Nephrologie und Urologie
Diverse Fragen zu Niere und den ableitenden Harnwegen.
Diverse Fragen zu Niere und den ableitenden Harnwegen.
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Lernkarten
Wie wäre die Definition eines Akuten Nierenversagens = Akute Kidney Injury (AKI)?
Wie äussert sich ein AKI klinisch?
Definition, die am ehesten brauchbar: Kreatinin Anstieg =/>50% vom Ausgangswert innerhalb von 7 Tagen.
(Ausserdem Krea-Anstieg von 26.5 umol/48h oder Oligurie: <0.5 ml/kg/ Stunde > 6h). -> Problem, allesnicht besonders nützliche Definitionen im Notfall --> Patient klinisch beurteilen!
Klinik eines AKIs:
- Überwässerung/Ödeme
- Hypertonie (wegen Salz- und Wassereinlagerungen)
- Metabolische Azidose (Kussmaul Atmung)
- Hyperkaliämie --> EKG machen!
- im EKG: Bradykardie, breite QRS-Komplexe, neurolog: Lähmungen (wegen Hyperkaliämie)
- Urämie --> Hirn: Bewusstseinseintrübungen, Krämpfe, FLapping Tremor
- Urämie --> Herz: Urämische Perikarditis
- Nausea, Erbrechen, Pruritus
- (nicht relevant: Kreatininanstieg ohne Symptome, Oligurie/Polyurie)
Was sind mögliche Ursachen eines AKIs?
Prärenal: --> Anamnese und klinische Untersuchung
- Hypovolämie
- Herzinfsuffizienz
- Kardiorenales Syndrom
- Hepatorenales Syndrom
- Vasokonstriktion vas affarens - zB durch NSAR oder Kontrastmittel
Renal: Abklärung durch Biopsie
- Renovaskuläre Erkrankungen (Kleingefässvaskulitiden, TTP/HUS, Sklerodermie, maligne Hypertonie, Atheroembolische Ereignisse, NIereninfarkt, Nierenvenenthrombose)
- Glomerulonephritiden
- Tubulo interstitielle Erkrankungen (Akute Tubulusnekrose, Kontrastmittel, Nephrotoxine, Akute interstitielle Nephritis)
Postrenal: --> US machen
Was kläre ich bei einem Vd auf ein AKI ab und was würde mich dazu bewegen, den Patienten für ein akutes Nierenersatzverfahren anzumelden (alles, was fett ist)?
Abklären bei Vd a AKI:
- Anamnese: inkl. Medikamente!
- Status: Abschätzen der Volämie (BD liegend und stehend, Halsvenen, Lunge (RG wegen Ödem) & Herzauskult. (Perikardreiben), Abdomen, Rektalbefund (Prostata), Haut
- Im Blut: Blutbild (Eosinophilie?), Chemogramm, Quick (weil ev Biopsie nötig), ABGA/VBGA (pH)
- Im Urin: Urinstatus inkl. Sediment (glomeruläre Erys?), Proteindifferenzierung, Na, K, Harnstoff, Kreatinin (zs mit Blutwerten interpretieren)
- EKG (Pat gefährdet für Kammerflimmern? Breite QRS-Komplexe, Bradykardie)
- Sonografie der Harnwege
Indikationen für ein akutes NIerenersatzverfahren:
- Hyperkaliämie --> EKG-Veränderungen/Kalium von > 6.5 mmol/l
- Überwässerung --> Ödeme / Therapieresistentens Lungenödem (trotz Diuretikum)
- Metabolische Azidose --> Bircab <12-10mmol/l oder pH <7.2 (weil ab da Stoffwechselprobleme kommen)
- ZNS-Symptome --> Bewusstsein reduz., Krämpfe, flapping Tremor
- Therapieresistente Hypertonie
- Urämische Perikarditis (Hört man beim auskult. des Herzens - je nach Lage des Patienten)
- Nausea, Erbrechen, Pruritus
- Detoxikation, dialysierbare Substanzen (iatrogen oder in suizidaler Absicht)
Welche akuten NIerenersatzmöglichkeiten gibt es?
