Org & Füh

Jehlifisch Universität, Herbstsemester 2013

Jehlifisch Universität, Herbstsemester 2013


Manuel Ging
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Führung und Organisation, mit Fokus auf Mitarbeiter, Führungskräfte und Teamdynamiken. Sie beleuchten Modelle, Theorien und Praktiken der Führung, sowie organisatorische Strukturen wie fluide und virtuelle Organisationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Berufstätige, die ihr Verständnis von Führung und Organisationsmanagement vertiefen möchten, um effektiver in Unternehmen und Teams zu agieren.
Flashcards
367
Students
1
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
17.10.2013 / 10.06.2014

Flashcards

New Leadership School (Vorlesungsfolien 4)

Ausgangspunkt:
• Klassische Forschung zu Führung führt in Sackgasse
• Einfluss der Führungskraft wird marginalisiert
• Methodische Optimierung (Präzision) vs. praxisferne Forschung (Relevanz)

Entwicklung eines neuen Ansatzes:
• Betonung von Charisma der Führungskraft
• Fokus auf Emotionen
• Ziele:
– Unterstützung von intrinsischer Motivation
– Persönliche Entwicklung der Mitarbeiter
• Neue Bezeichnungen: transformationale, charismatische, visionäre Führung

Beschreibe die transaktionale sowie transformationale Führung.

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Was sind die Merkmale der transaktionalen Führung?

• Ziele klar und operational definieren bzw. vereinbaren
• Für förderliche Arbeitssituation sorgen
• „Management by Exception“, d.h. Delegation – Eingreifen der Führungskraft nur in Ausnahmefällen
• Systematische Leistungsbeurteilung
• Offenes, konstruktives Feedback geben
• Zielerreichung belohnen

Was sind die Grundannahmen der transaktionalen Führung?

• Konzentration auf die klassische ziel- und aufgabenorientierte Führung (Management by Objectives)
• Zwei zentrale Führungsverhaltensweisen: - „Contingent Reward“: Belohnung in Abhängigkeit von Leistung/Zielerreichungsgrad - „Management by Exception“
• Grundannahme: Austausch basiert auf rationaler Motivation; Geführte erhalten für die Erledigung der Arbeit eine Belohnung; unabhängig von den Präferenzen der Mitarbeiter

Definiere Management by Objectives (MbO)

Management by Objectives (MbO) = Ziel- und aufgaben-orientierte Führung

“Ein Vorgehen, das das Setzen spezifischer Ziele und Feedback zum Zielerreichungsfortschritt umfasst. Die Ziele werden dabei partizipativ für einen bestimmten Zeitraum festgelegt.” (Robbins & Judge, 2010)

Zeige den Kreislauf des MbOs auf.

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Nenne Vorteile der transaktionalen Führung.

• Freiräume für Führungskräfte durch Entlastung von operativen Entscheidungen
• Förderung der Leistungsmotivation, Initiative und Verantwortungsbereitschaft der Mitarbeiter
• Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen durch:
– Orientierungshilfe für Mitarbeiterverhalten, -beurteilung und -bezahlung
– Möglichkeiten zur begründeten Selbst- und Fremdkontrolle
– Schwachstellenanalyse, Berücksichtigung von Verbesserungs-möglichkeiten
• Schaffung von Transparenz und Vergleichbarkeit der Leistungsstandards

Nenne Grenzen der transaktionalen Führung.

• Fähigkeiten und führungsbezogener Reifegrad der Vorgesetzten
• Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter
• Beschränkung der Vorgesetzten auf MbO; darüber hinaus keine direkte, interaktive Führung mehr
• Art der Aufgaben
• Tendenz zur Formalisierung und Bürokratisierung
• MbO wird von oben bestimmt und eröffnet nur wenig echte Partizipationschancen
• Formulierung und Handhabung der Ziele
– Quantifizierbare Aspekte der Aufgabe werden gegenüber qualitativen überbewertet
– Individuelle Ziele und Leistungen werden auf Kosten von Teamarbeit überbewertet

Mache Empfehlungen zum MbO.

• Vorgehen dem Reifegrad des Mitarbeiters anpassen
• Wo möglich eine gemeinsame Erarbeitung der Ziele durch Vorgesetzte und Mitarbeiter
• Zielvereinbarung nur in praktikablen Bereichen
• Ziele herausfordernd, aber nicht überfordernd stecken
• Nicht nur quantitative, sondern auch qualitative und Innovationsziele vereinbaren
• Systematische Vorbereitung/Schulung der Beteiligten
• Team-MbO bei Teamaufgaben
• Integration von Veränderungszielen in Zielvereinbarung
• Anzahl der Ziele begrenzen

Definiere transformationale Führung.

“Transformationale Führungskräfte haben eine tiefe und ausserordentliche Wirkung auf ihre Geführten und begeistern ihre Geführten so, dass diese ihre eigenen Interessen zum Wohle des Unternehmens zurückstellen.”
Robbins & Judge (2011), p. 194

„Führung bedeutet nicht, Mitarbeiter dazu zu bewegen, etwas zu tun, das sie nicht wollen, sondern sie dazu zu bewegen, etwas zu tun, von dem sie nicht glaubten, dass sie dazu in der Lage seien.“
(Andreas W. Gerdes, iWORLD Group, Malta)

Was sind die Grundannahmen der transformationalen Führung?

• Transformationale Führung ergänzt transaktionale Führung
• Führungskräfte verändern die Bedürfnisse und Präferenzen der Geführten
• Transformationale Führung beachtet emotionale Aspekte der Führungskräfte
• Führen durch Inspiration, Vision, Charisma

Nenne und erkläre die 4 Dimensionen der transformationalen Führung.

• Vorbildhandeln:
Die Führungskraft ist in der Lage, durch ihr Charisma Begeisterung, Respekt und Vertrauen zu vermitteln, wodurch die Mitarbeiter mehr Leistung als erwartet erbringen.
• Inspirierende Motivation:
Die Führungskraft motiviert die Mitarbeiter emotional über eine fesselnde Vision und regt die Mitarbeiter dadurch an, sich verstärkt einzubringen und verringert negative Gefühle.
• Geistige Anregung:
Die Führungskraft vermittelt neue Einsichten und bringt die Mitarbeiter zum Umdenken, so dass ihr Verständnis von Problemen und ihre Fähigkeit, das Problem zu lösen, sich verbessern.
• Individuelle Behandlung:
Die Führungskraft unterstützt die einzelnen Mitarbeiter bei ihren Anstrengungen und fördert als Coach und Mentor die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter.

Wie funktioniert die transformationle Führung in der Praxis anhand der 4 Dimensionen?

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Wie funktioniert die Dimension Vorbildhandeln anhand symolisches Management?

• „Die Entscheidungen, Handlungen, Aussagen oder das Auftreten des Top Managements werden symbolisch für das grosse Ganze interpretiert.“

• Anhand dieser Symbole interpretieren Mitarbeiter die Unternehmenssituation.

• Führungskräfte können symbolhaftes Verhalten gezielt nutzen.

Wie soll eine Vision in der Dimension inspirierenden Motivation aussehen?

• Eine Vision ist eine Zukunftsvorstellung, die sie erreichen möchten. Der Ausdruck „unsere Vision“ zeigt, wohin wir gehen möchten, und wie wir sein werden, wenn wir die Vision erreicht haben. Das Wort stammt von dem lateinischen videre, d.h. „sehen“ ab.
• Je detaillierter und plastischer unser Zukunftsbild ist, desto packender wird es sein.
• Wegen ihrer fassbaren und direkten Eigenschaft, gibt die Vision der Zukunft der Organisation Form und Richtung. Sie hilft auch Mitarbeitern, Ziele zu formulieren, um die Organisation näher an das heranzubringen, was sie sein möchte.

Welche notwendigen Eigenschaften sollte eine Vision aufweisen?

Visionen mit folgenden Eigenschaften sagen Unternehmenswachstum vorher:
• Kürze
• Erwünschtheit bzw. Begeisterungspotenzial
• Klarheit
• Herausforderung – kreative Spannung
• Zukunftsorientierung
• Stabilität

Wie überzeuge ich mit einer Vision? Zeige den Weg auf.

