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Jeannette Vonberg
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Jeannette Vonberg
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Naturschutzbiologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Erhaltung von Arten, Populationen und Individuen, wobei Themen wie genetische Drift, Habitatfragmentierung und Metapopulationsdynamik im Mittelpunkt stehen. Besonders relevant sind die Auswirkungen von Umweltstochastizität und Inzuchtdepression auf kleine Populationen. Diese Karteikarten sind ideal für Studierende und Naturschützer, die sich mit den Herausforderungen und Strategien des Artenschutzes auseinandersetzen möchten.
Flashcards
70
Students
3
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
23.04.2013 / 23.05.2015

Flashcards

Korallenriffe

>weltweite Fläche 600000 quadratkilometer; = 0,2% der Meeresfläche

>Manche haben höhere Artenvielfalt pro Flächeneinheit als der tropische Regenwald

>ca. 1/3 aller Fischarten des Meeres in diesem Lebensraum zu finden

>93% sind durch Menscheneiinfluss beschädigt, davon 5-10% total zerstört.

>bei gleichbleibend fortschreitendem Ausmass an Zerstörung: in 20-40 Jahren: 60% der zur Zeit bestehenden Riffe werden zerstört

Grundlegende Ursachen für das Aussterben von Arten:

 

>deterministische Gefährdungsfaktoren

>Stochastische Gefährdungsfaktoren:

   -extrinsische:

Umweltstochastizität (Prädatoren, Konkurrenz, Krankheiten..)

Katastrophen (Feuer, Flut..)

-intrinsische:

demographische Stochastizität

genetische Stochastizität (Drift, Inzucht und Auszuchtdepression)

Deterministische Gefährdungsfaktoren

umfassen die Zerstörung von lebenswichtigen Ressourcen, die zum unausweichlichen Aussterben von Arten führen.

Alle Individuen einer Art sind betroffen unabhängig von der Populationsgröße.

Stochastische Gefährdungsfaktoren

Umweltstochastizität (enviromental stochasticity)

beinhaltet die nicht vorhersehbare Variation von abiotischen Faktoren oder der biologischen Umwelt

bei diesen extrinsischem Gefährdungsfaktor sin alle Individuen einer Population in ähnlicher Weise betroffen

viele Arten haben sich durch Selektion an derartige Ereignisse angepasst

generell führt Umweltstochstizität zu Populationsschwankungen

natürliche Katastrophen

unvorhersehbar, in natürlichen Intervallen wiederkehrend

Dürren, Stürme, Feuer, Überschwemmung...

können Populationsschwankungen verursachen, oder einen Prozentsatz/die komplette POPULATION AUSLÖSCHEN

Demographische Stochastizität

die zufällige und zwischen Individuen unkorrelierte Variation in den Geburten- und Sterberaten in endlich großen populationen.

Genetische Stochastizität

Empfindlichkeit (v.A. kleiner Populationen) gegenüber verschiedener schädlicher genetischer Effekte

(Inzuchtdepression, Verlust an geneticsher Flexibilität oder Viefalt  (durch Drift oder Inzucht) Aus- oder Fremdzuchtdepression)

Inzuchtdepression

>Inzucht

inbreeding, Paarung zw. nahe verwandten Individuen

Inzuchtdepression = negtive Effekte von inzucht:

Totgeburten, erhöhte Juvenilmortalität, verkleinerte Wurfgrösse, vorkommen von nicht reproduktiven Paarungen, geschwächtes Immunsystem

Auszucht

outbreeding

Paarung zw. nicht verwandten, meist weit voneinander entfernt lebenden Individuen

Ursachen von negativen Auswirkungen von Inzucht

>Durch Verpaarung nahe verwandter Individuen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass zwei identlische rezessive und schädliche Allele in den Nachkommen homozygot sind und sich somit phänotypisch auswirken und dessen Lebenstüchtigkeit reduzieren

