Oberflächentechnik

Prüfungsvorbereitung

Prüfungsvorbereitung


M. H.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau verschiedene Techniken der Oberflächentechnik, mit Fokus auf Beschichtungsverfahren wie Plasmaspritzen, Lichtbogenspritzen und Magnetron-Sputtern. Sie erklären die Prozesse, Materialien und Anwendungen, etwa in der Luftfahrt oder für Korrosionsschutz. Praktiker und Studierende profitieren von detaillierten Erkenntnissen zu Schichtwachstum, Haftung und Energieeinsatz, um Beschichtungen gezielt zu optimieren.
Flashcards
71
Students
3
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
02.08.2015 / 22.06.2020

Flashcards

Anwendungsgebiete Vakuum- Bedampfen

Turbinenschaufeln

Gasturbinenschaufeln, Photovoltaik

Halbzeugherstelung Beschichtung vers. Werkstoffe

Optik Kratzschutz, Antireflexe, Filter und Linsen

Mikroelektronik: Metallisierung, Funktionschichten

Kathodenzerstäubung (Vakuumbestäubung) Verfahrensprinzip

- Bombardierung eines Targets mit Ionen

- Prozess läuft im Vakuum zur Verminderung von Stoßprozessen zw. Gasteilchen

- Verwendung eines Prozessgases als Ionenlieferant

- negative Spannung am Target beschleunigt positiv geladene Ionen

- herauslösen von Targetteilchen (Zerstäubung Dampfphase)

- Transport und Kondensation auf "kaltem"BT

Schichten aus Metallen, Legierungen und Keramiken herstellbar

Sputterprozess (Kathodenzerstäubung)

- Prozessgasionen (i.d.R. Ar+) werden zur negativ geladenen Kathode beschleunigt

- Ionenstöße zerstäuben die auf der Oberfläche vorhandenen Atome

- Zusätzlicher Erzeugung von Elektronen, die neutrale Gasatome durch Kollisionen ionisieren -> Stabilisierung des Prozesses

- Zerstaübung (neutel) Teilchen aus dem Target werden auf das Substrat aufgestäubt -> Schichtbildung

Anwendungen von Plasma in der Oberflächentechnik

- Was ist Plasma? ionisierter Zustand von Materie

- Komponenten: Elektronengas, Ionengas, Neutralgas

Anwendung: Oberflächen abtragen, aktivieren oder reinigen

- thermomech. Wärmebehandlung initiieren

- Elemente vom festen in gasförmigen zustand überführen z.B Schichtbildung

- chem. Reaktionen auslösen

Schichten mir besonderen Eigenschaften

Magnetron- Kathodenzerstäubung

Magnetron- Sputtern: Mit Magneten unter zusätzlicher Zugabe von Reaktivgas: O2, N2 Bildung von Oxiden oder Nitriden

- e- werden durch das mag. Feld auf Spiralbahn gezwungen, e- werden in der Nähe des Targets gehalten

längere Verweildauer

mehr Stöße zw. e- und Prozessgas

höherer Ioniosierungsgrad

durch Magnetfeld lokaler Abtrag des Targetmaterials -> Konsequenz

keine Vollständige Materialausnutzung des Targets

Änderung der Zerstäubungsrate durch Veränderungder Position im Magnetfeld

mögliche Änderung der Zusammensetzung der Schciht bei Legierungen

Wechselwirkungsprozesse bei MagnetronKathodenzerstäubung

- Gasdesorption

Verbindungsbildung

Implantation

- Kollisionskaskaden (Energieübertrag von bewegen auf ruhendes Atom an der Of)

- Thermischer Spike ( ähnlich lokaler Schmelze aus der Atome verdampfen)

Punktdefekte und Schockwellen

- Topographieänderung

- chem. Oberflächenreakion

 

Wovon hängt die Zerstäubungsausbeute Magnetron ab?

- Masseverhältnis Ion- Target Kombination

- Energie einfallender Teilchen

- Bindung der Targetatome im Gitter

Einschusswinkel

Besp. für Systemschichten DC- Kathodenzerstäubung

- elek. Leitfähige Schichten

- rein Metalle Ti, Al, Cu, Ni

- Legierungen: TiAl, NiCr, CoNi

- Grafit

- Herstellung Keramikschichten (reaktive Zerstäubung)

- Verwendung von O2, N2, Acetylen als Reaktivgas

- TiC, Al2O3, TiO2, TiAlN,, DLC

Magnetron Sputtern Wichtige Verfahrensparameter

- Beschichtungstemperatur: T. des Substrates beeinflusst beweglichkeit der Aome in aufwachsender Schicht und damit Kristalinität und Gefüge, bei niedrigen Temp. amorphe Schichten

- Kammerdruck: zu wenig: nicht genug e- für Ionisierung, zu hoch: zu viele Zusammenstöße mit anderen Atomen ->Streuprozesse

- Kothodenleistung: kontrolliert Anziehungskräfte zu Argonionen im Plasma-> Zerstäubungs bzw Aufwachsrate wird bestimmt

- BIAS- Spannung: verursacht Argonionen-Bombardement auf aufwachsende Schicht-> Verdichtung Gefüge

- Position Target- Substrat: line- of-sight Prozess

Wichtige Parameter welche Schichtqualität beim Magnet. Sputtern bestimmen

- Substrattemperatur

- Schichtwachstumsrate und Beschichtungsdauer

- Ionisierungsgrad und Substrat BIAS

- Kammer- und Partialdrücke

- Targetmaterial

- Anordung BT , Quelle und Bewegung

-Substratkenngrößen: Material, Oberflächenzustand (Rauheit, Verunreinigung, chem. Beschaffenheit)

- Form des BT

Vergleich EB-PVD und Kathodenzerstäubung

Teilchenquelle:

  • EB-PVD:
    • therm. Verdampfungsmechanismus
    • niedrige kin. Energie der Dampfatome (0,1eV)
    • hohe Verdampfungsrate
    • gerichtetes Schichtwachstum
    • verfügbarkeit hochreiner Verdampferquellen
  • Magnetron:
    • Zerstäubung mittels Ionenbeschuss
    • hohe Kin. Energie der zerstäubten Atome (2-30eV)
    • niedrige Verdampfungsrate
    • gerichtetes Schichtwachstum
    • große Zahl an Zerstäubungstargets verfügbar. Reinheit materialabhängig

Dampfphase

  • EB-PVD:
    • Verdampfte Atome in Ultrahochvakuum (10^-6mbar)
    • mittlere freie Weglänge größer als Substrat- Quellen abstand
    • wenig Kollisionen, wenig Reaktion mit Gasen
  • Magnetron:
    • Zerstäubte Atome im Hochdruckbereich (10^-3mbar)
    • mittlere freie Weglänge kürzer als Substrat-Quellen-Abstand
    • viele Kollisionen
    • große Bereitschaft zur Reaktion mit Gasen

die kondensierte Schicht

  • EB-PVD:
    • kondensierte Atome relativ niedriges Energieniveau
    • geringfügige Gaseinbringung
    • Korngröße größer als bei Kathodenzerst.
    • geringfügere Texturierung der Schicht
  • Magnetron
    • kondensierte Atome besitzen noch viel Energie
    • gasatome teilweise in Schicht eingebracht
    • gute Haftung auf Substrat
    • stärkere Texturierung

 

Bsp. für Magnetronschichten

- spiegel für opt. und Röntgenmikroskope

- nachtsichtgeräte

- Flugtiebwerke

- Gasturbinenschaufeln

- Solarpaneele

- DVD

-Magnetspeicher

- Architikturglas

- Filter und Linsen

- Verschleißschutz: Werkzeuge, Bohrer, Motorenkomponenten

 

Besonderheiten, Verfahrensmerkmale, Eigenschaften Acr PVD

- Lichtbogen- sehr hohe Energuedichte- schnelles Aufheizen der Targetoberfläche-> explosionsartiges Verdampfen

- Kondensation BT meist für Hartstoffschichten

- Substrat ständig unter negativer Bias-Spannung

- Beschichtungstemperatur 250-400°C

- hoher Ionenanteil- verdampftes Material

- gute Schichtdickengleichmäßigkeit

- Kathoden können in jeder Positon verwendet werden

Eigenschaften:

- hohe Härte,

- äußerst dichtes Gefüge,

- sehr gute Haftung Grundwerkstoff,

- niedriger Reibkoeffizient

- chem. stabil und reaktionsträge

- schlecht wärmeleitend

Vor- und Nachteile Arc PVD

Vorteile:

- viele Schichtmaterialien

- Legierungen behalten zusammensetzung (Dampfdruck weniger wichtig)

- hoher Ionisierungsanteil -> dichte Schichten

Nachteile

- Dropletbildung ohne Filter

- komplexe BR nut eingeschränkt beschichtbar (line of sight)

- aufwendige Anlagentechnik

Allgemein Vor und Nachteile PVD

 

Vorteile:

- viele Schichtmaterialien mgl,

- Vielfalt der beschichteten Substratmaterialien

- gute Schichthaftung

- Schichteigenschaften durch Prozessparameter gut steuerbar

- hochreine Schichten

Nachteile:

- aufwendige, teure und tech. anspruchsvolle Verfahren

- schichtdicke meist nur dünn (Ausnahme Verdampfen)

- komplexe BT nur eingeschränkt beschichtbar (line of sight)

Grundsätzliche Phänomene der Strukturentwicklung

- thermisch aktivierte Atomprozesse

- Keimbildung durch Adatomwanderung

- Keimwachtum durch Oberflächendiffusion

- Kornwachstum durch Volumendiffusion

Stufen des PVD- Schichtwachstums

- Keimbildung

- Inselwachstum (Of-diff., Kristallwachstum auf Substrat, Keimbildung

- Koaleszens 1 ( Of-diff., Kristallwachstum, Massendiff., sek. Keimbildung)

- Koaleszens2 Kanalwachstum ( Of-diff., Kristallwachstum, Massendiff., Kornwachstum, sek. Keimbildung)

- Dickenwachstum (Of-diff., Kristallwachstum, Vol.diff., Kornwachstum)

 

Entwicklung der Strukturzonen

- Abscheidetemp. ist entscheident

-wenig therm. Energie ->geringe Of diff, kein Vol. diff

Struktur Zone 1a

- keine Beweglichkeit

- Abschattung

- Ballistisch geprägtes Wachstum

- Höhlräume. Stengelgefüge

- nahezu Amopher Werkstoff

- keine bevorzugte Orientierung

Ergebnis: poröse, kulumnare Schicht mit amophem oder teilkristallinem Charakter -> keine techn. Verwendung

Strukturzone 1b

ähnlich wie Zone 1a allerdings bevorzugte Orientierung

- Stoßkaskaden führen zu einer atomistischen Verschiebung ganzer Kristallbereiche, Höhlräume zwischen den Kristalliten werden aufgefüllt

- keine Diff. prozesse

Strukturzone 1c

Oberflächendiff

keine Diff zw. Körnern

Abschattung

facettierte Säulen

polykrist. Ws

keine bevorzugte Orientierung

Hohlraumwachstum und Breitenwachstum von Atommobilitätabhängig

Strukturzone T

- starke Of- diff

- Kristallwachstum mit Wachstumsauslese (überwachsen von Körnern)

- V-förmige Facettierte Säulen

- bevorzugte Orientierung: Kristallebenen mit schnellster Wachstumsrichtung

- Strukturänderung mit zunehmender Schichtdicke

- adatome diff. auf Kornoberfläche und von Korn zu Korn

 

Strukturzone II

starke Ofdiff

Kristallwachstum

Rekristallisation

keine abschattung

rechteckige Säulen

Plykrist. Ws

bevorzugte Orientierung: Kristallebene mit niedriger Of- energie

homogene Schichtstruktur

- rasche Wachstumsauslese sorgt für wenig Kolumnen, die in Dickenrichtung wachsen können

