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Lernkarten
55 Geben Sie die Definition von Pflanzengesellschaft und charakterisieren Sie eine Gesellschaft!
Eine Pflanzengesellschaft ist die Grundeinheit der Vegetationskunde: eine Gruppe ähnlicher
Pflanzengemeinschaften. (Eine Pflanzengemeinschaft ist der Einzelbestand einer durch Standort- und
Konkurrenzbedingungen geprägten Kombination von Pflanzenarten.)
Glatthaferwiese (Arrhenatheretum): Schnittnutzung/Mahd (2- bis max. 3-schürig) und eventl. Nachweide,
pro Schnitt ein Ertrag von 20 bis 30 dt TM/ha, Ertrag pro Jahr 40 bis 150 dt/ha beste Ausprägung und
häufigste Verbreitung im süddeutschen Raum, hochwüchsige und krautreiche Bestände, frische, basenreiche
Böden, Boden-pH um 6, in klimatisch begünstigten Lagen, BWZ-Wertzahl: 5,01 bis 6,15; Kennarten:
Wiesenkerbel, Glatthafer, Wiesenpippau, wilde Möhre, Wiesenlabkraut, Wiesenstorchschnabel, Bärenklau,
Zaunwicke
56 Was versteht man unter Grünlandextensivierung? Wo ordnet sich ökologisch bewirtschaftetes Grünland ein?
• kein Einsatz von synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln, bzw. Reduzierung der Düngung
• Reduzierung der Nutzungsfrequenz und -intensität
• Reduzierung des Viehbesatzes
• im Rahmen der Naturschutzauflagen:
• keine Bearbeitung nach dem 15. März
• keine Nutzung vor dem 15. Juni, 1. Juli, 15. Juli, etc.
=> Die Pflanzenbestände weisen einen mittleren Futterwert auf und nehmen auch im Arteninventar eine
Mittelstellung zwischen dem Wirtschafts- und dem Biotopgrünland ein. Die Anzahl der Pflanzenarten ist mit
30 bis 45 pro 25 m² Referenzfläche vergleichsweise hoch. Bezüglich der floristischen und faunistischen
Biodiversität wird dieser Typ nur noch vom Biotopgrünland übertroffen.
Konsequenzen der Extensivierung:
• verzögerter Schnitt: Reduzierung von NEL (Energiegehalt), Rohproteingehalt, VQOS (Verdaulichkeit der
organischen Substanz), Anstieg des Trockenmasse-Ertrages
• geringe Besatzdichte: verstärkte Selektion durch die Weidetiere, größere Trittverluste, reduzierte
Produktivität, Zunahme von Weideunkräutern
• unterlassene Frühjahrspflege: Zunahme offenen Bodens, Keimung abreifender Samen, Zunahme von
Unebenheiten (nachteilig bei der Mahd, Abnutzung steigt)
Ökologisch bewirtschaftetes Grünland kann sowohl intensiv als auch extensiv bewirtschaftet werden. Die
Zielsetzung des ökologischen Landbaus entspricht jedoch in vielen Bereichen der Zielsetzung der
Grünlandextensivierung.
57 Was ist selektives Fressverhalten und welche Konsequenzen hat es für den Grünlandbestand?
Unter selektivem Fressverhalten versteht man bei der Beweidung das Stehenlassen von unbeliebten
Pflanzenarten durch das Vieh.
=> Unbeliebte Pflanzenarten können sich ungehindert verbreiten, wenn keine regelmäßige Nachmahd
durchgeführt wird.
58 Welche Aufgaben hat der Futterbau (GL u. FFB) im Allgemeinem und speziell im ÖL?
Futterbau soll die Versorgung eines angemessenen Viehbestandes mit vollwertigem Futter sicherstellen.
Im wechselnden Verlauf der Jahreszeiten soll der Futterbau die Verfügbarkeit von Grün- und Gärfutter
(Silage), Heu und anderem Trockenfutter - angepasst an die physiologischen Anforderungen der Tiere -
sicherstellen.
Dabei soll der Futterbau die Versorgung in der langen Winterzeit durch Winterzwischenfrüchte und anderes
Frischfutter sowie durch planmäßige Bevorratung mit möglichst hochwertigen Futterkonserven sicherstellen.
In der ökologischen Landwirtschaft ist es Ziel einen geschlossenen Betriebskreislauf zu erzielen, also den
eigenen Viehbestand möglichst mit eigen produzierten Futtermitteln zu versorgen.
