MPT Butterweck

Molekulare Pharmakologie und Toxikologie

Molekulare Pharmakologie und Toxikologie


B. D.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Biologie von Hormonen und Rezeptoren, mit Fokus auf Proteine, Zellen und deren Wirkungen. Sie decken Themen wie GABA, Glutamat, Acetylcholin und die Steuerung von Hormonausschüttungen ab, einschließlich der Rolle von Agonisten und Antagonisten. Besonders nützlich für Medizinstudenten und Biologen, die sich mit neurobiologischen und endokrinen Prozessen vertraut machen möchten.
Flashcards
189
Students
12
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
03.04.2014 / 23.07.2017

Flashcards

endokrine Signalübertragung

Das Hormon überträgt das Signal durch Wanderung über die Blutbahn vom Ort seiner Bildung zum Ort seiner Wirkung. --> klassische hormonelle Regulation, bspw. Insulin

Parakrine Signalübertragung

das Hormon wirkt auf Zielzellen, die sich in unmittelbarer Nähe der Drüsenzelle befindet

autokrine Signalübertragung

das Hormon wirkt auf die Drüsenzelle selbst (Autoregulation)

2 verschiedene Wirkmechanismen von Hormonen

  1. Intrazellulärer Hormon-Rezeptor-Komplex
    Übt fast immer eine direkte genomische Wirkung aus und beeinflussen so die Syntheseleistung von mRNA der Zelle (Transkriptionskontrolle). Bspw. Steroidhormone, Thyroxin
  2. Plasmazellmembranständiger Hormon-Rezeptor-Komplex
    Wirkt über second Messenger (cAMP, cGMP, DAG, IP3, Ca2+), dabei wird ein über die spezifische Hormonwirkung an spezifischen Rezeptoren ein unspezifischer intrazellulärer Mechanisus ausgelöst und die Antworten der Zielzelle auf das Hormon werden über weitere Reaktionen gesteuert.

TRH

Thyreotropin Freisetzungshormon --> führt in der Schilddrüse zur Freisetzung von Thyreotropin (TSH)

ist ein Hypothalamushormon

CRH

Corticotropin-Freisetzungshormon --> führt in der Nebennierenrinde zur Freisetzung des adrenocoicotropen Hormons (ACTH)

ist ein Hypothalamushormon

GHRH

Somatotropin-Freisetzungshormon --> führt in nahezu allen Körperzellen zur Freisetzung des Wachstumshormons (GH, Somatotropin)

ist ein Hypothalamushormon

zwei Arten von Hormonen

  • Release Hormone (RH) regen die Hormonprduktion der Hypophyse an
  • Inhibiting Hormone (IH) hemmen die Hormonproduktion der Hypophyse

Aufbau Hypophyse

Die Hypophyse besteht aus dem Hypophysenvorderlappen, der Adenohypophyse und dem Hypophysenhinterlappen, der Neurohypophyse. Der grösste Teil der Hormone wird im Vorderlappen produziert.
 

TSH

Thyroid stimulierendes Hormon --> führt in der Schilddrüse zur Produktion und Ausschüttung von Thyroxin (TH)

ist ein Hypophysenhormon

GH

Das Wachstumshormon führt in vielen Organen/Geweben zum Wachstum

ist ein Hypophysenhormon

ACTH

Adrenocorticotropin (ACTH) führt in der Nebenniere zur Ausschüttung von Cortisol

ist ein Hypophysenhormon

Negative Rückkoppelung am Beispiel des CRH

CRH stimuliert den Hypophysenvorderlappen zur Aussendung von ACH, welches die Nebenniere zur Ausschüttung von Cortion anregt. Das Cortison stoppt am Hypophysenvorderlappen die Ausschüttung von ACTH und gleichzeitig die Ausschüttung von CRH am Hypothalamus.

Es wird quasi die Konzentration des Hormons im Blut "gemessen" und dem obersten Regelzentrum (Hypothalamus) zurückgemeldet. Dort wird ein IST-SOLL Vergleich vorgenommen und führt zu einer Erhöhung der RH oder IH Freisetzung worauf die Produktion des Hormons verringert wird.

