Neurophysiologie
N. Dr. Disko
N. Dr. Disko
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Lernkarten
Klinik des Sulcus Ulnaris Syndrom
- Missempfindungen / Taubheit am Kleinfinger, kleinfingerseitigem Ringfinger und an kleinfingerseitiger Handseite
- Kraftminderung / Lähmung der Hand
- Muskelschwund (Atrophie) an der Mittelhand
- selten einstrahlende Schmerzen von Ellenbogeninnenseite zum Kleinfinger
Definition der Demenz allgemein nach WHO
Demenz = klinisches Syndrom
• Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschliesslich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen
• Mindestens seit 6 Monaten bestehend
• Keine Bewusstseinsstörung, keine Störung der Sinne über das für die Person übliche Mass hinaus
Symptomatik und Besonderheiten von Alzheimerdemenz
- Mit 70% die häufigste Demenzform
- Pathologische Veränderungen: Plaques und Neurofibrillen
- Zur Zeit keine kausale Therapie vorhanden, d.h. nur symptomatisch è moderater Effekt
Symptomatik und Besonderheiten von Levy-Körperchen-Demenz
- 2. Häufigste neurodegenerative Demenzform
- Erkrankung aus der Gruppe der Alpha-Synukleinopathien (wie M. Parkinson)
- Es handelt sich um Proteinablagerung mit Lewykörperchen in Nervenzellen und sowohl im peripheren als auch im zenralen Nervensystem und in den Präsynapsen
Zentrales Merkmal:
- Demenz mit Gedächtnisstörung plus zumeist eine Störung von Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen oder visuell-räumlichen Leistungen
Kernmerkmale:
- Fluktuation der Kognition (v.a. Aufmerksamkeit und Wachheit)
- Visuelle Halluzinationen
- Parkinson-Symptome
Hinweisende Merkmale:
- REM-Schlaf-Verhaltensstörung
- Ausgeprägte Neuroleptikaüberempfindlichkeit
· Verminderte dopaminerge Aktivität in den Basalganglien (SPECT oder PET)
Symptomatik und Besonderheiten frontotemporaler Demenz
- pathophysiologisch, genetisch und klinisch heterogene Erkrankung mit Degeneration (v.a.) des frontalen und temporalen Kortex
- Erstdiagnose meist 5.-6. Lebensdekade
- Ca. 5 % aller Demenzen
- Mehrzahl der Fälle sporadisch 20–50 % mit dominantem Erbgang:
Symptomatik:
- Frontotemporale Demenz
- Verminderte Einsicht
- Emotionale Verflachung
- Verändertes Sozialverhalten
- Langsam progrediente Aphasie
- Zunächst isolierte Sprachstörung: erschwerte Sprachproduktion, Wortfindungsstörungen, „Sprechapraxie“
- Semantische Demenz:
- Störung des Erkennens und Benennens von Objekten
- Gestörtes Wortverständnis/flüssige Sprachproduktion
- Langsam progrediente Soziopathie: Bei Degeneration des nicht dominanten Schläfenlappens
Was ist ein Delir, was sind typische Symptome?
Synonyme: delirantes Syndrom, hirn-organisches Psychosyndrom (HOPS), akuter exogener Reaktionstypus, Durchgangssyndrom. Die wichtigsten prädisponierenden Faktoren sind höheres Lebensalter, Demenz und Multimorbidität.
Kriterien des Delirs (ICD-10)
• Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit
• Wahrnehmungsstörung (Gedächtnis, Orientierung)
• Psychomotorische Störungen
• Schlafstörungen
• Akuter Beginn und fluktuierender Verlauf
• Nachweis einer organischen Grundlage
Infektionswege und Prognose der Meningitis?
Erreger gelangen über die Blutbahn (hämatogen, z.B. nach Pneumonie) oder fortgeleitet bei knöchernen Entzündungen (Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen als Nachbarschaftsprozess der Knochenstrukturen) in den Schädel.
Des Weiteren nach neurochirurgischen Operationen, über eine Liquorfistel nach offenem Schädelhirntrauma oder über Ventrikeldrainagen.
Vor dem Antibiotikazeitalter sind 80% der Erkrankten gestorben.
Bei antibiotischer Behandlung heute, ist die Letalität bei:
Pneumokokkenmeningitis 20-40%
H. influenzae 5-15%
Meningokokkenmenigngitis 5-15%
Residuen ist bei 10.30%:
Hörstörungen, symptomatische Epilepsie, neuropsychologische Störungen, Hydrocephalus (Als Hydrozephalus wird eine angeborene oder erworbene Erweiterung der inneren beziehungsweise äußeren Liquorräume aufgrund einer Liquorzirkulationsstörung bezeichnet- DocCheck)
Symptomatik, Behandlung und Prognose der Herpesencephalitis?
