Neurotransmitter und Neuroleptika
Neurotransmitter und Neuroleptika
Neurotransmitter und Neuroleptika
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Flashcards
Adenosin
Neurotransmitter
• Adenosin kommt intra- und extrazellulär vor
• Als extrazellulärer Neurotransmitter: Bindung an GPCRs im ZNS
• Reguliert Schlaf-Wach-Zustand, Schmerzempfindung und Bewegungskontrolle
Adenosin-Rezeptoren:
- A1, A2A, A2B, A3; gehören zu den Purinrezeptoren
- alle im ZNS exprimiert
- A1 und A2A binden Adenosin hochaffin (Ki = 70-150 nM), A2B und A3 niederaffin (5000-6000 nM)
Acetylcholin
Neurotransmitter insb. des parasympathischen Nervensystems
• Bindung an nicotinische (Kationenkanäle) und muscarinerge (GPCR) Rezeptoren
• als Transmitter in Ganglien von Sympathikus und Parasympathikus
• als Transmitter in Endigungen des Parasympathikus
• als Transmitter in neuromuskulären Endplatten
• quartäres Ammonium-Ion; Essigsäureester
• polar, sehr gut wasserlöslich
• Ester wird in vivo sehr schnell gespalten
• Kohlenstoffatome der Ammonium-Methylgruppen haben partiell positive Ladung
γ-Aminobuttersäure
Neurotransmitter (inhibitorisch), biogenes Amin
- aus L-Glutaminsäure
• Bindung an 3 Rezeptoren: GABAA-C
- GABAA (EtOH bindet da dran) und GABAC = Chloridkanäle
- GABAB = GPCR (meist im ZNS)
• komplexe Zusammensetzung des GABAA aus 16 verschiedenen UE
• GABAA: Target für Benzodiazepine (α-UE) und Barbiturate (β-UE): verstärken die GABA- Wirkung
Histamin
Neurotransmitter und Hormon, biogenes Amin
- aus L-Histidin
- C2-Kette bis NH2
• peripher (Magenmukosa, allerg. Reaktionen in Haut und Lunge) und zentral (Schlaf/Wachrhythmus, Hormonsekretion) wirksam
• Bindung an 4GPCR: H1 (Allergie, Schlaf/Wach-Rhythmus -> deshalb tritt bei Einnahme von H1-Antihistaminika als NW Müdigkeit auf), H2 (Magensäure -> Ranitidin hemmt H2 -> weniger Magensäureproduktion), H3
(Epilepsie?), H4 (Entzündungen?)
wird bei Heuschnupfen freigesetzt
Wovon ist die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke durch Arzneimittel abhängig?
• Lipophilie: je höher, desto besser die Penetration
• Ionisation: nicht-ionisierte Form (bei pH 7,4) penetriert besser als ionisierte
• Plasmaproteinbindung: hohe Plasmaproteinbindung hemmt die Penetration ins ZNS
• Molekülgrösse: mit zunehmendem Molekulargewicht ist die Diffusion durch dicht gepacktes Zellsystem erschwert
Phenothiazin-Derivate mit aliphatischer Seitenkette: Grundstruktur, Welche Stoffe gehören dazu? Eigenschaften der jeweiligen Stoffe, Potenz, chemische Eigenschaften der Gruppe
• basische tertiäre Amine mit planarem, lipophilen Ringsystem
• wenig selektiv für D-Rezeptoren: hemmen auch Histamin- und muscarinische Rezeptoren (sedierende und vegetative NW!)
Promazin, Chlorpromazin, Prothipendyl, R-Levopromazin
• Chlorpromazin (CPZ) 1952: erstes Neuroleptikum, mittelpotent
• Promazin, Levomepromazin und Prothipendyl nur schwach neuroleptisch, deshalb nur als Sedativa und Tranquillizer
• N nicht basisch!
• Oxidation des Schwefels unter Licht- und Lufteinwirkung (sehr leicht, da hohe e—Dichte):
Verlust der biologischen Aktivität, aber toxische Produkte!
