Numerik

Prüfungsvorbereitung

Prüfungsvorbereitung


Luise Meier
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene mathematische Konzepte auf Universitätsniveau, insbesondere im Bereich der Numerik. Sie decken Themen wie Matrizen, Polynome, Interpolation, Fixpunktsätze und verschiedene numerische Verfahren ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Forscher, die sich mit der Lösung linearer und nichtlinearer Gleichungssysteme, Fehlerabschätzungen und der Analyse von Algorithmen beschäftigen. Die enthaltenen Bilder und Multiple-Choice-Fragen helfen dabei, komplexe Konzepte wie die Cholesky-Zerlegung, Gauß-Quadratur und die Newton-Methode besser zu verstehen.
Karten
86
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Mathematik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.01.2014 / 05.06.2020

Lernkarten

Welche Norm wird bei der Tschebyscheff-Approximation verwendet?

die Maximumsnorm

Vorteil: größte Abweichung soll kleiner werden, immer im Mittel jedoch größer als L2-Norm (Gauss)

Was sind die Newton-Cotes-Formeln?

Wie sind die Stützstellen verteilt?

Die Stützstellen sind äquidistant verteilt

  1. abgeschlossene NCF:  (a,b sind Stützstellen)
    xi =  a + iH,  H = (b-a)/n
  2. offene NCF:  (a,b sind keine Stützstellen)
    xi =  a + (i+1)H,  H = (b-a)/n

Was sind Quadratur-Formeln?

zur näherungsweisen Berechnung bestimmter Integrale

Eine Quadraturformel  In wird mindestens von der Ordnung m genannt, wenn durch sie wenigstens alle Polynome aus Pm-1 exakt integriert werden

Was ist die Trapenzregel?

Welche Fehlerabschätzung gilt?

abgeschlossene Newton-Cotes-Formel:

 

Was ist die Simpsonregel?

abgeschlossene NCF

Was ist die Mittelpunktregel?

offene Newton-Cotes-Formel

Polynome bis zu welcher Ordnung werden bei n+1 verschiedener Stützstellen von der Newton-Cotes-Formeln exakt integriert?

allgemeine Ordnung zu n+1 verschiedenen Stützstellen: Quadraturformel I(p) von Ordnung n+1 --> Polynome p €  Pn

falls n gerade: I(p) von Ordnung n+2 und p €  Pn+1  weil Polynome mit ungeradem Exponent punktsymmetrisch zum Ursprung sind.

Wie lassen sich die Gewichte der Newton-Cotes-Formeln berechnen?

  • bei Trapez (n=1): alpha0 = alpha1 = H/2  mit H=(b-a)/n
  • bei Simpson (n=2): alpha0 = alpha2 = H/3,  alpha1 = 4H/3

 

Wie viele Stützstellen benötigt, damit ein Interpolationspolynom von Grad n Polynome der Ordnung 2n +2 exakt integriert?

n+1

Die Quadraturordnung hängt von der Wahl der Stützstellen ab. Für spezielle Wahl der xi ist bei n+1 Stützstellen die maximal erreichbare Ordnung der Quadraturformel  2n + 2, es geht nicht besser!  p € P2n+1
Die xi sind dann gerade die Nullstellen des Orthogonalpolynoms port(x) vom Grad n+1  bzgl des betrachteten Skalarprodukts.

 

Was ist das Romberg-Integrationsverfahren?

Welches schon bekannte Prinzip taucht wieder auf?

Idee: Extrapolation der Trapezregel. Es wird ausgenutzt, dass sich der Fehler für die Trapezregel T(h) in eine Potenzreihe in h2 (statt nur h) entwickeln lässt  -->  es ist eine Extrapolation in Quadraten der Schrittweite möglich, die deutlich schneller konvergiert als die einfache Extrapolation zum Limes.  (Schrittweite = Breite der Trapeze)

 

Prinzip der Extrapolation zum Limes (Richardson Extrapolation)

Während der Durchführung einer Gauß-Elimation ist ein Diagonalelement fast Null, welche Probleme ergeben sich hieraus?

Wie löst man das Problem in der Praxis?

A ist fast singulär (nicht invertierbar) --> LR Zerlegung ist instabil

Das Problem lässt sich durch Pivotisierung und Zeilenäquilibrierung stabilisieren

3 wichtigsten Vektornormen?

  • Maximumsnorm = maximale Zeilensumme
  • l1-Norm = maximale Spaltensumme
  • euklidische Norm = Spektralnorm, wobei max ( |EW| )0,5  für hermitesche Matrizen einfach nur max ( |EW| )

 

Was heißt hermitesch?

selbstadjungiert,  A stimmt mit der transponierten und komplex konjugierten Matrix überein

Wie erhält man bei einer Gauß-Elimination automatisch eine LR-Zerlegung?

(Die L Matrix wird in den freien Plätzen der R Matrix gespeichert)

Man muss beim "auf die Stufenform bringen" bestimmte Regeln befolgen:

  • am besten keine Zeilen vertauschen, sonst PA = LR
  • von der 2.Zeile , mit dem zu elimnierenden Betrag, wird die 1.Zeile mit passend multiplizierten Faktor abgezogen, sodass eine Null entsteht

R ist dann die Matrix in Stufenform (obere Dreiecksmatrix)

L sind die multiplizierten Faktoren, bei der Gauß-Elimination (1.Schritt in 1. Spalte, auf Diagonalen mit 1 auffüllen)

In welcher Situation ist die Durchführung einer LR-Zerlegung von A einer Gauß-Eliminationdes LGS Ax=b vorzuziehen?

wenn man das Lösen eines quadratischen, eindeutig lösbaren LGS als Computerprogramm umsetzen will

gleicher Rechenaufwand, aber in der Praxis tritt häufig der Fall auf, dass sich die Rechte Seite b ändert, während die Matrix unverändert bleibt --> auch L und R bleiben auch bei sich ändernden b gleich

Was ist Pivotisierung?

  • Gaußsche Elimination erfordert oft Zeilenvertauschung, da z.B. das Pivotelement (a11) ungleich 0 sein muss.
  • Am geschicktesten wählt man eine 1, bei Berechnung mit dem Computer am sinnvollsten as betragsgrößte Element, um einen möglichst stabilen Algrotihmuss zu erhalten (Totalpivotisierung)

Pivotisierung ist ohne nennenswerten Zusatzaufwand durchführbar, wenn die Vertauschungen in einem Indexvektor gespeichert werden.

 

Was besagt der Sörungssatz für lineare Gleichungssysteme?

Störungssatz gilt nur für Näherung: dA < ( || A-1 || )-1

Matrix A sei regulär

--> gestörte Matrix ist ebenfalls regulär  A' = A + dA

Ist die Kondition der Matrix groß, so ist auch der Fehler in der Lösung groß!

 

Wie ist allgemein die Kondition einer Matrix definiert?

Ist A symmetrisch und positiv definit (s.p.d bzw. hermitesch), dann gilt

Meistens verwendet man die Maximumsnorm (oder die euklidische Norm)

 

Wann werden Fehler in den Eingansdaten enorm verstärkt? (bei LGS)

Kondition cond(A) ist der Verstärkungsfaktor

Je größer cond(A) desto schlechter konditioniert ist das Problem.

Ist das Gram-Schmidt-Verfahren wegen Rundungsfehler ...

Was ist die QR-Zerlegung?

Die Zerlegung A = Q • R ist eindeutig für eine rechteckige Matrix A € Km x n mit m >= n und Rang(A) = n

  • Q = orthogonale (bzw unitäre für m=n) Matrix
  • R = obere Dreiecksmatrix

Es gibt verschiedene Algorithmen z.B. Housholder-Verfahren, Gram-Schmidt-Verfahren

Welchen Vorteil hat das Newton-Verfahren gegenüber direkten Verfahren wie z.B. der LR-Zerlegung bzgl der Anwendbarkeit?

  • gilt auch für nichtlineare Gleichungen
  • konvergiert lokal quadratisch (d.h. Startwert muss nahe an Lösung sein)

Was ist das Newton-Verfahren?

zum Lösen nichtlinearer Probleme

iterativ:

Wie ist die Konvergenzordnung definiert?

~ Konvergenzgeschwindigkeit

  • superlineare Konvergenz:  c --> 0 
    (für steigende Interationen immer schneller gegen Lösung)
  • lineare Konvergenz: c = konstant

Was ist ein Fixpunkt?