- Fieber, Bewusstseinstrübung, Kopfschmerzen und epileptische Anfälle
- Wesensänderungen in ca. 75% der Fälle, oft Initialsymptom
- später: Gedächnisstörungen
Therapie/Behandlung:
- Aciclovir
- Behandlung auf Intensivstation
- Therapie des Hinrödems
Prognose:
- sehr schlecht
- Sterblichkeit bis zu 70% unbehandelt, behandelt 20%
- Meistens mässige bis schwere neurologische Restsymptome ohne Behanldung
- Mit Aciclovir/Zovirax verbelibende Defizite bei 50%
- Häufige Restzustände sind Persönlichkeitsveränderungen (Antrieb, Denken, Handeln), Gedächtnisstärung und Epilepsie
Wann tritt die frühe und späte Neuroborreliose nach Zeckenstich auf?
Akute Neuroborreliose (95%)
- wenige Wochen bis einige Monate nach der aktuen Infektion auftretende neurologische Symptomatik
Chronische (späte) Neuroborreliose (5%)
- sich schleichend über Monate entwickelnde neurologische Symptomatik
Was sind Manifestationsformen bzw. Symptome der frühen und späten Neuroborreliose – z.B. Bannwarth-Syndrom?
Akute Neuroborreliose
- typische Klinik: Bannwarth Syndrom: Meningopolyradikulitis (=Entzündung der Hirnhäute und Nervenwurzeln) spinaler Nerv + Fazialisparese
- Intensive, nächtlich betonte radikuläre Schmerzen
Chronische (späte) Neuroborreliose
- typische Klinik: Enzephalomyelitits mit spastisscher Para- oder Tetraparese und spastisch-ataktischer Gangstörung, Blasenstörung, Hörstörung
- selten Schmerzen
- DD zur MS
Klinische Manifestationen und Prognose der FSME?
FSME (= Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird wie auch die Neuroborreliose durch Zecken übertragen. Die FSME-Viren befallen das Gehirn im Gewebe.
Klinische Manifestation:
- 3-8 Tage Prodromalphase (Vorlaufphase): Kopf-Gliederschmerzen, Fieber bis 40°C, oft 2-gipflig (70%)
- Meningitis (50%), Meningoencephalitis (40%), Meningoencephalomyelitis (10%)
- Vigilanzminderung, Lähmungen von Gesichtsnerven und Extremitäten, Schluck/Sprechstörungen, Atemlähmung (5%)
Prognose:
- altersabhängig: Kinder deutlich günstiger als Erwachsene; Prognose verschlechtert sich kontinuierlich mit steigendem Alter
- Meningitis (50 %): vollständige Ausheilung
- Meningoenzephalitis (40 %): häufig passageres (bis zu 6 Monate anhaltendes) neurasthenisches Syndrom, Ataxie, Hörstörungen und Paresen
- Meningoenzephalomyelitis (10 %): häufig bleibende Paresen (wie bei Poliomyelitis)
- Letalität: 1 %
Verlaufsformen der MS
Es gibt drei Verlaufsformen:
- RRMS (Relapsing- Remitting MS) à Schubförmig-remittierende (abklingende) MS ca. 85%
- SPMS (Secondary-Progressiv MS) à Sekundär progredient (fortschreitende) MS mit oder ohne aufgesetzte Schübe / ca. 50% der RRMS
- PPMS (Primary-Progressiv MS) à Primär progrediente (fortschreitende) MS/ ca. 15%
Was versteht man unter zeitlicher und räumlicher Dissememination
Die räumliche und zeitliche Dissemination dient zur Diagnosestellung. Es gehört zu den Revidierten MacDonald-Kriterien 2010.
Zeitliche Dissemination:
- ab dem 2. Schub möglich
- Nachweis einer neuen T2 und/oder KM (=Kontrastmittel) aufnehmenden Läsion in einem Verlaufs MRT zu irgendeinem Zeitpunkt.
- gleichzeitiges Auftreten von asymptomatischen KM- und nicht-KM-aufnehmenden Läsionen
Räumliche Dissemination:
- MS-typische neurologische Symptome, die zweifelsfrei auf 2 voneinander abgrenzbare Läsionen hinweisen.
