Organisationskommunikation 4

6 prüfungsrelevante OK-Themen - ZHAW 3./4. Semester

6 prüfungsrelevante OK-Themen - ZHAW 3./4. Semester


Raffaela Stelzer
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Organisationskommunikation auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Medienarbeit, Kundenkommunikation und Social Media. Sie beleuchten Strategien zur Erstellung von Social-Media-Accounts, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Corporate Publishing, sowie die Bedeutung von Dialogkommunikation und Community Building. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Marketing, die ihre Fähigkeiten in der integrierten Kommunikation und Kundenbindung vertiefen möchten.
Karten
91
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Marketing
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
15.06.2014 / 23.06.2016

Lernkarten

INTERNE KOMMUNIKATION

Definition

Die interne Kommunikation gewährleistet den Aufbau und die Pflege von relevanten Beziehungen zu den internen Anspruchsgruppen und verbessert damit die Zusammenarbeit, den Wissensaustausch sowie die Koordination innerhalb der Organisation.

INTERNE KOMMUNIKATION

Vordringlichste Ziel

Das vordringlichste Ziel der internen Kommunikation besteht darin, das Denken, Fühlen und Verhalten der internen Anspruchsgruppen auf die strategischen Organisationsziele auszurichten, die Grundwerte zu pflegen und die Reputation und die Marke zu stärken.

INTERNE KOMMUNIKATION

Ziele (7)

• Koordination und Vernetzung (Erhöhung der Arbeitsproduktivität)

• Motivation und Arbeitszufriedenheit

• Vertrauen in Organisationsführung

• Identifikation mit Arbeit und Organisation (Orientierungsleistung)

• Unternehmenskultur

• Veränderungsbereitschaft

• Aussenwirkung (-> Verhaltensbeeinflussung MA)

INTERNE KOMMUNIKATION

Change Management: 5 Stufen und je ein Beispiel zur iK dazu (-> je weiter oben, desto wichtiger ist iK!) also Blockierer mittels iK und Change Mgmt überzeugen!

1) Awareness: Newsletter

2) Understanding: Videokonferenz, Roadshow

3) Support: Seminare, Trainingkurse

4) Involvement: Feedback-Formulare, Team-Meetings

5) Commitment: Team-Probleme lösen

INTERNE KOMMUNIKATION

Relevante Themen aus MA-Sicht (3 Beispiele)

Entstehung, Tradition

Probleme, Schwächen

Identität, Wertevermittlung

--> sinnstiftende Orientierung statt pure Info!!!

INTERNE KOMMUNIKATION

Relevante Themen aus Sicht Kommunikationsverantwortliche (4 Beispiele)

Unternehmensentwicklung

eigene wirtschaftliche Situation

Personalveränderung

Unternehmenskultur/philosophie (hier schneiden sich relevante Themen aus MA-Sicht)

INTERNE KOMMUNIKATION

Rahmenbedingungen interne Kommunikation (4)

• Strukturen der Organisation (1 Standort? nationale Belegschaft?)

• Struktur MA (Alter, Bildungsniveau, nationale Zugehörigkeit)

• Organisationstyp (Produktions- oder DL-Unternehmen?)

• Führungs- und Unternehmenskultur und Unternehmensidentität

INTERNE KOMMUNIKATION

Unternehmenskultur von Schein: Eisberg-Bild (3) 

Basisannahmen -> Welt, Menschen etc. = unsichtbar, unbewusst, selbstverständlich

Werte -> Verhaltensrichtlinien, Gebote etc. = teilweise sichtbar, diskursfähig

Artefakte -> Rituale, Umgangsformen = i.d.R. bewusst sichtbar, aber interptretationsdürftig

INTERNE KOMMUNIKATION

Zielgruppen: 2 Unterscheidungen und je zwei Beispiele

Multiplikatoren = Führungskräfte, Kommunikationsbeauftragte

Spezielle MA-Gruppen = Teilzeit-MA, Azubi

INTERNE KOMMUNIKATION

Führungskräfte als spezielle Zielgruppe von iK - wie sieht das Geflechte aus?

Sind mit allen verknüpft und arbeiten für iK bzw. im Auftrag von iK

INTERNE KOMMUNIKATION

Netzwerk - wie sieht es aus? TN: alle MA, Geschäftsleitung, Personalabteilung, Arbeitnehmervertretung, Führungskräfte

siehe Bild!

INTERNE KOMMUNIKATION

Verantwortlichkeiten der iK -> Bild (welche TN sind drauf und was haben sie für Ziele?)

siehe Bild!

INTERNE KOMMUNIKATION

3 Kommunikationsrichtungen inkl. jeweils 1 Beispiel

Abwärtskommunikation (top - down): z.B. Mitarbeiterzeitung / Führung → Mitarbeiter, Problem: Vorgesetzte haben andere Ideen, was interessant ist für die Mitarbeiter als diese selber

Aufwärtskommunikation (bottom - up): z.B. MA-Befragung / Mitarbeiter → Führung, Problem: begrenzte Anzahl an Kanälen und stark Vertrauensabhängig (Mitarbeiter trauen sich nicht Infos weiterzugeben: kognitives Dissonanz Problem)

Horizontale Kommunikation (in - between): z.B. Besprechung

INTERNE KOMMUNIKATION

Kommunikationsform DIREKT: Vor- und Nachteile (je 3)

Vorteile: Dialog, Erfolgskontrolle, Emotionalität, Sinnvermittlung, Vertraulichkeit

Nachteile: Zeitaufwand, Info nicht archivierbar, abhängig von Quali Vermittler

INTERNE KOMMUNIKATION

Kommunikationsform PRINT: Vor- und Nachteile (je 3)

Vorteile: archivierbar, niedriger Aufwand/Empfänger, schnelle Info, Wertschätzung

Nachteile: keine individuelle Differenzierung, Papierflut, hohe Produktions- und Transportkosten

INTERNE KOMMUNIKATION

Kommunikationsform DIGITAL: Vor- und Nachteile (je 3)

Vorteile: Dialog möglich, Intranet bündelt Info und Wissen ohne hierarchische Barrieren

Nachteile: PC muss da sein, Mail-Flut, grosse Textmengen werden am Bildschirm nicht gelesen

INTERNE KOMMUNIKATION

Relevanz Kommunikationskanäle aus Sicht der Kommunikationsverantwortlichen (first 3)

Persönliches Gespräch, Intranet, MA-Versammlung

INTERNE KOMMUNIKATION

Aktuelle und geplante Projekte der Kommunikationsverantwortlichen (3 Beispiele)

Ausbau Social Media Aktivitäten, Aus- und Umbau Intranet, Emplyer Branding

INTERNE KOMMUNIKATION

Zusammenspiel von alten und neuen Kanälen (5)

Elektronische Medien wie Mail versorgen MA mit aktuellen Infos

Gedruckte MA-Zeitschrift übernimmt Orientierungsfunktion (Hintergrundinfo, Sinn herstellen)

Elektronische Medien und gedruckte Medien verlinken aufeinander

Face-to-Face Kommunikation erlebt Renaissance

iK = Service Provider: stellt Kommunikationsplattformen bereit, ist aber nicht für Inhalt verantwortlich

INTERNE KOMMUNIKATION

Internes KommunikationsMANAGEMENT heisst? -> 7 Dinge

1) Kommunikationskanäle bereitstellen

2) interne Kommunikationsprozesse vernetzen und steuern

3) Wunsche MA nach Ansprache, Mitwirkung und Integration erfüllen

4) Einstellungen verändern, Handlungsmotivation stärken

5) Botschaften mit Kontext anreichern

6) Botschaften auf Unternehmenswerte und Unternehmensidentität ausrichten

7) Führungskräfte als zentrale Multiplikatoren einbinden und unterstützen

MEDIENARBEIT

Definition und Veränderung früher -> heute

Management der Kontakte und Kommunikation einer Organisation mit journalistischen Medien.