59 Nennen Sie 4 pflanzensoziologische Grünlandgesellschaften. Welche Nutzungs- und Standortbedingungen prägen sie?
• Glatthaferwiese (Arrhenatheretum): Schnittnutzung/Mahd (2- bis max. 3-schürig) und eventl. Nachweide,
pro Schnitt ein Ertrag von 20 bis 30 dt TM/ha, Ertrag pro Jahr 40 bis 150 dt/ha beste Ausprägung und
häufigste Verbreitung im süddeutschen Raum, hochwüchsige und krautreiche Bestände, frische,
basenreiche Böden, Boden-pH um 6, in klimatisch begünstigten Lagen, BWZ-Wertzahl: 5,01 bis 6,15;
Kennarten: Wiesenkerbel, Glatthafer, Wiesenpippau, wilde Möhre, Wiesenlabkraut,
Wiesenstorchschnabel, Bärenklau, Zaunwicke
• Goldhaferwiese (Trisetetum): Schnittnutzung mit extensiver Beweidung/verminderter
Bewirtschaftungsintensität, Schnitt mit geringer Frequenz, in Berglagen Mitteleuropas bis 800 m Höhe
(montane Stufe) vorkommend, vorwiegend auf sauren Böden (Boden-pH um 5), kühl und
niederschlagsreich, 30 bis 50 dt/ha und Jahr, krautreiche Bestände, Ersatzgesellschaft für Glatthaferwiesen
(dort wo Glatthafer nicht wächst); Kennarten: Goldhafer, Wolliges Honiggras, Rotschwingel,
Wiesenknöterich
• Weißklee-Weidelgras-Weide (Lolio-cynesuretum): Beweidung, wirtschaftlich wertvollste
Pflanzengesellschaft, Ergebnis hoher Intensitätsstufe, intensive Bewirtschaftung in ungünstigen Lagen
notwendig, Schwerpunkt in meeresnahen Regionen, untergrasreiche, oft artenarme Bestände, Boden-pH
um 6; Kennarten: Deutsches Weidelgras, Weißklee, Hirtentäschel, Flechtstraußgras, Quecke,
Breitwegerich, Gänsefingerkraut, Stumpfblättriger Ampfer; BWZ-Wertzahl: 6,35 bis 7,55
• Rotschwingelweide (Festuco-cynesuretum): extensive Beweidung, Schwerpunkt in Höhenlagen der
Mittelgebirge, hohe Niederschlagsmengen, niedrige Temperaturen, ca. 70 dt/ha/Jahr, Boden-pH um 5;
Kennarten: Rotschwingel, Weißklee, Frauenmantel, Schafschwingel, Ferkelkraut, Bergplatterbse,
Hornklee, Borstgras, Kleine Bibernelle, Waldhahnenfuß, Horstrotschwingel; BWZ-Wertzahl: 4,36 bis 5,51
60 Warum ist Rumex obtusifolius (Stumpfblättrige Ampfer) ein „Problemunkraut“ im Dauergrünland? Wie kann man seine Einwanderung und Ausbreitung regulieren?
Der Stumpfblättrige Ampfer ist ein absolutes Unkraut - ein Platz- und Nährstoffräuber für futterwirtschaflich
wertvolle Pflanzenarten. Jede Pflanze produziert etwa 20.000 Samen, die bis zu 60 Jahre keimfähig bleiben.
Bekämpfung:
• Verhinderung der generativen Vermehrung durch Schnitt vor der Samenreife, Entfernen der Fruchtstände,
Nachmahd)
• manuelles oder maschinelles Ausstechen (15 cm tief)
61 Wie unterscheidet sich Umtriebsweide von Vielschnittwiese? Nennen Sie Stichworte von Nutzungscharakteristik und deren Auswirkung auf Narbe und Management.
Umtriebsweide Vielschnittwiese
Nutzung • intensive Beweidung
• Gesamtfläche in > als acht Koppeln unterteilt
• knappe Flächenzuteilung
• Fresszeiten je Koppel sind ca. 1 - 3 Tage
• Ruhezeiten zwischen Beweidung 3 - 6 Wochen
intensive Schnittnutzung
Umtriebsweide Vielschnittwiese
Auswirkungen
auf die Narbe
knappe Flächenzuteilung bewirkt
• geringere Futterselektion
• Trittbelastung der Fläche
• Gefahr für Grasnarbenverletzungen
häufiger Schnitt => niedrige
Grasnarbe, begünstigt das Wachstum
von niedirgwüchsigen Pflanzenarten
geschlossene Narbe
Management hoher Pflegeaufwand auf den einzelnen Flächen
=> Schleppen, Nachsaat, Nachmahd
• geringerer Pflegeaufwand
• allerdings: durch den Export von
Nährstoffen muss die Fläche
gedüngt werden
62 Wie ist der Feldfutterbau strukturell gegliedert? Zu welchen Kategorien gehört das Landsberger Gemenge und aus welchen Arten besteht es?
• Hauptfruchtfutterbau (mehrjährig)
• Hauptfruchtfutterbau (einjährig und überjährig)
• Zweitfruchtfutterbau
• Winter-Zwischenfruchtfutterbau
• Sommer-Zwischenfruchtfutterbau
Das Landsberger Gemenge gehört zur Kategorie des Winter-Zwischenfruchtfutterbaus und besteht aus:
• Winterwicke
• Inkarnatklee
• Welschem Weidelgras