- CVVHF (Continuous Veno-Venöse Hämo-Filtration) - 24h/Tag nur auf IPS, Prinzip: SIeb (Ultrafiltration) alles mit Molekulargewicht <40 kDalton geht raus, alles >40 kD bleibt drin + Ersatzflüssigkeit. (ShAldon-Katheter - transitorischer Katheter - nur für akute Dialyse nicht für chronische)
- CVVHF (Continuous Veno-Venöse HämoDiaFiltratio) = wie CVVHF aber inkl. Dialyse - Standardverfahren für AKI. In der Maschine wird das Blut mit Zitrat versetzt um die Gerinnung zu verhindern, dies wird nach der Maschine mit Kalzium iweder antagonierist, bevor das Blut dann mit "normaler" Gerinnung wieder zurück in den Patienten fliesst.
- Hämodialyse (4h/Tag dafür hocheffizient) Prinzip: Gegenstromverfahren (Blut in Gegenrichtung zur eingesetzten Dialysat-Flüssigkeit - zieht je nach Gradient (Konz. der Stoffe in den beiden Fl.) bestimmte Stoffe reus (nie ganz auf Null)
- (CAVHF - arterio-venös - historisch, ausser in Entwicklungsländern)
- (Akute Peritonealdialyse - in der Schweiz NUR bei Kindern gebraucht)
Wann sollte man mit akuten Nierenersatzverfahren beginnen und wann kann man damit wieder aufhören?
Wieviele Patienten bleiben an der Dialyse nach einem AKI?
Beginn nicht zur Prävention - bringt nichts (JAMA Mai 2016). Erst einsetzen, wenn es icht mehr anders geht (zwingende Indikationen s.h. andere Frage).
Aufhören, sobald keine Indikation mehr besteht, also wenn Hinweise zu finden sind, dass NIeren wieder funkt.:
- Patient, der vorher anurisch war wieder zu urinieren beginnt
- Versuch: Machine pausieren und Kreatinin des Patienten regelm. messen: Wenn es innert 24h nicht gross ansteigt --> Nierenersatztherapie beenden
Bei 5-15% der Patienten erholen sich die Nieren nicht mehr - Patient bleibt dialysepflichtig
Was sollte man bei einr chronischen Niereninsuffizienz im Stadium 4 machen und was in Stadium 5?
Im Stadium 4 (GFR 15-29) Mit Patient über Nierenersatzverfahren sprechen: Dialyse? TX? Keine Therapie --> Tod?, (Erst im Notfall entscheiden?)
Im Stadium 5 (GFR <15) sollte eine Nierenersatztherapie stattfinden - bzw je nach Klinik, die entscheidet unabhängig vom Stadium.
Welche Möglichkeiten gibt es für eine Dialyse bei chron. NI?
Hämodialyse: (3x/Woche je 4h; unideal: Alle Fl. von 2-3 Tagen, die zuviel aufgenommen wird, muss inner 4 h raus - starke Herzkreislaufbelastung)
- Im Zentrum - (in CH meist im Spital) durch Pflege und Nephrologe betreut
- Limited Care - Gerät im Dialysezentrum - Pat schliesst sich selbst an, 1 Plege für Notfälle
- Heim Hämodialyse - Pat hat Gerät daheim, vor Ort keine Betreuung - in CH nur 2 Pers.
Peritonealdialyse: (Peritoneum wird als Filter benutzt, es lässt selektiv Elektrolyte und H2O durch - im Vergleich zur Hämodialyse wird die restl. Nierenfunktion länger beibehalten, ausserdem ist die Fl-Belastung fürs Herz geringer da überschüssige Fl alle 6h entfernt wird. In ersten 3-4 Wochen kann Fl Reizung machen, danach idR symptomlos.)
- CAPD = continuous ambulatory peritonealdialysis - 2L neutrale Fl in Bauchraum laufen lassen, 6h drin, dann rausholen (meist 2,6L) und neue 2L rein. --> 4x 6h/Tag, Tenkhoff Katheter an tiefster Stelle im bauchraum endend und anderes Ende aussen Höhe Bauchnabel --> nicht schwimmen gehen. Ansonsten kann alles ambulant selbstständig vom Patienten gemacht werden. Cave: Braucht sehr viel Platz... (8L/Tag... = 1 Kiste ... 30 Kisten/MO). neu Fl muss erwärmt werden auf Körpertemp bevor man sie reinlaufen lässt. Kann aber zB auch auf einer Motorhaube gemacht werden.
- APD = automatisierte Peritonealdialyse - Pat muss an Machine sein. V.a. bei Säuglingen (<1 Jahr), weil erst im Alter von 12-14 Monaten TX gemacht werden kann. Wenn Patient noch Restfunktion der Nieren hat: Kann er während der Nacht an der APD-Machine sein und tagsüber ohne Dialyse leben.
