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L. N.
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über den Feldfutterbau und die Bewirtschaftung von Grünland. Sie behandeln Themen wie die Gliederung des Feldfutterbaus, die Unterschiede zwischen Umtriebsweide und Vielschnittwiese, sowie die Bedeutung von Leguminosen und Nährstoffen. Die Karteikarten sind ideal für Landwirte und Naturliebhaber, die mehr über die Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden erfahren möchten, um eine nachhaltige und effiziente Nutzung dieser Flächen zu gewährleisten.
Karten
88
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
27.04.2014 / 03.06.2025

Lernkarten

55 Geben Sie die Definition von Pflanzengesellschaft und charakterisieren Sie eine Gesellschaft!

Eine Pflanzengesellschaft ist die Grundeinheit der Vegetationskunde: eine Gruppe ähnlicher

Pflanzengemeinschaften. (Eine Pflanzengemeinschaft ist der Einzelbestand einer durch Standort- und

Konkurrenzbedingungen geprägten Kombination von Pflanzenarten.)

Glatthaferwiese (Arrhenatheretum): Schnittnutzung/Mahd (2- bis max. 3-schürig) und eventl. Nachweide,

pro Schnitt ein Ertrag von 20 bis 30 dt TM/ha, Ertrag pro Jahr 40 bis 150 dt/ha beste Ausprägung und

häufigste Verbreitung im süddeutschen Raum, hochwüchsige und krautreiche Bestände, frische, basenreiche

Böden, Boden-pH um 6, in klimatisch begünstigten Lagen, BWZ-Wertzahl: 5,01 bis 6,15; Kennarten:

Wiesenkerbel, Glatthafer, Wiesenpippau, wilde Möhre, Wiesenlabkraut, Wiesenstorchschnabel, Bärenklau,

Zaunwicke

56 Was versteht man unter Grünlandextensivierung? Wo ordnet sich ökologisch bewirtschaftetes Grünland ein?

• kein Einsatz von synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln, bzw. Reduzierung der Düngung

• Reduzierung der Nutzungsfrequenz und -intensität

• Reduzierung des Viehbesatzes

• im Rahmen der Naturschutzauflagen:

• keine Bearbeitung nach dem 15. März

• keine Nutzung vor dem 15. Juni, 1. Juli, 15. Juli, etc.

=> Die Pflanzenbestände weisen einen mittleren Futterwert auf und nehmen auch im Arteninventar eine

Mittelstellung zwischen dem Wirtschafts- und dem Biotopgrünland ein. Die Anzahl der Pflanzenarten ist mit

30 bis 45 pro 25 m² Referenzfläche vergleichsweise hoch. Bezüglich der floristischen und faunistischen

Biodiversität wird dieser Typ nur noch vom Biotopgrünland übertroffen.

Konsequenzen der Extensivierung:

• verzögerter Schnitt: Reduzierung von NEL (Energiegehalt), Rohproteingehalt, VQOS (Verdaulichkeit der

organischen Substanz), Anstieg des Trockenmasse-Ertrages

• geringe Besatzdichte: verstärkte Selektion durch die Weidetiere, größere Trittverluste, reduzierte

Produktivität, Zunahme von Weideunkräutern

• unterlassene Frühjahrspflege: Zunahme offenen Bodens, Keimung abreifender Samen, Zunahme von

Unebenheiten (nachteilig bei der Mahd, Abnutzung steigt)

Ökologisch bewirtschaftetes Grünland kann sowohl intensiv als auch extensiv bewirtschaftet werden. Die

Zielsetzung des ökologischen Landbaus entspricht jedoch in vielen Bereichen der Zielsetzung der

Grünlandextensivierung.

57 Was ist selektives Fressverhalten und welche Konsequenzen hat es für den Grünlandbestand?

Unter selektivem Fressverhalten versteht man bei der Beweidung das Stehenlassen von unbeliebten

Pflanzenarten durch das Vieh.

=> Unbeliebte Pflanzenarten können sich ungehindert verbreiten, wenn keine regelmäßige Nachmahd

durchgeführt wird.

58 Welche Aufgaben hat der Futterbau (GL u. FFB) im Allgemeinem und speziell im ÖL?

Futterbau soll die Versorgung eines angemessenen Viehbestandes mit vollwertigem Futter sicherstellen.

Im wechselnden Verlauf der Jahreszeiten soll der Futterbau die Verfügbarkeit von Grün- und Gärfutter

(Silage), Heu und anderem Trockenfutter - angepasst an die physiologischen Anforderungen der Tiere -

sicherstellen.

Dabei soll der Futterbau die Versorgung in der langen Winterzeit durch Winterzwischenfrüchte und anderes

Frischfutter sowie durch planmäßige Bevorratung mit möglichst hochwertigen Futterkonserven sicherstellen.

In der ökologischen Landwirtschaft ist es Ziel einen geschlossenen Betriebskreislauf zu erzielen, also den

eigenen Viehbestand möglichst mit eigen produzierten Futtermitteln zu versorgen.