In welche drei Gruppen werden die medikamentöse therapien eingeteilt?
Die drei Grundpeiler der medikamentösen Therapie sind:
- Schubtherapie
- Symptomatische Therapie
- Immunmodulierende Therapie (dient zur Prophylaxe, dass Schub gar nicht erst kommt)
Was bedeutet die symptomatische Therapie bei der MS?
Symptomatische Therapie
Spastik:
- Systemische antispastische Medikamente, z.B. Lioresal • Kombination aus Delta-9-Tetrahydrocannabiol (THC) und Cannabidiol (Sativex®): Mundspray, maximal 12 Sprühstöße/d
- 4-Aminopyridin/Fampridin (Fampyra®)
Wirkmechanismus: erhöht die Leitfähigkeit demyelinisierter
Axone durch Blockade spannungsabhängiger Kaliumkanäle
- intrathekale Steroidgabe (z.B. bei ausgeprägter Para- /Tetraspastik)
- Lokale Botulinumtoxin-Injektionen
Fatigue (chron. Müdigkeit)
- aerobes Ausdauertraining (Ergometer, Laufband) bzw. Widerstandstraining
- Kognitive Programme und Selbstmanagement
- Kühlungsmaßnahmen
- medikamentöse Therapie: Datenlage unzureichend
- Amantadin 200 mg/d p.o.
- Modafinil 200-400 mg/d p.o.
Was bedeutet Immunmoduliernede Therapie?
Pat. welche sich solch eine Therapie unterziehen möchten müssen folgende Kriterien erfüllen:
- Patienten, die trotz Behandlung mit einem Beta-Interferon oder Glatirameracetat eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen, d.h.
- mindestens einen Schub in den letzten 12 Monaten hatten
- mindestens 9 T2-hyperintense Läsionen oder mindestens eine Gadolinium anreichernde Läsion im cMRT aufweisen.
- Patienten mit rasch fortschreitender, schwerer schubförmig-remittierend verlaufender MS
- wenn 2 oder mehr Schübe mit Behinderungsprogression im Jahr zuvor aufgetreten sind und
- im cMRT eine oder mehrere Gadolinium anreichernde Läsionen oder eine signifikante Erhöhung der T2-Läsionen im Vergleich zu einer kürzlich durchgeführten (6–12 Monate alten) MRT-Aufnahme nachweisbar sind.
- durch das JC-Virus hervorgerufene opportunistische Infektion, die tödlich verlaufen oder zu einer schweren Behinderung führen kann. Erhöhtes Risiko bei
- zunehmender Behandlungsdauer von Natalizumab (insb. wenn > 24 Monate) wenn vor der Behandlung ein Immunsuppressivum gegeben wurde Vorhandensein von Antikörpern gegen JC-Virus
Diagnostik:
- MRT-Untersuchung (mit Kontrastmittel): relativ unspezifisch, flächig konfluierende und symmetrische Signalveränderungen unter Aussparung der Hirnrinde vornehmlich parietookzipital, keine/kaum KM-Aufnahme
- Liquoruntersuchung auf DNS des JC-Virus (ggf. wiederholte Liquorpunktionen, negative JC-Virus-PCR schließt PML unter Umständen nicht aus)
- Hirnbiopsie
Therapie:
- Wiederherstellung der Immunkompetenz
- Absetzen der Immunsuppression
- Ggf. Maßnahmen zur Entfernung des Immunsuppressivums, z.B. Plasmapherese
- (Bei Organtransplantierten ggf. Entfernung des transplantierten Organs)
- (Bei AIDS-Patienten Beginn mit HAART-Therapie)
- Kausale Behandlung existiert nicht
- Prognose: schlecht! Tod innerhalb von durchschnittlich 3 bis 20 Monaten, wenn Funktion des Immunsystems nicht gebessert werden kann.
Wie wird ein Schub der MS behandelt
- Kortison-Hochdosistherapie (500–1000 mg für 3-5 Tage iv.)