Was sind Kontraindikationen und mögliche Komplikationen der Peritonealdialyse?
KIs.:
- St.n. grosser BauchOP (Verwachsungen in denen sich die Fl nicht verteilen kann)
- Nicht operierte Hernien
- Schwere pulmonale Probleme (Zwerchfell wird drch Fl nach oben gedrückt, zB schwere COPD)
- (Platzprobleme zuhause, fehlende Selbstständigkeit)
Mögliche Komplikationen:
- häufigste: Peritonitis (Sz, Fieber und Eiter im Dialysatbeutel!)
- Katheter Dysfunktion (Lage falsch)
- Hernien (Fl läut in Oberschenkel rein...)
- Leck (nach aussen oder in den Thorax!)
- Rückensz (wegen 2L mehr = 2 Kg mehr)
- selten: Psychosoziale Probleme
Was sind die Vorteile und Nachteile und was sind mögliche Komplikationen der Hämodialyse?
Nachteile:
- Zeitaufwand (3x4h/Wo zu fixen Zeiten (Schcihten 7-11, 12-16 ...)) --> Meist max 50% Arbeitspensum möglich und Ferien schwierig (Dialysezentrum mit freiem Platz an Ferienort finden...)
- Müdigkeit nach der Dialyse
- Antikoagulation notwendig (weil Blut extrakorporell läuft)
Vorteile:
- ambulant
- keine Selbstverantwortung - "Arztbesuch 3x/Wo
- effizientes Verfahren --> auf 3x4h/Wo begrenzt
- Sozialer Anlass (man kennt die anderen Patienten aus der gleichen Schicht, 6-12er Zimmer)
- Shunt nötig (3dl Blutfluss/Min!)
Mögliche Komplikationen der Hämodialyse:
- Mortalitätsrisiko erhöht? Wegen KHK-Risiko x-fach höher als beim Gesunden
- Kardiovaskuläres Risiko
- Shunt/Katheterprobleme zB Stenosen oder Infektion (Shunt: Eigenvene (oder Kunststoff) wird auf Arterie genäht (Unterarm) --> keine Blutentnahme oder BD-Messung an diesem Arm machen; Katheter: Permanenter (oberhalb Clavcula in etwa rein, tunnelieren --> endet im Re Vorhof) oder transitorische (Shaldon-Katheter))
- Intralialytische Hypotonie (weil in 4 h so viel Fl entzogen wird)
- Krämpfe (weil in kurzer Zeit so viele Elektrolyte entzogen werden)
- Schlafstörungen
- Restless legs
- Polyneuropathie
Was bedeutet ein Dialyse-Abbruch? Wird das gemacht?
Wer mit der chron. Dialyse abbricht: bedeutet Tod innert 7-14 Tagen
Es wird gemacht: In Basel entscheiden sich ca, 5-10% der Dialysepatienten/Jahr dafür. (Lebensqualität als Grund)
Was gilt es bezüglich Ernährung bei Dialyse zu wissen?
Viele Vorschriften bei Hämodialyse, da nur jeder 2.-3. Tag dialysiert wird. Immer: Beratung. Wenn mögich orale Ernährung, wenn nötig intradialytische paraenterale Ernährung (IDPN)
Eiweiss: Hämodialyse 1-1.2g/kg KG/Tag, Peritonealdialyse >1.2 g/kg KG/Tag (weil bitz Eiweiss übers Peritoneum verloren geht)
Energiezufuhr: Bei Hämodialyse höher: 30-40 kcal/kg IBW*/Tag - weil Dialyse Energie verbraucht *lean body weight?
Trinkmenge: Individuell!! Schauen was Patient braucht/verträgt (Fl einlagerung = Gewicht) (früher Richtlinie 7dl/Tag)
Salz: Salzarm (wegen BD), phostphatarm (zB viel im Hartköse, Fertigprodukte, ... Phostphatbinder pragmatisch einsetzen, weil vom Patient oft nicht eingenommen, viele Tabletten zu jedem Essen) + fettarm ...
