MPT Butterweck
Molekulare Pharmakologie und Toxikologie
Molekulare Pharmakologie und Toxikologie
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Lernkarten
Beschreibung und Funktion PNS (peripheres Nervensystem)
- Das PNS wird weiter unterteilt in das somatische und das autonome Nervensystem.
- Das somatische Nervensystem regelt die willkürliche und reflektorische Motorik
- das autonome (auch vegetative) Nervensystem kontrolliert die Vitalfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel
Bestandteile einer Nervenzelle und Funktionen der Bestandteile
- Zellkörper (Soma)
- Dendriten: leiten Signale zum Zellkörper
- Axon (bei Eukaryoten mit Myelinscheide bestehend aus Schwannschen Zellen): Leiten Signale zu ihrer Spitze, also vom Zellkörper weg.
- Synapsen: dienen der Übertragung von einer Nervenzelle zur nächsten über die Ausschüttung von Neurotransmittern.
Welche funktionelle Typen von Neuronen gibt es?
- Sensorische Neuronen
- Interneuronen
- Motoneuronen
Die Klassen der Neuronen lassen sich weiter morphologisch unterscheiden.
Aktionspotenzial
Die Zelle weist ein Ruhepotenzial von ca. -60 mV bis -100 mV auf. Öffnen sich durch einen Reiz (chemisch oder elektrisch) die Ionenkanäle, so strömen positiv geladene Natriumionen ein und das Membranpotenzial ändert sich. Gleichzeitig schliessen sich die K+ Kanäle und Kalium kann nicht mehr aus der Zelle hinaus diffundieren. Es wird "positiver". Damit ein Aktionspotenzial ausgelöst wird, muss der die Depolarisation ca. +15 bis +20 mV betragen --> Schwellenpotenzial
An ein Neuron sind mehrere Synapsen gekoppelt. Damit ein Aktionspotenzial ausgelöst wird, muss die Summe der aktivierten erregenden gegenüber den aktivierten hemmenden Rezeptoren überwiegen.
Im Neuron gibt es eine sogenannte Triggerzone, an der sich besonders viele Natriumkanäle befinden. Wird der Schwellenwert von -55 mV überschritten so wird die Triggerzone besonders angeregt und explosionsartig öffnen sich die Natriumkanäle. Das Zellpotenzial steigt stark an und in der Aufzeichnung ist ein Spike zu erkennen.
Gleichzeitig, aber langsamer, öffnen sich die Kaliumkanäle und Kalium strömt aus der Zelle hinaus. Somit sinkt das Membranpotenzial wieder ab. Es kann kurzzeitig sogar depolarisieren, also unter die -70 bis -90 mV des Ruhepotenzials sinken.
Für kurze Zeit ist das Axon jetzt nicht mehr erregbar. Man spricht von der Refraktärzeit.
Wie kommt das negative Ruhepotenzial zustande?
- Die Lipid-Protein Membran trennt das Innere der Zelle vom extrazellulären Raum und ist nicht für alle Ionen gleich durchlässig. Aufgrund von unterschiedlicher Ionenverteilung in beiden Medien entsteht zwischen Innen und Aussen eine Potenzialdifferenz.
- Die Zellmembran ist für Na+ Ionen praktisch undurchlässig. Es werden spezielle Ionenkanäle für den Transport benötigt.
- K+ Ionen können hin und her diffundieren.
- Im Zellinneren sind fast keine Cl- Ionen vorhanden. Diese befinden sich im Zelläusseren.
- Im Zellinneren befinden sich grosse Anionen, die eine grössere negative Ladung darstellen als die Cl- Ionen ausserhalb der Membran.
Wozu wird ein Aktionspotenzial benötigt?
- dient der Informationsübertragung von einer Zelle zur nächsten im Organismus
- Erregung einer Nerven- oder Muskelzelle durch eine Änderung des Membranpotenzials
Wie werden Aktionspotenziale über das Axon weitergeleitet?
Das durch Ioneneinstrom entstandene Aktionspotenzial depolarisiert benachbarte Membranregionen. Dadurch wird an der benachbarten Stelle ein zweites Aktionspotenzial ausgelöst (spannungsabhängige Natriumkanäle öffnen sich). An der Stelle des ersten Aktionspotenzials wird inzwischen K+ ausgeschüttet und so die Membran repolarisiert
Das zweite Aktionspotenzial löst ein drittes aus usw.
Das Aktionspotenzial kann nur in die Richtung des Axons wandern aufgrund der Refraktärphase. Kurz nach Entstehen des Aktionspotenzials kann die Zelle nicht weiter erregt werden somit kann die Erregung nicht rückwärts laufen.
Bei eukaroytischen Zellen ist das Axon mit Schwannschen Schnürzellen umkleidet. Zwischen den Zellen befindet sich ein Zwischenraum, ein sogenannter Schnürring. Das Aktionspotenzial "springt" nun von Schnürring zu Schnürring und kann so viel höhere Geschwindigkeiten erreichen.
Wie wird der Transmitter im synaptischen Spalt abgegeben?
Das Aktionspotenzial erreicht das Ende des Axons. Dadurch werden spannungsgesteuerte Ca2+ Kanäle geöffnet und Ca2+ strömt in die Zellen hinein Die Konzentration steigt innerhalb von ca. 2ms um mehrere Zehnerpotenzen an (Im Ruhezustand ca. 10^-7M). Ca2+ aktiviert bestimmte Proteine, welche an die Membran des Synapsen-Endknopfes wandern können. Der Keil, der die Vesikel vorher blockiert hat, wird weggestossen und der Vesikel wandert an die Memran. Dort verschmilzt er mit der Membran, die Transmitter werden ausgestossen und wandern über den synaptischen Spalt an die Membran der nachfolgenden Zelle. Dort binden die Neurotransmitter an die Rezeptoren und übertragen so die Information von der einen an die andere Zelle.
