher und verschiedenen Formen der ungeschlechtlichen Fortpflanzung

Definition Pseudoparasiten

Von Pseudoparasiten spricht man, wenn frei lebende Organismen zufällig auf oder in einen Wirt geraten; z.B. nichtparasitische Insekten, die sich im Haarkleid von Tieren verfangen haben

Wie läuft die direkte Entwicklung bei Parasiten ab?

Nur eine Wirtsart ist einbezogen; infektiöse Stadien des Parasiten werden direkt zwischen zwei artgleichen Wirtsindividuen übertragen, häufig erst nach einer längeren Aufenthaltsdauer und Weiterentwicklung von Parasitenstadien in der Außenwelt. 

Wie läuft die indirekte Entwicklung von Parasiten ab?

An ihr beteiligen sich mehrere verschiedene Wirte, z.B. ein Wirbeltier als Endwirt sowie Everterbraten (Mollusken, Arthropoden) als Zwischenwirte; dabei führt der Parasit ein oder mehrere Wirtswechsel durch 

Definition horizontale Infektion

G: horizon: begrenzend: Erregerübertragung derselben Generation 

Definition vertikale Infektion

L: vertex: Gipfel, Scheitel: Erregerübertragung von einer Wirtsgeneration auf die folgende(n) Generation(en) 

Was versteht man unter Pathogenität? 

Eigenschaft einer Erregerart

Definition Virulenz

innerhalb einer Erregerart können verschiedene Stämme einen unterschiedlich stark ausgeprägten Pathogenitätsgrad aufweisen 

Definition subklinische Parasitose:

Es kommt zwar zur Schädigung des Wirtes (schlechte Futterverwertung, mangelnde Gewichtszunahme u.a.), ruft aber keine deutlichen Krankheitserscheinungen hervor 

Definition opportunistische Infektion: 

Parasiten oder Erreger rufen nur bei gestörter Immunitätslage Krankheitserscheinungen hervor. 

Definition Zoonose:

Infektionskrankheiten, die unter natürlichen Bedingungen zwischen Wirbeltieren (nicht zwischen Tieren allgemein!) und Menschen übertragbar sind. 

Definition Inkubation: 

L: incubare: brüten: 

Zeitspanne vom Beginn der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome 

Definition Präpatenz: 

Zeitspanne von der Infektion eines Wirtes mit infektiösen Stadien einer Parasitenart bis zur Nachweisbarkeit seiner Geschlechts- oder sonstigen Vermehrungsprodukten (Eier, Larven etc.) in Probenmaterial (Blut, Kot, Harn, Haut, etc.) 

Definition Patenz: 

 

Zeitspanne nach Ablauf der Präpatenz, in der die Geschlechtsprodukte oder Entwicklungsstadien eines PÜarasiten in Probenmaterial makroskopisch/mikroskopisch nachweisbar sind. 

Definition Postpatenz: 

Zeitspanne nach Ablauf der Patenz, in der zwar noch ein Befall mit Parasiten besteht, jedoch Entwicklungsstadien makroskopisch/mikroskopisch nicht mehr nachweisbar sind 

Definition Prävalenz: 

L: praevalere: das Übergewicht haben, vorherrschen

Zahl der infizierten oder erkrankten Individuen zu einem bestimmten Zeitpunkt, bezogen auf die Zahl der untersuchten Individuen; Angaben häufig in % (= Befallsextensität) 

Definition Inzidenz: 

L: incidere: hineinfallen: Zahl der Neuinfektionen oder -erkrankungen je Zeitperiode, z.B. 100 Neuerkrankungen je 100 000 Individuen pro Jahr 

Definition Morbidität: 

Zahl der in einem bestimmten Zeitraum (z.B. 1 Jahr) registrierten Krankheitsfälle in einer definierten Population von Tieren oder Menschen, z.B. 1000 Individuen 

Definition Mortalität: 

Zahl der in einem bestimmten Zeitraum registrierten Todesfälle in einer definierten Population von Tieren oder Menschen 

Es gibt euryxene und stenoxene Parasiten, was versteht man darunter?

Je nachdem, was ein Parasit für ein Wirtsspektrum hat, spricht man von: 

euryxene Parasiten: breites Wirtsspektrum

stenxene Parasiten: enges Wirtsspektrum 

 

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