(Kalium: Durchschnittskalium von 6 wird bei Dialysepatienten toleriert. weil adaptiert - nur bei klinischen Symptomen (zB Lähmung o.ä.) --> Kaliumberatung anfordern)
Vitamine: wasserlösliche Vitamie werden durch die Dialyse entfernt!! --> Ersetzen nach Schema (Ch-Richtilien befolgen)
Cholesterin: Zu hohe Lipidwerte und Dialyse --> nicht behandeln, ausser bei Hochrisiko KHK-Patienten (haben zB bereits starke PAVK), weil: Statine + Dialyse höhere Mortalität als nur Dialyse + hohe LDLwerte. Keine Statine geben.
Nierensteine/Urolithiasis - Klinik, Diagnostik, Steinarten?
Klinik:
- Sz -->starke, kolikartig, Ausstrahulng in Hoden/Labien, sz-freie Intervalle, Nausea, Erbrechen --> motorische Unruhe (Pat kann nicht ruhig liegen)
- +/- Obstruktive Pyelonephritis (Notfall!) --> Fieber, Schüttelfrost! --> sofort Deobstruktion
- +/- Funktionsverlust der Niere --> AKI abklären
Diagnostik:
- Anamnese (Sz.fragen, Medi, FA, Begleiterkr: Gicht, M. Crohn, St.n. Dünndarmresektion, chron HWI)
- Status: Temperatur, BD, Puls, Abdominalpalpation inkl Klopfdolenz Nierenlogen
- Blut: Routinelabor + Ca, P und Harnsäure
- Urin: pH; Mikrohämaturie (80-90%), Infektzeichen, Kristalle im Sediment sichtbar
- Sonografie 50% Sensitivität Steinerkennung, aber Ektasie des Nierenbeckens gut erkennbar
- SteinCT (nativ): geringe Strahlenbel (<3mSv), Sensitivität 94-100%; Dual-EnergyCT: Strahlenbelastung wie SteinCT aber zusätzlich kann die SteinZssetzung eruirt werden (Ca vs Harnsäure). Cave: Schwangerschaft ausschliessen vorher (KM-CT - wenn Harnwege beurteils werden sollen - höhere Strahlenbelastung)
Steinarten:
- Nicht-Infektsteine: 60-75% Kalzium-Oxalatsteine , 10-15% Harnsäuresteine, 10-15% Kalzium-Phosphatsteine (Harnsäure löst sich besser in hohem, Phosphate beser in tiefem pH, Oxalat pH unabhängig, imp ausserdem die Konzentraion im Urin - ergo viel trinken hilft, da der Urin verdünnt wird)
- Infektsteine 5-10% (Urease bildende Bakterien: Proteus mirabilis, Klebsiella, Pseudomonas und Staphylokokken) (Magnesium Ammonium Phosphat-, Carbonat Apatit-, Ammonium Urat-Steine)
- seltene Steine bei genetischer Ursache (zB x-chrom. rez.: Zystinurie (1:7000-20'000))
- Medikamentensteine
Urolithiasis - Risikofaktoren und Therapie?
RF: (Lebenszeitrisiko: 10-15% Industrieländer 20-15% Mittlerer Osten; Rezidive in 75%)
- Übergewicht
- Diabetes
- Männer > Frauen
- Anatom. Fehlbildungen (Reflux, pyelourethrale Abgangsstenose)
- genet. Erkr (zB Zitraturie)
- Geringe Diurese
- Fettreiche/Zellreiche Ernährung
- HWIs
- zuviel Ca im Blut (Hyperpara., VitK-Überdosierung, Immobilisation--> mehr Knochenabbau)
- Oncolyse --> eher Harnsäuresteine
- Renale Erkrankungen: Renal tubuläre Azidoe (Blut sauer, Urin alkalisch), Hyperkalzurie
- Höheres Rezidivrisiko bei: Kinder und Jugendlichen, selten Steinen, Einnierigkeit, rezid. Steine,
- Prophylaxe Rezidive: Fleischkonsum mässigen (5/Wo), Oxalreiche Ernährung meiden (Rhabarber, Spinat, Schwarztee, ...), BMI normalisieren, Ca-Arme Diät nicht machen, weil Ca im Darm Oxalat bindet (oderso), metabolische Abklärung bei Risikopatienten
Therapie:
- Schmerzen lindern --> 1. NSARs, 2. Novalgin
- keine Schwemmtherapie (Diuretika), weil Sz und Gefahr Fornixruptur, kein Buscopan, kein Pethidin (Tramadol)
- alpha-Blocker - reduzieren Koliken (zB Pradif 1x/Tag)
- Bei Vd a. Obstruktive Pyelonephritis --> sofort: Urinkultur und Breitband-AB, Entlastung (DJ/PNS), Steinsanierung im Verlauf
- Steingrösse - <5 mm geht in 90% selbst ab --> konsservativ. - 5-8mm in 15%, >8mm in 5% -->
- Deobstruktion bei Vd.a. Obstrukt. Pyelon., drohender postrenaler Nierenfunktionsverlust, therapieresistenet Sz
- Steinentfernung:
- Harnsäuresteine: Chemolitholyse (Urin alkilisieren um pH 7)
- Uretersteine: URS +/- Steinlithostrypsie +/- Steinextraktion
- Nierensteine < 2cm: ESWL/Endourologie (URS/PNL)
- Nierensteine > 2cm: Perkutane Nephrolithopaxie (PNL)
Was gibt es zu beachten bei ESWL und URS?
