Molekulare Zellbiologie II (Histologie)
Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH
Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH
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Flashcards
Drüsen(epithelien)
· eine oder mehrere Zellen, die ein bestimmtes Produkt bilden und nach extrazellulär abgeben (sezernieren)
· alle Drüsen leiten sich von Epithelien ab
Einteilung der Drüsen
· nach Sekretionsrichtung:
· endokrin (nach innen / in die ECM / = Hormondrüsen)
· exokrin (nach aussen / an die Oberfläche)
· nach Sektretionsart:
· Merokrin / Ekkrin
· Apokrin
· Holokrin
· nach Lokalisation:
· endoepitheliale Drüsen (einzellige / mehrzellige intraepitheliale Drüsen)
· exoepitheliale Drüsen (mehrzellige extraepitheliale Drüsen)
· nach Art des Sekrets:
· seröse Drüse (wässriges Sekret)
· muköse Drüse (schleimiges Sekret)
· gemischte Drüse
· nach Form des Drüsenendstückes:
· tubulös
· azinös
· alveolär
· nach Art des Drüsenausführungsganges:
· einfach tubulös
· verzweigt tubulös
· einfach tubulös gewunden
· verzweigt tubulös gewunden
· gemischt alveolär
· nach Zahl der Zellen:
· unizellulär (z.B. Becherzellen)
· multizellulär (z.B. Speicheldrüsen / Bronchialdrüsen)
merokrine Sekretion
· häufigste Sekretionsart (v.a. proteinhaltige Sekrete)
· minimaler Verlust von Zellbestandteilen
· Sekretabgabe über Exozytose (Membran der Sekretgranula verschmilzt mit der apikalen Plasmamebran / wird über Endozytose wieder in das Zytoplasma aufgenommen)
· Vorkommen: Schweissdrüsen / Speicheldrüsen / Brustdrüsen (Kasein) / exokrines Pankreas (Zymogen)
ekkrine Sekretion
· Sekretion einzelner Moleküle bzw. Ionen, denen Wasser aus osmotischen Gründen folgt
→ kein Verlust von Zellbestandteilen
· Vorkommen: Schweissdrüsen
apokrine Sekretion
· das am apikalen Pol angesammelte Sekretionsprodukt wird durch Apozytose abgegeben
→ die apikale Membran löst sich während der Abschnürung und umhüllt das Sekretionsprodukt
· Drüsenzelle kann einen neuen Sekretionszyklus durchgehen, weil Zellkern und Organellen erhalten bleiben
· Vorkommen: Duftdrüsen / Brustdrüse (Fette) / Prostata
holokrine Sekretion
· Zytoplasma füllt sich mit Sekretionsprodukt
→ Zelle degeneriert und zerfällt (Apoptose)
· Vorkommen: Talgdrüsen
muköse Drüse
· Abgabe eines schleimigen Sekrets
· Zellen der Endstücke sind gross und grenzen ein gut erkennbares Lumen ein
· Zellkern ist oval und liegt (wie die Organellen) basal
· Zelle besteht an der apikalen Seite zu 4/5 aus muzigenen Kugeln (Vorläufer des Mukus) → helles Zytoplasma
· basales Drittel ist durch ein stark entwickeltes Ergastoplasma (rER) basophil
gemischte Drüsen
· seromukös: v.a. serös
· mukoserös: v.a. mukös
· nur bei exokrinen Drüsen
· Vorkommen: v.a. bei Speicheldrüsen / Ohrspeicheldrüse
· seröse Drüsen bilden oft eine Kappe (Ebner'scher Halbmond) um muköse Drüsen
→ Mukus wird verdünnt und muköse Kanäle werden gespült
Myoepithelzellen
· kontraktile Zelle (erleichtert Drüsensekretion in den Ausführungsgang)
· um Drüsenendstücke gelegen / zwischen Basalmembran und Drüsenzellen
· Vorkommen: Speicheldrüsen / Schweissdrüsen
Lernziele "Bindegewebe"
Bindegewebe vs. Stützgewebe
· Gemeinsamkeiten:
· ECM ist quantitativ die dominierende Komponente
· ECM trägt wesentlich zu den funktionellen Eigenschaften des Gewebes bei
· nur Bindegewebe:
· mechanische Belastbarkeit von Organen
· verbindendes Gewebe (Sehnen und Bänder)
· "Füllstoff" und Diffusionsmedium
Zellen des Bindegewebes
· klassische Bindegewebszellen:
· fixe Zellen (ortsgebunden / Fibroblasten und Fettzellen)
· freie Zellen (beweglich, mobil / Makrophagen und Mastzellen)
· Zellen anderer Systeme, die aber im Bindegewebe ihre Funktion ausüben:
· Zellen des Immunsystems
· Blutzellen
Mastzellen
· helfen Immunzellen an den richtigen Ort zu führen
· stark basophile Granula (können ausgeschüttet werden → Entzündungsmediator)
Makrophagen
· entstehen aus den Monozyten des Blutes (Stammzellen im Knochenmark / wandern in die Bindegewebe)
· grosse Zellen / grosser, heller Zellkern
· phagozytierende Zellen (→ viele Lysosomen / ausgeprägter Golgi-Apparat)
· besitzen Pseudopodien (Scheinfüsschen / Filo- und Lamellipodien) zur Fortbewegung und Detektion
· interagieren mit dem Immunsystem / können Signal-Proteine (Wachstumsfaktoren) abgeben
Kollagen-Synthese (unvollständig!)
· Synthese durch Fibroblasten in Form von Prokollagen
Kollagen
· dominierender Bindegewebstyp im Körper (> 20 Typen)
· zugbelastbare Fasern / Bindung von Wachstumsfaktoren und Zytokinen
· Unterschied zu Keratinen: Tripelhelixstruktur / Bestandteil der ECM / kaum Disulfidbrücken, aber Quervernetzung
· Typ I: häufigstes Kollagen (im Knochen / kollagenem Bindegewebe) / dicke Fibrillen
· Typ II: extrem feine Fasern (im Knorpel / Glaskörper des Auges)
· Typ III: bildet retikuläre (netzartige) Fasern (in der Lamina fibroreticularis)
· Typ IV: bildet komplexe 2D-Netzwerke (in der Lamina densa der Basalmembran)
· Typ V: bildet Heterofibrillen mit Typ I (in der Lunge / Fibroblasten / Knochen)
· Typ VI : über viele Disulfid-Brücken verknüpft (Hauptbestandteil der Mikrofibrillen / ubiquitär)
· Typ VII: längstes Kollagenmolekül (~400nm / in der Haut / verbindet Basalmembran der Epidermis mit Dermis)
· Typ VIII: bildet hexagonale Netzwerke (in Endothelzellen)
· Typ IX: bildet Hereofibrillen mit Typ II (im Knorpel / Glaskörper)
Kollagenfasern
· Kollagen-Fibrillen (verschiedener Kollagentypen) assoziieren zu Fasern (Verbindung durch FACIT*-Kollagene / Glycoproteine / Glycosaminoglykane)
· zugfest (mehrere kg / mm2) aber nicht dehnbar (5%)
· 1 - 10µm ø
* Fibril Associated Collagens with Interrupted Triple helices
Elastin
· Strukturprotein / elastisches Faserprotein
· besteht aus vernetzten Tropoelastin-Einheiten
· wegen dem hydrophoben Effekt ist der relaxierte Zustand energetisch günstiger (da viele hydrophobe AS)
elastische Fasern
· bestehen aus Elastin (elastische Komponente) und Fibrillin (strukturelle Komponente)
· dehnbar auf 150 %
· 1 - 4µm ø
· strukturelle Vielfalt / hat Anteil an vielen Geweben
Grundsubstanz
· Grundsubstanz = Glykosaminoglykane (GAG) + Proteoglykane (PG) (+ Adhäsionsproteine)
· bis auf die Hyaluronsäure sind GAGs an Proteine gebunden → Proteoglykane
· Hyaluronan bindet über Linker-Proteine an Proteoglykane → vernetzte Hyaluronan-Proteoglykan-Domänen (3D-Struktur)
· ungeformter Teil der ECM (ECM = Fasern + Grundsubstanz)
· erscheint im LM hell
Einteilung der Bindegewebe
· nach Fasertyp:
· elastisches / retikuläres / kollagenes Bindegewebe (letzteres oft mit retikulärem oder elastischem Anteil)
· nach Dichte der kollagenen Fasern:
· lockeres (fein-fibrilläres) kollagenes Bindegewebe / straffes kollagenes Bindegewebe
· nach Orientierung der Kollagenfasern:
· geflechtartiges kollagenes Bindegewebe / parallelfaseriges kollagenes Bindegewebe
· Sonderformen: mesenchymales und spinozelluläres Bindegewebe
elastisches Bindegewebe
· selten
· Vorkommen:
· Lig. nuchae / Nackenband
· Lig. flava (gelbe Bänder)
· Lig. vocale (hoher Anteil elastischer Fasern)
retikuläres Bindegewebe
· aus Kollagen Typ III (→ kollagenes Bindegewebe)
· Fibroblasten ≈ Retikulumzellen / fibroblastische Retikulumzellen
· lockeres 3D-Geflecht
· Vorkommen: Knochenmark / Leber / Lymphknoten / Milz
geflechtartiges Bindegewebe
· v.a. Kollagen Typ I
· lockeres oder straffes Bindegewebe
· mikroskopisch keine klar dominante Faser-Orientierung
· bei straffen Geweben ist makroskopisch eine überwiegende Orientierung erkennbar (»lines of greatest tension«)
· lockeres, geflechtartiges Bindegewebe bildet meistens
· das Interstitium der Organe
· eine Verschiebeschicht zwischen Organen und anderen Geweben
parallelfaseriges Bindegewebe
· Kollagen Typ I
· fast immer straffes Bindegewebe
· mechanische Belastung entlang des Faserverlaufes
Struktur der Sehnen
· Tendinozyten / Flügelzellen = Fibroblasten der Sehnen
· gewellter Verlauf der Fasern im entspannten Zustand (→ Dehnungsreserve)
Aufbau (Peritendinea bestehen aus kollagenem Bindegewebe):
· Peritendineum internum: schliesst Sehnenfasern zu einem Bündel zusammen / enthält Nerven und kleine Gefässe
· Peritendineum externum: schliesst mehrere Faserbündel zusammen / enthält Nerven und grössere Gefässe
· