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Lernkarten
15 (Fragen von Folie 5) Beschreiben Sie die Humusdynamik nach einem Grünlandumbruch!
Ein Grünlandumbruch zur Grünlandverbesserung bringt erhebliche Nachteile mit sich, zum Beispiel hinsichtlich des Humusgehaltes. Organisch gebundener N wird in großem Umfang mineralisiert, d.h. freigesetzt. Nach einem Grünlandumbruch ist der Gehalt an (Dauer-)Humus im Boden reduziert. Die Bodenruhe wird gestört, was sich negativ auf die Anzahl und Masse an Regenwürmern auswirkt. Je länger der Boden ruht, desto stärker der Aufbau an organischer Substanz.
16 Welche positiven Auswirkungen hat die Bodenruhe unter einer Grasnarbe?
• erhöhter Aufbau organischer Substanz (Humus)
• Förderung des Bodenlebens (Regenwurmmasse steigt)
• zunehmende Aggregatstabilität (steigender prozentualer Anteil wasserbeständiger Aggregate, werden
durch Wasser nicht zerstört - verringerte Erosionsgefahr, keine Verschlämmung)
17 Welche Nachsaatvarianten kennen Sie und wann wenden Sie diese an?
• Übersaat (entweder wird das Saatgut mit einer Drillmaschine ausgebracht - oder das Saatgut wird in Gülle
eingemischt und mit einem Elektrostreuer ausgebracht): bei hohem Lückenanteil
• Durchsaat (das Saatgut wird mit speziellen Sägeräten direkt in den Boden eingebracht): bei weniger
lückiger Grasnarbe und wenig verfilztem Altbestand
• Bandfrässsaat (mit einer speziellen Maschine wird ein Drittel der Grasnarbe abgefräst und eine
konkurrenzfreie Neuansaat ermöglicht: bei stark verfilzten Beständen
Bei allen Formen der Nachsaat von Grünland ist darauf zu achten, dass es nicht zu offenen Flächen in der Grasnabe kommt, die nicht wieder schnell durch Nachsaat geschlossen werden. Sonst kommt es zur Ausbreitung von unerwünschten Pflanzen.
18 (Fragen zur 4. Vorlesung) Worin unterscheiden sich die Nährstoffkreisläufe der Wiese und Weide?
Wiese:
• auf Wiesen muss die Entnahme von Nährstoffen ausgeglichen werden <= Düngung
• Entnahme von Nährstoffen durch den Schnitt/die Mahd
• Eintrag von Nährstoffen durch mineralische und/oder organische Düngung
• Eintrag von Nährstoffen durch Leguminosen (Stickstoff-Fixierung)
Weide:
• weitestgehend geschlossener Nährstoffkreislauf
• Entnahme von Nährstoffen durch Beweidung (Tiere entnehmen die Nährstoffe mit der Nahrung)
• Eintrag von Nährstoffen durch Kot (betriebseigenes und eventl. importiertes Futter)
• Eintrag von Nährstoffen durch Leguminosen (Stickstoff-Fixierung)
In der Regel:
N-Überschüsse auf Weiden
N-Mangel auf Wiesen
19 Welche Auswirkungen hat eine höhere Stickstoffdüngung auf den Grünlandbestand?
Ertragswirkung: Einige Arten im Grünlandbestand reagieren stärker auf Stickstoffdüngung als andere.
• Deutsches Weidelgras reagiert stark => durch N-Düngung wird der Ertrag stark gesteigert
• Leguminosen (z.B. Weißklee) reagieren unflexibel auf N-Düngung => durch die Düngung wird der Ertrag
kaum gesteigert, Verschwendung von Ressourcen
Qualitätswirkung:
• Rohprotein: nach anfänglichem Rückgang deutlicher Anstieg des Rohproteingehaltes; mit steigendem
Rohproteingehalt geht der Kohlehydratgehalt zurück
• Nitrat: mit steigender N-Düngung steigt der Nitratgehalt im Aufwuchs
20 Wie würden Sie die Stickstoffdüngung einer 4-schürigen Wiese gestalten? Was ist zu berücksichtigen?
Stickstoff sollte immer zu den Auswüchsen gedüngt werden:
• im zeitigen Frühjahr, also vor der ersten Mahd (Februar bis März)
• nach der 1. Mahd
• nach der 2. Mahd
• nach der 3. Mahd
Nach der letzten Mahd, im späten Herbst, und im Winter sollte/darf kein Stickstoff gedüngt werden (sorgt
für Verluste - Gülledüngung ist gemäß der Dünge-VO im Winter ohnehin verboten).