ESWL
- = Extrakorporelle Stosswellenlithotrypsie.
- KI: Schwangerschaft, Gerinnungsstörung, unbehandelter HWI, Aneurysmen
- Analgesie: Sedoanalgesie
URS
- = Starrte Ureteroskopie (gibt auch flexible Variante)
- in Regionalanästhesie möglich
- Antibiotikaprophylaxe geben
- Postoperativ: 1-2 Wochen Ureterschienung sinnvoll (Katheter)
Wie managt man eine chronische Niereninsuffizienz? (nicht bes. detailliert ...)
Wen und wann screenen?
- Hypertension (und somit Proteinurie) früg & konsequent behandeln: ACE-Inhib.* oder AT2Antag. + wenn nötig Diuretika (Thiazide am besten, weil Salzgehalt red.) Ziel: BD<130/80
- Hyperlipidämie behandeln: KHK-Risikoeinschötzung verwenden, Ziel LDL <80mg/dl (2.1mmol/l)
- Behandlung der renalen Anämie (1. Eisenspeicher auffüllen, braucht ca. 1000mg, 2. Epo. Ziel Hb: 11-12%, nicht höher weil sonst Viskosität hoch --> eher MI/CVI. Aktive junge eher 12, Ältere eher 11)
- Behandlung des sekundären Parahyperthyreoidismus (1. Prävention (Diät) und Therapie der Hyperphosphatämie (Phosphatbinder), hohes PTH hilft die patholog. NI-Effekte auf Ca und P-Metabolismus gegenzuregeln - höhere PTH-Werte als normal zulassen!
- Behandlung der metabolischen Azidose (Na-Bicarb 0.5-1mg/kg/Tag Ziel BIcarb: >20mmol/l
- Weiteres: Diuretika, vaskuläre RF minimieren (Rauchstopp, usw), nephrotoxische Substanzen meiden (NSAR*, Kontrastmittel)
*Nie ACE-Hemmer mit NSAR kombinieren, weil ACE-hemmer machen A.eff auf, NSAR macht A aff zu --> Filtrationsdruck zu tief --> GFR = 0 möglich, was unideal wäre. Löst AKI aus.
Screenen nur Risikogruppen: Diabetiker, Hypertoniker, Red. Nierenmasse (zB Einnierigkeit), >60Jahre alt
Was sind möglicher Ursachen einer Blasenentleerungstörung?
Miktionsdruck (muskulatur) zu schwach:
- Chron. Überdehnung
- neurolog. oder muskuläre Erkr. (zB RM-Verletzung, MS, DM (oft))
- Medikamnte (zB Anticholinergika)
Urethraler Widerstand zu gross:
- Extrinisisch: BPH oder Karzinom/Tumore
- intrinsisch: Narben und Strikturen im Ureter
- Medikamente (trizyklische Antidepressiva)
Symptome, Diagnostik, Stadien und Therapie der BPH? (80% aller 80Jährigen, aber nur 50% hat Symptome)
Sympt.:
- Obstruktive Sympt (Harnstrahl schwächer, Miktionszeit verlängert, Restharngefühl, Suprapubisches Druckgefühl)
- Irritative Symptome: Imperativer Harndrang (Urge - vermult. wegen Überlaufblase?), Urge-INkontinz, Pollakisurie, Nykturie, Nachträufeln
Diagn.:
- Uroflowmetrie (in Trichter pinkeln) - zur Objektivierung der obstruktiven Symptome
- Anamnese und IPSS - international prostate symptom score -Fragebogen
- Urin-Streifentest
- PSA
- Rektalpalpation (erst nach PSA-Blutabnahme)
- Sonographische Restharnbestimmung
Stadien: (cave: Blasensteine oder akuter Harnverhalt)
- Stad. 1: Restharn <50 ml, max. Uroflow > 10ml/sec intermitt. Miktionsbeschwerden
- Stad 2: Restharn 50-150 ml, max. Uroflow <10 ml/sec, permanente Miktionsbeschwerden
- Stad 3: >150 ml (beginnende Überlaufblase), max. Uroflow <10 ml/sec, permanente Miktionsbeschwerden und Stauung der oberen Harnwege
Therapie:
- Phytotherapeutika (kürbissamen, Sägepalm, ...)
