Org & Füh

Jehlifisch Universität, Herbstsemester 2013

Jehlifisch Universität, Herbstsemester 2013


Manuel Ging
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Führung und Organisation, mit Fokus auf Mitarbeiter, Führungskräfte und Teamdynamiken. Sie beleuchten Modelle, Theorien und Praktiken der Führung, sowie organisatorische Strukturen wie fluide und virtuelle Organisationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Berufstätige, die ihr Verständnis von Führung und Organisationsmanagement vertiefen möchten, um effektiver in Unternehmen und Teams zu agieren.
Cartes-fiches
367
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
17.10.2013 / 10.06.2014

Cartes-fiches

Warum ist Wandel wichtig jedoch schwierig?

.

Nenne die Ebenen eines Veränderungsprozesses.

.

Nenne weitere Ebenen des Veränderungsprozesses (Eisberg-Darstellung).

.

Formen von Wandel: Nenne die Unterschiede zwischen reaktiver und proaktiver Wandel.

Reaktiver Wandel...
− „Abwartend "
− Als Reaktion auf eine wahrgenommene Bedrohung oder Krise
− z.B. Änderung der Angebotspalette aufgrund einer Vielzahl von Kundenanfragen

Proaktiver Wandel...
− „Frühzeitig"
− Erkennen potenzieller Chancen oder Risiken
− z.B. Ausbau der Angebotspalette bevor konkrete Anfragen gestellt werden

Formen von Wandel: Nenne die Unterschiede zwischen inkrementell und fundamentalem Wandel.

Inkrementeller Wandel (Wandel erster Ordnung, Single-Loop)
− Evolutionär
− Verbessert bestehende Anwendungen
− Ist kompatibel mit bestehender Denkart

Fundamentaler Wandel (Wandel zweiter Ordnung, Double-Loop)
− Diskontinuierlich
− Ist weitreichend und geschieht abrupt
− Ändert die bestehende Denkart (rahmenbrechender Wandel)
− Kann schwierig sein für die Involvierten

Wie führt inkrementeller Wander zu stabilieren und effizienteren Systemen?

Führung im inkrementellen Wandel ist Feinabgleich.
…führt zu stabileren, effizienteren Systemen durch:
−Verbesserung von Taktiken, Methoden und Vorgehen
−Festigung und Verfeinerung etablierter Strukturen, Rollen, Verhaltensweisen etc.
−Entwicklung von genau passenden Mitarbeitern
−Förderung von Engagement und Identifikation
−Förderung des (Selbst-)Vertrauens in bestehenden Denkarten, Beziehungsmuster und Normen

Was sind Risiken des inkrementellem Wandel?

„Organisationale Trägheit“:
−Verfestigung von Prozessen und Strategien trotz sich ändernder Marktbedingungen
−Zunehmend ausschliesslich gleich denkende Mitarbeiter und Führungskräfte

(Bsp. Nokia --> Smartphone-Herstellung verschlafen,  zuerst Top, über 50% Marktanteil. danach kaum mehr als 1%! Mercedes --> Elektroautos?)

Was geschieht im fundamentalem Wandel?

Führung im fundamentalen Wandel ist Neukonzeption

Dies bedeutet:
−Grundlegende Neugestaltung der Unternehmung
−Neukonzeption von Unternehmenszielen, -strategie und -selbstkonzept
−Neudefinition von Mission und zentralen Werten
−Reorganisation, Neugestaltung der Beziehungen

(Bsp. Amazon --> Einführung Kindle)

Was sind Risiken des fundamentalen Wandel?

Mögliche Gefahren:
− Identitätsverlust
− Fachliche und emotionale Überforderung
− Hohe „soziale Kosten“
− Organizational Burnout
− Fehlendes Verständnis für neue Märkte oder Geschäftsfelder

(Bsp. Tui, von Frachtschiffen, über Passagierflieger und jetzt Stahlkonzern Preussag gekauft. Wohin gehört diese Unternehmung? Was sind dessen Kulturen? etc)

Zeichne die Phasen eines inkrementellem und fundamentalem Wandel auf.

.

Wie sehen die zwei Phasen von inkrementellem sowie fundamentallem Wandel in der Realität aus? Was sind die Herausforderungen dabei für die Führungskräfte?

– Prioritäten für wesentliche Changeprozesse eindeutig setzen
– Einzelne Changeprozesse durch den Umgang mit weichen Faktoren erfolgreich gestalten

Wie sieht das Modell von Lewin einer erfolgreichne Wandlungsphase entgegen? Wo muss die Führung in diesem Modell wirken?

.

Nenne die 8 Fallen der Führung von Wandel nach Kotter.

