NaRa I

ETH Vorlesung

ETH Vorlesung


D. S.
Diese Lernkarten behandeln raumplanerische und infrastrukturelle Herausforderungen auf universitärem Niveau. Sie konzentrieren sich auf Probleme, Konflikte und Lösungen im Zusammenhang mit Grenzen, Infrastruktur und Entscheidungsprozessen. Die Karteikarten beleuchten verschiedene Aufgaben, Akteure und Verfahren, die für die Raumplanung und -nutzung relevant sind. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit komplexen raumbezogenen Fragestellungen und der Entwicklung nachhaltiger Lösungen auseinandersetzen.
Flashcards
50
Students
1
Language
German
Category
Geography
Level
University
Created / Updated
05.12.2014 / 13.12.2014

Lernkarten

Aufgaben der Raumentwicklung und der Raumplanung

- Raumplanung und Verkehr (integrierte Verkehrsplanung)

- Talräume in der Schweiz

- Entwicklung der Kulturlandschaften

- Raumentwicklung in Agglomerationen

- Umgang mit Naturgefahren

- raumbedeutsame Probleme und Konflikte klären und lösen

Sicherung der daseinsgrundfunktionen

Daseinsgrundfunktionen

Wohnen, Arbeiten, Erholen, Bilden, Verkehr, Kommunikation, Entsorgen, Versorgen

Schwerpunkte

  • Innenentwicklung vor Aussenentwicklung
  • Integrierte Raume- und Infrastrukturentwicklung
  • Grenzüberschreitende Aufgaben

Three-Level-Rule (3 Ebenen)

übergeordnete Ebene <- Betrachtungsebene -> Nachgeordnete Ebene

Gegenstromprinzip

Wechselwirkungen von Planungsentscheiden über verschiedene Massstabsebenen.

Ausnützungsziffer AZ

Summe der anrechenbaren Geschossflächen  /  anrechenbare Grundstücksfläche = sum(aGF) / aGSF

Geschossflächenziffer (GFZ)

Summe aller Geschossflächen  /  anrechenbare Grundstücksflächen = sum(GF) / aGSF

Baumassenziffer (BMZ)

Bauvolumen über dem massgebendem Terrain  /  anrechenbare Grundstücksfläche = BVm / aGSF

Überbauungsziffer (ÜZ)

anrechenbare Gebäudefläche  /  anrechenbare Grundstücksfläche = aGbF / aGSF

Grünflächenziffer (GZ)

anrechenbare Grünfläche  / anrechenbare Grundstückfläche = aGrF / aGSF

raumbedeutsamer Konflikt =

Zusammenstoss gegesätzlicher Akteurs-Interessen an der Nutzung eines Raumes

Raumbedeutsames Problem

Schwierige, ungelöste Aufgabe in einem Raum

Gegenstandsbereiche der Lagebeurteilung

a.  Auftrag, Beschlusslage und gewählte Organisation

b.  Grundsätze der angestrebten Lösungen

c.  Zu beachtende Umstände

d.  Befunde

e.  Belege für die Machbarkeit

f.  Stand der Bearbeitung und voraussichtliche Abläufe

g.  Erfolgskontrolle

h.  Empfehlungen

i.  Ausblick, offene Fragen, weiteres Vorgehen 

Planungsprozess im Überblick

  • Um diese Klarheit zu gewinnen, muss der Konflikt zunächst erkundet (Erkundung)

  • und in Form von Übersichten dargestellt werden (Übersicht).

  • Eine Lagebeurteilung soll beim Klären und Lösen schwieriger Aufgaben einen

    Überblick verschaffen und Entscheidungen vorbereiten.

  • Regelmässige Lagebeurteilungen sind Anlässe zur Klärung unterschiedlicher Sichtweisen, Interessen und Auffassungen der an einer Aufgabe beteiligten Akteure.

  • Oberstes Ziel: Konzentration der verfügbaren Kräfte auf jene Tätigkeiten, die zur Lösung einer schwierigen Aufgabe von Bedeutung sind: Was ist das zentrale Problem bzw. welches sind die zentralen Probleme für die Bewältigung dieses Konflikts (Konzentrationsentscheid)? 

Ankererffekt: drei typische Fälle

- aufgrund ungenügenden Anpassens des Ausgangspunktes

- infolge einer unvollständigen Rechnung

- beim Schätzen von Verteilungsfunktionen von Quantitäten

Wichtige Punkte im Umgang mit Problemen

- Schwierige Probleme sind ohne Hintergrund nicht zu verstehen

- Probleme werden erst beim Versuch sie zu lösen wirklich verstanden

- Bei der Problemlösung entstehen neue Probleme und neue offene Fragen

- Das Werkzeug zur Problemlösung hängt vom Augabentyp ab

mögliche Ursachen der Bauzonenüberdimensionierung (6)

  • Konkurrenz der Gemeinden um Einwohner und Gewerbebetriebe (Angebotsplanung)
  • Auseinanderlaufen von Einwohnerentwicklung und Flächeninanspruchnahme (Wohnfläche/Person)
  • Gewerbestandort am Ortsrand
  • was einmal eingezont, wird selten wieder ausgezont
  • Einzonung nicht immer aus planerischen Gesichtspunkten
  • Nicht alle Flächen stehen auch für eine Nutzung im Sinne der planerischen Ausweisung zur Verfügung

Möglichkeiten flächensparender Siedlungsentwicklung (9)