- Alphablocker (Sympathicus - M. sphinkter internus) - Stadien 1-2, erste Kontrolle nach 2 Wochen --> wenn keine Besserung AN urologen überweisen, kein Einfl. auf PSA-WErt, Wikrung zeitlich limitiert auf ca. 2 Jahre (NW: trockener Orgasmus möglich weil Sperma in Blase läuft)
- 5alpha-Reduktasehemmer (Finasteroid/Dutasterid) nur bei Prostatavol. >40ml, erste Erfolgskontrolle nach 3-6MO, Effekt hält an, senkt PSA-WErt um 50%, Libidoverlust in 10%
- Kombither neu möglich: Duodart (Wkr und NW beides erhöht)
- OP: TUR-P
- OP: Offene Prostata-Enukleation
- OP: Alternativen wie zB Greenlightlaser
Imps zu Transurethrale Prostataresektion (TUR-P)
Indikationen: Bei Symtomen unter konservativer Therapie und Prostatavol <100ml. Blasensteinen, rez. Harnverhalt, rez. HWIs, Stad 3 mit Rückstau in obere Harnwege
Komplikationen: alle max 1%: Blutverlust, Belastungsinkontinenz, Erekt. Dysf., TUR-Spülsyndrom (wenn offene Prostatavene - Fl kann ins Blut --> gefährliche Hyponatriämie mit KHKproblemen möglich!)
OP: Prostata mit Urethra wird ausgeschält, Dauer 40-80 Min., 4-5 Tage im Spital (DK für 2 Tage postop)
Nachbehandlung: körperliche Schonung für 6 WO, inital oft irritative BEschwerden (Ther: Anticholinergika)
Merke: Mikrohämaturie und Leukozyturie sind normal während 3 Monaten postop.!!
Rezidivrate: 20-40%
Indikation, Prozedur, Komplikationen und Hospitalisationdauer bei Transvesikaler (offener) Prostataresektion (TVP)?
(nicht zu verwechseln mit der radikalen Prostataektomie die (meist mittels da vinci) beim ProstataKARZINOM gemacht wird).
Indikation: Pers. Beschwerden resp. ansteigender Restharn unter konsrevativer Ther bei einem Prostatavol. >100ml.
Prozedur: Schnitt über Symphyse und mit Finger Prostata ausschälen
Komplikationen: Ersatzbedürftiger Blutverlust in 30%!, postop. Belastungsinkontinenz bis 5%
Hospitalisationdauer: ca. 8 Tage
Was sind Blasenspeicherstörungen?
Was gehört in eine Anamnese zu diesen?
Blasenspeicherstörungen = Inkontinenz!
Formen:
- Belastungsink. = Stressink.
- Drangink.
- Mischink. (aus Belastungsi. und Drangi.) --> behandeln je nach was dominant ist
- Neurogene Inkontinenz (Reflexinkontinenz oder Detrusorhyperaktivität Urs: suprasakrale RM-Läsion) Ther: medikamentös mit Katheterismus
- Inkontinenz bei chron. Harnretention (Überlaufsinkontinenz) ->Ther: Katheterismus, oder Ursache beheben
- Extra-urethrale Ink.
- Sonderform: Nächtliche Enuresis
Anamnese imp.:
- Inkontinenz: Seit Wann? Auslöser (zB Husten)? Wieviel (Tropfen Anzahl verbrauchte Einlagen)?, Bei körperlicher Belastung? Nach Harndrang? ggf Fragebogen verwenden
- Miktionsverhalten: Nykturie? Algurie? Pollakisurie? Hämaturie?
- Trinkverhalten: Wieviel? Wann? Was?
- auslösende Krankheiten: Neurologische Krankheiten? DM?