1. Kein Bewusstsein für die Dringlichkeit
2. Keine starke führende Koalition
3. Keine Vision
4.Um das zehnfache zu niedrige Kommunikation der Vision
5. Barrieren zur neuen Vision nicht entfernen
6. Kurzfristige Erfolge nicht geplant und generiert
7. Erfolg zu früh deklariert
8. Veränderungen nicht in Organisationskultur verankert

Mache Empfehlunge für die Vermeidung der 8 Fallen nach Kotter für die Führung von Wandel.

1. Bewusstsein für die Dringlichkeit des Wandels schaffen
2. Richtungsweisende Personen in einer Koalition vereinen
3. Eine Vision für das Unternehmen kreieren
4. Die gefundene Vision bekannt machen
5. Andere ermächtigen, gemäss der Vision zu handeln
6. Kurzfristige Erfolge vorbereiten und herbeiführen
7. Erreichte Verbesserungen weiter ausbauen
8. Die neuen Lösungswege fest verankern

Nenne individuelle Quellen von Widerstand gegen Wandel.

− Gewohnheiten
− Sicherheitsbedürfnisse
− Ökonomische Faktoren
− Angst vor dem Unbekannten
− Selektive Informationsverarbeitung

Nenne organisationale Quellen von Widerstand gegen Wandel.

−Strukturelle Trägheit
−Limitierter Fokus von Wandel
−Bedrohung der Expertise
−Bedrohung bestehender Machtbeziehungen
−Bedrohung bestehender Allokationen

Welche Symptome können erkannt werden als Widerstand gegen Wandel?

.

Zeige den Widerstand gegen Wandel in einem zeitlichen Ablauf nach Dickmann und Spalink auf.

.

Wie soll mit Widerstand umgegangen werden? Mache Empfehlungen.

− Aufklären und Kommunizieren (z.B. Einzel- und Gruppendiskussionen, Vorträge, Memos und Berichte)
− Teilnahme und Einbindung (bei Design und Einführung)
− Förderung und Unterstützung (z.B. Fortbildungen, zusätzlicher Urlaub, zuhören und emotional unterstützen)
− Verhandlung und Einverständnis (Belohnungen anbieten)
− Manipulation und Vereinnahmung (z.B. Führer des Widerstandes einen Job bei der Umsetzung anbieten)
− Expliziter und impliziter Zwang (Entlassungen, Aufstiegsmöglichkeiten)

Was ist der Unterschied zwischen Motivation (Wünschte) und Volition (Willenskraft)?

(Übungen 1 + 2)

.

Nenne Punkte für die Kernmerkmale von Motiviationssituationen, Wünsche  (vs. Volition, Willenskarft)

• unspezifisches Ziel
• Unsicherheit und Zweifel bezüglich des Ziels
• unfokussierte Wahrnehmung
• Zuwendung zu verschiedenen möglichen Alternativen
• schnelles Aufgeben

Nenne Punkte für die Kernmerkmale von Vilitionssituationen (vs. Motivation).

• klares Ziel
• keine Schwierigkeit zu beginnen
• Fokussierung der Aufmerk-samkeit auf das Vorhaben
• Aktivierung zusätzlicher Energie bei Rückschlägen

Nenne und beschreibe die Phasen des willenstarken Handelns (von Ghoshal & Bruch, 2003).

1) Entwicklung des Vorhabens
• Wahrnehmen von Gelegenheiten
• Emotionale Verbindung
• Visualisieren des Vorhabens

2) Überqueren des Rubikon
• Wahlmöglichkeit
• Persönliche Verantwortung
• Umgehen mit Zweifeln

3) Schützen des Vorhabens
• Umfeld gestalten
• Kognitionen steuern
• Emotionen managen

Wie kann die Führungskraft helfen, den Rubikon zu überschreiten (anhand der Phasen des willenstarken Handelns)?

1) Entwicklung des Vorhabens
- MA zum Mitdenken anregen
- MA helfen, persönliches Ziel zu entwickeln

2) Überqueren des Rubikon
- Zweifel thematisieren
- Hürden abbauen
- Entscheidungsfreiheit geben

3) Schützen des Vorhabens
- Selbstmanagement der MA unterstützen

Wie motivieren Sie Mitarbeiter entsprechend der Zweifaktorentheorie von Herzberg?

.

Was für Grundvoraussetzungen müssen erüfflt sein um Unzufriedenheit zu vermeiten (gem. den Inhaltstheorien der Motivation)?

Als Grundvoraussetzung, um Unzufriedenheit zu vermeiden:
− äussere Arbeitsbedingungen: vollständig ausgestatteter und funktionaler Arbeitsbereich, Nutzung aktueller Software, ...
− Massnahmen um positives Teamklima zu fördern (gemeinsame Veranstaltungen...)
− gerechte Personalführung
− gerecte Entlohnung

Wie kann die Motivation gem. Inhaltstheorien gesteigert werden?