Steuerung der Produktion von Schilddrüsenhormonen

  1. Hypothalamus schüttet TRH aus
  2. Der Hypophysenvorderlappen schüttet TSH aus
  3. Die Schilddrüse produziert T3 und T4 Hormone, welche ins Blut freigelassen werden

Jod

  • Jod ist ein essentielles Spurenelement und muss mit der Nahrung zugeführt werden. Es ist bspw. in Milch und Fischprodukten enthalten.
  • täglicher Bedarf laut WHO: 150 - 300 µg
  • übermässiges Jod wird wieder ausgeschieden: 80% mit dem Harn und 20% mit dem Kot
  • Jodmangel ist weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird Kochsalz iodiert.

Wirkungen von T3 auf den Organismus

  1. Grundumsatz wird erhöht --> Sauerstoffverbrauch steigt, Energiegewinnung steigt, Thermogenese steigt
  2. Blut --> Blutglucose steigt
  3. Kohlenhydrastoffwechsel --> Glycogenabbau steigt
  4. Lipidstoffwechsel --> Fettsäuresynthese steigt, Lipolyse steigt
  5. Cholesterinstoffwechsel --> Cholesterinsynthese steigt, Cholesterinumsatz und -abbau steigt, Cholesterinspiegel (netto) sinkt
  6. Wachstum --> STH (Wachstumshormon) steigt
  7. Differenzierung --> Hirnentwicklung wird gefördert, Anlage des Knochewachstums

Hypothyreose
 

Erkrankung der Schilddrüse: Schilddrüsen Insuffizienz

  • negatives Feedback an die Schilddrüse ist minimal
  • T3, T4 Spiegel erniedrigt
  • TSH Spiegel erhöht
  • Ursachen: Schilddrüsengewebeunterentwicklung (Aplasie), Iodmangel, Iodverwertungsstörungen, fehlende TSH Freisetzung
  • Symptome: leichte Ermüdbarkeit, allgemeine Schwäche, Frieren, Desinteresse, Konzentrationsschwäche, Angina Pectoris, Durchblutungsstörungen, Kopfschmerzen, Impotenz, Haarausfall, rheumatische Beschwerden, Übergewicht, kühle, trockene, schuppige und blasse Haut, glanzloses, struppiges Haar
  • Therapie: Verabreichung von T3, T4 in Form von Levothyroxinpräparaten

Hyperthyreose

Erkrankung der Schilddrüse: Schilddrüsen Überfunktion

  • negatives Feedback an die Schilddrüse ist maximal
  • T3, T4 Spiegel erhöht
  • TSH Spiegel erniedrigt
  • Ursachen:
    • Autoimmunerkrankung: Morbus Basedow; Autoantikörper gegen das TSH werden entwickelt
    • Folge einer funktionellen Autonomie: T3 und T4 werden auch ohne Stimulation durch TSH gebildet
  • Symptome: innere Unruhe, Nervosität, Gewichtsabnahme, Fingertremor, Wärmeintoleranz, feuchte Haut, Schwitzen, gesteigerter Appetit, Schlafstörungen...
  • Therapie: Thyreostatische Therapie, Medikamente unterdrücken die Hormonbildung

Steuerung Wachstumshormon

  1. GHRH stimuliert den Hypophysenvorderlappen zur Produktion von GH
  2. Somatotropin (GH) wird ausgeschüttet und gelangt in die Leber. Dort wird Somatomedine gebildet.
  3. Die Ausschüttung von GHRH wird von Somatostatin (GH-IH) reguliert und gehemmt.

Wirkung Somatotropin
 

Wirksamkeit ist streng artspezifisch:

  • Lipolye steigt
  • Blutzuckerspiegel steigt
  • Muskelaufbau steigt
  • Knochenwachstum steigt

Störungen der Wachstumshormone

  • Minderwuchs:
    Wachstumsstörungen können auf allen Ebenen des Systems ausgelöst werden (Hypothalamus, Hypophyse, Leber) bspw. durch Mangel des GHRH (Pygmäen)
  • Riesenwuchs:
    • Eosinophiles Adenom: wachstumshormonproduzierender Tumor der Hypophyse
    • Riesenwuchs vor Verschluss der Epiphysenfugen
    • Akromegalie bei Beginn der Erkrankung im Erwachsenenalter
  • Gigantismus: Exzessive GH Produktion während der Kindheit

