O&F ZF


J. S.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Grundlagen strategischer Führung und Strategieformulierung. Sie beleuchten die Entstehung und Wirksamkeit von Strategien, die Rolle strategischer Manöver und die Bedeutung von Reflexion und Managementsysteme. Die Karteikarten eignen sich für Studierende und Führungskräfte, die ihre Fähigkeiten in strategischem Handeln und strategischer Führung vertiefen möchten.
Cartes-fiches
11
Utilisateurs
6
Langue
Allemand
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
13.06.2015 / 23.06.2021

Cartes-fiches

5.1 Strategien, Strategieformulierung, strategische Manöver

Basisfähigkeiten der Organisation:

  • Handlungsfähigkeit:
    Fähigkeit, auf wahrgenommene Probleme angemessen zu reagieren
  • Lernfähigkeit:
    Fähigkeit, systematische Handlungen durchzuführen, die die Gewinnung und Nutzung von Wissen betreffen
  • Responsiveness (Empfänglichkeit, Sensibilität für):
    Fähigkeit, empfänglich gegenüber Bedürfnissen der Betroffenen zu sein.
    —> Jemand kann es wahrnehmen, wenn sich Bedürfnisse verändern

Strategie - Definition

Handlungsorientierung mit Prinzipiencharakter, die Fähigkeiten signifikant betreffend

(Orientierungsmuster "im Hinterkopf", nur aus der Binnenperspektive erfassbar)

Strategisches Manöver

- beobachtbare Handlungsmuster

--> aus der Aussenperspektive erfassbar

Bezug zwischen Strategien und strategischen Manövern - mögliche Einflussrichtungen

  • Strategie —> Strategisches Manöver: klassisch, Strategie führt zum strategischen Manöver. Wir haben eine Strategie im Hinterkopf und sehen dann ein entsprechendes Handlungsmuster.
  • Strategie <— Strategisches Manöver: Strategisches Manöver führt zur Strategie, wie geht das? Man hat per Zufall ein Handlungsmuster, welches erfolgreich ist und danach zur Strategie gemacht wird.
  • Strategie <—x—> Strategisches Manöver: Wenn die Strategie und das Strategische Manöver nichts mit einander zu tun haben.

Strategieformulierung

  • Schriftlich oder mündlich kommunizierte Beschreibung von Strategie
    —> Sphäre der Kommunikation: Was sage ich über die Strategie; ist niedergeschrieben

Bezug zwischen (formierten) Strategien und Strategieformulierungen - mögliche Einflussrichtungen:

  • formierte Strategie <— Strategieformulierung: klassisch, geschriebene Strategie setzt sich in den Köpfen der Mitarbeiter fest
  • formierte Strategie —> Strategieformulierung: Ich habe eine Idee im Kopf und schreibe sie nieder
  • formierte Strategie <—x—> Strategieformulierung: formierte Strategie hat nichts mit Strategieformulierung zu tun, z.B. wenn man kurzfristig eine Strategie angeben muss und diese schnell aufschreibt, nur um etwas zu haben.

Taktischer Umgang mit Strategieformulierungen - Verwendung von irreführenden Strategieformulierungen

  • Externe Irreführung:
    z.B. Konkurrenten sollen über tatsächliche Strategie getäuscht werden, um Überraschungseffekt zu erzielen.
  • Interne Irreführung:
    z.B. interne Mitarbeiter sollen über tatsächliche Strategie getäuscht werden, um vorübergehend positive Motivationseffekte zu erzielen.

—> ethisch problematisch!

5.2 Genese (Entstehung) und Wirksamkeit von Strategien

- Genese: wie entstehen eigentlich diese Handlungorientierungen im Kopf?

- Wirksamkeit: wie wirken sie sich aus?

Genese: Kultur --> Institutionelle Ordnung --> Persönlichkeit --> Strategie

Wirksamkeit: Strategie --> Persönlichkeit --> institutionelle ORdnung --> Kultur

Prozess der Strategiegenese

  • Basisprozess: Prozess des alltäglichen Handelns in der Organisation
  • (1: Entfaltung) innerhalb dieses routinemässigen Handelns taucht ab und zu eine Reflexion auf: was tun wir eigentlich? warum tun wir es? was steht für ein Prinzip dahinter? macht es Sinn? gäbe es Alternativen? —> Man reflektiert über generalisierende Orientierungsmuster
    —> erster Schritt wie Strategien entstehen
  • ist noch keine Strategie, was fehlt noch?
    (2: Erweiterung) —> man beginnt darüber nachzudenken, wie sich die Regeln auf die Fähigkeit der Organisation auswirken („die Fähigkeiten signifikant betrifft“) —> jetzt formiert sich eine Strategie
  • (3: Entscheidungsepisoden) Strategien entstehen im Basisprozess (ongoing process) aber es ist beeinflusst von dem, was in den Entscheidungsepisoden abläuft
  • (4: Managementsysteme) Das ganze ist auch noch mal unterstützt durch Managementsysteme (Planungs- und Kontrollsysteme) —> beeinflussen wie entschieden wird und wie im Basisprozess reflektiert wird

Zentral:

  • Strategien entstehen aus der Reflexion im ongoing process, nicht in Entscheidungsepisoden/Managementsystemen
  • diese sind trotzdem relevant, weil sie die Reflexionsprozesse beeinflussen

5.3 Strategische Führung und strategische Gemengelage

--> was macht eine Führung strategisch?

Merkmale einer strategischen Führung:

  • notwendiges Merkmal „Strategierelevanz“:
    • „die Fähigkeiten signifikant betreffend“
    • d.h. strategische Führung muss die Fähigkeiten der Organisation betreffen
      —> es reicht nicht aus zu sagen: „die Führung wirkt sich aus auf die Fähigkeiten…“
  • Hinreichendes Merkmal „irgendwie gearteter Strategiebezug“
    • d.h. Effekt auf die Fähigkeit der Organisation durch strategische Führung muss intendiert sein
      —> „… sondern sie muss auch intendiert sein.“

Die strategische Gemengelage:

  •  Gemengelage an strategierelevanten Aspekten
  • Strategische Führung heisst oft nicht hinzufügen von Strategie, sonder oft wegnehmen und hervorheben von vorhandenen Strategien, um das ganze stärker auszurichten.
  • Dabei wird sie von Managementsystemen unterstützt, Ordnung in die Gemengelage zu bringen

Zentral: Strategische Führung, um Ordnung in das Vorhandene zu bringen

Étudier