Welche Sorten Neurotransmitter gibt es?
- Acetylcholin
- Aminosäuren (GABA, Glutamat, Glycin)
- Monoamine (Dopamin, Noradrenalin, Serotonin, Hisatmin)
- Peptide
- ATP
Funktionsweise mit Acetylcholin als Neurotransmitter
Acetylcholin ist geladen und hydrophil. Es kann also nicht einfach durch die Membran diffundieren. Acetylcholin ist in den Vesikeln sehr konzentriert vorhanden. Wenn ein Vesikel mit der Membran verschmilzt wird immer ein Überschuss an Acetylcholin freigesetzt. Der Überschuss muss abgebaut werden, da sonst eine Dauererregung stattfinden würde. Er wird in Acetat- und Cholinreste aufgespalten und über Natriumabhängige Pumpen in des Synapsenköpfchen überführt und durch Energieaufwendung wieder zusammengebaut. Energetisch gesehen ist es günstiger wenn Acetylcholin zuerst zerlegt und dann wieder zusammengebaut wird als wenn das grosse Molekül durch die Membran diffundieren müsste.
Unterteilung vegetatives Nervensystem
Das vegetative Nervensystem besteht aus Parasympathikus (beruhigend) und Sympathikus (anregend)
Wie verläuft der Weg vom Gehirn zum Effektororgan (=wo das Signal hin soll)?
Vom Gehirn verläuft ein Nervenstrang zu den Ganglien. Von dort verläuft ein weiterer Nervenstrang zum Zielorgan. Der Nervenstrang vom Gehirn zum Ganglion nennt man präganglionäres Neuron und er ist Teil des ZNS. Die postgangliären Neuronen befinden sich nicht mehr im ZNS sondern gehören zum peripheren Nervensystem.
- Im somatischen Nervensystem gibt es keine Ganglien. Der Nervenstrang verläuft vom Gehirn direkt zum Zielorgan. Dort befinden sich im Muskel die nikotinischen Acetylcholin Rezeptoren.
- Im peripheren Nervenssystem gibt es bei den Ganglien den nikotinischen Acetylcholin Rezeptor. An den Zielorganen befinden sich dann adrenerge Noradrenalin und muskarinische Acetylcholin Rezeptoren.
Wie ist der Sympathikus aufgebaut?
- Die präganglionären Neuronen verlassen das Rückenmark zwischen Brust- und Lendenmark Wirbeln.
- Als präganglionärer Transmitter dient Acetylcholing. Als postganglionärer Transmitter dient Noradrenalin --> adrenerges System.
- die Ganglien liegen von den Organen entfernt. Es gibt also lange postganglionäre Neuronen.
Wie ist der Parasympathikus aufgebaut?
- Die parasympathischen Neuronen entspringen dem Stammhirn und dem Kreuzmark.
- Die Ganglien sind weitläufiger verzweigt als beim Sympathikus, liegen aber näher an den Organen.
- Als Transmitter dient ausschliesslich Acetylcholin --> cholinerges System
Wirkung vom Sympathikus auf das Auge
Weitung der Pupille
Wirkung vom Sympathikus auf die Speicheldrüsen
zähflüssiger Speichel
Wirkung vom Sympathikus auf Herz und Gefässe
Erhöhung von Herzfrequenz und Schlagvolumen
Wirkung vom Sympathikus auf die Lunge
Weitung
Wirkung vom Sympathikus auf die Leber
Glycogen- und Fettabbau
Wirkung vom Parasympathikus auf die Augen
Tränenflüssigkeit, Verengung der Pupille
Wirkung vom Parasympathikus auf die Speicheldrüsen
Wässriger Speichel, welcher die Verdauungsprozesse anregt.
Wirkung vom Parasympathikus auf Herz und Gefässe
Verlangsamung von Herzfrequenz und Schlagvolumen
Wirkung vom Parasympathikus auf die Lunge
Verengung, Schleimsekretion
Wirkung vom Parasympathikus auf die Verdauung
Anregung
Wirkung vom Parasympathikus auf die Leber
Glycogen- und Fettsynthese
Wirkung vom Sympathikus auf die Verdauuung
Hemmung
Was sind Afferente Bahnen?
Wege, über die Informationen von den Organen (Haut, Gelenke, Skelettmuskeln, Eingeweide) ans ZNS übermittelt werden.
Was sind Efferente Bahnen?
Wege, über die vom ZNS Informationen an die Organe (Skelettmuskeln, Drüsen, glatte Muskulatur, Drüsen) übermittelt werden.
viscerale Afferenzen
von den Eingeweiden zum ZNS
somatische Afferenzen
von der Haut, Gelenke, Skelettmuskeln ins ZNS
motorische Efferenzen
vom ZNS zur Skelettmuskulatur
vegetative Efferenzen
Vom ZNS zu den Drüsen, glatter Muskulatur und zum Herzmuskel
Parasympatomimetika
cholinerge muscariniche Agonisten
cholinerge muskarinische Agonisten
Parasympathomimetika
Parasympatholytika
anticholinerg = muskarinische Antagonisten
anticholinerg
muskarinische Antagonisten = Parasympatholytika
adrenerg
adrenerge Agonisten = sympatomimetisch
Sympatomimetisch
adrenerge Agonisten
adrenerger Agonist
Sympathomimetika