- bei deutlicher Beeinträchtigung/Behinderung unter Berücksichtigung von Kontraindikationen
- Begleittherapie: Thromboseprophylaxe, Magenschutz
- Kontrolle: Elektrolyte, Blutzucker
- Ausschleichen fakultativ
- Eskalationstherapie:
- Fortsetzung der Cortison-Therapie ggf. in höherer Dosierung
- Plasmapherese
- Immunadsorption
- frühe Mitoxantrontherapie v
- (evtl. IVIG-Gabe)
Ursachen der Schädigung des Plexus lumbosacralis
- Traumatisch
- hintere Beckenringfrakturen, Frakturen des Kreuzbeins & der Hüfte
- Hämatombildung durch stumpfe Traumen (Psoashämatom)
- Tumore im kleinen Becken
- Häufigste Ursache
- Meist gynäkologische/urologische Tumore, Rektumkarzinom oder Lymphome
- Iatrogen
- Aortenersatz-OP, Kolonresektion, Hüftgelenksersatz
- Postoperative Hämatome oder Abszesse (Psoasabszess)
- Weitere Ursachen:
- Druck (Aneurysmen der Aorta & A. iliaca anterior, spontane Psoashämatome bei Gerinnungsstörungen, bei Schwangerschaft/Geburt durch den Kopf des Kindes bzw. geburtshilfliche Manöver)
- Diabetes mellitus (diabetische Schwerpunktneuropathie, v.a. Femoralis-/Obturatorius-Schädigung)
Allgemein über den Plexus lumbosacralis
- Wurzeln (Th1) L1 – S3
- liegt geschützt im Retroperitonealraum à wird seltener verletzt als Plexus brachialis
- Plexus lumbalis (L1 – L4): N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, N. genitofemoralis, N. cutaneus femoris lateralis, N. obturatorius, N. femoralis, div. Rami musculares
- Plexus sacralis (L4 – S4) : N. glutaeus superior, N. glutaeus inferior, N. ischiadicus, N. cutaneus femoris posterior, div. Rami musculares
Innervation N. femoralis
Teilt sich unterhalb des Leistenbandes in den N. saphenus, div. Muskeläste sowie sensible Hautäste zur Versorgung der ventromedialen Oberschenkelfläche.
Kennmuskeln des N. femoralis
- M. pectineus, M. iliacus à HG F & IR
- M. iliopsoas à HG F
- M. sartorius à HG F, ADD & AR
- M. quadriceps femoris à KG E (& HG F)
Motorische und Sensible Ausfälle N. Femoralis
Motorische Ausfälle
- Quadrizeps- & Iliopsoasparese
- Beim Gehen wird KG nach hinten durchgestreckt (Hyperextension?) à besonders behindernd auf unebenem Boden & beim Treppensteigen
Sensible Ausfälle
- Über dem medialen vorderen Ober- & Unterschenkel bis zum medialen Fussrand
Innervation von N. ischiadicus
Kurz vor der Kniekehle teilt er sich in den N. tibialis & N. peronaeus (fibularis) communis
Kennmuskeln des N. ischiadicus
- Ischiocrurale Muskulatur
- Muskeln US & Fuss durch die beiden Endäste
Motorische/Sensible Ausfälle des N. ischiadicus
- Alle Symptome einer N. peronaeus & N. tibialis Parese à bei komplettem Ausfall bleiben für KG F nur M. sartorius & M. gracilis übrig
- Bei intakten Gesässmuskeln & Adduktoren ist das Gehen noch möglich.
Sensible: Alle Symptome einer N.peronaeus und N.tibialis Parese
Innervation, Lage, klinisches Bild bei Schädigung, Schädigungsursachen der Peronaeus Läsion
Kennmuskeln
- N. peroneus profundus
- M. tibialis anterior à DE Fuss
- M. extensor digitorum longus/brevis à E Endphalangen & Fuss
- M. extensor hallucis longus/brevis à E Grosszehe
- N. peroneus superficialis
- M. peroneus longus/brevis à Pronation Fuss
Motorische Ausfälle
Parese der Fuss- & Zehenheber und Pronatoren à Steppergang
Sensible Ausfälle
Sensibilitätsstörungen der Unterschenkelaussenseite & Fussrücken
- Druckläsion N. peronaeus communis im Bereich des Fibulaköpfchens durch:
- Zu eng sitzenden Gipsverband
- Unsachgemässe Lagerung unbeweglicher/bewusstloser Patienten
- Längeres Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen
- Längeres Knien/Hocken
Was ist eine Meralgia parästhetica?
Pathophysiologie
Kompression bzw. Irritation des N. cutaneus femoralis lateralis im Bereich des Leistenbandes
Klinisches Bild
- Parästhesien und/oder brennende Dysästhesien im sensiblen Versorgungsgebiet des Nerven
- Kleidungsstücke werden als unangenehm empfunden
- evtl. Hypästhesie/Anästhesie (für alle Qualitäten) im Versorgungsgebiet
- längeres Stehen oder Liegen mit gestrecktem HG: evtl. Zunahme der Beschwerden
Sie kennen Schädigungsarten, wonach SHT eingeteilt werden.