21 Welche Nährstoffe sind für Leguminosen von Bedeutung?
• Phosphor und Kalium begünstigen das Wachstum von Leguminosen.
• Auf Stickstoff reagieren Leguminosen unflexibel: der Ertrag wird nicht signifikant gesteigert, die
Knöllchenbakterien sind inaktiv, fixieren keinen Stickstoff.
22 Was müssen Sie bei der Gülledüngung einer Weide beachten?
Grundsätzlich zu berücksichtigen:
• Lagerverluste reduzieren
• Zeitpunkt (Tages- und Jahreszeit) richtig wählen
• Düngeraufbereitung
• bodennahe Ausbringung (z.B. Schleppschläuche, um Verluste zu verringern)
• hohe Verteilgenauigkeit (nicht überlappend, auf einer Teilfläche doppelt düngen)
schnellen Wiederauftrieb nach der Düngung ermöglichen:
• Blattbenetzung minimieren
• Gülleaufbereitung
• Belüftung: keine eindeutige Ertragssteigerung, aber erhöhte Keimfähigkeit, der in der Gülle enthaltenen
Kräuter
• Verdünnung: bessere Fließeigenschaften, geringere Benetzung => schnellerer Wiederauftriebe nach der
Düngung
• Behandlung mit Tonmineralen: bessere Fließeigenschaften, geringere Benetzung, Mehrerträge,
geringere NH3-Emission
23 In welchem Rahmen bewegt sich die N-Fixierleistung von Weiß- bzw. Rotklee?
Weißklee fixiert mehr Stickstoff als Rotklee.
• auf sandigen Böden in den Niederlanden:
• Weißklee: 54 kg/ha*t
• Rotklee: 40 kg/ha*t
• lt. anderen Quellen:
• Weißklee: 30 bis 46 kg/ha*t
• Rotklee: 24 bis 36 kg/ha*t
24 Wie reagieren Leguminosen auf das Angebot von Stickstoff im Boden?
25 Nennen Sie Maßnahmen der Gründlandpflege. Was sind deren Aufgaben und wann werden sie durchgeführt?
Grünlandpflege beginnt im Frühjahr, sobald der Boden befahrbar ist.
Maßnahmen:
• Schleppen: Hauptpflege im zeitigen Frühjahr, erste Maßnahme des Jahres
=> Beseitigung von Unebenheiten, Anregung der Bestockung
• Lockern: eigentlich unbedeutend, wird nur in Ausnahmen durchgeführt, im Frühjahr
=> Beseitigung von Grasfilz (Vertikutieren), sonst nachteilige Wirkung (Schädigung der Grasnarbe)
• Verdichten: auf Böden mit hoher Luftkapazität (schlechte Wärmeleitfähigkeit, Strahlungsfrostgefahr), Verbesserung der Kapillarität, Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität, zum Andrücken aufgefrorener Soden auf feuchten Standorten, Anregung der Bestockung (Nebeneffekt), im Frühjahr
• Nachmahd: nur auf Standorten, die normalerweise nicht gemäht werden (Weideflächen), in der Regel eine Nachmahd pro Vegetationsperiode - zwischen dem 2. und 3. Umtrieb; wichtiges Regulativ zur Unkrautbeseitigung <= Material, was die Tiere nicht fressen, kann sich sonst ungehindert verbreiten (z.B. Ampfer, Disteln)
• Nachsaat: im Herbst, Frühjahr oder nach der Schnittnutzung
• Be- und Entwässerung
Aufgaben:
• Narbendichte erhalten bzw. erhöhen
• Produktivität und Qualität steigern
• Bestandszusammensetzung optimieren
• indirekte Unkraut- bzw. Ungrasbekämpfung
26 Was können Sie präventiv gegen das Auftreten von Unkräutern im Dauergrünland tun?
Verhinderung der Einwanderung unerwünschter Arten durch angepasste Nutzung, Düngung und Pflege
(indirekte Bekämpfung)
• Schleppen (Anregung der Bestockung)
• Förderung eines dichten und lückenlosen Bestandes (dichte Grasnarbe)
• ergänzende Weide und Mahd (Nachmahd)
• relativ frühe Nutzung
• häufige Nutzungsfrequenz
• verhaltene, gleichmäßig über das Jahr verteilte Düngung
• Nachsaat (Lücken in der Grasnarbe vermeiden, schließen)
• Einzelbekämpfung (z.B. von Ampfer und Ackerkratzdistel) durch Ausstechen/Ausziehen (maschinell oder
manuell)
27 Was sind absolute und fakultative Unkräuter? Nennen Sie je zwei Arten.
• Absolute Unkräuter: Platz- und Nährstoffräuber (z.B. Stumpfblättriger Ampfer), Halb- und
Vollschmarotzer, die den Nutzpflanzen Assimilate entziehen (z.B. Klappertopf)
• Fakultative Unkräuter: abhängig unter anderem von Menge, Entwicklungsstadium, Zustand bei
Verfütterung, z.B. Quecke, Brennessel, Wiesenschaumkraut, Binsen
28 (Folie 6) Nach welchen Kriterien können Sie die Nutzung des Grünlandes differenzieren?
