MPT Butterweck
Molekulare Pharmakologie und Toxikologie
Molekulare Pharmakologie und Toxikologie
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Lernkarten
Beta Blocker
- sind beta-Adrenozeptor Antagonisten
- Nicht selektive Antagonisten:
- Propanolol
- Alprenolol
- Oxprenolol
- Selektive beta1 Antagonisten:
- Atenolol
- Metoprolol
- Therapeutische Wirkung:
- Herz: Blutdrucksenkung
- Auge: Glaukombehandlung
Serotonin Hintergrundinfo
- 5 Hydroxi-Tryptamin (5-HT) ist ein Monoamin
- fungiert als Gewebshormon bzw. Neurotransmitter:
- Darmnervensystem: Peristaltik wird angeregt
- ZNS
- Herz-Kreislauf-System (Gefässerweiterung und -verengung)
- Blut (Speicheung in Thrombocyten und Mastzellen)
Serotonin Wiederaufnahme und Verstoffwechselung
- Serotonin bindet nach der Ausschüttung sowohl an postsynaptische Rezeptoren wo es den biologischen Effekt auslöst. Es bindet aber auch an präsynaptische Rezeptoren. Sind diese besetzt, so wird die Ausschüttung von Serotonin aus den Vesikeln verhindert.
- Mit dem Transporterprotein SERT wird Serotonin wieder aufgenommen und in die Gliazellen (Bindezellen resp. "Stützgewebe") transportiert und dort verstoffwechselt
- Durch mehrere Zwischenstufen entsteht 5-Hydroxi-Indol-Essigsäure (5-HIAA) welches über den Urin ausgeschieden wird.
Serotonin Rezeptoren
- Es gibt 7 Familien von unterschiedlichen 5-HT Rezeptoren: 5-HT1 bis 5-HT7
- Ausser 5-HT3 sind alle Rezeptoren G-Protein gekoppelte Rezeptoren
- 5-HT3 ist ein ionotroper Rezeptor.
5-HT1 Rezeptor
- Es gibt 5 Untertypen: A, B, D, E, F
- Funktion:
- Lernvorgänge
- Regulierung der Körpertemperatur
- Blutdruckregulation
- Ess- und Bewegungsverhalten
- Vasokonstriktion in bestimmten Gefässgebieten
- Hemmung der Adenylatcyclase
5-HT2 Rezeptoren
- sind Gq-Protein gekoppelte Rezeptoren
- Stimulieren die PI-PLC (phosphatidylinositspezifische Phospholipase C) --> Konzentration von IP3 und DAG steigt
- kommt in fast allen Organen vor
5-HT2a Rezeptoren
- Vorkommen:
- ZNS
- glatte Muskulatur
- Thrombocyten
- Funktionen:
- neuronale Erregung (ZNS)
- Vasokonstriktion (Koronararterien)
- glatte Muskulatur (z.B. Darm)
- Aggregation (Thrommbocyten)
- Rezeptoragonisten:
- LSD
LSD
- wird halbsynthetisch/synthetisch aus Mutterkornalkaloiden oder direkt aus Lysergsäure hergestellt
- Das Mutterkornalkaloid stammt vom Mutterkornpilz
- Hauptwirt ist der Roggen, kommt aber auch auf anderen Gräsern vor.
5-HT3 Rezeptoren
- Ionotrope Rezeptoren
- Vorkommen:
- ZNS
- Darmnervensystem
- Schmerzfasern
- Funktionen:
- Verhaltenssteuerung, Angst (ZNS)
- Übelkeit, Erbrechen
- Stimulation neuronaler Darmaktivität
Pathophysiologie des Serotonins
- Serotoninmangel
- Migräne
- Depressionen
- Schlaflosigkeit
- Angstzustände
- Aggresivität
- Serotoninüberschuss
- Reizdarm
- Übelkeit und Erbrechen
- Karzinodsyndrom (Serotonin produzierender Tumor)
Glutamat Vorkommen
- in vielen Stoffwechselkreisläufen:
- Citratzyklus
- Harnstoff
- Transaminierung
- etc.
- Im ZNS
- wichtigster exzitatorischer Neurotransmitter im Gehirn
- Speicherung in Vesikeln
Glutamat Synthese
- Die Glutamatsynthese findet im Citratzyklus statt
- Das Enzym Glutamat-Synthase wird benötigt
- aus alpha-Ketoglutarat entsteht durch Anlagerung von NH4 und Wasserabspaltung Glutamat
GABA Synthese
- Aus Glutamat entsteht GABA (Gamma-Aminobuttersäure)
- die Glutamat-Decarboxylae (GDC) spaltet CO2 aus dem Glutamat ab und es entsteht GABA
- Aus dem wichtigsten errengenden Neurotransmitter wird der wichtigste hemmende Neurotransmitter
Glutamatrezeptoren
- Ionotrope Rezeptoren
- NMDA Rezeptoren
- AMPA Rezeptoren
- Kainat Rezeptoren
- Metabotrope Rezeptoren
- Gruppe I, II und III
Ionotrope Glutamatrezeptoren
- Durch Bindung von Glutamat öffnet sich der Ionenkanal und wird durchlässig für Na+ und Ca2+ Ionen.