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Was unterstützt die Führungskraft bei der Dimension geistigen Anregung?

Führungskraft unterstützt
– Neue Herangehensweisen
– Querdenken
– Innovative Ideen im Umgang mit organisationalen Aspekten

Für was ist die geistige Anregung förderlich?

Geistige Anregung ist u.a. förderlich für
– Mitarbeiterzufriedenheit
– Innovationen
– Kreativität
– Mitarbeiterleistung

Was machen die Führungskräfte in der Dimension individuelle Behandlung?

• Unterstützendes Klima
• Führungskräfte gehen individuell auf die Bedürfnisse einzelner Mitarbeiter ein
• Aktives Zuhören
• Führungskraft als Coach und Ratgeber
• Fortsetzung der situativen Ansätze (z.B. Reifegradmodell, LMX)

Was steigert die transformationale Führung?

Transformationale Führung steigert...
– Mitarbeiterzufriedenheit & -motivation
– Ratings der Effektivität der Führungskraft und der Arbeitsleistung
– Objektive Unternehmensleistung

Was ist Augmentations-Effekt?

Transformationale Führung hat zusätzlich zu transaktionaler Führung einen positiven Einfluss auf Leistungsmasse.

Wie wird die transformationale Führung gesteigert?

Transformationale Führung wird gesteigert durch...
– Persönliche Disposition der Führungskraft (erklärt ca. 10%)
– Positive Einstellung und emotionale Intelligenz der Führungskraft
– Kontextvariablen (z.B. Organisationsstruktur und -kultur)

Was zeigen die Ergebnisse des Laborexperiments von Kirkpatrick & Locke der transformationalen Führund anhand der 4 Dimensionen?

Vorbildhandeln charismatische Kommunikation:
• Führungskraft als charismatischer beurteilt

Geistige Anregung Hinweise zur Umsetzung:
• Positiver Einfluss auf Qualität und Quantität der Leistung
• Grössere Arbeitszufriedenheit
• Besseres Aufgabenverständnis
• Führungskraft als geistig anregender beurteilt

Inspirierende Motivation Vision:
• Mehr Vertrauen in Führungskraft
• Führungskraft als charismatischer, motivierender und geistig anregender beurteilt
• Aufgabe als interessanter und herausfordernder wahrgenommen
• Einfluss auf Qualität (indirekt durch höhere Leistungsziele)

Was ist die dunkle Seite von Charisma (transformationale Führung)?

'• Wunsch nach Anerkennung behindert Kritik durch Mitarbeiter
• Bewunderung der Mitarbeiter erzeugt Vorstellung, dass Führungskraft unfehlbar ist
• Übertriebenes Vertrauen und Optimismus machen Führungskraft blind für Gefahren
• Riskante, grandiose Projekte scheitern häufiger
• Impulsives, unübliches Verhalten polarisiert - macht Feinde und Befürworter
• Abhängigkeit von Führungskraft behindert Entwicklung von erfolgreichem Nachwuchs

Wo liegen die Grenzen der transformationalen Führung?

• Es gibt wenige charismatische Führungskräfte/Visionäre
• Charisma, Inspiration, intellektuelle Anregung begrenzt erlernbar
• Kann zu Abhängigkeit und Bevormundung führen
• Qualifikation und Motivation der Führungskräfte als Grenze
• Zeitfaktor, v.a. bei der individuellen Beachtung

Kann mann entweder nur transaktional oder transformational führen?

nein, transaktionale und transformationale Führung ergänzen sich

Zeige das Input-Prozess-Output Modell auf.

(Vorlesung 5)

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Wieso beinhaltet Teamführung Diversitäts-Management? Zähle Gründe dafür auf.
(Teamzusammensetzung)

– Team-basierte Arbeit ist heutzutage der Normalfall

– Es gibt zunehmend Diversität/Heterogenität in Teams (z.B. in Bezug auf Geschlecht, Alter, Nationalität, etc.)