Klassifikation nach klinischem Schweregrad & Glasgow Coma Scale (GCS)
- Graduierung der Komatiefe: 3-5/15 Pkt.
- Grad I: leichtes SHT (GCS 14-15)
- Vigilanzstörung < 1h
- Grad II: mittelschweres SHT (GCS 9-13)
- Bewusstlosigkeit/Bewusstseinstrübung < 24h
- Grad III: schweres SHT (GCS 3-8)
- Bewusstlosigkeit > 24h und/oder Hirnstammzeichen
Klassifikation nach Art der Schädigung
- Diffus: diffuse axonale Schädigung (DAI), diffuses Hirnödem, globale Ischämie
- Lokal: Epiduralhämatom (EDH), Subduralhämatom (SDH), intrazerebrales Hämatom (ICB), Kontusionsherde
Klassifikation nach Eröffnung/Nicht-Eröffnung des Liquorraumes
- Geschlossenes (gedecktes) SHT
- Offenes SHT (Kommunikation zwischen Liquorraum & Aussenwelt)
Ältere Klassfikation
- Schädelprellung: Schädeltrauma ohne Bewusstseinsverlust und ohne neurologische Ausfälle
- Commotio cerebri (Gehirnerschütterung): SHT mit Bewusstseinsverlust < 8h und evtl. mit postkommotionellem Verwirrtheitszustand über mehrere Stunden
- Contusio cerebri: SHT mit traumatischer Hirnsubstanzschädigung
Primäre & sekundäre Schädigung
- Primär:
- Schädigung des Hirngewebes als unmittelbare Traumafolge
- Primärläsion umfasst irreversible zerstörte Zellen & funktionsgestörte Neurone, die aber prinzipiell überleben & regenerieren können
- Sekundär:
- Primäre Schädigung ist Ausgangspunkt für eine Kaskade von Reaktionen, die die primäre Verletzungsfolge verstärkt (Hypoxie, Krampfanfälle, Hirnschwellung, Hämatome, Infektionen, etc.)
- Sekundärläsion kann gegebenenfalls durch medizinische Massnahmen gemildert werden à eigentliches Ziel der Therapie bei Schädelhirnverletzungen
Sie kennen Verlauf & Ursache des SDH & EDH sowie deren Behandlung.
Epiduralhämatom (EDH)
- Auftreten bei 5-15% der SHT
- Arterielle extradurale Blutung
- In bis zu 50% der Fälle Grössenzunahme im Krankheitsverlauf à sekundäre Eintrübung
- Therapie
- Operative Entlastung
- notfallmässig bei GCS < 9 und Anisokorie
- bei Volumen > 30cm3 unabhängig von der Vigilanz
- konservative Behandlung unter klinischer & CT-Kontrolle bei:
- Volumen < 30cm3
- Dicke < 15mm
- Mittellinienverlagerung < 5mm
- GCS > 8 ohne fokale Zeichen
- Operative Entlastung
Subduralhämatom (SDH)
- Auftreten bei 5-22% der SHT
- Verletzung meist durch Zerreissen von Brückenvenen
- Blutung unterhalb der Dura mater, innerhalb des Subarachnoidalraums
- Häufig langsamer Prozess über Tage
- Therapie: Operative Entlastung bei
- SDH > 10mm Dicke oder Mittellinieverlagerung > 5mm unabhängig von der Vigilanz
- SDH < 10mm und Mittellinienverlagerung < 5mm und GCS < 9, wenn (1 Bedingung genügt):
- GCS sich zwischen Trauma & Aufnahme um mind. 2 Punkte verschlechtert
- Anisokorie vorliegt
- ICP > 20mmHg
- Chronisches SDH
- z.T. kein Trauma erinnerlich, häufig bei Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten & Alkoholismus
- mittleres Intervall zwischen Trauma und klinischer Manifestation: 49 Tage
- klinisches Bild:
- häufig: progrediente Kopfschmerzen (50%), psychische Veränderungen (35%)
- seltener: fokale Ausfälle, flüchte TIA-ähnliche Symptome, epileptische Anfälle, Pupillenerweiterung
- Prognose: 89% gut erholt à Rezidivrate 14%
Sie kennen den Begriff Herniation
- Durch intrakraniale Druckzunahme kann Hirngewebe hernieren (einklemmen).
- Letale Einklemmung des Gehrirns im Hinterhauptloch