Steigerung der Motivation:
− Erfolge anerkennen, loben und feiern
− interessante Arbeitsaufgaben
− Aufstiegsmöglichkeiten geben

Erkläre die Prozesstheorie von Vroom anhand der Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie?

Valenz = bewerteter Nutzen des angestrebten Ereignisses
z.B. “Mein Traum ist es CEO von Coca-Cola zu werden.”

Instrumentalität = Einschätzung, inwieweit mit einer bestimmten Handlungsalternative das gewünschte Ziel zu erreichen ist
z.B., Bachelor abschluss in St.Gallen, Master-abschluss in Harvard, Erfahrung bei McKinsey…

Erfolgserwartung = subjektive Einschätzung, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ziel erreicht wird
z.B. ist das überhaupt realistisch?

Wie motivieren Sie Mitarbeiter entsprechend der Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie, Ansatzpunkt Valanz (Vroom, Prozesstheorie)?

--> Attraktivität des Resultats erhöhen

Wie motivieren Sie Mitarbeiter entsprechend der Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie, Ansatzpunkt Instrumentalität (Vroom, Prozesstheorie)?

--> MA helfen, die Erwartung an die Resultate ihrer Leistung neu zu bewerten.

Wie motivieren Sie Mitarbeiter entsprechend der Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie, Ansatzpunkt Erfolgserwartung (Vroom, Prozesstheorie)?

--> MA bewusst machen, dass sie die Aufgabe erfolgreich erledigen können, wenn sie sich anstrengen

Nenne Vor- und Nachteile der Inahltstheorien.

Vorteile:
- Hinweise, WAS Mitarbeiter motiviert
- betonen Wichtigkeit von Anerkennung, Selbstachtung, Selbständigkeit, Verantwortung

Nachteile:
- meist statisch und zu wenig differenziert
- Kontextfaktoren unbeachtet
- Folgerung, dass attraktives Angebot automatisch zu motivierten Mitarbeitern führt

Nenne Vor- und Nachteile der Prozesstheorien.

Vorteile:
- Hinweise, WIE Motivation abläuft
- Konzentration auf Handlungsprozess
- Betonung, dass Valenz nur ein notwendiger Einflussfaktor ist

Nachteile:
- noch zu abstrakt und formalisiert
- setzen Unabhängigkeit der Einflussfaktoren voraus
- gehen von rein rationalem Verhalten aus, jedoch sind viele Motive unbewusst

Was besagt die Selbstbestimmungstheorie von Decu und Ryan, 1985.

• Die Selbstbestimmungstheorie - engl.: Self-Determination of Behavior - von Deci und Ryan (1985) stellt eine Motivationstheorie dar
• Die Theorie bezieht sich sowohl auf die freie Entscheidung über Handlungen als auch auf die gefühlte Entscheidungsfreiheit
• Um menschliche Motivation zu verstehen, müssen angeborene psychologische Bedürfnisse - Kompetenz, Autonomie und Bezüge - berücksichtigt werden
• Im Gegensatz zu anderen Theorien unterscheidet die Selbstbestimmungstheorie zwischen Inhalt des Ziels oder des Ergebnisses und regulatorischen Prozessen, durch welche das Ergebnis verfolgt wird

Erkläre das Selbstbestimmungs-Kontinuum verschiedener Motivationstypen zur Erreichung eines Ziels.

.

Erkläre das Selbstbestimmungs-Kontinuum verschiedener Motivationstypen zur Erreichung eines Ziels.

.

Wie wird die intrinsische Motivation (Internalisierung) gefördert?

Höhere Internalisierung kann anhand der 3 psychologischen Bedürfnisse erreicht werden:
1. Kompetenz: Von der sozialen Gruppe geschätzte Handlungen werden eher internalisiert
2. Bezüge: Ein starkes Zugehörigkeitsgefühl und Verbundenheit fördern Internalisierung
3. Autonomie: Frei wählbare Handlungen werden eher internalisiert

Wieso sollte intrinsische Motivation gefördert werden?

Stärkere Ausprägung geht mit höherer Autonomie, Engagiertheit, Leistung, Wohlbefinden und Effizienz einher

Welcher Test wird in Experimenten zur intrinsischen Motivation und Selbstregulation eingesetzt?

Multidimensionaler Fragebogen:

Subskalen:
– Interest/enjoyment
– Perceived competence
– Effort/Importance
– Value/Usefulness
– Pressure and Tension
– Perceived Choice
– Relatedness
• Insgesamt 45 Items – je nach Forschungsfrage können auch nur bestimmte Subskalen genutzt werden

Nenne den Inhalt, Stärken und Gränzen der Eigenschaftsansätze (Eigenschaftstheorie) für die Führung.

.

Étudier