– Gründe für zunehmende Diversität:
a) Globalisierung
b) Individuelle Mobilität, Rollenwechsel
c) Demografische Veränderung

Was besagt die primäre (oberflächliche) Diversitätsdimension in Teams und Unternehmen?
(Teamzusammensetzung)

• Diese primären Dimensionen von Diversität sind zumeist zu Beginn einer Team-zusammenstellung für alle Mitglieder sichtbar, da sie wahrnehmbar sind, ohne dass dass man interagiert.

• Diese Dimensionen sind nicht schnell veränderbar und werden häufig als Basis für Abgrenzung und Diskriminierung genutzt.

Zähle Beispiele für die primäre (oberflächliche) Diversitätsdimension in Teams und Unternehmen auf?
(Teamzusammensetzung)

- Alter
- Geschlecht
- Nationalität/Ethnie
- Ausbildungslevel
- Hierachisches Level
- Mentale oder psychische Fähigkeiten

Was besagt die sekundären (tiefe) Diversitätsdimension in Teams und Unternehmen?
(Teamzusammensetzung)

• Diese sekundären Diversitätsdimensionen treten erst im Laufe der Teamentwicklung zutage

• Dann können sie häufig die primären Diversitätseigenschaften überlagern

Zähle Beispiele für die sekundären (tiefe) Diversitätsdimension in Teams und Unternehmen auf? Wo sind Überlagerungen vorhanden?
(Teamzusammensetzung)

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Nenne die optimistische sowie die pessimistische Sicht der Diversität in Teams. Was muss dabei erreicht werden?
(Teamzusammensetzung)

I.Die optimistische Sicht – Informationsverarbeitungstheorie:
”Mehr Diversität, bessere Ergebnisse von Teamarbeit”

II. Die pessimistische Sicht – Soziale Identität & “Similarity Attraction”-Theorie:
“Mehr Ähnlichkeit, bessere zwischenmenschliche Prozesse”

--> Diverse Teams führen bedeutet Gleichgewicht erreichen zwischen diesen beiden Einflüssen

Nenne Chancen für Diversität in Teams.
(Teamzusammensetzung)

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Nenne Gefahren für Diversität in Teams.
(Teamzusammensetzung)

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Was sind die Grundannahmen der Informationsverarbeitungstheorie?
(Teamzusammensetzung)

– Individuen besitzen unterschiedliches Wissen, unterschiedliche Einstellungen und Kompetenzen

– Diese können sich gegenseitig ergänzen („das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“)

Was sind die Auswirkungen auf Gruppen und Organisationen der Informationsverarbeitungstheorie? Nenne ein Beispiel für die Evidenz.
(Teamzusammensetzung)

– Heterogene Teams können durch ihr Plus an Ressourcen (mehr Wissen, mehr Kompetenzen, mehr Erfahrungen) bessere Entscheidungen treffen als homogene Teams dies vermögen

– Zudem können sie Effekte des „Group Think“ wirkungsvoll vermeiden

– Heterogene Teams können so die Leistungsfähigkeit von Organisationen steigern helfen

Bsp.: Entfernung von Städten Alleine und in Gruppen schätzen: Einzeln verschätzt man sich bei den Entfernungen zwischen verschiedenen Städten. In der Gruppe kann man jedoch auf mehr Wissen zugreifen und erzielt so genauere/bessere Ergebnisse.

Was sind die Grundannahmen der Theorie der sozialen Anziehung?
(Teamzusammensetzung)

– Individuen fühlen sich eher zu solchen Personen hingezogen, die ihnen möglichst ähnlich sind (Einstellungen, Werte, Verhaltensweisen, aber auch demographische Variablen wie Alter, etc.)

– Unähnliche Personen weder eher gemieden

Was sind die Auswirkungen auf Gruppen und Organisationen der Theorie der sozialen Anziehung?
(Teamzusammensetzung)

– Sich unähnliche Personen in einem Team tendieren u.a. dazu, weniger zu kommunizieren und weniger intensiv zu kooperieren

– Heterogene Teams können durch Fehler in der Kommunikation, verminderte Kooperation, etc. die Leistungsfähigkeit von Organisationen schwächen

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