Nutzungsform:
Variation unterschiedlicher Nutzungsintensitäten und Nutzungszeitpunkte in Verbindung mit der
Nährstoffversorgung
• Weide
• Mähweide (kombinierte Nutzung)
• Wiese (Schnittnutzung)
Nutzungsintensität:
• intensiv => artenarme Bestände
• extensiv => artenreiche Bestände auf extensiv genutzten Wiesen und Weiden mit später erster Nutzung
Nutzungszeitpunkt:
• früh oder spät
• prägt Ertragshöhe, Energie- und Eiweißgehalte, Rohfaser- und Trockensubstanz-Gehalte, Verdaulichkeit,
Futteraufnahme, Verluste bei Weidegang (Weidereste => Nachmahd erforderlich)
• Rohfaseranteil steigt bei später Nutzung
• Rohproteingehalt sinkt bei später Nutzung
Nutzungsfrequenz / -häufigkeit:
• wie viele Schnitte oder Umtriebe pro Jahr
29 Worin unterscheiden sich im Grundsatz Wiese und Weide?
• Wiese = Schnittnutzung
• Weide = Beweidung durch Vieh und ggf. Schnittnutzung
• Der Wiese wird durch die Mahd Nährstoff entnommen (exportiert), der hinterher wieder anthropogen
(durch Düngung) hinzugeführt (importiert) werden muss.
• Auf der Weide ergibt sich durch den Kot der Tiere ein mehr oder weniger geschlossener
Nährstoffkreislauf, bei Düngung kommt es auf leguminosenreichen Weiden schnell zum N-Überschuss, der ausgewaschen wird.
30 Definieren Sie das Futterangebot, Selektion und Weiderest.
Futterangebot = Gesamtheit aller auf der Weide vorhandenen Weidepflanzen; Futterangebot Futterbedarf
Selektion = Unterschied in der Attraktivität (Geschmack, Verträglichkeit, Dornen/Stacheln) der
Weidepflanzen für zu bevorzugtem Frass bestimmter Pflanzen => veränderte Konkurrenzbedingungen
zugunsten geschonter, weniger attraktiver Weidepflanzen
Weiderest = geschonte, weniger attraktive Weidepflanzen, die durch die Nachmahd gemäht werden sollten,
um Konkurrenzbedingungen wieder auszugleichen
31Was kennzeichnet Unter- und Überbeweidung?
Unterbeweidung:
• tritt ein, wenn Futterangebot den Futterbedarf übersteigt (zu später Auftrieb, zu geringe Besatzdichte,
Selektion bis zur Sättigung)
• fördert Distel, Ampfer, Brennnessel, Rasenschmiele, weil die Tiere diese Arten nicht favorisieren
Überbeweidung:
• tritt ein bei zu langer Beweidungsdauer gleicher Flächen und zugleich hohem Viehbesatz => ständiger
Futtermangel.
• Überanspruchung betroffener Pflanzen
• Ausbreitung überständiger oder gemiedener Pflanzen
• Führt zur lückigen Grasnabe, die durch Nachmahd und eventuelle Übersaat wieder geschlossen werden muss
32 Was kennzeichnet ungeregelte und geregelte Nutzungssysteme der Beweidung?
ungeregelte Nutzung:
• ständige Weidenutzung auf ganzer Fläche, uneingeschränkte Selektion und Alterungswirkung des Futters
• keine Mahd oder Nachmahd
• Beispiele:
• Waldweide (ursprüngliche, primitivste Weideform, in höheren Lagen)
• Hutung (nährstoffarm, trocken, siedlungsfern, z.B. Allmende- und Gemeindeweiden, ungedüngt)
• Alm-/Alpweide (siedlungsferne Hochlagen)
• Standweide (traditionelle Form der Weide, kein/kaum Umtrieb, keine Abschöpfung des
Frühjahrsüberschusses)
Von einer ungeregelten Weidenutzung spricht man, wenn die Nutzung weder zeitlich noch räumlich
reglementiert ist. Eine Form der ungeregelten Nutzung stellt z. B. die Hutung dar. In Deutschland findet sich
diese Art nur noch bei den wenigen Wanderschäfern, die ihre Schafherden vornehmlich zur
Landschaftspflege einsetzen. Sie erfolgt auf Flächen ohne Einzäunung. Eine andere Form ist die so genannte
Standweide. Hierbei wird die zu beweidende Fläche in wenige (ein bis drei) Koppeln eingeteilt. Die Tiere
verbleiben eine relativ lange Zeit auf einer Fläche, was zu verschiedenen Problemen führen kann (z. B.
saisonale Über- oder Unterbeweidung, sehr selektierte Futteraufnahme zu Beginn der Vegetationsperiode).
geregelte Nutzung:
• Abstimmung von Futterzuwachs und -bedarf durch Flächenwechsel und Futterabschöpfung
• stellt tendenziell höhere Anforderungen an das Management (vor allem Mähstand- und
Intensivstandweiden)
• Beispiele: Mähstandweide, Intensivstandweide, Koppelweide, Umtriebsweide, Portionsweide
Bei der geregelten Weidenutzung wird die Beweidungsdauer sowie die zu beweidende Fläche genau
festgelegt. Futterüberschüsse werden durch Mahd und Konservierung (Heu- bzw. Silagegewinnung)
abgeschöpft. Dies führt zu einem konstanten, stets weidereifen Futterangebot. Voraussetzung hierfür ist
allerdings eine zeitliche Begrenzung des Weideganges und ein regelmäßiger Umtrieb der Tiere auf andere
Flächen. Auf Flächen mit geregelter Weidenutzung sind die Besatzdichten höher, die Beweidungszeiträume
jedoch niedriger als bei der ungeregelten Nutzung. Die Anzahl der Koppeln ist abhängig von der Anzahl der
Tiere bzw. der Herdengröße.
33 Worin unterscheiden sich Mähstandweide und Umtriebsweide?
Mähstandweide = bei ausreichend großer Fläche (arrondierte = zusammengelegte Flächen) in guter Lage,
keine Koppeleinteilung, kein Umtrieb, Unterteilung fester Koppeln für Konservierung; Aufwuchshöhe darf 7
bis 8 cm nicht unterschreiten, Geilstellen sollen 20% nicht übersteigen; Weideauftrieb sehr früh bei ca. 4 cm
Wuchshöhe, zeitweise Ausgrenzung der Mähflächen, Freigabe zur Beweidung unmittelbar nach Aberntung
des Mähgutes
Umtriebsweide = Gesamtfläche wird in > 8 Koppeln unterteilt, die Fresszeiten je Koppel sind 1 bis 3 Tage
lang, die Ruhezeiten (Wachstumszeiten des Aufwuchses) zwischen den Beweidungen sind je nach
Vegetationszeitpunkt etwa 3 bis 6 Wochen. Die knappe Flächenzuteilung bewirkt eine geringere
Futterselektion, eine höhere Trittbelastung der Fläche, eine größere Gefahr für Grasnarbenverletzungen
sowie einen höheren Pflegeaufwand auf den einzelnen Flächen. Für die Tiere bedeutet die Umtriebsweide
meist eine größere Unruhe in der Herde. Die Wege zur Wasserversorgung der Tiere und für den Umtrieb
sind länger. Die Weidereste sind auf diesen Flächen gering, der Flächenertrag verhältnismäßig groß.
34 Was sind die Konsequenzen (positive u. negative) intensiverer Weidenutzungssysteme?
positive Konsequenzen:
• höhere Flächenerträge durch höhere Nutzungsintensität (weniger Weidereste)
negative Konsequenzen:
• artenarme Bestände
• geringere Leistung je Einzeltier (Zufütterung notwendig)
• höhere Trittbelastung
• höhere Anforderungen an das Management
35 Worin unterscheiden sich Weide- und Mahdnutzung - auch in Auswirkungen auf den Bestand?
Weidenutzung Mahdnutzung
Ertragsverluste (Weidereste) keine Weidereste Tritt, Biss, Selektion hat eine Einfluss auf die botanische Zusammensetzung, intensive Weidenutzung kann zu artenarmen Beständen führen unbeeinflusst von Tritt, Biss und Selektion höhere Grundfutteraufnahme der Tiere auf der Weide geringere Grundfutteraufnahme der Tiere im Stall Weidenutzung Mahdnutzung höhere Nutzungsintensität geringere Nutzungsintensität geschlossener Nährstoffkreislauf Zufuhr (Import) von Nährstoffen erforderlich
36 Welche Nutzungsintensität kann auf einer Wiese realisiert und wie kann der Aufwuchs verwertet werden?
• Wiesenformen werden differenziert nach der Nutzungsfrequenz:
• Streuwiesen = Streu
• Einschnittwiesen = Heu
• Zweischnittwiesen = Heu
• Mehrschnittwiesen = Heu
• Zerograzing = Sommerstallfütterung
• Verwertung des Aufwuchses als Streu, Heu oder Silage
• geringste Nutzungsintensität bei Streuwiesen und Einschnittwiesen
• optimaler Schnittzeitpunkt: für den ersten Aufwuchs bezieht sich auf den Hauptbestandsbildner
(Erscheinen des Blütenstandes bis Blühbeginn
• intensivere Nutzung => früherer Nutzungsbeginn
Schnitthöhe:
• abhängig vom Pflanzenbestand
• Normalschnitt 3 bis 6 cm
• Tiefschnitt < als 3 cm, ungünstig für das Mikroklima, die Reservestoffspeicherung und die
Durchwurzelungsintensität
• Hochschnitt > als 5 bis 6 cm, Verzicht auf den Aufwuchs
Schnittverfahren:
• schneiden (Balkenmäher mit Gegenschneide): schonender Schnitt, weniger Energiebedarf
• abschlagen (Kreisel- oder Schlegelmäher): Narbenschäden möglich
37 (folie 7) Was kennzeichnet extensive Grünlandnutzung?
• kein Einsatz von synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln, bzw. Reduzierung der Düngung
• Reduzierung der Nutzungsfrequenz und -intensität
• Reduzierung des Viehbesatzes
• im Rahmen der Naturschutzauflagen:
• keine Bearbeitung nach dem 15. März
• keine Nutzung vor dem 15. Juni, 1. Juli, 15. Juli, etc.
Konsequenzen der Extensivierung:
• verzögerter Schnitt: Reduzierung von NEL (Energiegehalt), Rohproteingehalt, VQOS (Verdaulichkeit der
organischen Substanz), Anstieg des Trockenmasse-Ertrages
• geringe Besatzdichte: verstärkte Selektion durch die Weidetiere, größere Trittverluste, reduzierte
Produktivität, Zunahme von Weideunkräutern
• unterlassene Frühjahrspflege: Zunahme offenen Bodens, Keimung abreifender Samen, Zunahme von
Unebenheiten (nachteilig bei der Mahd, Abnutzung steigt)
38 Worin unterscheidet sich die Alterung von Grünlandbeständen zwischen den ersten und letzten Aufwüchsen des Jahres?
Vom ersten zum letzten Aufwuchs wird der Alterungsprozess des Aufwuchses weniger dynamisch => die
Verdaulichkeit des Aufwuchses sinkt nach der N-Düngung nicht mehr so schnell ab. (Dafür sind die
Zuwachsraten geringer.)
39 Welche Aufgaben hat der Feldfutterbau über die Grundfutterproduktion des Dauergrünlandes hinaus sowie mit speziellem Blick auf den ökologischen Landbau?
Feldfutterbau im Vergleich zu Dauergrünland:
• Ergänzung des Grünlandfutters bezüglich Menge und Qualität
• leichtere Bestandesführung im Hinblick auf Ertrag und Inhaltsstoffe
• Erzielung höherer Energie-Erträge
• Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gesamtbetriebes durch Leistungssteigerung in der Tierproduktion
Feldfutterbau im Vergleich zu Ackerkulturen:
• Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und des Bodenschutzes, z.B. durch das Einschalten überjährigen
Feldfutterbaus in die Fruchtfolgeglieder der Ackerkulturen
• Auflockerung der Fruchtfolge
• Leistungssteigerung des Bodens durch längere Ruhezeiten des Boden je nach Form des Feldfutterbaus
• hohe Ernterückstände sorgen für erhöhte Bodenfruchtbarkeit
Im ökologischen Landbau nimmt der Feldfutterbau im möglichst geschlossenen Betriebskreislauf eine
zentrale Rolle ein, da fast alle Fruchtfolgen auf dem Feldfutterbau aufbauen.
• indirekte Wirkungen (Ausnahmen Mais und Runkelrübe):
• Regulation von Samen- und Wurzelunkräutern (z.B. Bekämpfung von Disteln über den Anbau von
mehrjährigem Kleegras)
• N-Fixierung / -Import in den Betriebskreislauf
• Eindämmung von Schädlingen und Krankheiten
• ganzjährige Bodenbedeckung => gutes Mikroklima, verminderte Erosionsgefahr
• Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, Vielfalt in der Fruchtfolge
• wirtschaftlicher Wert:
• Veredelung des Grundfutters durch Viehwirtschaft
• Vorfruchtwirkung für nachfolgende Marktfrüchte
40 Wie ist der Feldfutterbau gegliedert? Was ist das wesentliche Kriterium dafür?
Futterbauform Vegetationsdauer Nutzungshäufigkeit notwendige Eigenschaften der Futterpflanzen Hauptfruchtfutterbau mehrjährig mehrmalig je Vegetationsperiode (Schnitt oder Beweidung) schnelle Regenerationsfähigkeit, Ausdauer, Deckfruchtverträglichkeit Hauptfruchtfutterbau ein- und überjährig 1 x im Ansaatjahr (1-3 x im Folgejahr) schnelle Jugendentwicklung (Überwinterungsfähigkeit) Zweitfruchtfutterbau 5 bis 7 Monate 1 x im Ansaatjahr Spätsaatverträglichkeit, Spätpflanzverträglichkeit Winter Zwischenfruchtfutterbau 45 bis 70 Tage vor Winter, 50 bis 80 Tage nach Winter 1 x im Frühjahr Winterfestigkeit, hohe Tageszuwächse bei niedrigen Temperaturen Futterbauform Vegetationsdauer Nutzungshäufigkeit notwendige Eigenschaften der Futterpflanzen Sommer- Zwischenfruchtfutterbau 50 bis 100 Tage 1 x im Ansaatjahr Spätsaatverträglichkeit, z.T. Deckfruchtverträglichkeit
41 Nennen Sie je 2 Stellvertreter für die 5 Kategorien des Feldfutterbaus! Was sind ihre pflanzenbaulichen Eigenschaften für diese Einordnung?
• Hauptfruchtfutterbau (mehrjährig): Mais (autotolerant), Futterrübe, Weißklee, Rotklee, Luzerne
(schnelle Regenerationsfähigkeit, Ausdauer, Deckfruchtverträglichkeit)
• Hauptfruchtfutterbau (einjährig und überjährig): Perserklee, Alexandrinerklee (schnellwüchsig),
Welsches Weidelgras (schnellwüchsig, überwinterungsfähig, bis zweijährig)
• Zweitfruchtfutterbau: Futterkohl, Markstammkohl, Kohlrübe, Sonnenblume (Spätsaatverträglichkeit,
Spätpflanzverträglichkeit)
• Winter-Zwischenfruchtfutterbau: Winterfutterraps, Winterrübsen, Stoppelrüben, Futterroggen
(Kältetoleranz)
• Sommer-Zwischenfruchtfutterbau: Sommerfutterraps, Sommerrübsen (schnelles Auflaufen, rascher
Wuchs), Einjähriges Weidelgras, Westerwoldische Raygras (einjährig, schnellwüchsig, extreme
Schoßbereitschaft)
42 Stellen Sie eine Kleegrasmischung Ihrer Wahl mit Mengenangaben zusammen und begründen Sie die Wahl der Arten hinsichtlich Nutzungsart, -intensität, -dauer und Standort.
für eine Wiese (Mähnutzung) auf mittleren Böden:
10 kg Rotklee (Leguminose => N-Fixierung, Proteingehalt, nicht tritt- und bissfest, aber für Wiese geeignet)
7 kg Wiesenschwingel (=> wertvolles Futtergras, hoher TS-Ertrag)
3 kg Lieschgras (=> wertvolles Futtergras, hoher TS-Ertrag)
20 kg/ha insgesamt
für eine Weidenutzung auf mittleren Böden
8 kg Rotklee (Leguminose => N-Fixierung, hoher Mineralstoff- und Proteingehalt)
5 kg Weißklee (Leguminose => N-Fixierung, hoher Mineralstoff- und Proteingehalt)
6 kg Wiesenschwingel (wertvolles Futtergras, hoher TS-Ertrag)
3 kg Deutsches Weidelgras (wertvolles Futtergras, trittfest, Untergras)
insgesamt 22 kg/ha
43 Nennen Sie 5 zu beachtende Aspekte des Zwischenfruchtanbaus!
• Mehrarbeit (Bestellung, Düngung, Ernte, Einarbeitung der Ernterückstände oder der gesamten Biomasse
der Zwischenfrüchte)
• zusätzliche Kosten für Saatgut und Dünger
• Beschränkung durch die verkürzte verfügbare Restvegetationszeit
• zusätzlicher Wasserbedarf, vor allem nach Winterzwischenfruchtarten, unter Umständen Wassermangel
für die nächstfolgende Hauptfrucht
• eventl. Belastung der Hauptfruchtarten in der Rotation, z.B. durch Leguminosen (Selbstverträglichkeit),
Cruziferen (Nematoden, Kohlhernie)
• je nach Bodenart und Witterung erhöhte Gefahr von Strukturschäden am Boden durch unzeitige
Einarbeitung der Ernterückstände oder infolge der Bodenbelastung durch schwere Erntemaschinen
(Spätherbst meist witterungsbedingt mit eingeschränkter Befahrbarkeit der Böden)
• Störung der Bodenbiologie, der Keimung und des Wachstums nachfolgender Pflanzenbestände infolge
ungleichmäßiger Einarbeitung der organischen Substanz bzw. zu großer Massen von
Gründüngungspflanzen (Anreicherung organischer Säuren durch Gärprozesse)