Früher: klassisches Sender-Empfänger Prinzip (Firma -> Medien -> Öffentlichkeit)

Heute: Vielzahl der Dialoge (Firma -> Medien / Firma -> FB, Blogs / Firma -> online Medien)

MEDIENARBEIT

5 Kernaufgaben von Medienarbeit

Information

Issues Management und Agenda Setting (Medienanalyse)

Krisenprävention und -bewältigung

Beziehungspflege (mit unseren Key-JO Leuten)

Optimierung der Instrumente (Input -> Output -> Outflow: inwieweit BWL-Erfolg durch Medienarbeit)

MEDIENARBEIT

6 Ziele und 3 Unterscheidungen von Kommunikation

PROAKTIV: Firma in gutes Licht rücken / Vertrauen aufbauen

INSTITUTIONELL: Informationspflicht effizient erfüllen / öffentliches Bild beeinflussen, Diskurs steuern

REAKTIV: eigene Sichtweise einbringen / Berichterstattung berichtigen

MEDIENARBEIT

Welchen Stellenwert haben welche Instrumente um Erfolg der Medienarbeit zu messen?

Platz 1: Clippings & media response

Platz 2: Internet usage

Platz 3: Understanding of key massage

MEDIENARBEIT

MAKRO - Verhältnis JO-OK: Determinationsthese (Aussage & Kritik)

JO unterliegt bei Thematisierung und Timing der Öffentlichkeitsarbeit.

- einseitige Sichtweise

- Unterschiede in Übernahme von PR-Inhalten durch Medien sind gross (je nach Medium, Thema, Situation etc.)

- PR-Inhalte ≠ Medieninhalte, sondern inhaltliche Angebote

- Zugrundeliegende Annahme: JO ist gut, PR ist schlecht

MEDIENARBEIT

MAKRO - Verhältnis JO-OK: Intereffikationsthese (Aussage & Kritik)

JO und Öffentlichkeitsarbeit bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Gegenseitige Ermöglichung!

- Spiesse sind ungleich lang

- Medien haben Informationsmonopol verloren

MEDIENARBEIT

MAKRO - Verhältnis JO-OK: Determinationsthese (Induktion vs. Adaption)

Induktion: Einflussprozesse = OK -> JO (Themenwahl) / JO -> OK (JO generiert selbst Themen, die evtl. interessant für OK)

Adaption: Anpassungsprozesse = OK passt z.B. Zeiten für MK oder senden MM an / JO hält z.B. Sperrfristen ein

MEDIENARBEIT

MIKRO-Ebene: Handlungen (je nach Art (P, I, R) Ziele und Massnahmen

Steter Kontakt, gegenseitiger Respekt, Vertrauensbasis -> Art -> Ziel -> Massnahmen -> Issues Mgmt, Kenntnis der öffentlichen Diskurse

PROAKTIV: eigene Themen platzieren, Aufmerksamkeit, Geschichte verkaufen à kreative Events, Pressereisen, originelle Versände

INSTITUTIONELL: Informationspflicht erfüllen à jährliche PK, MM zu Abschlüssen, Info Grossereignissen (Übernahme, Führungswechsel, Umstrukturierung)

REAKTIV: Schaden begrenzen, eigene Stimme, Sichtweise ins Spiel bringen à persönliche Gespräche, MM, Interviews mit Führungspersonen

MEDIENARBEIT

MESO-Ebene: Organisation bzw. Organigramm

Sprecher als öffentlich sichtbarster Teil der CC / Gesicht eines Unternehmens

MEDIENARBEIT

5 Trends in der Medienarbeit

Personalisierung der Medien

Differenzierung und Individualisierung

Storytelling

Crossmediale Themenplanung

Erweiterung/Optimierung des Instrumentenkastens: u.a. Social Media Newsroom statt klassischer Mediencorner, Corporate Blogs etc.

MEDIENARBEIT

Qualitätsstrategien in der Medienarbeit: Medienarbeit sollte: (2)

- auf Organisationspolitik ausgerichtet werden -> strategische Kommunikation: Qualitätskriterium EFFEKTIVITÄT = man sollte abgeleitet von Kommunikations- und Organisationsstrategie das RICHTIGE tun

- nach Best-Practice-Ansätzen bewirtschaftet werden -> taktische Kommunikation: Qualitätskriterium EFFIZIENZ = man soll das Richtige auch RICHTIG TUN, damit man die gewünschte Wirkung erzielt

MEDIENARBEIT

Zielgruppen (6 Unterscheidungen)

• «News»-Medien Zeitungen (Tages-, Wochen-, Sonntagszeitungen), Radio, TV, Online

• Fachmedien (Print, Online) -> wer ist für mich relevant?