  • Umnutzung innerhalb bestehender Wohngebäude (z.B. Ausbau des Dachstocks =
  • Aufstockung)
  • Umnutzung bestehender Gewerbe-/Industriebauten (insbesondere auch nicht mehr
  • genutzter Bahngelände und Militäranlagen)
  • Anbauten und Ergänzungsbauten
  • Baulückenschliessung und Hinterhofbebauung
  • Verkehrsflächenüberbauung
  • Grundstücksteilung
  • Arrondierung von Ortsrändern, Bauen im Aussenbereich in verdichteter Bauweise
  • Abbruch und Ersatzneubau
  • Erhöhung der Ausnützungsziffer

Siedlungsstrukturen

  • Konzentration
  • Dezentrale Siedlungsstruktur
  • Dezentrale Konzentration

Einteilung von Infrastrukturen

  • materielle, institutionelle, personelle
  • technische, soziale, erwerbswirtschaftliche
  • Netz- und Punktinfrastrukturen

materielle Infrastruktur

staatliche und private Einrichtungen

für eine ausreichende Daseinsvorsorge und die wirtschaftliche Entwicklung eines Raumes notwendig

institutionelle Infrastruktur

gesellschaftliche Normen, Einrichtungen und Verhaltensweisen (Rechts- und Wirtschaftsordnung)

personelle Infrastruktur

geistige, unternehmerische und handwerkliche Fähigkeiten (Humankapital)

technische und soziale Infrastruktur

Unterkategorie der materiellen Infrastruktur

Merkmale von Infrastruktur

-  Investitionscharakter
-  Lange Nutzungsdauer und lange Kapitalbindung
-  Grosse Investitionsprojekte mit hohem Kapitalbedarf
-  Projekte sind typischerweise nicht beliebig teilbar. Mindestgrösse und Mindestleistung
technisch erforderlich
-  Externe Effekte: positive, wie negative.
-  Nutzung der Infrastruktur kann unentgeltlich sein oder auch die Entrichtung eines Entgelts
fordern.
-  Überwiegend öffentliches Gut im Sinne der Finanzwissenschaft

Arten von Grenzen

  • politisch-administrative Grenzen
  • physikalische / natürliche Grenzen
  • sprachliche und kulturelle Grenzen
  • funktionale Grenzen
  • fachliche / sektorale Grenzen

Probleme grenzüberschreitender Aufgaben

-  Politische und organisatorische Unterschiede
-  Sprache und Kultur
-  Unterschiedliche Gesetze, Verfahren und Instrumente
-  Netze der technischen Infrastrukturen oft nach innen entwickelt (Eisenbahnen, Strassen)

Merkmale von Grenzen

  • Konzentratrionsunterschiede (wegen Membraneffekt)
  • Normen technische Systeme
  • Sprache, Regeln
  • Einfluss- und Wirkungsbereiche von Einrichtungen  --> Grenezen haben einschränkende oder erweiternde Wirkungen
  • Infrastrukturentwicklung landeinwärts
  • funktionale Zusammenhänge und Konflikte sind unabhängig von Grenzen

grenzüberschreitende Aufgaben: Instrumente und Verfahren

- Staatsverträge (formelle Instruente nicht vorhanden)

- institutionelle Zusammenarbeit

- informelle Zusammenarbeit an nationalen und internationalen Grenzen (Kommunikation, Koordination, Kooperation)

Subsidiaritätsprinzip

Entscheidungen auf der niedrigsten Ebene treffen, auf der dies sachlich und materiell sinnvoll und möglich ist.
 

Formelle Verfahren

- festgelegte Verfahrensschritte und Beteiligungsstrukturen

- Bindungswirkung

- in nationalen und kantonalen Gesetzen verankert

Imformelle Verfahren

- Ablauf und Genauigkeit nicht geregelt

- flexibel, egänzend, massgeschneidert

 

Aufgaben, die nicht allein mit formellen Verfahren gelöst werden können 

  • Ausnützen von Siedlungsflächenreserven im vorhandenen Siedlungsgefüge

  • Begrenzung der Siedlungsflächenerweiterung

  • Integrierte Raum- und Infrastrukturentwicklung der übergeordneten Leitinfrastrukturen

  • Schwierige grenzüberschreitende Aufgaben 

Beispiele für informelle Verfahren

  • Mediationsverfahren
  • Testplanung (eignen sich vor allem in der Erkundungs- und Vertiefungsphase von Klärungsprozessen)
  • Stadt- und Regionalmanagement (Regionale Entwicklungskonzepte)
  •  

Hilfsmittel, um zu Resultaten zu gelangen. 

prozedurale Gerüste

Routineaufgabe

- Problem ist bekannt
- Ablauf ist bekannt
- Ergebnis / Lösung ist bekannt
- langlebige Organisationen
- vorgegebene Gegenstände und Akteure 

Projektaufgabe

- Problem ist weitgehend bekannt
- Ablauf ist weitgehend bekannt
- Ziel / Lösung ist weitgehend bekannt
- einige Routinen
- weitgehend bekannte Gegenstände und Akteure - zeitlich begrenzt 

Schwerpunktaufgabe

- Problem ist unklar, hohe Komplexität

- Ablauf ist unbekannt

- Ziel / Lösung ist unbekannt

- wenige Routinen, verwirrend

- Gegenstände und Akteure meist nicht bekannt 

Typen Aufbauorganisation

- Stablinien-Organisation (Routineaufgaben)

- Matrix (Projektaufgaben)

- Ad Hoc (Schwerpunktaufgaben)

 

Rollen in Ad-Hoc Organisation komplexer Schwerpunktaufgaben

a. (Politische) Führung

b. Leitungsgremium

c. Experten der Verwaltung

d. Externe Experten

e. Entwurfsgruppen

f. Planerische Reserve 

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