- Die Ionotropen Glutamat Rezeptoren lassen sich weiter unterteilen in
- NMDA
- AMPA
- Kainat Rezeptoren
Metabotrope Glutamatrezeptoren
- Metabotrope Glutamatrezeptoren sind G-Protein gekoppelte Rezeptoren
- Sie werden in mGlu1 bis mGlu8 Rezeptoren eingeteilt welche aufgrund der Sequenzhomologien in drei Gruppen zusammengefasst werden.
- 1: mgluR 1 und 5
- 2: mGluR 2 und 3
- 3: mGluR 4, 6, 7 und 8
- Die Glutamat Bindung findet an grosser N-terminaler Domäne statt
- m-GluRs sind wichtig für die motorische Kontrolle sowie das räumliche und olfaktorische Gedächtnis
NMDA-Rezeptor
- NMDA bedeutet N-Methyl-D-Asparaginsäure und kommt im Körper normalerweise nicht vor. Er ist ein Glutamat-Agonist und kann die Ionenkanäle auch öffnen.
- NMDA Rezeptoren sind liganden- und spannungsabhängig
- Ein Mg2+ Ion blockiert in der Mitte den Ionenkanal. Es muss erst durch Depolarisation aus dem Kanal "gekickt" werden bevor die Bindung von Glutamat zur Öffnung des Kanals führt.
- Der NMDA Rezeptor weist verschiedene Bindungsstellen auf:
- Bindungsstelle für Agonisten: NMDA, Glutamat, Glycin
- nicht-kompetitive Antagonisten: PCP, Ketamin (Kanalblocker)
- Co-Aktivator Bindungsstelle: Glycin (sind Glycin und NMDA gleichzeitig vorhanden, potenziert sich der Effekt)
- Inhibitorische Bindungsstelle für Zn2+ (kompetitiver Antagonist)
- Polyamin Bindungsstelle (kompetitiver Antagonist)
Klassifizierung metabotroper Glutamat-Rezeptoren
- Gruppe 1: mGluR 1 und 5
Gq Protein gekoppelt --> aktivieren Phospholipase C, was zur Anreicherung von IP3 und DAG im Zellinneren führt - Gruppe 2: mGluR 2 und 3
Gi Protein gekoppelt --> hemmen die Adenylatcyklase, was zur reduzierten Bildung von cAMP führt - Gruppe 3: mGluR 4, 6, 7 und 8
Gi Protein gekoppelt --> hemmen die Adenylatcyklase, was zur reduzierten Bildung von cAMP führt
Glutamat im Essen
- freies Glutamat wirkt geschmacksverstärkend und bildet den 5. Geschmack umami
- Es sensibilisiert die Mundpapillen und regt den Appetit an
- Die Vermittlung erfolgt über metabotrope Rezeptoren
- natürliches Vorkommen: Tomaten, Käse, Mais, Sojasauce
- Symptome einer Überdosierung: Mundtrockenheit, Juckreiz im Hals, Kopfschmerzen, Gesichtsmuskelstarre, Übelkeit (keine Allergie!)
Geschmacksverstärkung des Glutamats im Detail
- L-Glutamat und Inosinmonophosphat verstärken den Umami Geschmack und den Eigengeschmack vieler Lebensmittel (ausser Süsswaren und Milchprodukte)
- Aromastoffe binden nur schwach an die Rezeptoren und lösen so nur einen schwachen Reiz aus. Bindet zusätzlich L-Glutamat an den Rezeptor so wird die Aroma-Bindung verstärkt.
- Bindet zusätzlich ein 5' Ribonukleotid (bspw. Inosinmonophosphat) so kommt es zu einer allosterischen Veränderung der L-Glutamat Bindungsstelle und das Aroma bindet optimal an den Rezeptor --> starker Reiz
Toxizität von Glutamat
- wirkt in vitro und in vivo neurotoxisch und stark appetitanregend --> Übergewicht
- Folgen überhöhter Glutamatkonzentrationen
- Alzheimer
- Parkinson
- Huntington
- Multiple Sklerose
- Epilepsie
- Schädel-Hirn-Trauma
- Schlaganfall
mögliche Ursachen erhöhter Glutamatkonzentration
- Inaktivierung des Glutamattransporters
- Veränderung der Rezeptor Funktion
- Lädierte Blut-Hirn Schranke durch Infektion mit Vibrio Cholerae
Biochemische Folgen erhöhter Glutamatkonzentration
- Ionotrope Rezeptoren öffnen sich stark --> Ca2+ führt beim Muskel zu vermehrten Kontraktionen
- Metabotrope Rezeptoren aktivieren die Spaltung von PIP2 in IP3 und DAG. IP3 führt im ER zu erhöhter Freisetzung von Ca2+
- Ca2+ und Na+ strömen in die Zelle. Für den Spannungsausgleich sind zu wenig Gegenionen vorhanden, die Zelle schwillt an --> Stress. Der Konzentrationsunterschied kann osmotisch nicht ausgeglichen werden und die Zelle schwillt an bis sie platzt --> Zelltod
GABA
- Gamma-Aminobuttersäure
- das biogene Amin der Glutaminsäure
- bedeutenster zentral hemmender Neurotransmitter --> wichtigster Neurotransmitter an inhibitorischen Neuronen im ZNS
Inaktivierung von GABA
- Freigesetztes GABA wird durch Carrierproteine teilweise in benachbarte Gliazellen aufgenommen und dort umgewandelt. So kann es in den Zitratzyklus eingeschleust und abgebaut werden.