Aufbau und Funktion der Nebenniere

Die Nebenniere ist kreisförmig und unterteilt sich in verschiedene funktionelle Schichten: (von innen nach aussen)

  • Medulla: bildet die "Katecholamine" Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin
  • Zona Reticularis: bildet die Sexualhormone
  • Zona Fasciculata: bildet Glucokorticoide (Cortisol) ür den Glucosehaushalt
  • Zona Glomerulosa: bildet MIneralokorticoide (Aldosterone) für den Na+, K+ und Wasserhaushalt

Glucocorticoide

  • C-21 Steroide
  • Bildung in der Zona fasciculata
  • Regulation des Kohlenhydratstoffwechsels (aber auch Fett- und Eiweissstoffwechsel)
  • antiphlogistische (entzündungshemmende) Eigenschaften

Mineralocorticoide

  • C-21 Steroide
  • Bildung in der Zona glomerulosa
  • Regulation der Synthese von Na+ Transport Proteinen

Androgene

  • C-19 Steroide
  • Bildung in der Zona reticularis
  • Sexualhormone

Wirkung der Glucocorticoide

  • Generelle Stoffwechselwirkungen
    • Förderung der Gluconeogenese (Synthese von D-Glucose aus organischen Nicht-Kohlehydratvorstufen)
    • Katabole Wirkung, Proteinabbau, negative Stickstoffbilanz
    • lipolytische Wirkungen, Fettverlust
    • Blutzucker steigt
  • Wasser- und Elektrolythaushalt
    • bestimmte Glucocorticode haben auch eine mineralocorticoide Wirkung
    • Förderung der Natriumretention (Zurückhaltung im Organismus)
    • vermehrte Kaliumausscheidung
    • hypocalcämische Wirkung (Calciumspiegel sinkt stark ab)
  • Antiphlogistische Wirkungen (entzündungshemmend)
    • hemmen frühe und späte entzündliche Reaktionen
    • Ödembildung, Kapillardilatation, Fibrinablagerungen, Migration von Leukozyten, Kapillarproliferation, Fibroblastenproliferation, Kollagenablagerungen
    • diese Wirkungen sind die Basis für die breite therapeutische Anwendung der Glucocorticoide

Mangel an Glucocorticoiden

  • Morbus Addison
    • Nebenniereninsuffizienz durch Autoimmunerkrankungen, Tumore, Infektionen
    • Glucocorticoid-Konzentration sint
    • CRH und ACTH sind erhöht
    • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsverlust, verminderte Leistungsfähigkeit, Blutdruckabfall
  • Adrenogenitales Syndrom, AGS
    • kongenitale adrenal Hyperplasie (Vergrösserung der Nebenniere)
    • keine oder geringe Synthese von Glucocorticoiden (Enzymdefekte), CRH und ACTH sind erhöht
    • Akkumulation von Substanzen mit androgener Wirkung (Maskulinisierung)
    • zum Teil auch Salzverlustsyndrom

Substitutionstherapie mit Cortisol bzw. Cortison

Überschuss an Glucocorticoiden

  • Morbus Cushing
    • vermehrte Sekretion an CRH und ACTH durch Funktionsstörungen in Hypothalamus und Hypophyse
    • Glucocorticoide können die ACTH Sekretion nicht unterdrücken
    • Stammfettsucht, Büffelnacken bei schlanken Extremitäten, monfärmiges Gesicht, rote bis zyanotische Gesichtsarbe, Osteoporose, Spontanfrakturen, Müdigkeit, Atrophie der Genitalien, Libidoverlust, Impotenz

Überschuss an Glucocorticoiden

  • Morbus Cushing
    • vermehrte Sekretion an CRH und ACTH durch Funktionsstörungen in Hypothalamus und Hypophyse
    • Glucocorticoide können die ACTH Sekretion nicht unterdrücken
    • Stammfettsucht, Büffelnacken bei schlanken Extremitäten, monfärmiges Gesicht, rote bis zyanotische Gesichtsarbe, Osteoporose, Spontanfrakturen, Müdigkeit, Atrophie der Genitalien, Libidoverlust, Impotenz

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