Pädiatrie

Lehramt Berufliche Schulen - Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II

Lehramt Berufliche Schulen - Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II


A. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über pädiatrische Erkrankungen und deren Management auf Universitätsniveau. Sie decken Symptome, Erreger, Therapien und Komplikationen von Infektionskrankheiten wie Mononukleose, Varizellen und Diphtherie ab, sowie Stoffwechselstörungen wie MCAD-Mangel und Galaktosämie. Medizinstudierende und Ärzte profitieren von den detaillierten Informationen zu Diagnose und Behandlung, um fundierte Entscheidungen in der pädiatrischen Praxis zu treffen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
21.07.2013 / 09.01.2014

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Normales Geburtsgewicht

ca. 2500-4000g

Entwicklung Geburtsgewicht

  • nach ½ Jahr verdoppelt
  • nach 1 Jahr verdreifacht
  • nach 6 Jahren versechsfacht

Entwicklung Geburtsgröße

  nach 4 Jahren verdoppelt

Definition Wachstumsstörungen

Größe und Gewicht liegen auf ähnlichen Perzentilen Kleinwuchs (<3.Perzentile) Hochwuchs (>97.Perzentile)

Ursachen Wachstumsstörungen

  •  familiär
  • konstitutionell
  • erkrankungsbedingt
  • chromosomale Störungen
  • hormonelle Störungen
Stoffwechselstörungen

Definition Gedeihstörungen

Größe und Gewicht liegen auf verschiedenen Perzentilen -->  Gewicht ist im Verhältnis zur Größe zu gering

Ursachen Gedeihstörungen

  • verminderte Nahrungszufuhr 
  • erhöhter Nährstoffverlust (Durchfall, Erbrechen, Zölliakie, M. Crohn)
  • erhöhter Energieverbrauch (z.B. durch chronische Infektionen,Hyperthyreose)

Meilensteine der Entwicklung

3.-4.Monat: gezieltes Greifen

ab 6. Monat: Zangengriff, „Fremdeln“, Mama /Papa ungezielt

ab 9.Monat: Pinzettengriff, sicheres freies Sitzen, krabbeln

12.Monat: verstehen und sprechen erster Worte, Stehen mit Festhalten

18.Monat: geht frei und sicher

2 Jahre: 2-Wortsätze, im 2. Jahre: Spielen „neben“ anderen Kindern

ab 3 Jahren: spielen „mit“ anderen Kindern

4 Jahre: grammatikalisch richtig Sprache

Anzeichen Entwicklungsstörungen

3 Monate:

  • Kind fixiert nicht
  • wendet den Blick nicht nach Geräuschen,
  • der Muskeltonus ist erhöht/erniedrigt/asymmetrisch
6 Monate:
  • Kind greift nicht
  • vokalisiert nicht
12 Monate
  • Kind steht nicht
  • spricht keine Doppelsilben
18 Monate
  • Kind läuft nicht frei
24 Monate
  • Kind spricht keine 20 Wörter
  • hat kein Verständnis für einfache Aufforderungen

 36 Monate

  • Kind spricht keine einfachen Sätze
  • kennt seinen Namen nicht

U-Untersuchungen des Neugeborenen bzw. Säuglings

U1: direkt nach Geburt -->Neugeborenen-Erstuntersuchung

U2: 3.-10. Tag -->Neugeborenen-Basisuntersuchung

U3: 4.-6. Woche -->Größe, Ernährungszustand und Gewicht, Kopfumfang, Bewegungen und Kopfhaltung. Mit Ultraschall-Untersuchung der Hüfte

U4: 3.-4. Monat --> Entwicklungsneurologische Fähigkeiten werden getestet. Außerdem zweite Impfung

U5: 6.-7. Monat -->Motorik, Sprache, Sozial- und Spielverhalten

U6: 10. -12. Monat -->Überprüfung der Fein- und Grobmotorik, Sprachentwicklung, Reflexe, Hals, Nase, Ohren, Reaktionsvermögen und Herz- und Atmungsfunktion

U-Untersuchungen des Kleinkindes bzw. des frühe Kindheit

U7: 20. bis 24. Monat Gewicht, Größe und Sinnesorgan, Skelettsystem + Check auf Bewegungsstörungen

U7a: 34. bis 36. Monat Allergien, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien und Sehstörungen

U8: 44. bis 48. Monat Sprachhilfe, emotionale und soziale Entwicklung, Check auf Schilddrüsen- und Nierenfunktionsstörungen, Herzfehler oder Harnweginfektionen

U9: 5. bis 6. Jahr Körperhaltung, Urin und Blutdruck, Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang werden gemessen, - Beweglichkeit, Geschicklichkeit, das Seh- und Hörvermögen und die Sprachentwicklung werden getestet

U-Untersuchungen des Schulalters

U10: 7.-8. Jahr Erkennen und die Therapieeinleitung von Entwicklungsstörungen (wie z.B. Lese-Rechtschreib-Rechenstörungen), Störungen der motorischen Entwicklung und Verhaltensstörungen (z.B.ADHS)   U 11: 9.-10. Jahr Hörtest und Blutdruck, Auffrischungsimpfungen - bei Mädchen Rötelnimpfung   J1: 12-14. Jahr allg. Gesundheit und Entwicklung, Beratung zu Sexualität und Drogen

Masern Erreger

Morbilli-Virus, RNA-Virus aus der Paramyxoviren

Masern: Prodromalstadium

Dauer 3-5 Tage

  • Fieber, Reizhusten, Rhinitis
  • Koplick-Flecken --> anschließend symptomfreies Intervall

Masern: Exanthematisches Stadium

Dauer: 7 Tage

  • erneuter Fieberanstieg mit Beginn des Exanthems, schweresKrankheitsgefühl, zervikale Lymphadenopathie
  • Exanthem: makulo-papulöses,hochrotes, großfleckiges, teilweise konfluierendes Exanthem mit unscharfer Begrenzung
  • Lokalisation: generalisiert,
  • Beginn: retroaurikulär, Ausbreitung von kraniaI nach kaudaI
in 3 Tagen

Masern-Komplikationen

  • Synzythienbildung im Bereich der Schleim-/Häute-->Tracheobronchitis, Bronchopneumonie, Diarrhoe
  •  passagere Immunsuppression-->  bakterielle Superinfektionen –> Otitis media, Pneumonie, Keratitis
  • ZNS--> postinfektiöse Masernenzephalitis
  • SSPE (subakut sklerosierende Panenzephalitis): Spätkomplikation 5-10 Jahre 

Scharlach Erreger

ß-hämolysierende Streptokokken Gruppe A (Streptokokkus pyogenes)

Symptome Scharlach

Fieber, Angina tonsillaris (Halsschmerzen, roter Rachen) + Himbeerzunge  Exanthem Form: makulopapulöse, stecknadelkopfgroße Effloreszenzen feinfleckig, nichtkonfluierend, blass-rosa bis hochrot Lokalisation: o Gesicht mit Aussprung des Munddreiecks o Stamm und Oberschenkelinnenseiten

Diagnose Scharlach

  • ß-hämolysierende Streptokokken Gruppe A im Rachenabstrich
  • Antigennachweis im Rachenabstrich
  • Antistreptolysintiter im VerIauf (ASL-Titer)

Scharlach - Altersgipfel und saisonale Häufung 

Kindergarten + Schulkinder

v.a. Wintermonate

Therapie Scharlach

10 d Penicillin p.o.   Impfung nicht möglich! 

