CH 522 - Organische Chemie 2/5


J. K.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Chemie der ungesättigten Kohlenwasserstoffe und Aromaten für den Mittelschulunterricht. Sie behandeln die Struktur und Bindung von Molekülen wie Alkenen und Aromaten, einschließlich der Doppelbindungen und Elektronenkonfigurationen. Die Karteikarten erklären auch die Polymerisation und Addition von Monomeren zu Kunststoffen wie Polyethylen und Polyvinylchlorid. Sie sind besonders nützlich für Schüler, die sich mit organischer Chemie und den Eigenschaften von Kohlenwasserstoffen vertraut machen möchten.
Karten
62
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Chemie
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
18.07.2016 / 03.11.2021

Flashcards

Acetylenid

Das Anion C22-, das aus dem Acetylen (Ethin) durch Protonenabgabe entsteht und z.B. im Calciumcarbid (CaC2) enthalten ist.

Addition

Reaktionstyp, bei dem Atome an ein Molekül angelagert werden. Bei der Addition an ungesättigte Moleküle werden die Mehrfachbindungen gelöst.

Alkene

Ungesättigte acyclische Kohlenwasserstoffe mit einer C=C-Doppelbindung und der allgemeinen Formel CnH2n.

Alkine

Ungesättigte acyclische Kohlenwasserstoffe mit einer C≡C-Dreifachbindung und der allgemeinen Formel CnH2n-2.

Aromaten

Verbindungen, mit einem besonders energiearmen cyclisch-delokalisierten n-Elektronensystem; ziehen die Substitution, bei der das aromatische System erhalten bleibt, der Addition vor.

Bananenbindungen

Die Bindungen einer Mehrfachbindung, die nach dem Elektronenwolkenmodell als Folge der Abstossung zwischen den Elektronenpaaren bananenförmig gekrümmt sind.

Benzen, C6H6

Der einfachste aromatische Kohlenwasserstoff; eine brennbare, giftige und cancerogene Flüssigkeit; Primärchemikalie der Aromatenchemie und Benzinzusatz. Das Benzen-Molekül ist planar, die sechs C-Atome bilden ein regelmässiges Sechseck, in dem alle Bindungen gleich lang und alle Bindungswinkel 120° sind. Die C, C-Bindungen sind durch die delokalisierten Elektronen verkürzt und verstärkt.

Benzenderivate

Aromaten, die aus dem Benzen durch Substitution von H-Atomen abgeleitet werden; die wichtigsten sind: Phenol (Hydroxybenzen). Anilin (Aminobenzen), Nitrobenzen, Styrol (Vinylbenzen). Halogenbenzene und Alkylbenzene.

Benzol

Alter Name für Benzen.

Biphenyl, C12H10

Verbindung, deren Moleküle aus zwei (miteinander verbundenen) Phenyl-Gruppen bestehen. Die delokalisierten Elektronensysteme der beiden Ringe sind getrennt.

Bromwasser-Probe

Methode zum Nachweis des ungesättigten Charakters: Kohlenwasserstoffe, die das braune Bromwasser (Lösung von Brom in Wasser) bei RT entfärben, besitzen C, C-Mehrfachbindungen.

cis-trans-Isomerie

Eine Form der Stereoisomerie, bei der sich die Isomeren in der Stellung der Atome oder Atomgruppen unterscheiden; tritt bei Alkenen als Folge der fehlenden Drehbarkeit um die C=C-Bindung auf. Beim Isomeren mit cis-Konfiguration stehen an der Doppelbindung gleiche Atome oder Atomgruppen auf der gleichen Seite des Moleküls.

Cycloalkene

Ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit der allgemeinen Formel CnH2n-2, deren cyclische Moleküle eine C=C-Doppelbindung besitzen; sind den Alkenen sehr ähnlich.