44 Welche spezielle Eigenschaft müssen Winterzwischenfrüchte aufweisen? Nennen Sie eine wichtige Winterzwischenfrucht.
• spezielle Eigenschaften: Winterfestigkeit, Kältetoleranz, hohe Tageszuwächse bei niedrigen
Temperaturen, im Frühjahr möglichst rasche Erntereife
• wichtige Winterzwischenfrucht: am frühesten erntereif sind Rübsen, außerdem Witterfutterraps,
Winterfutterroggen, Landsberger Gemenge, Zottelwicke
45 Nennen Sie Gründe und Verfahren für die Konservierung von Raufutter!
Gründe:
• Ausgleich des saisonalen Futterangebots (150 bis 220 Stalltage)
Verfahren:
• Trocknen (Entzug von Wasser bis zur Restfeuchte von 15 %)
• Vergären bzw. Silieren (Verschiebung der pH-Reaktion in den sauren Bereich durch spontane
Milchsäuregärung)
46 Warum wird die Silierung der Heubereitung vielfach vorgezogen?
• Verringerung des Witterungsrisikos
• geringere Bröckelverluste, weniger Verluste der Inhaltsstoffe
• in der Regel geringere Kosten
• Konservierung zahlreicher Futterpflanzen
47 Was ist für eine erfolgreiche Silierung zu beachten?
• Bei der Silierung ist eine schnelle pH-Wert-Absenkung nötig => Ziel-pH-Wert: 4 bis 4,5
Dazu muss die Atmung, Eiweißspaltung und Buttersäuregärung reduziert werden.
• Hemmung unerwünschter Gärfutterorganismen durch:
• Senkung der Temperatur (z.B. durch Reduzierung der Atmung)
• schnelles Absenken des pH-Wertes
• Luftabschluss durch Häckseln und gute Verdichtung, Lagerung in Silierfolie verpackt bzw. unter
Silierfolie gelagert
• schnelles Abdecken
• Reduktion der Verschmutzung (Clostridien)
• tolerierbares Verhältnis von Milchsäure und Essigsäure => von 4 : 1 bis 5 : 1
• Zuckermangel führt zu mangelnder pH-Absenkung => Silage kippt um
Nennen Sie Trockensubstanzgehalte von Nasssilage, Anwelksilage, Heulage und Heu.
• Nasssilage: 10 - 20 % TS
• Anwelksilage: 20 - 30 % TS
• Heulage: 50 - 60 % TS
• Heu: gut sind etwa 86 % TS
48 (Klausurenfragen der letzten Jahre)
Definieren Sie den Begriff „absolutes Grünland“! Nennen Sie zwei Ursachen für diese Klassifikation!
Absolutes Grünland ist unter menschlichem Eingreifen entstanden. Die Fläche wird als Grünland genutzt,
weil der Standort nicht ackerfähig ist (zu feucht, trocken, flachgründig, steil oder einer zu kurze
Vegetationszeit, schwer zu bearbeiten).v
49 Was versteht man unter Grünlandpflege? Nennen Sie Maßnahmen und Wirkungen!
Unter Grünlandpflege versteht man die Erhaltung und Förderung einer intakten, standort- und
nutzungsgerechten, geschlossenen und leistungsfähigen Grasnarbe.
Aufgaben der Grünlandpflege:
• Narbendichte erhalten bzw. erhöhen
• Produktivität und Qualität steigern
• Bestandszusammensetzung optimieren
• indirekte Unkraut- bzw. Ungrasbekämpfung
Maßnahmen:
• Grünlandpflege beginnt im Frühjahr, sobald der Boden befahrbar ist
• Schleppen: Hauptpflege im zeitigen Frühjahr, erste Maßnahme des Jahres
=> Beseitigung von Unebenheiten, Anregung der Bestockung
• Lockern: eigentlich unbedeutend, wird nur in Ausnahmen durchgeführt, im Frühjahr
=> Beseitigung von Grasfilz (Vertikutieren), sonst nachteilige Wirkung (Schädigung der Grasnarbe)
• Verdichten: auf Böden mit hoher Luftkapazität (schlechte Wärmeleitfähigkeit, Strahlungsfrostgefahr),
Verbesserung der Kapillarität, Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität, zum Andrücken aufgefrorener
Soden auf feuchten Standorten, Anregung der Bestockung (Nebeneffekt), im Frühjahr
• Nachmahd: nur auf Standorten, die normalerweise nicht gemäht werden (Weideflächen), in der Regel eine
Nachmahd pro Vegetationsperiode - zwischen dem 2. und 3. Umtrieb; wichtiges Regulativ zur
Unkrautbeseitigung <= Material, was die Tiere nicht fressen, kann sich sonst ungehindert verbreiten (z.B.
