Seminar + VL


M. M.
Diese Lernkarten thematisieren zentrale Konzepte der pädagogischen Psychologie auf universitärem Niveau, wobei Lernprozesse, Wissenserwerb und Hochbegabung im Fokus stehen. Sie beleuchten Modelle wie Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus, erklären Schemata, Gedächtnisarten und Metakognition und diskutieren Faktoren wie Übung, Routinisierung sowie die Rolle von Aktivität und Beobachtung. Studierende profitieren davon, um psychologische Grundlagen für Lehr-Lern-Settings zu verstehen und anzuwenden.
Flashcards
73
Students
0
Language
German
Category
Psychology
Level
University
Created / Updated
12.10.2026 / 13.10.2026

Lernkarten

Entstehungsgeschichte Pädagogische Psychologie

Gründerzeit 1890-1920

  • Psychologie wird eigenständige wissenschaftl. Disziplin, päda teildisziplin
  • 1896: gründung würzburger institut (külpe)
  • 1903: educational psychology (thorndike=
  • 1907: vorlesung einführung experimentelle pädagogik (meumann)

1920 - 1950

  • ab 1920 wissenscahftl. Krise -> wenig theoriegelietete empirische Forschung
  • Hochzeit Behaviorismus
  • im "dritten reich" forschung stopp, zwangsemeritierung
  • 1941 erste allg. diplomprüfsordung zu päda

ab 1950: entwicklung -> groß, forschugnsstarkes anwendungsfach

  • nach kriegsende neubeginn forschung
  • übergang behavioristische zu kogn. modellen 
  • entwicklung lehr-forschung
  • PISA studien 

Lehr-Lernforschung

  • analyse lernumgebung, lehrmethoden -> instruktionspsychologie
  • entwicklung beratungs-, präventions- interventionsmethoden

PISA Studien

  • internationale schulvergleichsstudien (nur eine von vielen)
  • entwicklung bildugsstandards
    • päda als brückenwissenschaft emp. bildugnsforschung

Angebot-Nutzungs-Modell

theoretisches Rahmenmodell einflüsse auf leitung:

  • Lehrperson
  • Unterricht
  • Familie
  • Lernpotential
  • Lernaktivitäten
  • Wirkungen
  • Kontext

Unterschied Arbeitsgedächtnis vs. KZG

Arbeitsgedächtnis

  • Speicherung UND Verarbeitung 
  • zusammenhänge zu schulleistung

KZG

  • speicherung + unmittelbare wiedergabe

Arbeitsgedächtnis nach Baddeley

Intelligenzmodelle 

  • zwei-Faktoren Modell Spearmann (g Faktor generell, s faktoren spezial)
  • wechselrs intelligenzsmodell (g über kategorie, aufteilung verbale teilleistung vs. handelnde leistung, diese jeweils spezialfaktoren)
  • zweidimensionales intelligenzmodell catell (g faktor -> fluide vs. kristalline intelligenz)
  • mehrdimensionales intelligenzmodell thurstone (7 primärfaktoren)
  • berliner intelligenzstrukturmodell (allgemeine g, 12 facetten)
  • Catell-horn-carroll (CHC) modell (zwiebel innen nach außen, schicht III allgemeine intelligenz g, schicht 2 10 faktoren, schicht i spezif. fähigkeiten dieser faktoren)

Indikatoren 

bestätigt

  • früher + akzelerierter Spracherwerb (v.a. wortschatz)
  • hoch ausgeprägte neugier, interesse, explorationsverhalten

unbestätigt aber häufig geschildert

  • besondere Unruhe
  • frühlesen, frühes rechnen
  • testet gerne Grenzen aus
  • benötigt wenig Schlaf

Defienitionsversuche

Eindimensional

  • rein quantittive Unetrscheidung zu nicht-hochbegabten 
  • psychometrische definition: IQ größergleich 130
  • gebräuchlichstes Diagnosemerkmal

Mehrdimensionale Definition 

  • siehe Renzulli Modell

Drei Ringe Modell (Renzulli)

später erweiterung zu Triadisches Interdependenzmodell

Kritik:

  • alles muss vertreten sein
  • umfasst nur hochbegabte Hochleistende
  • Emp. Korrel. Kreativität und fluide Intelligenz eher geling - mittelhoch
  • Psychometrisches Problem: sehr hohe Ausprägung in allen 3 Bereichen gefordert -> sehr selten
  • keine spezifizierung bzgl. wirkrichtung/ stärke

Münchner Hochbegabungsmodell

includes moderatores

hochbegabung muss nicht in hochleistung münden, trennung von begabung und leistung

=> besser passendes Modell

Diagnostik 

  • Intelligenztests
    • vielzahl an tests mit unterschiedl. normierungen + modellen -> dennoch hohe übereinstimmung unter aktuellen + gut fundierten Tests
      • latente g-Faktoren fast perfekte Korrel. 
    • IQ test erst ab grundschulalter -> davor noch keine Positionsstabilität, Schwankungen (unter umständen lohnt es sich obv trotzdem)
    • bspw.: WISC (sprachverständnis, wahrnehmungsgebunden logisches denken, arbeitsgedächtnis, verarbeitungsgeschwindigkeit)
    • profile müssen nicht homogen sein, kann in mancher Hinsicht einbrechen (e..g Verarbeitungsgeschwindigkeit)
  • Lehrkräfte
    • mittelhohe Korrel. zw. Lehrkrafturteil vs. gemessene IG Werte => zuverlässig nur bei Hochleistenden, bei Underachievern seltenst erkannt
  • bei bedarf weitergehende Persönlichkeitsdiagnostik: selbstkonzept, lernmotivation, ängstlichkeit 
  • u.U. ergänzend Eltern Einschätzung: biographische Checklisten, ggf. informativ, Bewertung aber meist zu positiv/ retrospektive Verzwerrungen 

nicht sinnvoll: peer einschätzung, selbstbewertung

Begabtenförderung - warum?

sinnvoll da zwar nicht mehr Probleme auftreten aber es gibt halt dennoch manchma "typische" problembereiche

  • asynchrone Entwicklung: kogn. vs. sozial-emotional (Befunde unklar)
  • Unterforderung in Schule 
  • mangelnde Lern- und Arbeitstechniken (v.a bei Übertritt problematisch) (aber empirisch umstritten)

Gefahr des Underachievements

welche Formen der Förderung gibt es?

-> innere vs. äußere Differenzierung

  • Anreicherung/ Enrichtment (e.g. größere tiefe/ breite, innere differenzierung, hochbegabte als tutor*innen)
  • Beschleunigung/ Akzeleration (e.g. schnelles durchlaufen schulabhn, fürhere Einschulung, überspringen)
  • Gruppierung/ Grouping (e.g. Beschulung mit Gleichbegabten, Fähigkeitsgruppierung innerhalb Schule, sonderklassenschule)

-> außerschulische Maßnahmen,  Optimierung der Betreuung und Beratug

typische Eigenschaften Hochbegabter

=> kaum unterschiede in peer- und familienbeziehung, kaum unterschiede in interessen, insgesamt eher geringe Unterschiede in einzelnen Aspekten 

in manchen variablen kleine gruppenunterschiede in sozial-emotionaler Entwicklung: höheres schuliges selbstkonzept/ ehrgeiz, weniger prüfungsangst, höhere Kontaktbereitschaft

=> harmoniethese: emotional-soziale Entw. ist im Mittel vergleichbar gleich bis bessere psychische entw. (auch sozial emotional) als nicht hochbegabte (gegenstück is disharmoniethese also diese stereotype, wurde net so richtig nachgewiesen)

Definition Lernen

  • dauerhafte Veränderungen des Potentials für Verhalten 
  • diese resultieren aus Erfahrung

=> lernen resultiert in Verhaltensdispositionen (Kompetenz, Motivation/Neigung) (immer auch auf neuronaler Ebene), das gelernte muss sich nicht unbedingt unmittelbar im Verhalten zeigen, Gelerntes ist nicht notw. gewünscht

was ist also nicht "Lernen"

  • entw. und reifung
  • alterungsprozesse
  • drogenwirkungen 
  • andere rein biol. Faktoren

Lernen behavioristische Perspektive

  • reiz-reaktionslernen: bereits vorhandene verhaltensweisen mit neuem auslöser verknüpft
  • instrumentelles lernen: auftretenswhkt. von bestimmten Verhaltenweisen wird veräändert 

Lernen kogn. Perspektive

= wissenserwerb

  • deklaratives wissen
    • konzepterwerb: neue infos werden im lzg gespeichert, mit anderen infos verknüpft
    • umstrukturierung von wissen: bereits vorhandene wissenstrukturen werden verändert, vorhandene elemente werden durch neue elemente ersetzt
  • prozedurales Wissen: erwerb fertigkeiten (kogn., motorisch)

Arten von Wissen im LZG

Episodisch

  • Episodisches Gedächtnis: spezifische Ereignisse (infos gemeinsam mit zeit, ort, präsentation) - mentale Zeitreise
  • Wissensentstehung:
    • induktives lernen: abstraktion aus einzelerfahrung
    • allg. Fakten zunächst episodisch gespeichert, bis Lernkontext verloren geht

 

Semantisch

  • semantisches Gedächtnis: allg./ generische Fakten/ Wortbedeutungen, konzeptuelles Wissen

Entstehen prozedurales Wissen

= deklaratives Wissen als Vorstufe

  • erwerb motosicher/ kogn. Fertigkeiten (oft) durch deklarative Repräsentation einzelne Schritte
  • allmähl. Prozeduralisierung + Automatisierung

Bedeutung semantisches Wissen

  • Ordnung + Interpretation von Informationen
    • Kohärenz: repräsentation von zusammenhängen
    • Abstraktion: Beschränkung auf allg., situationsübergreifende Merkmale
    • Kogn. Ökonomie: effizientes speichern + abrufen
  • Vorhersage: 
    • kategoriale Inferenzen: erschließen unbekannter merkmale
  • Denken, Urteilen, Entscheiden
  • Kommunikation
    • repräsentation wortbedeutungen beruhend auf konzepten (auch wenn nicht immer lexikalisiert also mit einem wort verunden)
    • kommunikation beruht auf sozial geteilten konzepten 
  • nachhaltiges lernen: 
    • konzepte sind vorraussetzung von langfristigem behalten + transfer

Schemata

= Strukturen zur Repräsentation umfangreicher Konzepte inkl. Beziehung zu anderen Konzepten

  • Eigenschaften:
    • repräsentation allg., typische Fakten
    • können andere schemata als sub strukturen einschließen -> konzeptuelle hierarchien
    • feste werte oder variablen mit default werten für typische ausprägungen: mehr oder weniger typ. eigenschaften können probabilistisch repräsentiert werden 

=> hohe kogn. ökonomie, flexibilität bei anwendung auf einzelfälle

=> strukturieren verstehsn- udn erinnerungsleistungen

Skripts

art von schemata, schematische repräsentationen für ereignisse (e.g. typische abläufe)

 

Metakognitives Wissen

  • deklaratives metagkognitives wissen
    • überzeugung über das kognitive system
    • inkl.: allgemein, über sich selbst, über aufgabe/inhalte, über Strategien
  • epistemologische Überzeugungen:
    • überzeugungen über die natur von wissen (e.g. die sicherheit von wissen)
  • prozedurales metakognitives wissen:
    • metakogn. strategien zur steuerung des eigenen lernen 
    • inkl: planen lernprozess, überwachen lernprozess, regulation lernprozess

 

Haupt theoretische perspektiven auf wissenserwerb

  • aktives Tun
    • behavioristische lerntheorien
    • prozeduralisierung, routinisierung 
    • konstruktivistische lerntheorien
  • aktive informationsverarbeitung
    • kogn. theorien
    • modelle des lernens