DDT

DichlorDiphenylTrichlormethan, der bekannteste, aber heute weitgehend verbotene Vertreter der Chlor-Insektizide. Diese sind generell problematisch, weil sie sich als persistente und lipophile Verbindungen im Boden und in den Nahrungsketten anreichern und den Nützlingen schaden, während Schadinsekten resistent werden.

delokalisierte Elektronen

Bindungselektronen, deren Aufenthaltsbereich sich über mehr als zwei Atome erstreckt; verkürzen und verstärken die Bindungen zwischen den beteiligten Atomen. Moleküle mit delokalisierten Elektronen sind energieärmer.

Delokalisierungsenergie

Energie, die durch die Delokalisierung von Elektronen frei wird; Energiedifferenz zwischen dem mesomeren Stoff (z. B. Benzen) und dem Stoff mit lokalisierten Elektronen (z. B. Cyclohexatrien), dessen Struktur einer Grenzformel entspricht.

Dioxine

Kurzbezeichnung für die polychlorierten Dibenzodioxine; entstehen als Nebenprodukte der Chlorchemie und bei Verbrennungsvorgängen und sind z. T. sehr toxisch. Das Dibenzodioxin-Molekül besteht aus zwei Benzenringen, die durch zwei Sauerstoff-Atome verbunden sind.

Doppelbindung

Bindung durch zwei gemeinsame Elektronenpaare, ist kürzer und stärker als die Einfachbindung zwischen den gleichen Atomen. Die Bindungsenergie der C=C-Doppelbindung ist nicht doppelt so gross wie die der C-C-Einfachbindung, weil sich die beiden bindenden Elektronenpaare abstossen.

Dreifachbindung

Bindung durch drei gemeinsame Elektronenpaare, ist kürzer und stärker als die Doppelbindung zwischen den gleichen Atomen. Die Bindungsenergie der C≡C-Dreifachbindung ist nicht dreimal so gross wie die der C-C-Einfachbindung, weil sich die drei bindenden Elektronenpaare abstossen.

Duroplaste

Kunststoffe, die bei RT hart und spröde sind und sich beim Erwärmen auf etwa 300 °C zersetzen, ohne zu erweichen. Ihre Moleküle sind durch Atombindungen dreidimensional vernetzt, z.B. Bakelit.

E/Z-Isomere

Moderne Bezeichnung für Konfigurations-Isomere. Die beiden Substituenten an jedem C-Atom der Doppelbindung werden nach den Prioritätsregeln (nach steigender Ordnungszahl der Atome) geordnet. Im Z-Isomeren stehen die Gruppen mit der höheren Priorität zusammen auf der gleichen Seite der Doppelbindung, im E-Isomeren stehen sie entgegengesetzt.

Elaste

Kunststoffe. die bei RT gummielastisch sind und sich beim Erwärmen zersetzen. Ihre Moleküle bilden dehnbare Molekülnetze, z. B. Kautschuk.

elektrophil

Elektronenliebend sind Teilchen (Kationen oder Moleküle). die von einer Stelle mit hoher negativer Ladungsdichte (Mehrfachbindung) angezogen werden. Reaktionen nennt man elektrophil, wenn sie mit dem Angriff eines Elektrophils beginnen, wie z. B. die elektrophile Addition bei Alkenen.

Ethen

C2H4 (veraltet: Ethylen), der einfachste Vertreter der Alkene; ein farbloses Gas, das aus den in Erdöl und Erdgas enthaltenen Alkanen durch thermische Spaltung (Cracken) gewonnen wird, gehört zu den wichtigsten organischen Primärchemikalien.

Ethin

C2H2 (veraltet: Acetylen). das einfachste Alkin ist ein farbloses Gas, das man heute hauptsächlich aus Methan (Erdgas) herstellt und beim Schweissen einsetzt. Ethin wurde vor der Entdeckung des Erdöls als Ausgangsstoff zur Synthese von Kohlenstoffverbindungen aus Kohle (über Calciumcarbid) hergestellt.

Glastemperatur

Temperatur, bei der ein Thermoplast vom hart-spröden in den elastischen Zustand übergeht. Liegt bei PE unter, bei PVC und PS über der RT.

Grenzformeln

Strichformeln fiktiver Strukturen, die eine existierende, aber nicht darstellbare mesomere Struktur mit delokalisierten Elektronen umschreiben. Die wirkliche Struktur liegt zwischen den durch die Grenzformeln dargestellten.

Grenzwert

Wert für die Konzentration eines Stoffs in der Umwelt oder für die aufgenommene Menge, bei dessen Überschreitung mit gesundheitlichen Schäden gerechnet werden muss. Für mutagene und cancerogene Stoffe gibt es keinen Grenzwert, bis zu dem sie unschädlich sind, auch kleinste Dosen können Mutationen und Krebs auslösen.

Halogen-Aromaten

Aromaten, bei denen Wasserstoff- durch Halogen-Atome ersetzt sind; werden (oder wurden) aufgrund ihrer interessanten Eigenschaften vielseitig eingesetzt. sind aber z. T. toxisch und viele verursachen ökologische Probleme. Ihr Einsatz wurde darum in vielen Ländern reduziert oder verboten. z. B.: DDT, PCB, PCP, Dioxine.

Halogenierung

Reaktion mit einem Halogen; führt bei einem Alkan (nach Aktivierung) durch radikalische Substitution zum Halogenalkan und Wasserstoffhalogenid, bei einem Alken (bei NB) durch elektrophile Addition zum Dihalogenalkan.

Heterocyclische

Verbindungen, deren Moleküle neben C-Atomen Atome anderer Nichtmetalle (N. O oder S) im Ring haben.

Hydrierung

Addition von Wasserstoff an eine ungesättigte Verbindung; ist bei einem Alken in Anwesenheit eines Edelmetall-Katalysators möglich und führt (über einen radikalischen Mechanismus) zum Alkan.

Initiator

Der Starter einer radikalischen Polymerisation ist ein Molekül, dessen homolytische Spaltung Radikale liefert, welche die Kettenreaktion auslösen, z.B. ein Peroxid.

Kekulé-Formel

Grenzformel des Benzens mit drei konjugierten Doppelbindungen.

KKK-Regel

Regel, nach der die Substitution bei einem Alkylbenzen in der Kälte (bei RT) und unter dem Einfluss eines Katalysators am aromatischen Kern erfolgt.

Konfiguration

Dauerhafte räumliche Anordnung von Atomen als Folge der fehlenden Drehbarkeit um die C, C-Bindungsachse; lässt sich im Gegensatz zur Konformation, die durch Rotation um die C-C-Bindung(en) ständig wechselt, nur durch Lösen von Bindungen ändern.

konjugiert

Anordnung von mehreren Doppelbindungen, bei der diese jeweils durch eine Einfachbindung getrennt sind.

Kunststoffe

Stoffe, deren Hauptbestandteil hochmolekulare Polymere sind, die durch Abwandeln von Naturprodukten oder synthetisch aus niedermolekularen Monomeren hergestellt werden, durch Polyreaktionen wie die Polymerisation. Sie sind leicht, schlechte Leiter für Strom und Wärme, wenig wärmebeständig, meist brennbar, recht beständig gegen Säuren und Laugen, aber löslich in org. Lösungsmitteln.

linear

Molekül(teil)e, in denen die Zentren der Atome auf einer Geraden liegen, nennt man linear; die Bindungswinkel sind 180°C; z.B. zwischen zwei C=C-Doppelbindungen oder zwischen einer C?C-Dreifach- und einer C-C-Einfachbindung.

Mesomerie

Liegt in Molekülen und Molekül-Ionen mit delokalisierten Elektronen vor, z.B. in Aromaten. Mesomere Strukturen lassen sich nicht durch eine Strichformel darstellen, sie werden durch mehrere Grenzformeln umschrieben.

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