- Unfälle: Wirbelsäulen- oder Beckentrauma?
- Medikamente: Alphablocker? Diuretika? Antidepressiva?
- OP: Prostata/BlasenOP, RückenOP, OP im Becken?
Schweregrad Einteilung der Belastungsinkontinenz?
Ursachen/Risikofaktoren?
Therapie?
Schweregrade:
- Harnverlust bei körperl Belastung (Niesen, Husten, Lasten heben(?))
- Harnverl. bei Lagewechsel, Gehen und Aufstehen
- Harnv. im Liegen
Ursachen/Risikofaktoren - Urs: Insuffizienter Urethralverschluss
- Nach Geburten, OP, im Alter
- 50% der Frauen in der zweiten Lebenshälfte (haben kürzeren Beckenboden(weg) --> weniger Stabilität)
- Mann seltener, meist nach OPs
- (Hoher BMI - es drückt mehr Gewicht auf den Beckenboden)
Therapie:
- immer zuerst konservativ versuchen: Beckenbodentraining, GEwichtsreduktion
- medikamentös: zB Sympathomimetika um den Sphinktertonus zu erhöhen (Midorin)
- OP (Transurethrale UNterspritzung des Sphinkters, Schlingensuspensium, Implantation eines künstlichen Schliessmuskels)
Andere Namen für Dranginkintinenz und Therapie?
= Urge-INkontinenz = Overactive BLadder Syndrome (OAB)
(Symptomkomplex aus Pollakisurie, Nykturie und imperativem Harndrang --> Patienten wissen immer genau, wo WC zu finden ist und haben Angst, wenn dem mal nicht der Fall ist) --> Harnverlust bei nichtunterdrückbarem Harndrang (Detrusorkontraktionen) - Ursache: Msukuläre oder Sensorische Hyperaktivität)
Ther: medikamentös: --> Harnblasedetrusor muskarinerg tonisierend, adrenderg relaxierend
- Anticholinergika (UAW: häufig bis 40%! Mundtrockenheit, Obstipation, Schwindel --> Patient vorinformieren),
- neu: beta-3-Adrenorezeptor-Agonisten (Mirabegron = Betmiga)
Was ist Hypospadie? Wie oft gibt's das wie therapiert man und was kann es an Komplikationen geben?
Hypospadie: Kongenitale Fehlbildung des Penis: (Hypo = unten, spadie = Lücke)
- Dorsale Vorhautschürze
- Penisschaftkrümmung
- Fehl-Mündungsstelle der Harnröhre (mündet irgendwo auf der Unterseite des Penis)
Häufigste urologische Fehlbildung beim Mann: 1:500. Cave: genetische Komponente (12% Risiko wenn Bruder, 19 wenn Betroffener in Familie, 25% Risiko wenn Bruder und Vater betroffen für nächstes Kind).
Therapie: OP --> Aufrichten des Penisschaftes und Korrektur der Mündungsstelle (muss für Beruchtung nach vorne gerichtet sein). Vorhautkorrektur und Bildung einer Neourethra. OP in 40% Komplikationen (braucht weitere Therapie), die Eltern dahingehend informieren.
Cave: Den Eltern gleich sagen, dass sie das Kind nicht beschneiden sollen (wird in manchen Religionen bereits am 1. oder 2. Sonntag nach Geburt gemacht), weil die Vorhaut zur Rekuntruktion gebraucht wird! Wenn Vorhaut nicht reicht, kann Mundschleimhaut genommen werden.
Mögliche Komplikationen: Fisteln, Stenose, Enge, Penisschaftkrümmung, Rotationsfehlstellung.
Fazit: Hypospadie ist korrigierbar, braucht aber 1-2 OPs.
Wie enstehen Posteriore Urethralklappen (PUV) , was ist das Problem dabei und wann sollte man es wie erkennen?
Posteriore Urethralklappen entstehen in der Embrionalentwicklung, wenn sich bei Mann 3 Teile zu einer Urethra zusammenschliessen sollten. Wenn das nicht genau klappt entstehen Klappen, die je nach Ausprägung bereits in utero zu Rückstau des Harnes und zu Nierenschäden führen können. Auch nach Geburt müssen Männer mit PUV lebenslang nachkontrolliert werden. Therapeutisch macht man eine primäre (transurethral-endoskopische) Klappenresektion und stellt eine suffiziente Entlastung der oberen Harnwege sicher (Katheter oder Perkutane Nephrostomie oder Ureterstoma).
