Ophthalmologie
Arzneimittelkentnisse Apotheker: Allergische Konkunktivitis, Glaukom, Virale Infektionen, Katarakt.
Arzneimittelkentnisse Apotheker: Allergische Konkunktivitis, Glaukom, Virale Infektionen, Katarakt.
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Flashcards
FML-Neo (Neomycin, Fluorometholon). Entzündungen des vorderen Augenabschnittes, bei gleichzeitiger Infektion mit empfindlichen Erregern. Es tritt eine schnellere Linderung der Beschwerden ein. Oft wird nach Besserung der Symptomatik re-evaluiert und mit einem blossem Antibiotikum weitergefahren.
• Kortikosteroide können Infektionen (viral, bakteriell oder mykotisch) maskieren/begünstigen. Gleich: Behandlung ändern, falls keine Besserung eintritt • Überempfindlichkeitsreaktionen können maskiert werden • Steroide erhöhen den Augeninnendruck: regelmässige Überprüfung des Augendrucks bei Dauertherapie erforderlich. • Verdünnung / Atrophie der Hornhaut bei längerer Anwendung • Vorsichtige Anwendung bei Katarakt, Diabetes mellitus, Herpesinfektionen und anderen viralen Infekten. Frei abgegeben sollten Kortikosteroidtropfen nicht, da die bei längerer Anwendung lokale Nebenwirkungen wie Erhöhung des Augeninnendrucks haben können.
• Brennen, lokale Irritationen, Überempfindlichkeitsreaktionen, verschwommenes Sehen nach der Instillation • Hintere subkapsuläre Linsentrübung Kararakt-Bildung • Erhöhter Augeninndruck und Glaukom (v.a bei Kurssichtigkeit) • Chloramphenicol-haltige Augentropfen: z.T. irreversible Blutdyskrasien beschrieben, allerdings sehr selten • systemische Steroid-UAW durch Resorption möglich • Risiko von sekundären Augeninfekten
längere topische Verabreichung von NSAR kann zu kornealen Veränderungen, Erosion, und Ulzeration führen.
Desomedin mit Hexamidin bei Verdacht auf leichte bakterielle Konjunktivitis, Keratokonjunktivitis, Dakryozystitis (Infektion des Tränenkanals) und prä/post-operative Desinfektion. Die Anwendung sollte nur 2 bis 3 Tage erfolgen, dann ein Augenarzt aufgesucht werden falls keine Besserung, da Verdacht auf schlimmere bakterielle/virale Infektion. Christoph Meier ist von diesen Wässerchen nicht sehr überzeugt.
• Keine Kontaktlinsen bei Augeninfektion, Ausnahme: Tageslinsen • In der Regel Linsen raus, AT applizieren, mind. 5 Min. warten bevor Linsen wieder eingesetzt werden • In der Regel Tropfen tagsüber, Salben auf die Nacht • Bei Infekten 2 Tage über Beschwerdefreiheit therapieren (Rezidivgefahr) • Behandlung zeitlich eingrenzen, ansonsten Resistenzgefahr • Saubere Hände (Gefahr der Verschleppung) ! Cave Umgang mit Kunden. • Angebrochene Mehrfach-Dosen wegwerfen • Systemische UAW sind möglich; Druck auf Tränenkanal vermindert systemische Verfügbarkeit der Wirkstoffe. • Bakterielle Konjunktividen sind häufig, manchmal epidemisch • Antiseptika (OTC) in leichten Fällen einsetzbar • Topische Antibiotika auf Rezept abgeben. In Ausnahmefällen kann die Abgabe eines Antibiotikapräparates nach Abklärung der Symptome und unter Dokumentation der Situation vertretbar sein (Randzeiten, abgelegener Ort, kein Arzt verfügbar). • Kortikosteroidhaltige AT in aller Regel nicht ohne Rezept abgeben. • Unkomplizierte bakterielle Konjunktivitis kann selbstlimitierend sein, doch die Behandlung mit AB-haltigen AT lindert und führt zu schnellerem Abheilen. Ein unkritischer Einsatz von AB bei Verdachtsfällen ist aber abzulehnen.
Die Unterscheidung hat keine Relevanz für die symptomatische Primärtherapie, jedoch für die Erforschung der Ursache und damit für das Vermeiden der Exposition (z.B. Milbenüberzüge über Matratzen, Entfernen von allergenen Stoffen im Haushalt…).
• Juckreiz und oberflächige Rötung des Auges mit Fremdkörpergefühl, Tränenfluss und Schwellung, oft beidseitig. • Initial kein Eiter, durch Reiben und Kratzen, aber Sekundärinfekt möglich. • Oftmals begleitet durch zusätzliche allergische Symptome (z.B. Rhinitis).
