Pädiatrie
Lehramt Berufliche Schulen - Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II
Lehramt Berufliche Schulen - Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II
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Cartes-fiches
Normales Geburtsgewicht
ca. 2500-4000g
Entwicklung Geburtsgewicht
- nach ½ Jahr verdoppelt
- nach 1 Jahr verdreifacht
- nach 6 Jahren versechsfacht
Entwicklung Geburtsgröße
nach 4 Jahren verdoppelt
Definition Wachstumsstörungen
Größe und Gewicht liegen auf ähnlichen Perzentilen Kleinwuchs (<3.Perzentile) Hochwuchs (>97.Perzentile)
Ursachen Wachstumsstörungen
- familiär
- konstitutionell
- erkrankungsbedingt
- chromosomale Störungen
- hormonelle Störungen
Definition Gedeihstörungen
Größe und Gewicht liegen auf verschiedenen Perzentilen --> Gewicht ist im Verhältnis zur Größe zu gering
Ursachen Gedeihstörungen
- verminderte Nahrungszufuhr
- erhöhter Nährstoffverlust (Durchfall, Erbrechen, Zölliakie, M. Crohn)
- erhöhter Energieverbrauch (z.B. durch chronische Infektionen,Hyperthyreose)
Meilensteine der Entwicklung
3.-4.Monat: gezieltes Greifen
ab 6. Monat: Zangengriff, „Fremdeln“, Mama /Papa ungezielt
ab 9.Monat: Pinzettengriff, sicheres freies Sitzen, krabbeln
12.Monat: verstehen und sprechen erster Worte, Stehen mit Festhalten
18.Monat: geht frei und sicher
2 Jahre: 2-Wortsätze, im 2. Jahre: Spielen „neben“ anderen Kindern
ab 3 Jahren: spielen „mit“ anderen Kindern
4 Jahre: grammatikalisch richtig Sprache
Anzeichen Entwicklungsstörungen
3 Monate:
- Kind fixiert nicht
- wendet den Blick nicht nach Geräuschen,
- der Muskeltonus ist erhöht/erniedrigt/asymmetrisch
- Kind greift nicht
- vokalisiert nicht
- Kind steht nicht
- spricht keine Doppelsilben
- Kind läuft nicht frei
- Kind spricht keine 20 Wörter
- hat kein Verständnis für einfache Aufforderungen
36 Monate
- Kind spricht keine einfachen Sätze
- kennt seinen Namen nicht
U-Untersuchungen des Neugeborenen bzw. Säuglings
U1: direkt nach Geburt -->Neugeborenen-Erstuntersuchung
U2: 3.-10. Tag -->Neugeborenen-Basisuntersuchung
U3: 4.-6. Woche -->Größe, Ernährungszustand und Gewicht, Kopfumfang, Bewegungen und Kopfhaltung. Mit Ultraschall-Untersuchung der Hüfte
U4: 3.-4. Monat --> Entwicklungsneurologische Fähigkeiten werden getestet. Außerdem zweite Impfung
U5: 6.-7. Monat -->Motorik, Sprache, Sozial- und Spielverhalten
U6: 10. -12. Monat -->Überprüfung der Fein- und Grobmotorik, Sprachentwicklung, Reflexe, Hals, Nase, Ohren, Reaktionsvermögen und Herz- und Atmungsfunktion
U-Untersuchungen des Kleinkindes bzw. des frühe Kindheit
U7: 20. bis 24. Monat Gewicht, Größe und Sinnesorgan, Skelettsystem + Check auf Bewegungsstörungen
U7a: 34. bis 36. Monat Allergien, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien und Sehstörungen
U8: 44. bis 48. Monat Sprachhilfe, emotionale und soziale Entwicklung, Check auf Schilddrüsen- und Nierenfunktionsstörungen, Herzfehler oder Harnweginfektionen
U9: 5. bis 6. Jahr Körperhaltung, Urin und Blutdruck, Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang werden gemessen, - Beweglichkeit, Geschicklichkeit, das Seh- und Hörvermögen und die Sprachentwicklung werden getestet
U-Untersuchungen des Schulalters
U10: 7.-8. Jahr Erkennen und die Therapieeinleitung von Entwicklungsstörungen (wie z.B. Lese-Rechtschreib-Rechenstörungen), Störungen der motorischen Entwicklung und Verhaltensstörungen (z.B.ADHS) U 11: 9.-10. Jahr Hörtest und Blutdruck, Auffrischungsimpfungen - bei Mädchen Rötelnimpfung J1: 12-14. Jahr allg. Gesundheit und Entwicklung, Beratung zu Sexualität und Drogen
Masern Erreger
Morbilli-Virus, RNA-Virus aus der Paramyxoviren
Masern: Prodromalstadium
Dauer 3-5 Tage
- Fieber, Reizhusten, Rhinitis
- Koplick-Flecken --> anschließend symptomfreies Intervall
Masern: Exanthematisches Stadium
Dauer: 7 Tage
- erneuter Fieberanstieg mit Beginn des Exanthems, schweresKrankheitsgefühl, zervikale Lymphadenopathie
- Exanthem: makulo-papulöses,hochrotes, großfleckiges, teilweise konfluierendes Exanthem mit unscharfer Begrenzung
- Lokalisation: generalisiert,
- Beginn: retroaurikulär, Ausbreitung von kraniaI nach kaudaI
Masern-Komplikationen
- Synzythienbildung im Bereich der Schleim-/Häute-->Tracheobronchitis, Bronchopneumonie, Diarrhoe
- passagere Immunsuppression--> bakterielle Superinfektionen –> Otitis media, Pneumonie, Keratitis
- ZNS--> postinfektiöse Masernenzephalitis
- SSPE (subakut sklerosierende Panenzephalitis): Spätkomplikation 5-10 Jahre
Scharlach Erreger
ß-hämolysierende Streptokokken Gruppe A (Streptokokkus pyogenes)
Symptome Scharlach
Fieber, Angina tonsillaris (Halsschmerzen, roter Rachen) + Himbeerzunge Exanthem Form: makulopapulöse, stecknadelkopfgroße Effloreszenzen feinfleckig, nichtkonfluierend, blass-rosa bis hochrot Lokalisation: o Gesicht mit Aussprung des Munddreiecks o Stamm und Oberschenkelinnenseiten
Diagnose Scharlach
- ß-hämolysierende Streptokokken Gruppe A im Rachenabstrich
- Antigennachweis im Rachenabstrich
- Antistreptolysintiter im VerIauf (ASL-Titer)
Scharlach - Altersgipfel und saisonale Häufung
Kindergarten + Schulkinder
v.a. Wintermonate
Therapie Scharlach
10 d Penicillin p.o. Impfung nicht möglich!