Behaviorisitsche Lerntheorien

prozeduralisierung/ Routinisierung

= a.k..a die Rolle der Übung als Motor

  • Potenzgeetz der Übung: RT = aP^-5 +c 
    • P = anzahl übungsdurchgänge
    • log-log-lineare lernkurve: zunehmede übungsdurchgänge weiterhin leistungssteigerung, inkrementeller zugewinn wird immer kleiner, aber Beschleunigung

Konstruktivismus

=> lernen durch handeln, konstruktion von wissen

  • beruht auf aktive auseinadnersetzung mit umwelt 
  • geht von konkreten problemen aus, problemorientiertes lernen (keine allg. prinzipien)
  • vollzug in naturalistischer Lernumwelt/ situiertes Lernen 
  • ganzheitl. einbezug von Körper und Geist

 

Indexikalische Hypothese

Kinder haben oft schwierigkeiten, die bezüge (referenten) von ausdrücken in einem text zu bestimmen

Gegenmodell Konstruktivismus

direkte instukrion (wissensvermittlung durch präsentation infos)

Fazit rolle aktives Tun

=> Aktives Tun kann Lernen unterstützen, ist aber keine notw. Bedingung fürs Lernen (nicht mal immer lernförderlich e.g. köhler lernen durch einsicht, bdandura beoabchtungslernen)

  • Verstärkungslernen: nur ausgeführtes Verhalten kann verstärkt werden → Stärkung der S-R-Verbindung
  • Routinisierung/Automatisierung kognitiver (und motorischer) Fertigkeiten ist auf Übung angewiesen (→Potenzgesetz der Übung)
  •  Situierung/Handlungsorientierung kann Lern- und Verstehensprozesse unterstützen (→konstruk vis sche Lerntheorien)

Beobachtungslernen (Bandura)

  1. Modellierende Ereignisse
  2. Aneigungsphase
    1. Aufmerksamkeitsprozess (beobachtung modell, abhgkt. auffälligkeit + intressantheit modell)
    2. Gedächtnisprozess (aufbau und speicher visuelle/ verbale repräsentation)
  3. Ausführungsphase
    1. motorischer reproduktionsprozess
    2. verstärkungs u motivationsprozess
  4. nnachbildungsleistung

kognt. Komponenten: aufmerksmakeit, behalten, motorische reproduktion mögl?

behavior komp: motivation verhalten zu zeigen 

=> differenzierung aneigung und ausführung, lernen nicht abhängig von ausführung

Lernen als aktive Informationsverarbeitung (Klauer & leutner)

  • erfolgr. gestaltung von lernen durch optimierung (meta)kognitiver prozesse mit beteiligung an verstehen, behalten, abruf/anwendung

zentrale Teilprozesse des Lernens (mayer, 1996)

  • auswahl infos (bspw. vorwissensgesteuerte aufmerksamkeitslenkung)
  • orga infos (bspw. abrufstrukturen -> semantische netzwerke, schemata)
  • integration infos, verknüpfung mit vorwissen

Differnezierung von Begabung (Rost)

  • statisch vs. pädagogisch-dynamisch
  • intellektuell vs. nicht-intellektuell
  • allg. Begabgung vs. Spezialbegabungen/ multiple Begabungen
  • konvergentes vs. divergentes Denken
  • Performanz vs. Potential

Klassen an Hochbegabungsdefinitionen

  • post-hoc: gezeigte Leistung
  • IQ-Definition: ab bestimmtem IQ
  • Prozentsatz Definition: wer nach genauer spezifiziertem merkmal zu oberen x-prozent gehört
  • kreativitäts-definition: bestimmte mindest-ausprägung an kreativität
  • soziale Definiton: fähig zu sozial als wertvoll bewerteten Handlungen ist

Triadisches Interdependenzmodell (mönk)

  • relevante soziale Bezugsräume müssen zusätzl. besonders gute Entwicklugnsanregungen geben
  • bleibt problematisch siehe punkte renzulli
    • is man dann aufeinmal nicht mehr begabt wenn man vorrübergehend ne schleche peer group hat?
    • erweiterung bissi unnötig, das is net spezif. hochbegabung sondern für eigentl. alles in der pädagogischen psychologie relevant

Étudier