Neurotransmitter und Neuroleptika

Neurotransmitter und Neuroleptika

Neurotransmitter und Neuroleptika


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Neurotransmitter und Neuroleptika, geeignet für Studierende der Medizin. Sie behandeln die Wirkungen und Bindungen von Neuroleptika an Rezeptoren, insbesondere D2-Rezeptoren, sowie deren Einteilung in Gruppen wie atypische und typische Neuroleptika. Die Karteikarten erklären die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik dieser Substanzen, einschließlich ihrer Metabolismuswege und Nebenwirkungen. Sie sind besonders nützlich für Medizinstudierende, die sich auf Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der Neuropharmakologie benötigen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
21.07.2016 / 08.03.2023

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Arachidonglycerol

Neurotransmitter, endogenes Cannabinoid

2-AG

- Arachidonsäure-Derivat (20:4)

Vollagonist an CB1 und CB2

Anandamid

Neurotransmitter: endogenes Cannabinoid

AEA

- Arachidonsäure-Derivat (20:4), Ethanolamid

Partialagonist am CB1 und schwacher Agonist am CB2

Adenosin

Neurotransmitter

• Adenosin kommt intra- und extrazellulär vor
• Als extrazellulärer Neurotransmitter: Bindung an GPCRs im ZNS
• Reguliert Schlaf-Wach-Zustand, Schmerzempfindung und Bewegungskontrolle


Adenosin-Rezeptoren:
- A1, A2A, A2B, A3; gehören zu den Purinrezeptoren
- alle im ZNS exprimiert
- A1 und A2A binden Adenosin hochaffin (Ki = 70-150 nM), A2B und A3 niederaffin (5000-6000 nM)

Acetylcholin

Neurotransmitter insb. des parasympathischen Nervensystems
• Bindung an nicotinische (Kationenkanäle) und muscarinerge (GPCR) Rezeptoren
• als Transmitter in Ganglien von Sympathikus und Parasympathikus
• als Transmitter in Endigungen des Parasympathikus
• als Transmitter in neuromuskulären Endplatten

• quartäres Ammonium-Ion; Essigsäureester

• polar, sehr gut wasserlöslich

• Ester wird in vivo sehr schnell gespalten

• Kohlenstoffatome der Ammonium-Methylgruppen haben partiell positive Ladung

γ-Aminobuttersäure

Neurotransmitter (inhibitorisch), biogenes Amin

- aus L-Glutaminsäure


• Bindung an 3 Rezeptoren: GABAA-C

  • GABAA (EtOH bindet da dran) und GABAC = Chloridkanäle
  • GABAB = GPCR (meist im ZNS)

• komplexe Zusammensetzung des GABAA aus 16 verschiedenen UE
• GABAA: Target für Benzodiazepine (α-UE) und Barbiturate (β-UE): verstärken die GABA- Wirkung

Histamin

Neurotransmitter und Hormon, biogenes Amin

- aus L-Histidin

- C2-Kette bis NH2

• peripher (Magenmukosa, allerg. Reaktionen in Haut und Lunge) und zentral (Schlaf/Wachrhythmus, Hormonsekretion) wirksam
• Bindung an 4GPCR: H1 (Allergie, Schlaf/Wach-Rhythmus -> deshalb tritt bei Einnahme von H1-Antihistaminika als NW Müdigkeit auf), H2 (Magensäure -> Ranitidin hemmt H2 -> weniger Magensäureproduktion), H3
(Epilepsie?), H4 (Entzündungen?)

wird bei Heuschnupfen freigesetzt

Neuroleptika: aromatische und basische Komponenten

Wovon ist die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke durch Arzneimittel abhängig?

• Lipophilie: je höher, desto besser die Penetration
• Ionisation: nicht-ionisierte Form (bei pH 7,4) penetriert besser als ionisierte
• Plasmaproteinbindung: hohe Plasmaproteinbindung hemmt die Penetration ins ZNS
• Molekülgrösse: mit zunehmendem Molekulargewicht ist die Diffusion durch dicht gepacktes Zellsystem erschwert

Phenothiazin-Derivate mit aliphatischer Seitenkette: Grundstruktur, Welche Stoffe gehören dazu? Eigenschaften der jeweiligen Stoffe, Potenz, chemische Eigenschaften der Gruppe

• basische tertiäre Amine mit planarem, lipophilen Ringsystem
• wenig selektiv für D-Rezeptoren: hemmen auch Histamin- und muscarinische Rezeptoren (sedierende und vegetative NW!)