• Zusatz von Radikalfängern oder Reduktionsmitteln (Ascorbinsäure, Natriumsulfit)
Einfluss der Substitution der aromatischen Seitenkette bei Phenothiazinen auf die Biotransformation
• aromatische Seitenkette:
Einfluss auf Biotransformation: Herabsetzen der Redoxaktivität durch CF3 erniedrigt Bioreakt., OCH3 oder SCH3 erhöht
Thioridazin
Neuroleptikum: Phenothiazin-Derivate mit Piperidyl-alkyl-Seitenkette
• basisches tertiäres Amin (N-Alky-Piperidin)
• keine Änderung der Potenz gegenüber CPZ
Fluphenazin
Neuroleptikum: Phenothiazin-Derivate mit Piperazin-alkyl-Seitenkette
• basische tertiäre Di-Amine (N-Alky-Piperazin)
• zwar hohe D2 und D3-Präferenz, aber immer noch Affinität zu Histamin und Serotonin-Rezeptoren (NW!)
• OH-Gruppe: Ansatzpunkt für Veresterung => Prodrug und damit Verlängerung der Wirkdauer (s.u.)
deutlich höhere Potenz (15- und 40-fach) gegenüber CPZ
CF3 => erniedrigt die Redoxaktivität und somit die Biotransformation
Bei Perphenazin ist statt der CF3 Gruppe ein Cl
Welche Phenothiazin-Derivate mit Piperazin-alkyl-Seitenkette gibt es? Potenz geg. CPZ
• basische tertiäre Di-Amine (N-Alky-Piperazin)
• Perazin ist äquipotent zu CPZ, Perphenazin und Fluphenazin haben deutlich höhere Potenz (15- und 40- fach) gegenüber CPZ
• zwar hohe D2 und D3-Präferenz, aber immer noch Affinität zu Histamin und Serotonin-Rezeptoren (NW!)
• OH-Gruppe: Ansatzpunkt für Veresterung Prodrug und damit Verlängerung der Wirkdauer (s.u.)
Chlorprothixen
Thioxanthen-Neuroleptikum
• Chlorprothixen ist weniger potent als CPZ
•rel. hohe Affinität zu Histamin- und Serotoninrezeptoren (Sedierung!)
• Z-Isomere sind affiner zum D2-Rezeptor und damit potenter als E-Isomere
• Hydrierung der Doppelbindung führt zum Wirkverlust
• Lichtempfindlich: Bildung von Chlorthioxanthen und Chlorthioxanthon
Butyrophenone und Diphenylbutyl-piperidine gemeinsame Eigenschaft
alle WS in den Gruppen sind hochpotent
Beispiele an atypsichen Neuroleptika
Clozapin, Risperidon, Sulpirid
Wie heißt der aktive Metabolit von Risperidon und durch welches CYP-Enzym wird es metabolisiert?
Paliperidon über CYP2D6
Gemeinsamkeiten atypischer Neuroleptika
• strukturchemisch sehr unterschiedlich
Gemeinsamkeiten: Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff
• am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika (Clozapin: keine EPMS)
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor
Risperidon /Paliperdon
atypisches Neuroleptikum
Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff
•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
• Paliperidon: aktiver Metabolit des Risperidons (CYP2D6)
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor
Sulpirid
atypisches Neuroleptikum: Benzamid-Derivat
Aromat – 4 Brückenatome – basischer Stickstoff
•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• weniger EPMS als typische Neuroleptika
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor
ganz rechts: Pyrrolidin
• strukturelle Verwandtschaft mit Diuretika (Clopamid) und Metoclopramid
• relativ selektiv für D2/D3
• sehr niedrig potent (CPZ-Äquivalent: 0,2)!
• aufgrund hoher Polarität nur geringe Passage der B/H-Schranke
• keine Sedierung, keine EPMS
NW: tödlich verlaufende AgranulozytosenClozapin
atypisches Neuroleptikum
keine EPMS- NW
4 Brückenatome bis zum basischen Stickstoff, Di-Benzodiazepin-Struktur
•am 5-HT2 gleich stark oder stärker wirksam als am D2-Rezeptor
• bessere Wirkung auf Minus-Symptome
•„Fast-Off-D2“: niedrige Aff. zu D2 und damit schnelle Dissoziation von D2 Rezeptor
NW: tödlich verlaufende Agranulozytosen
Welches atypischische Neuroleptikum ist wegen seiner Kardiotoxizität umstritten?
Sertindol