>heterozygote Organismen sind oft lebensfähiger als homozygote

>ein erhöhter Homozygositätsgrad (homozygot für die gleichen Allele) bei den Elternvermindert die genetische Variabilität der gemeinsamen Nachkommen; Verlust genetischer Variabilität erhöht die Ähnlichkeiten der Nachkommen, die ihrerseits mehr um die gleichen Ressourcen konkurrieren

Inzuchtkoeffizient

F = Wahrscheinlichkeit dass zwei Allele an einem Locus eines Individuums gleich sind aufgrund gemeinsamer Abstammung;

Auszuchtdepression

Schwäche oder Unfruchtbarkeit bei Nachkommen von Individuen verschiedener Populationen die sich an unterschiedliche Umweltbedingiungen angepasst haben.

Ehr selten da die Individuen über starke morphologische, physiologische oder Verhaltensmechanismen verfügen, die sicher stellen, dass es nur innerhalb der Population oder Art zu Paarungen kommt

Genetische Drift

Verlust an evolutiver Flexibilität;

Zufällige Änderung der Häufigkeiten von Allelen innerhalb einer kleinen Population;

 

Probleme in kleinen Populationen

tendieren mehr zum Aussterben als große, drei Hauptursachen:

>Umweltstochastizität

>Demographische Stochastizität

>Genetische Stochastizität

MVP

kleinste überlebensfähige Population (minimal viable population size)

Schwellenwert für die minimale Individuenanzahl welche das Fortbestehen der Pop. über i.R. 100 jahre mit einer Wahrscheinliche´keit von 95% garantiert

es werden Simulationsmodelle genutzt

Effektive Populationsgrösse

Ne

Anzahl Individuen die an der Reproduktion beteiligt sind; i.d.R. kleiner als die vorhandene Anzahl Individuen

Faktoren die auf die effektive Populationsf´größe Einfluss ausüben

patches

Muster von geeigneten Flächen, die die spezifischen Ansprüche einer Art erfüllen, welche oft inselartig verteilt sind

Source- und Sink-Populationen

Source-Pop.: optimaler patch / Lebensraum von großer Habitatsqualität in dem die Geburtenrate höher ist als die Sterberate

Sink-Pop: Gegenteil; Individuen dieser Pop sind auf Zuwachs aus anderen Pop. angewiesen um länger bestehen zu können

Metapopulationsdynamik

Metapop.: umfasst ein System von Teilpopulationen

Metapopulationsdynamik beschreibt das aktuelle Vorkommen einer Art in einem begrenzten Gebiet als die Nettosumme von neuentstehenden, überlebenden und aussterbenden Teilpopulationen

Simulation:

räumliche Struktur, lokalen Populationsgrössen, biologische Eigenschaften der Art und Teilpopulationen (zB Geburten- und Sterberate, Altersstruktur, Ein-und Auswanderungsrate, dichteabhängige Prozesse wie Konkurrenz und Eikannibalismus) werden berücksichtigt

Nutzen des Metapopulationskonzeptes für den Naturschutz:

aufkommende Fragen:

Habitatfragmentierung und seine Effekte

Durch Fragmentierung (Zerschneidung) der Landschaft entstehen kleinere Restflächen (Fragmente) mit ursprünglicher Vegetation welche von verschiedenen oft lebensfeindlichen Habitattypen umgeben sind

Effekte:

>Verkleinerung des Lebensraumes

>Aufsplitterung und Verkleinerung der bestehenden Populationen

>Isolation der aufgesplitterten Teilpopulationen

>Randeffekte und Veränderungen von abiotischen und biotischen Faktoren in Fragmenten

Randeffekte und Veränderungen von a-/biotischen Faktoren in Fragmenten

Randeffekte: Einflüsse aus der Umgebung auf die Randbereiche von Fragmenten; wirken sich auf unterschiedliche Distanzen aus. Wirkt unterschiedlich auf versch. Individuen

der davon nicht betroffene Bereich des Fragmentes: Kernfläche;

Veränderung von biotischen und abiotischen Faktoren durch die Fragmentierung von großen Flächen

>(Mikro-) Klima: Energiegleichgewicht kann verändert sein (zB Tagesablauf der Temperatur)

>Windverhältnisse: Habitatfragmente sind oft stärker dem Wind ausgesetzt, kann zu Schäden der Vegetation führen, Bodenerosion beschleunigen, Staubpartikel oder Dünger und anderes mittragen,

>Wasserhaushalt:

Biotopschutz

es wird versucht, vielfältige und seltene Lebensräume längerfristig zu erhalten; solche mit langer Entstehungszeit haben besondere Priorität

Artenschutzprogramme

Ins Zentrum stellen einer Pflanzen- oder Tierart; ihre Überlebensbedürfnisse werden abgeklärt, es werden spezifische Förderungsmassnahmen entwickelt; Ziele: Erhalt und Wiedereinbürgerung lokal oder regional bereits ausgestorbener Arten

Schutzprogramme Bsp: Großer Panda (CHina) , Steinbock (Schweiz)

Segregation und Integration

Segregation> konzept der Trennung von artenreichen Flächen und Landwirtschaftsgebieten

Integration> wieder naturverträglicherer Nutzung von Landschaften, Arten sollen auf 100%  der Landesflächen überleben

in situ- und ex situ-Erhaltungsstrategien

in situ > Schutzbestrebungen vor Ort, auch in ungeschützten Biotopen, informieren der Bevölkerung etc.

ex situ > bei zu großer Störung durch den menschen, Erhalt Individuen unter menschlicher Aufsicht an einem anderen Ort; Überleben von Kolonien in Menschenobhut (Bsp. Davidshirsch, oder in zoos, Aquarien und Zuchtprogrammen, botanischen Gärten..)

Organisation des Naturschutzes in der Schweiz

Bundesverfassungsgericht: Naturschutz ist primär Sache der Kantone, Bund hat nur Unterstützungs und Ausgleichsfunktion. Bund selbst: kann Naturreservate vertraglich erwerben und sichern und bildet die Gesetzgebungshoheit zum Schutz der pflanzen- und Tierwelt>botanischer und zoologischer Naturschutz untersteht dem Bund und die Kantone dürfen diesen nicht abschwächen; sie dürfen nur zusätzliche und strengere Vorschriften aufstellen und über den Katalog des Bundes hinaus weitere Arten unter Schutz stellen; Bundesrat: Lässt Inventare erstellen und lässt durch das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft Rote Listen und Kennartenlisten erstellen

>Kantone: Anwendung des Bundesrechts/Vollzug: Bewilligungs-, Überwachungs und Strafverfolgungsorgan, Schutz und Unterhalt von Biotopen nationaler, regionaler und lokaler Bedeutung

>Gemeinden: auf Gemeindeebene wird das Naturschutzrecht oft zu wenig angewendet und vollzogen

>Naturschutzorganisationen: als "Anwälte der Natur" können sie im Namen des öffentlichen Interesses können sie Verfügungen anfechten; dieses Beschwerderecht ist als demokratisches Instrument der Mitwirkung am Gemeinwesen zu verstehen

Rote Listen und Gefährdungskategorien

zeigen welche Arten wie stark gefährdet sind

rote Listen der IUCN:

Gefährdungskategorien: EX (Extinct - ausgestorben), EW (extinct in the wild - in der Natur ausgestorben), CR (Critically Endangered - vom Aussterben bedroht) EN (Endangered - stark gefährdet), VU (Vulnerable - verletzlich), NT (Near threatened - potentiell gefährdet), LC (Least Concern - nicht gefährdet), DD(Data Deficient - ungenügende Datengrundlage), NE (not evaluated - nicht beurteilt)

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