Scharlach- Spätphase
Groblamelläre Schuppung an Händen und Füßen in der 2.-4. Krankheitswoche
Scharlach-Komplikationen
Rheumatisches Fieber
- --> Herz, Gelenke, ZNS
- Arthritis, Karditis, Erythema anulare, Rheumaknötchen,Chorea minor, Fieber, Polyarthralgien (Jones-Kriterien)
Erreger Röteln
Rubivirus (RNA-Virus, Familie der Toga-Viren)
Symptome Röteln
- Beginn mit zervikaler/nuchaler Lymphadenopathie
- häufig milde Symptomatik, AZ gering beeinträchtigt
- Exanthem: makulopapulös, hellrot, evtl.konfluierend,
- Beginn am Kopf, Ausbreitung kaudalwärts
- hochkontagiös, Manifestationsindex 50%
- 50% asymptomatische Verläufe
Komplikation
Rötelnembryopathie
Gefahr der fetalen Infektion sinkt mit steigendem Gestationsalter
Gregg-TRIAS: Katarakt, Herzfehler, InnenohrschwerhörigkeitErreger Erythema infectiosum (Ringelröteln)
Parvovirus B19
Symptome Erythema infectiosum
- livides Wangenerythem, periorale Blässe
- makulopapulöses, juckendes, girlandenförmiges Exanthem
- guter AZ
Komplikationen Ringelröteln
- Aplastische Krise, v.a. bei chronisch-hämolytischen Anämien
- Intrauterine Infektion: Komplikationen zw. 13.-20.SSW am höchsten --> Hydrops fetalis, Anämie, Totgeburt
Herpes simplex Verlauf Primärinfektion im Kindesalter
- subklinisch
- Stomatitis aphtosa (=Gingivostomatitis)
- Effloreszenzen und Apthen in gesamter Mundhöhle
- Speichelfluss, Fötor ex ore, Fieber >40°C
- Keratokonjunktivitis herpetica: Schwellung und Rötung der Konjunktiva --> CAVE Erblindung
CAVE: Nahrungs-/Flüssigkeitsverweigerung wg. Schmerzen
Therapie Herpes simplex Primärinfektion
lokalanästhetisch, ggf. parenterale Ernährung!
Aciclovir
- Eczema herpeticatum: ausgeprägte Hautveränderung und hohes Fieber -->CAVE: Dehydratation, Elektrolytstörung,Sepsis!!
- bakterielle Superinfektion -->Herpesenzephalitis (70% letal) -->Herpesmeningitis (gute Prognose)
Erreger Varizellen (Windpocken)
Varicella-Zoster-Virus aus Herpes-Viridae Gruppe (HHV 3= VZV)
Symptome Varizellen
- vesikuläres Exanthem, schubweise, beginnend am Stamm
- häufig starker Juckreiz
- Besonderheit: Gesicht, behaarter Kopf und Mundhöhle betroffen
- nebeneinander aller Effloreszenzstadien (Makula, Papula, Vesikula,Kruste)--> „Heubner‘sche Sternenkarte“
Erreger Infektiöse Mononukleose
Epstein-Barr-Virus (EBV = HHV 5)
2 Häufigkeitsgipfel Infektiöse Mononukleose
- bei Kleinkindern meist asymptomatisch
- Erkrankung von Schulkindern, Studierenden und Erwachsenen als „kissing disease“ meist schwerer Verlauf
Symptome Infektiöse Mononukleose
- Lymphadenitis im Hals-und Kieferwinkel =„Stiernacken“
- ntermittierendes Fieber
- initial bis 90% Tonsillopharingitis mit Fibrinbelägen
- oft mit Hepato-Splenomegalie
- langanhaltende Müdigkeit, eingeschränkteLeistungsfähigkeit und erhöhte Temperatur überMonate
Diagnose Infektiöse Mononukleose
- Klinik, Blickdiagnose + Blutaustrich:
imnBlutausstrich: atypische Lymphozyten = aktivierte T-Lymphozyten = „Pfeiffer-Zellen“
Therapie Infektiöse Mononukleose
rein symptomatisch CAVE: kein Ampicillin bei V.a. Mononukleose ( DD: Angina tonsillaris!!) --> führt bei fast 100% zu teils stark ausgeprägten makulopapulösen Exanthem!
Erreger Exanthema Subitum (Dreitage-Fieber)
HHV 6 + gelegentl. HHV 7