Scharlach- Spätphase

Groblamelläre Schuppung an Händen und Füßen in der 2.-4. Krankheitswoche

Scharlach-Komplikationen

Rheumatisches Fieber

  • --> Herz, Gelenke, ZNS
Latenz: 2-5 Wochen
  • Arthritis, Karditis, Erythema anulare, Rheumaknötchen,Chorea minor, Fieber, Polyarthralgien (Jones-Kriterien)

Erreger Röteln

Rubivirus (RNA-Virus, Familie der Toga-Viren)

Symptome Röteln

  • Beginn mit zervikaler/nuchaler Lymphadenopathie
  • häufig milde Symptomatik, AZ gering beeinträchtigt
  •  Exanthem: makulopapulös, hellrot, evtl.konfluierend,
  • Beginn am Kopf, Ausbreitung kaudalwärts
  • hochkontagiös, Manifestationsindex 50%
  • 50% asymptomatische Verläufe

Komplikation

Rötelnembryopathie

Gefahr der fetalen Infektion sinkt mit steigendem Gestationsalter

Gregg-TRIAS: Katarakt, Herzfehler, Innenohrschwerhörigkeit

Erreger Erythema infectiosum (Ringelröteln)

Parvovirus B19

Symptome Erythema infectiosum

  • livides Wangenerythem, periorale Blässe
  • makulopapulöses, juckendes, girlandenförmiges Exanthem
  • guter AZ

Komplikationen Ringelröteln

  • Aplastische Krise, v.a. bei chronisch-hämolytischen Anämien
  • Intrauterine Infektion: Komplikationen zw. 13.-20.SSW am höchsten --> Hydrops fetalis, Anämie, Totgeburt

Herpes simplex Verlauf Primärinfektion im Kindesalter

  • subklinisch
  • Stomatitis aphtosa (=Gingivostomatitis)
  • Effloreszenzen und Apthen in gesamter Mundhöhle
  • Speichelfluss, Fötor ex ore, Fieber >40°C
  • Keratokonjunktivitis herpetica: Schwellung und Rötung der Konjunktiva --> CAVE Erblindung

CAVE: Nahrungs-/Flüssigkeitsverweigerung wg. Schmerzen

 

Therapie Herpes simplex Primärinfektion

lokalanästhetisch, ggf. parenterale Ernährung!

Aciclovir

Herpes Simplex - Komplikationen

  • Eczema herpeticatum: ausgeprägte Hautveränderung und hohes Fieber -->CAVE: Dehydratation, Elektrolytstörung,Sepsis!!
  • bakterielle Superinfektion -->Herpesenzephalitis (70% letal) -->Herpesmeningitis (gute Prognose)

 

Erreger Varizellen (Windpocken)

Varicella-Zoster-Virus aus Herpes-Viridae Gruppe (HHV 3= VZV)

Symptome Varizellen

  • vesikuläres Exanthem, schubweise, beginnend am Stamm
  • häufig starker Juckreiz
  •  Besonderheit: Gesicht, behaarter Kopf und Mundhöhle betroffen
  • nebeneinander aller Effloreszenzstadien (Makula, Papula, Vesikula,Kruste)--> „Heubner‘sche Sternenkarte“

Erreger Infektiöse Mononukleose

Epstein-Barr-Virus (EBV = HHV 5)

2 Häufigkeitsgipfel Infektiöse Mononukleose

  • bei Kleinkindern meist asymptomatisch
  • Erkrankung von Schulkindern, Studierenden und Erwachsenen als „kissing disease“ meist schwerer Verlauf

Symptome Infektiöse Mononukleose

 

  • Lymphadenitis im Hals-und Kieferwinkel =„Stiernacken“
  • ntermittierendes Fieber
  • initial bis 90% Tonsillopharingitis mit Fibrinbelägen
  •  oft mit Hepato-Splenomegalie
  • langanhaltende Müdigkeit, eingeschränkteLeistungsfähigkeit und erhöhte Temperatur überMonate

Diagnose Infektiöse Mononukleose

  • Klinik, Blickdiagnose + Blutaustrich:

imnBlutausstrich: atypische Lymphozyten = aktivierte T-Lymphozyten = „Pfeiffer-Zellen“

Therapie Infektiöse Mononukleose

rein symptomatisch   CAVE: kein Ampicillin bei V.a. Mononukleose ( DD: Angina tonsillaris!!) -->  führt bei fast 100% zu teils stark ausgeprägten makulopapulösen Exanthem!

Erreger Exanthema Subitum (Dreitage-Fieber)

HHV 6 + gelegentl. HHV 7

Study