59 Nennen Sie 4 pflanzensoziologische Grünlandgesellschaften. Welche Nutzungs- und Standortbedingungen prägen sie?

• Glatthaferwiese (Arrhenatheretum): Schnittnutzung/Mahd (2- bis max. 3-schürig) und eventl. Nachweide,

pro Schnitt ein Ertrag von 20 bis 30 dt TM/ha, Ertrag pro Jahr 40 bis 150 dt/ha beste Ausprägung und

häufigste Verbreitung im süddeutschen Raum, hochwüchsige und krautreiche Bestände, frische,

basenreiche Böden, Boden-pH um 6, in klimatisch begünstigten Lagen, BWZ-Wertzahl: 5,01 bis 6,15;

Kennarten: Wiesenkerbel, Glatthafer, Wiesenpippau, wilde Möhre, Wiesenlabkraut,

Wiesenstorchschnabel, Bärenklau, Zaunwicke

• Goldhaferwiese (Trisetetum): Schnittnutzung mit extensiver Beweidung/verminderter

Bewirtschaftungsintensität, Schnitt mit geringer Frequenz, in Berglagen Mitteleuropas bis 800 m Höhe

(montane Stufe) vorkommend, vorwiegend auf sauren Böden (Boden-pH um 5), kühl und

niederschlagsreich, 30 bis 50 dt/ha und Jahr, krautreiche Bestände, Ersatzgesellschaft für Glatthaferwiesen

(dort wo Glatthafer nicht wächst); Kennarten: Goldhafer, Wolliges Honiggras, Rotschwingel,

Wiesenknöterich

• Weißklee-Weidelgras-Weide (Lolio-cynesuretum): Beweidung, wirtschaftlich wertvollste

Pflanzengesellschaft, Ergebnis hoher Intensitätsstufe, intensive Bewirtschaftung in ungünstigen Lagen

notwendig, Schwerpunkt in meeresnahen Regionen, untergrasreiche, oft artenarme Bestände, Boden-pH

um 6; Kennarten: Deutsches Weidelgras, Weißklee, Hirtentäschel, Flechtstraußgras, Quecke,

Breitwegerich, Gänsefingerkraut, Stumpfblättriger Ampfer; BWZ-Wertzahl: 6,35 bis 7,55

• Rotschwingelweide (Festuco-cynesuretum): extensive Beweidung, Schwerpunkt in Höhenlagen der

Mittelgebirge, hohe Niederschlagsmengen, niedrige Temperaturen, ca. 70 dt/ha/Jahr, Boden-pH um 5;

Kennarten: Rotschwingel, Weißklee, Frauenmantel, Schafschwingel, Ferkelkraut, Bergplatterbse,

Hornklee, Borstgras, Kleine Bibernelle, Waldhahnenfuß, Horstrotschwingel; BWZ-Wertzahl: 4,36 bis 5,51

 

60 Warum ist Rumex obtusifolius (Stumpfblättrige Ampfer) ein „Problemunkraut“ im Dauergrünland? Wie kann man seine Einwanderung und Ausbreitung regulieren?

Der Stumpfblättrige Ampfer ist ein absolutes Unkraut - ein Platz- und Nährstoffräuber für futterwirtschaflich

wertvolle Pflanzenarten. Jede Pflanze produziert etwa 20.000 Samen, die bis zu 60 Jahre keimfähig bleiben.

Bekämpfung:

• Verhinderung der generativen Vermehrung durch Schnitt vor der Samenreife, Entfernen der Fruchtstände,

Nachmahd)

• manuelles oder maschinelles Ausstechen (15 cm tief)

61 Wie unterscheidet sich Umtriebsweide von Vielschnittwiese? Nennen Sie Stichworte von Nutzungscharakteristik und deren Auswirkung auf Narbe und Management.

Umtriebsweide Vielschnittwiese

Nutzung • intensive Beweidung

• Gesamtfläche in > als acht Koppeln unterteilt

• knappe Flächenzuteilung

• Fresszeiten je Koppel sind ca. 1 - 3 Tage

• Ruhezeiten zwischen Beweidung 3 - 6 Wochen

intensive Schnittnutzung

Umtriebsweide Vielschnittwiese

Auswirkungen

auf die Narbe

knappe Flächenzuteilung bewirkt

• geringere Futterselektion

• Trittbelastung der Fläche

• Gefahr für Grasnarbenverletzungen

häufiger Schnitt => niedrige

Grasnarbe, begünstigt das Wachstum

von niedirgwüchsigen Pflanzenarten

geschlossene Narbe

Management hoher Pflegeaufwand auf den einzelnen Flächen

=> Schleppen, Nachsaat, Nachmahd

• geringerer Pflegeaufwand

• allerdings: durch den Export von

Nährstoffen muss die Fläche

gedüngt werden

62 Wie ist der Feldfutterbau strukturell gegliedert? Zu welchen Kategorien gehört das Landsberger Gemenge und aus welchen Arten besteht es?

• Hauptfruchtfutterbau (mehrjährig)

• Hauptfruchtfutterbau (einjährig und überjährig)

• Zweitfruchtfutterbau

• Winter-Zwischenfruchtfutterbau

• Sommer-Zwischenfruchtfutterbau

Das Landsberger Gemenge gehört zur Kategorie des Winter-Zwischenfruchtfutterbaus und besteht aus:

• Winterwicke

• Inkarnatklee

• Welschem Weidelgras

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