MR 3 BV
6 Gerüste
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Cartes-fiches
Eine sichere Gerüstkonstruktion muss alle einwirkenden Kräfte bei Auf-, Um- und Abbau des Gerüstes und während den Bauarbeiten, auch für gerüstfremde Ein- und Anbauten, aufnehmen können.
Statischen Einwirkungen auf ein Gerüst sind Eigengewicht, Nutzlast, Ein- und Anbauten, Windkräfte und Schneelasten.
Dynamische Einwirkungen sind Sprünge, Stürze und Erschütterungen.
Damit Gerüste verwendet werden dürfen, müssen sie der Verordnung über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer, also der Bauarbeitenverordnung (BauAV), entsprechen.
Bestandteile des Gerüsts, die verbogen, geknickt, durch Korrosion oder anderswie beschädigt sind, dürfen nicht benützt werden.
Das Gerüst ist am Bauwerk zug- und druckfest zu verankern oder in geeigneter Weise abzustützen oder abzuspannen.
Es werden folgende 4 Arten von Arbeitsgerüsten unterschieden: Stahlrohrgerüste, Systemgerüste, Holzgerüste und Rollgerüste.
Nicht als Arbeitsgerüste gelten bewegliche Arbeitsbühnen oder Spriess- und Lehrgerüste.
Ein schweres Arbeitsgerüst hat eine Breite von 90cm und Tragfähigkeit von 3 kN/m2 (=300 kg/m2).
Das besonders schwere Arbeitsgerüst wird auch als Steinhauergerüst bezeichnet.
Stahlrohrgerüste sind für Bauwerke mit grossen Höhen und ungewöhnlichen Formen besonders geeignet.
System-Rahmengerüste zeichnen sich durch eine sehr einfache und schnelle Montage sowie vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus.
Bei allen Systemgerüsten ist die Montageanleitung des Herstellers besonders zu beachten, insbesondere seine Angaben für die Aussteifung, Verankerung, Überbrückung und Eckausbildung.
Holzstangengerüste gelangen heute manchmal noch als Kontroll- oder Malergerüst oder als Schutzgerüst bei kleineren Gebäuden zur Anwendung.
Ein Holzgerüst welches als Verputz und Malergerüst dient, darf max. eine Höhe von 12m erreichen.
Bei einem Rollgerüst einzuhalten resp. wichtig sind, dass das Gerüst mit 4 unverlierbaren Fahrrollen ausgerüstet ist, dass das Gerüst am Einsatzstandort fixiert wird, dass das Gerüst im freien nur bis auf eine Höhe von 8m genutzt resp. aufgebaut wird und dass sich während dem Verschieben keine Person auf dem Rollgerüst aufhält.
Als Gerüstergänzungen bezeichnet man Gerüsteile, welche zusätzlich für die Sicherheit der Handwerker am Gerüst angebracht werden oder für die Ausführung besonderer Arbeiten notwendig sind
Beispiele von Gerüstergänzungen sind Spenglergang, Dachdeckerschutzwand, Aussenaufstiege, Gerüstaufzüge aber auch Schutzdächer, Fussgängertunnel sowie Gerüstverkleidungen.
Neben den eigentlichen Arbeitsgerüsten gelangen auf den Baustellen auch noch folgende Gerüste zum Einsatz: Bockgerüste, Spriess- oder Ständergerüste, Lehrgerüste, Kontrollgerüste, Hängegerüste, Auslegergerüste, Konsolgerüste und Spezialgerüste.
Ein Lehrgerüst wird bei sehr grossen Betonbauwerken (zB. Brückenbauten) als tragender Unterbau für die Betonschalung verwendet. Die Lasten werden von der gewaltigen Träger- und Stützkonstruktion übernommen.
Ein Konsolgerüst ist ein Arbeits- und Schutzgerüst, welches an Betonschalungen oder an Bauwerken und Arbeitsgerüsten befestigt wird. Die Gehfläche liegt auf sogenannten Konsolen auf.
Bauarbeiten müssen so geplant werden, dass das Risiko von Unfällen oder Gesundheitsschäden für Bauarbeiter möglichst nicht vorhanden ist. Die Sicherheitsmassnahmen sollten aber andererseits die Bauarbeiten nicht unnötig behindern.
Ein Fassadengerüst ist dann zu erstellen, wenn die Absturzhöhe von 3m überschritten wird.
Der Seitenschutz bei einem Gerüst besteht aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett. Beachten Sie die entsprechende Skizze in den Stoffunterlagen.
Beim Ausheben von Gräben und Gruben ist stets auf die Standsicherheit der verbleibenden Erdwände zu achten, damit die Arbeitssicherheit der Arbeiter jederzeit gegeben ist.
Horizontale Grabenspriessung
Mit einer Spriessung will man verhindern, dass beim senkrecht ausgehobenen Graben die verbleibende Erde nachrutscht, Aushub in den Graben rollt oder schlimmstenfalls die Grabenwände einstürzen.
Ein Graben muss gespriesst werden wenn er tiefer als 1.50m wird.
Max. 80 cm ab Aushubsohle dürfen ungespriesst bleiben.
Die Grabenspriesse müssen unmittelbar nach dem Einbau gegen das Wegrutschen gesichert werden.
Der Verbau einer horizontalen Grabenspriessung muss stets mit dem Aushub fortschreitend erfolgen.
Vertikale Grabenspriessung
Bei sehr tiefen Gräben und weniger standfestem Material erfolgt der Grabenverbau meist vertikal.
80cm bis 120cm. Siehe Skizze in den Unterlagen
Grabenverbauplatten kommen dann zum Einsatz wenn z.B. lange Gräben erstellt werden müssen und nur wenige Leitungen den auszuführenden Graben queren.
Unterfangungen sind spezielle Bauwerksgründungen.
Wenn bestehende Gebäude aufgestockt (grössere Fundamentlasten), nachträglich unterkellert, oder angrenzende, tieferliegende Bauten erstellt werden.
Um Bauschäden zu vermeiden, müssen bei Aufstockungen die Fundamente möglicherweise erweitert und bei tieferliegenden angrenzenden Neubauten unterfangen werden.
Bei der Aufstockung eines Gebäudes muss infolge der grösseren Bau- und Nutzlasten meist die Druckverteilungsfläche auf den Baugrund durch eine Fundamenterweiterung vergrössert werden.
Bei der Ausführung einer Unterfangung ist zwingend darauf zu achten, dass sie in Etappen ausgeführt wird.