Eine PUV sollte man nach Möglichkeit bereits vor der Geburt im US erkennen --> Oligohydramnion, konstant gefüllte Harnblase, männliches Kind, ev. Aufstau der Nieren sichtbar (spricht für ausgeprägten Befund). Problem der Kinder, wenn sie geboren werden ist die unreife Pungenfunktion postnatal - wegen dem Oligohydramnion konnten die Kinder nicht genug Fl schlucken/einatmen, was Lungenreifung störte. Wird bei schwächerer Ausprägung aber auch erst später diagnostiziert, zB mit 10 Jahren...
Wie oft ist der VUR (vesiko-ureteraler-Reflux?), Ätiologie? Klinik?
VUR 0,5-1% aller Kinder. 66% +FA (ev. autosomal dominanter Erbergang?), 52-72% VUR bilateral
Ätiologie:
- priämer: Malformation (Aplasie/Hypoplasie des Trigunums, Zu kurzer Verlauf des Ureters in der Blasenwand, zu steiler (senkrechter) Durchtritt durch Blasenwand.)
- sekundär: wegen erhöhtem intraveikalem Druck (Subvesikale Obstruktion, Neurogene Blasenentleerungsstörungen), Folge von Entzündungen
KLinik: (Abklären bei 1. fieberhaften HWI bei Knaben und ab dem 2./3. fieberhaften HWI bei Mädchen.
- rezid. HWIs, oft hoch fieberhaft
- z.T. Pyelonephritis und Urosepsis
- intermittierende Harninkontinenz
- Enuresis
- rezid. Bauchsz
Langzeitschäden (bei rezid. Pyelonephritiden)
- Hypertonie in 25%
- NI in 10%
- Nephrektomie in 18%
- vermehrte Eklampsieraten in der Schwangerschaft
VUR-Diagnostik? Therapie?
Diagnostik:
- Anamnese und Status
- Sono als Screening
- RX zur Graduierung
Therapie:
- bei Kindern in ersten 1-2 Lebensjahren oft noch Spontanheilung: vor 1. Lebensjahr keine OP ausser bei starker Klinik.
- Antibiotika-Prophylaxe (zur Verhinderung der Pyelonephritiden)
- verschiedenste operative Techniken
Symptome einer Hydronephrose? Häufigkeit und Therapie der Hydronephrose?
Symptome: (abklären mittels Sono, MCUG oder anderer Bildgebung)
- Raumforderung im Oberbauch
- Gedeihstörung
- Flankensz/Koliken
- Pyelonephritis
- Pyelonephrose
Häufigkeit: 2-8:10'000, Knabe,>Mädchen, li>re, 10-40% beidseitig
Therapie:
- 65-80% konservativ (AB-Prophylaxe, Verlaufskontrollen mittels Sono und/oder Szinti) (Hohe Spontanheilungsrate)
- 20-35% operativ
Was ist das BK-Virus und wann hat es in der Nephrologie eine Relevanz?
Zitat Wikipedia: Bei gesunden (immunkompetenten) Personen ist eine BK-Virusinfektion ohne jede Relevanz. Es ist kein spezifisches Krankheitsbild bekannt, das durch eine Infektion ausgelöst wird, auch nicht für die Primärinfektion. Bei immunsupprimiertenPatienten dagegen kann eine BK-Virusinfektion zu schwerwiegenden Problemen führen. Bei nierentransplantierten Menschen kann das BK-Virus durch Hervorrufen einer sogenannten BK-Nephropathie zu einer allmählichen Funktionsverschlechterung und schließlich sogar zum Verlust des Transplantates führen.[2] Das BK-Virus findet sich häufig auch im Urin bei der spät auftretenden Form der hämorrhagischen Zystitis nach Knochenmarkstransplantation.
Die Durchseuchungsrate der Normalbevölkerung mit dem BK-Virus und dem JC-Virus beträgt über 75 %. Das BK-Virus wird durch Schmierinfektionen mit Urin, Tröpfcheninfektion oder kontaminiertes Trinkwasser übertragen. Es persistiert in der Niere und im zentralen Nervensystem, die Übertragung kann nur stattfinden, wenn eine Ausscheidung des Virus im Gange ist, welche ausschließlich bei einer Schwächung des Immunsystems erfolgt (z. B. während einer Schwangerschaft).