Ampfer, Disteln)
• Nachsaat: im Herbst, Frühjahr oder nach der Schnittnutzung
• Be- und Entwässerung
50 Welche Unterschiede bestehen zwischen Mahd und Beweidung? Beschreiben Sie Einflussfaktoren und Konsequenzen!
Mahd Beweidung
Unterschiede/Einflussfaktoren durch die Schnittnutzung werden Nährstoffe entzogen (exportiert), die durch Düngung wieder zugeführt werden müssen durch die Beweidung ergibt sich ein mehr oder weniger geschlossener Nährstoffkreislauf - durch den Kot der Tiere werden wieder Nährstoffe zugeführt Konsequenzen Nährstoffzufuhr notwendig • Pflanzengesellschaft muss Tritt und Biss gut vertragen
• selektives Fressverhalten erfordert Nachmahd, um die Verbreitung von Unkräutern und beim Vieh unbeliebten Pflanzenarten zu verhindern/reduzieren
51 Welche Bedeutung haben die Leguminosen im Dauergrünland? Durch welche Maßnahmen kann man sie fördern?
Bedeutung:
• Fixierung von Stickstoff durch Knöllchenbakterien
• Steigerung der Futterqualität durch hohe Mineralstoff- und Proteingehalte
Maßnahmen zur Förderung:
• reduzierte/mäßige Stickstoff-Düngung
• Leguminosen reagieren stärker auf P- und K-Düngung als Gräser und Grasartige, jedoch zu Ungunsten von
anderen Kräutern
52 Woran orientiert sich die Einteilung des Feldfutterbaus? Nennen Sie jeweils eine Kultur für die verschiedenen Formen!
Die Einteilung des Feldfutterbaus orientiert sich an der Vegetationsdauer und Nutzungshäufigkeit.
• Hauptfruchtfutterbau (mehrjährig): Mais (autotolerant), Futterrübe, Weißklee, Rotklee, Luzerne
(schnelle Regenerationsfähigkeit, Ausdauer, Deckfruchtverträglichkeit)
• Hauptfruchtfutterbau (einjährig und überjährig): Perserklee, Alexandrinerklee (schnellwüchsig),
Welsches Weidelgras (schnellwüchsig, überwinterungsfähig, bis zweijährig)
• Zweitfruchtfutterbau: Futterkohl, Markstammkohl, Kohlrübe, Sonnenblume (Spätsaatverträglichkeit,
Spätpflanzverträglichkeit)
• Winter-Zwischenfruchtfutterbau: Winterfutterraps, Winterrübsen, Stoppelrüben, Futterroggen
(Kältetoleranz)
• Sommer-Zwischenfruchtfutterbau: Sommerfutterraps, Sommerrübsen (schnelles Auflaufen, rascher
Wuchs), Einjähriges Weidelgras, Westerwoldische Raygras (einjährig, schnellwüchsig, extreme
Schoßbereitschaft)
53 Wie lautet die Definition von Untergras?
Untergräser sind zarter und blattreicher als Obergräser, sie haben kurze Halme, Blätter in Erdbodennähe,
vertragen Tritt und biss der Weidetiere gut; Beispiele: Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Kammgras,
Ruchgras, Wiesenrispe (Poa pratensis)
54 Nennen Sie die Eigenschaften der Wiesenrispe!
• wichtiges Weidegras (eines der wertvollsten Futtergräser und wird sehr häufig auf Weiden ausgesät)
• Futterwertzahl: 8
• lockeres rasenbildendes, mehrjähriges Gras
• ausdauerndes Untergras (erreicht normalerweise Wuchshöhen von 20 bis max. 60 cm)
• Ausläufergras
• Eignung zur dichten Rasenbildung und Lückenfüllung
• relativ trittfest
• verträgt Trockenheit gut
• wächst auf nährstoffreichen, nicht zu nassen und nicht zu trockenen Wiesen, auf Almen, an Wegrändern
• langsame Anfangsentwicklung, braucht viel Licht
• mittelfrüh blühend; Blütezeit dauert von Mai bis Juli
• kommt in den gemäßigten Gebieten der ganzen Nordhemisphäre vor, in Mitteleuropa ist sie überall weit
verbreitet und häufig