• Relevante Freie (inkl. Pressebüros oder Journalisten, die in meinem Fachgebiet wichtig sind)

• Blogs (auch im Auge behalten)

• Corporate Media

• Weitere Stakeholders (Partner, Mitglieder, Mitarbeitende, Key Accounts, etc.)

ACHTUNG: die ersten drei sind Must-Zielgruppen, müssen immer abgedeckt werden!

MEDIENARBEIT

Zukunft Medienarbeit = im integrativen Newsroom, nenne zwei Abteilungen, die dabei zusammengeführt werden und nenne Vor- und Nachteile

Mediarelations & interne Kommunikation

Vorteile: Effizienzsteigerung, one-voice einhalten (gegen innen und aussen), sicherstellen, dass Themen im Zentrum stehen

Nachteile: keine zielgruppengerechte Ansprache

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

Definition nach Röttger

„Unter Kampagnen werden hier dramaturgisch angelegte, thematisch begrenzte, zeitlich befristete kommunikative Strategien zur Erzeugung öffentlicher Aufmerksamkeit verstanden, die auf ein Set unterschiedlicher Instrumente und Techniken – werbliche Mittel, marketingspezifische Instrumente und klassische PR-Massnahmen – zurückgreifen.“

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

Kampagnenziele (5)

• Themen auf öffentliche Agenda setzen, auf Themen in den Medien Bezug nehmen (= Beeinflussung der öffentlichen Themenstruktur)

• Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Organisation erzeugen

• Projektion vorteilhafter Images der eigenen Organisation

• Zustimmung zu den eigenen Intentionen bewirken

• Anschlusshandeln erzeugen, z.B. in Form von Wahl- oder Kaufentscheidungen, Einstellungs- oder Verhaltensänderungen

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

Kampagnen: Medienorientierung

Selektionshürden des Mediensystems überwinden durch:

1. Erfüllung Nachrichtenfaktoren = z.B. Zeit / Nähe / Status / Valenz / Identifikation

2. Ereignis- und Themenmanagement = Agenda Building, Agenda Setting, Framing

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

Kampagnenkonzeption (4 Schritte mit je 1 Beispiel zum Vorgehen)

Schritt 1: Situationsanalyse (z.B. Problemdefinition, Analyse IST-Positionierung, Soll-Positionierung)

Schritt 2: Strategie (z.B. Kommunikationsziele, kommunikative Kernbotschaften, Instrumente)

Schritt 3: Umsetzung (Gestaltung, Produktion, Durchführung)

Schritt 4: Ergebniskontrolle (Resonanz- und Wirkungsanalyse)

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

Erklärung Begriff «crossmedial»

Warum soll Kampagne crossmedial umgesetzt werden?

crossmedial = unterschiedliche Medien (z.B. Fernsehen, Film, Internet) übergreifend / medienübergreifende Kommunikation

Warum = Umsetzung Massnahme mit durchgängiger Leitidee in verschiedene und für Zielgruppe geeigneten Mediengattungen die inhaltlich, formal und zeitlich integriert sind -> unterschiedlichste Online-Kanäle (oder z.B. auch, dass Junge auf Facebook erreichbar sind etc.)

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

3 unterschiedliche Kommunikationsziele (SMART)

1. Wissensziele = kognitive Ebene: z.B. Erhöhung des Informationsstandes (X% der Zielgruppe Z weiss bis ..., dass ...)

2. Einstellungsziele = affektive Ebene/Gefühlsebene: z.B. Einstellungsänderung, Steigerung Interesse (Bis ... erachten X% der Z ...)

3. Handlungsziele = Konative Ebene/Handlungsebene: z.B. Verhaltensänderung (Bis ... kaufen/tun etc.... X% der Z ...)

Ziele müssen SMART sein:

Spezifisch

Messbar

Akzeptiert (auch Angemesse, Attraktiv, Abgestimmt etc.)

Realistisch

Terminiert

KAMPAGNENKOMMUNIKATION

Erfolgsfaktoren (8)

• Umfassende Analysen

• Von den Wirkungen her konzipieren

• Differenzierte Zielgruppenansprache

• Glaubwürdige Kampagnenquelle

• Verankerung in Lebenswelt der Zielgruppen: Auslösung von Peer-Group-Kommunikation

• Bilder, Emotionalität, Personalisierung

• Positive Konsequenzen beschreiben

• Beachten der Dissonanz-Theorien

Étudier