Ein Fixpunkt erfüllt die Gleichung f(xi) = xi

Was für zwei Typen von Fixpunkten gibt es?

  • stabil  | f'(x) |  < 1  (Im Schnittpunkt)
  • instabil  | f'(x) |  > 1

Anschaulich: Man kann die Funktion auf den Punkt selbst anwenden, ohne ihn zu verändern, wobei eine Störung wenig bzw. viel ändert, indem sie zum Fixpunkt hinführt bzw. wegführt

Was ist eine Kontraktion?

wenn die Lipschitz-Konstante q < 1 ist

Wie groß ist der Aufwand zur Bestimmung der Koeffizienten bei Lagrange-Polynomen?

keiner bzw O(1), da die y-Werte der Stützstellen direkt als Koeffizienten verwendet wwerden können

Wie kann die Extrapolation ohne explizite Berechnung des Interpolationspolynoms durchgeführt werden?

mit dem Neville-Schema

Welche Basispolynome ergeben sich für das Gewicht w(x):

die Tschebyscheff-Polynome

Was ist die summierte Trapenzregel?

Was gilt für die Fehlerabschätzung?

n=3

Trapezregel wird für jedes Intervall angewendet --> kleinerer Fehler

z.B. 4 Stützstellen, 3 Intervalle!

Was ist die maximal erreichbare Ordnung der Gauß-Quadraturformel?

Die Quadraturordnung hängt von der Wahl der Stützstellen ab. Für spezielle Wahl der xi ist bei n+1 Stützstellen die maximal erreichbare Ordnung der Quadraturformel  2n + 2, es geht nicht besser! --> Durch Gauß-Quadratur lassen sich Polynome vom Grad 2n+1 exakt integrieren.
Die xi sind dann gerade die Nullstellen des Orthogonalpolynoms p(x) vom Grad n+1  bzgl des betrachteten Skalarprodukts

Welche Polynome ergeben sich für Gewichtsfunktion w(x) > 0?

  • allgemeines w(x) > 0:
    Konstruiere Orthogonalpolynom p bzg. (•,•)w durch orthogonalisieren der Monombasis
  • w(x) = 1 --> Legendre-Polynome
  • w(x) = 1/sqrt(1+x2)  -->  Tschebycheff-Polynome

Wie viele Stützstellen benötigt man um mit Gauß-Quadratur ein Polynom p € P4 exakt integrieren zu können?

Wie viele Nullstellen hat das Orthogonalpolynom?

p € P4 = P2n+1  ----> 4 = 2n + 1 ---> n = 2

benötigte Stützstellen: n+1  = 3

Die Anzahl der Nullstellen von port € P3 = Pn+1  ist gleich der Anzahl der benötigten Stützstellen

 

Welchen Grad haben die Tschebycheff-Polynome für eine Quadraturformel die Polynome der Ordnung p € P3 exakt bestimmt?

p € P3 =  P2n+1   -->  3 = 2n +1  --> n = 1

T = port  € Pn+1   --> T ist von Grad 2

 

Was gilt für quadratische Matrizen?

  • m=n
  • Ax = b ist für jedes b eindeutig lösbar
  • Rang(A) = n
  • det(A) =/= 0  --> A ist regulär
  • inv(A) ist regulär, transp(A) ist regulär
  • alle Eigenwerte von A =/= 0

Was für direkte Verfahren zur Lösung LGS gibt es?

Was für iterative Verfahren zur Lösung LGS gibt es?

direkt (exakt):  Cholesky, QR, LR

iterativ: Newton  (Approximative Lösung von x)

Was ist a posterori/ a priori Fehlerabschätzung?

  • a priori: vor Berechnung, hängt also nicht von berechneten Daten ab
  • a posterori: Fehlerabbhängigkeit von Approximation

Was ist der Rechenaufwand für eine LR-Zerlegung?

durch Gauß-Elimination
j = 1, ... , n-1

  • Einträge in L:  (n-j) Divisionen
  • Einträge in R: (n-j)2 Multiplikationen

--> 1/3 n3 + O(n2)

Was ist der Rechenaufwand einer Gauß-Elimination

~ Aufwand LR

1/3 n3 + O(n2)

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