-Ausbildung gleichmäßige Schichtmorphologie

Strukturzone III

Ausbildung vollständig globulares Gefüge

Oberflächen- und Volumendiff. sorgen für Diffusionsaktivität

-kristallwachstum

- Rekristallisation

- große Körner

- polykrist. Werkstoff

- nicht immer bevorzugte Orientierung

Einfluss der Bias-Spannung auf die Morphologie

- Bevorzugte AAbstäubung von Kanten und Spitzen

- Überwinden von Abschattungseffekten

- Verstärke Diffusion in der Schicht

- Verstärte interdiffusion

- Punktförmige Ortsveränderung in der Schicht

Laser/ Laserauftragsschweißen

- pulverförmiger Spritzzusatz wird über eine geeignete Pulverdüse in den Laserstrahl eingebracht

- mittels Laser werden Pulver und minimaler Teil des Grundwerkstoffs (µm) aufgeschmolzen -> metallurgische Verbindung

- Schutzgas zum Schutz Schmelzbad

- Einsatzgebiet: partielees Beschichten von Stanz, Biege oder Schneidwerkzeug

- Pulvereintrag seitlich (Pulver geht daneben) oder koachsial mgl  Nachteil Pulver: Pulverpartikel können anhaften-> raue OF

- Eintrag koachsial auch mit Draht mgl. sehr gute OF aber schlechtere Strukturauflösung: 600µm

Flammspritzen mit Draht oder Stab

- kontinurierliches Aufschmelzen des Spritzwerkstoffes im Zentrum einer Acetylen-Sauerstoffflamme

- mit hilfe von Trägergas werden die abgelösten Teilchen auf WSof geschleudert

- Werkstoffe: Cu, Zn, Al zum Korrschutz sowie Chromstähl und Mo

- Anwendung für Schaltgabeln, Synchronringe und Kolbenringe (Automobil)

Flammpritzen mit Pulver

- Pulverförmiger Spritzzusatz wird in Acetylen-Sauerstoffflamme an oder aufgeschmolzen mit expandierendem Verbrennungsgas aufgeschleudert

- ggf. zusätzliches gas wie Ar oder N

- Werkstoffe sehr vielfältig

durch therm. Prozess Haftung auf OF erheblich gesteigert -> Spritzschicht wird gas- und flüssigkeitsdicht

Einsatzgebiete: Wellenschonbuchsen, Lagersitze, Ventilatoren, Rotoren von Extruderschnecken

 

Hochgeschwindigkeitsspritzen

wie Pulverspritzen nur mit hohen Drücken, nachgeordnete Expansionsdüseerzeugt gewünscht hohe Expansionsgeschwindigkeit

enorm dichte Schicht mit ausgezeichneter Hafteigenschaft

für dünne Schichten mit hoher Maßgenauigket

Einsatzgebiete: Luftfahrtbauteile, Walzen, Teile für petrochem. und chem Maschinen, mech. Dichtungen

Lichtbogenspritzen

Erzeugung Lichtboden (2elek. leitende Drähte werden gekreuzt + elekt. Spannung)

Drähte werden aufgeschmolzen + Zerstäubergas auf Substrat geschleudert

nichtelek. leitende Materialen in Fülldrähten

Verwendung: Beschichten großer Flächen wie Behälter, Rohre und Rollen z.b gegen Korr

Plasmaspritzen

pulverförmiger Werkstoff durch Plasmastrah aufgeschmolzen

Plasma durch Lichtbogenerzeugt -> Gase werden durch Plasma und Lichtbogen dissoziert und ionisiert -> hohe Ausströmgeschwindigkeit

-APS (in normaler Atmosphäre) gute Haftung und niedrige Porosität

Einsatz: Luft und Raumfahrt: Wärmedämmschichten Einflaufflächen

Werkstoffe: hohe Schmelztem. WC/Cr3C2, Cr2O3, Al2O3, TiO2, ZrO2

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