• Vermeiden von Kontakt mit dem Allergen • Antihistaminika (Augentropfen oder systemisch) • Mastzellstabilisatoren (Augentropfen) • Kortikosteroide (Augentropfen oder systemisch (schwere Fälle)) • Sympathomimetika (Augentropfen, ev. Systemisch) • Desensibilisierung (bei schweren chronischen Fällen)
Livostin Augentropfen (Levocabastin). Kinder 6 - 12: 1 x 2 Gtt. Ab 12: 4 x 2 Gtt/d. "Vor Gebrauch schütteln!"
Z.B. Allergo-COMOD AT (nicht auf der Liste) mit Natriumcromoglicinat. Nicht akut Wirkungsweise: Stabilisierung der Mastzellen, die dadurch weniger degranu- lieren. Wirkung basiert auf prophylaktischer Langzeitanwendung.
Sperallerg (Antazolin (AH) und Tetryzolin (VK)). Bei nicht-infektiöser Reizkonjunktivitis, allergisch-entzündlichen Affektionen der Bindehaut in der Akutphase 1 Tropfen alle 3h, anschliessend 1 Tropen 2 - 3 x pro Tag. Vorsicht mit MAO-Hemmern (besser 10 Tage abgesetzt).
Collypan mit Tetryzolin. Nicht-infektiöse Reizkonjunktivitis, allergisch-entzündliche Affektionen der Bindehaut, ‘müde Augen’. Akut: 1 Tropfen alle 3 h, anschliessend nur noch 2 bis 3 mal pro Tag.
Ursachen: • Verminderte Produktion des Tränenfilms (oftmals im Alter) • Gestörte Zusammensetzung des Tränenfilms (Diabetes, Rheuma, AI-Erkrankungen) • Umwelteinflüsse: Rauchen, Heizung, Wind etc. • Vitamin-A-Mangel (Vegetarier) • Medikamente: Anticholinergika, Betablocker, Morphin, Isotretinoin u.a. Symptome: • Trockenheits- und Fremdkörpergefühl, Konjunktivitis • Augenbrennen • Vermehrtes Tränen der Augen (paradox)
Eventuell reizend oder allergisierend (Benzalkonium chlorid). Daher bei chronischer Anwendung eher Produkte ohne Konservierungsmittel verwenden.
Hylo-Comod (Hyaloronsäure) besitzt eine hohe Viskosität und verweilt daher lange im Auge.
Hornhautläsionen, Förderung der Epithelregeneration bei Verbrennungen/chemischen Verätzungen von Binde- und Hornhaut. Torpide (‚inaktive‘) Ulcera der Hornhaut. Adjuvans zur systemischen Therapie bei Vitamin-A-Mangelzuständen, wie Xerophthalmie und Keratomalazie, bei Erosionen der Hornhaut, oder zur Behandlung des trockenen Auges oder eines Sjögren-Syndroms.
Nicht länger als 4 Wochen.
Grauer Star. Linsentrübung.
• Zunehmende Blendempfindlichkeit bei Gegenlicht • Nahe beieinanderliegende Doppelbilder • Abnahme der Lesefähigkeit • Veränderte Farbwahrnehmung
Linse wird aus ihrem Behältnis abgesaugt und ersetzt durch eine Intraokularlinse. Das ist eine sehr kurze Operation, welche Abhilfe verschafft. Komplikationen sind Infekte, welchen z.T. mit einer prophylaktischen Antibiotikaeinspritzung entgegengewirkt wird. Wichtig hier ist die Endolphthalmitis, welche progradient mit Eiter schlimmer wird nach der Operation (-> Arzt). Medikamentöse Behandlungen gibt es hier nicht wirklich, da die Trübung nicht aufgehoben werden kann.
Gruppe von Krankheiten mit progressiver Sehnervschädigung, die zu eingeschränkter Sicht und (selten) zu Blindheit führt. Damit einher gehen: Gesichtsfeldeinbussen und Sehschärfeverlust.
Erhöhter intraokulärer Druck (> 21mmHg) ohne Anzeichen eines Glaukoms (Intraokulärer Druck ist abhängig von Kammerwasserproduktion und –Abfluss).
• Erhöhter intraokularer Druck • Alter: Erkrankungsbeginn typischerweise nach 60 Jahren. • Ethnie • Positive Familienanamnese: • Kortikosteroide • Diabetes mellitus • Kurzsichtigkeit (Myopie), grosse Augen (axiale Myopie) • Dünnere Hornhaut
Der Verlauf ist lange asymptomatisch. Treten schliesslich Gesichtsfeldeinschrönkungen und Sehschärfeverlust auf, so ist der Sehnerv bereits stark geschädigt. Allerdings erblinden nur wenige Patienten an einem Offenwinkelglaukom. Tritt dies allerdings ein, so ist die Erblindung irreveribel.
Betablocker und Carboanhydrasehemmer. Betablocker: Timoptic (Timolol). Carboanhydrasehemmer: Diamox (Acetazolamid), Azopt (Brinzolamid).
Prostaglandin-Analoga und Parasympathomimetika. Prostaglandin-Analoga: Xalatan (Latanoprost). Parasympathomimetika: Sperscarpine (Pilocarpin).
Z.B. Timoptic (Timolol). • Lokal: Brennen, Stechen, Schmerzen, Rötung, trockene Augen • Systemisch (v.a. bei hohen Dosen): – Bradykardie, – Bronchokonstriktion, – Verschlimmerung peripherer und zentraler Durchblutungsstörungen – Schlafstörungen, Depression, – Müdigkeit – Verminderte Libido – Maskierung gewisser Hypoglykämie-Symptome (Zittern und Tachykardie) • Kontaktlinsenunverträglichkeit (Die Tropfen enthalten Benzalkoniumchlorid) IA: Medikamente die eine Bradykardie verursachen. KI: Asthma, schwere COPD, Sinusbradykardie, Herzinsuffizienz…
Z.B. Xalatan (Latanoprost). Hauptwirkmechanismus ist ein erhöhter uveoskleraler Abfluss. Ein verminderter trabekulärer Abflusswiderstand ist beschrieben. Keine oder nur geringe Wirkung auf die Pupille.
Z.B. Xalatan (Latanoprost). • Lokale UAW: – Veränderung der Irispigmentierung: brauner Pigmentanteil steigt (Achtung Blauäuger). – Verdunkelung der Haut des Augenlids (teils irreversibel) – Veränderung der Wimpern; Zunahme der Länge, Dicke, Pigmentierung und Wimpernanzahl, fehlgerichtetes Wimpernwachstum (reversibel) – Hyperämie (>20%), Augenschmerz, Augenirritation, Ödem des Augenlids, verschwommenes Sehen, trockenes Auge – Allergische Reaktionen • Systemische UAW: – Dyspnoe, Asthmaexazerbationen – Arthralgie, Myalgie – Schwindel, Kopfschmerzen
Acetazolamid (Diamox), Brinzolamid (Azopt) und Dorzolamid sind Sulfonamide Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden = Kontraindikation!
– GIT-Störungen: Nausea, Erbrechen, Dyspepsie; – Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen (bitterer, metallischer Geschmack) – Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit - Parästhesie, - Flush - Depression, verminderte Libido - Hypokaliämie, Hyponaträmie, metabolische Azidose, - Selten: Nierensteine, Leberversagen; Hautreaktionen (u.a. Steven Johnson-Syndrom, Photosensibilität), allergische Reaktion (Kreuzreaktionen mit Sulfonamid-Antibiotika) Aufhrund dieser vielen UAWs ist Diamox v.a. eine Notfalltherapie und bei therapieresistentem Glaukom
Z.B. Diamox (Acetazolamid). IA: • Aspirin (hochdosiert) Azidose-Risiko steigt (Alternative: Paracetamol, Ibuprofen) • Monitoring bei Antikonvulsiva, Digoxin (Serumspiegelerhöhung) oder bei Lithium (Serumspiegelsenkung) KI: • Bei Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden, • Hypokaliämie, Hyponaträmie, • schwere Nieren- und Lebererkrankung
Aktivierung des Parasympathikus -> Stimulation der cholinergen Rezeptoren -> Kontraktion des Sphinktermuskels der Iris und des Ziliarmuskels: – Pupille wird verengt – Erweiterung der Abflusswege des Kammerwassers Dadruch Abnahme des intraokulären Augendrucks.
Was sollten dem Patienten für Informationen bezüglich dem primär chronischen Offenwinkelglaukom mitgegeben werden? (5 Stück)
• Chronisches Offenwinkelglaukom verläuft lange asymptomatisch • Therapie und Monitoring werden lebenslang notwendig sein • Richtige Verabreichung von Augentropfen und Compliance • Prognose: Bei den meisten Patienten kein Sehverlust; wenn Sehverlust eintritt, dann ist dieser irreversibel. • Familiäre Häufung
• Datum der 1. Öffnung auf den Augentropfen notieren, nach 4 Wochen ersetzten. • Linsen entfernen und frühestens 30 Minuten nach Verabreichung der Augentropfen wieder einsetzten. • Vor und nach Applikation Händewaschen • Azopt®, Azagara®, Timoptic®, Betoptic®: Vor Gebrauch schütteln • Nach Applikation Tränenkanal während 1 Minute zudrücken • Müssen 2 verschiedene Augentropfen angewendet werden, beträgt der zeitliche Abstand zwischen den beiden Tropfen mind. 5 Minuten (oder länger) • Lagerung: Meist Raumtemperatur, Xalatan®, Xalacom® und Saflutan® müssen bis zum 1. Öffnen im Kühlschrank gelagert werden. Anschliessend bei RT
Akute, orbitalbetonte Kopfschmerzen. Neblig-trübe Visusreduktion. Farbige, unscharfe Ringe, welche punktförmige Lichtquellen umgeben. Nausea und Erbrechen bei heftigen Schmerzen. Ein akuter Glaukomanfall ist ein medizinischer Notfall, da es zu einer Erblindung kommen kann.