Promazin, Chlorpromazin, Prothipendyl, R-Levopromazin

• Chlorpromazin (CPZ) 1952: erstes Neuroleptikum, mittelpotent
• Promazin, Levomepromazin und Prothipendyl nur schwach neuroleptisch, deshalb nur als Sedativa und Tranquillizer

• N nicht basisch!
• Oxidation des Schwefels unter Licht- und Lufteinwirkung (sehr leicht, da hohe e—Dichte):
Verlust der biologischen Aktivität, aber toxische Produkte!
• Zusatz von Radikalfängern oder Reduktionsmitteln (Ascorbinsäure, Natriumsulfit)

Einfluss der Substitution der aromatischen Seitenkette bei Phenothiazinen auf die  Biotransformation

• aromatische Seitenkette: 

Einfluss auf Biotransformation: Herabsetzen der Redoxaktivität durch CF3 erniedrigt Bioreakt., OCH3 oder SCH3 erhöht

Levomepromazin

"klassisches" Phenothiazin-Neuroleptikum mit aliphatischer Seitenkette 

Chlorpromazin (CPZ)

"klassisches" Phenothiazin-Neuroleptikum mit aliphatischer Seitenkette

Promazin-Struktur

"klassisches" Phenothiazin-Neuroleptikum mit aliphatischer Seitenkette 

Thioridazin

Neuroleptikum: Phenothiazin-Derivate mit Piperidyl-alkyl-Seitenkette

• basisches tertiäres Amin (N-Alky-Piperidin)
• keine Änderung der Potenz gegenüber CPZ

Fluphenazin

Neuroleptikum: Phenothiazin-Derivate mit Piperazin-alkyl-Seitenkette

• basische tertiäre Di-Amine (N-Alky-Piperazin)

• zwar hohe D2 und D3-Präferenz, aber immer noch Affinität zu Histamin und Serotonin-Rezeptoren (NW!)
• OH-Gruppe: Ansatzpunkt für Veresterung => Prodrug und damit Verlängerung der Wirkdauer (s.u.)

deutlich höhere Potenz (15- und 40-fach) gegenüber CPZ

CF3 => erniedrigt die Redoxaktivität und somit die Biotransformation

Bei Perphenazin ist statt der CF3 Gruppe ein Cl

Welche Phenothiazin-Derivate mit Piperazin-alkyl-Seitenkette gibt es? Potenz geg. CPZ

• basische tertiäre Di-Amine (N-Alky-Piperazin)
• Perazin ist äquipotent zu CPZ, Perphenazin und Fluphenazin haben deutlich höhere Potenz (15- und 40- fach) gegenüber CPZ
• zwar hohe D2 und D3-Präferenz, aber immer noch Affinität zu Histamin und Serotonin-Rezeptoren (NW!)
• OH-Gruppe: Ansatzpunkt für Veresterung Prodrug und damit Verlängerung der Wirkdauer (s.u.)

Wie kann man Depotneuroleptika entwickeln?

• Prodrugbildung von z.B. Fluphenazin mit Decansäure
• lipophil! nicht oral bioverfügbar
• wird in öliger Lösung als Depotneuroleptikum gespritzt

Thioxanthen-Derivate Grundstruktur

Chlorprothixen

Thioxanthen-Neuroleptikum

• Chlorprothixen ist weniger potent als CPZ
•rel. hohe Affinität zu Histamin- und Serotoninrezeptoren (Sedierung!)
• Z-Isomere sind affiner zum D2-Rezeptor und damit potenter als E-Isomere
• Hydrierung der Doppelbindung führt zum Wirkverlust
• Lichtempfindlich: Bildung von Chlorthioxanthen und Chlorthioxanthon

Clopenthixol

Thioxanthen-Neuroleptikum

Racemat

• praktisch wie Chlorprothixen, basischer Stickstoff in Piperazin eingebaut (vgl. Perphenazin)
• heute: nur Z-Form wird therapeutisch genutzt

Flupentixol

• unterscheidet sich lediglich durch CF3-Gruppe von Clopenthixol
• Racemat wird therapeutisch genutzt
• OH-Funktion: Derivatisierung mit Decanoat zur Depotform (vgl. Fluphenazin-Decanoat)
• relativ hohe Affinität zum D1-Rezeptor (gut bei Negativ-Symptomatik!)

Butyrophenone und Diphenylbutyl-piperidine gemeinsame Eigenschaft

alle WS in den Gruppen sind hochpotent

Haloperidol

Butyrophenon-Neuroleptikum

hochpotent!

• Haloperidol: am häufigsten angewandtes
Neuroleptikum
• relativ selektiv für D2-Rezeptor
• freie OH-Gruppe: Derivatisierung zum Decanoat (Depot)

Haloperidol-Bindungsstelle an D2-Rezeptor

Dopamin: Asp-114, Ser-193, Ser-197
Haloperidol:

Asp-114: mit tertiärem Amin an Carboxylgruppe

Ser-197:  womit ww häh?

Trp-386: lipophile WW zwischen Aromat d. Haloperidol und Tryptophan (Trp)

(nicht Ser-193,-194)

Stas-Otto-Fraktion:  II, III, IV

Butyrophenon-Reste

Butyrophenon-Grundstruktur

Neuroleptika

z.B. Haloperidol

Diphenylbutyl-piperidin-Grundstruktur

Neuroleptikum

Fluspirilen

• hochpotent!
• Fluspirilen: sehr lipophil, deshalb als Depot-Formen injiziert (HWZ 7 Tage) (Imap®)

Beispiele an atypsichen Neuroleptika

Clozapin, Risperidon, Sulpirid

Wie heißt der aktive Metabolit von Risperidon und durch welches CYP-Enzym wird es metabolisiert?

Paliperidon über CYP2D6

Gemeinsamkeiten atypischer Neuroleptika

• strukturchemisch sehr unterschiedlich
Gemeinsamkeiten: Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff
• am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika (Clozapin: keine EPMS)
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor

Risperidon /Paliperdon

atypisches Neuroleptikum

Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff
•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika 
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
• Paliperidon: aktiver Metabolit des Risperidons (CYP2D6)
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor

Sulpirid

atypisches Neuroleptikum: Benzamid-Derivat

Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff

•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor

ganz rechts: Pyrrolidin

• strukturelle Verwandtschaft mit Diuretika (Clopamid) und Metoclopramid
• relativ selektiv für D2/D3
• sehr niedrig potent (CPZ-Äquivalent: 0,2)!
• aufgrund hoher Polarität nur geringe Passage der B/H-Schranke
• keine Sedierung, keine EPMS

NW: tödlich verlaufende AgranulozytosenClozapin

atypisches Neuroleptikum

keine EPMS- NW

4 Brückenatome bis zum basischen Stickstoff, Di-Benzodiazepin-Struktur

•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor

NW: tödlich verlaufende Agranulozytosen

Olanzapin

atypisches Neuroleptikum: Siebenring-Struktur

Di-Benzodiazepin-Struktur

Quetiapin

atypisches Neuroleptikum: Siebenring-Struktur

Dibenzothiazepin, wirkt stark an 5-HT2A

Metabolismus: CYP3A4

Clozapin Bindung an D2-Rezeptor

Asp-114: an tertiärem Amin des Piperazin-Rings,

Ser-193: ?,
Trp-386: lipophile WW mit dem Aromaten

(nicht Ser-194,197 wie bei Dopamin)

Amisulpirid

atypisches Neuroleptikum: Benzamid-Derivat

• strukturelle Verwandtschaft mit Diuretika (Clopamid) und Metoclopramid
• relativ selektiv für D2/D3
• sehr niedrig potent (CPZ-Äquivalent: 0,2)!
• aufgrund hoher Polarität nur geringe Passage der B/H-Schranke
• keine Sedierung, keine EPMS

Aripiprazol

atypisches Neuroleptikum

wirkt v. a. am D2

Welches atypischische Neuroleptikum ist wegen seiner Kardiotoxizität umstritten?

Sertindol

Étudier