- Ein Teil des GABA wird direkt in die GABA Axone zurückgebracht.
- Wiederaufgenommenes GABA kann erneut vesikulär gespeichert werden.
GABA a Rezeptoren
- ligandengesteuerter Ionenkanal für Cl- Ionen
- Durch die Bindung von GABA wird der Kanal geöffnet, Cl- strömt ein. Dadurch sinkt das Ruhepotenzial ab (wird negativer). Um wieder einen Effekt hervozurufen muss viel mehr Na+ als vorher einströmen --> die Zelle ist gehemmt.
- Benzodiazepine verstärken den Effekt des GABA Rezeptors und wirkend deshalb als Beruhigungs- und Schlafmittel.
Angriffspunkte beim GABA a Rezeptor
- Hemmung GABA abbauender Enzyme, bspw. GABA Transaminase) --> Erhöhung der GABA Wirkung
- Valproinsäure Derivate
- Vigabatrin
- Hemmung der Wiederaunahme von GABA aus dem synaptischen Spalt --> Erhöhung der GABA Wirkung
- Tiagabin
- Hemmung der GABA Freisetzung --> Erniedrigung der GABA Wirkung
- Tetanustoxin
- Direkte Verstopfung des Chlorid-Kanals
- Picrotoxin
GABA b Rezeptoren
- gehören zu den G-Protein gekoppelten Rezeptoren
- Signaltransduktion wird durch ein Gi Protein vermittelt --> die Adenylatcyclase wird gehemmt und somit weniger cAMP gebildet
Baclofen
- ist ein GABA b Agonist
- ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Muskelrelaxantien
- wird zur Behandlung der Spastik bei Rückenmarksverletzungen und Multipler Sklerose eingesetzt
- chirales Derivat von GABA --> wirkt als spezifischer Agonist am GABA b Rezeptor von Säugetieren
Endokrinilogie
- Lehre von den Hormonen
- Hormone sind chemische Nachrichtenträger, die in spezialisierten Zellen (Drüsenzellen) produziert werden. Von dort werden sie in das Blut sezerniert und gelangen zu ihren Zielorganen oder Zielzellen wo sie ihre spezifische Wirkung entfalten
- Die Zielorgane besitzen spezifische Rezeptoren für die Hormone
Hormonbildende Drüsen
- Hypophyse und Hypothalamus
- Schilddrüe und Nebenschilddrüsen
- Nebennieren
- Inselorgan der Bauchspeicheldrüse
- Eierstöcke
- Hoden
Unterschied hormonaler zu nervaler Nachrichtenübermittlung
Die hormonelle Nachrichtenvermittlung dauert wesentlich länger als die nervale. Sie kann
- kurzfristig (innerhalb von Minuten)
- mittelfristig (innerhalb von Stunden)
- langfristig (innerhalb von Tagen)
erfolgen.
Das endokrine System ist nicht von Nervenbahnen abhängig.
Funktion der Hormone
- Steuerung der Reproduktionsvorgänge
- Wachstum und Entwicklung
- Mobilisierung von Abwehrkräften bei Belastungen
- Elektrolyt-Wasser und Nährstoffgleichgewicht
Prinzipien der Hormonwirkung
- Graduelle Wirkung. Verhalten kann immer noch beeinflusst werden nach Konzentrationsabnahme im Blut.
- beeinflussen Verhalten und werden von Verhalten beeinflusst (Aggression, Sportzuschauer)
- Werden in kleinen Mengen produziert und stossweise sekretiert
- Konzentration von vielen Hormonen variiert rhythmisch
- Hormone führen zu langfristigen Veränderungen des Stoffwechsels
- Hormone interagieren
- Hormonelle Reaktionen können im Gegensatz zu neuronalen nicht willkürlich ausgelöst werden.
Woraus bestehen Hormone
Hormone sind entweder Proteine bzw. Aminosäurederivate oder Lipide und lassen sich wie folgt einteilen:
- Peptid- / Proteohormone
- grösseres MG als Steroidhormone
- können Plasmazellen NICHT durchdringen
- Oberflächen-Rezeptoren an Plasmazellmembran
- Steroidhormone
- fettlöslich - können durch Zellmembran diffundieren
- Rezeptoren im Zytoplasma
- Schilddrüsenhormone
- können in alle Körperzellen eindrigen
- binden an Rezeptoren im Zellkern
endokrin
auf dem Blutweg
parakrin
auf Nachbarzellen
autokrin
auf eigene Zelle
Bezeichnung chemischer Signalübertragung
- Hormone: endokrines System
- Zytokine: Immunsystem
- Neurotransmitter: Nervensystem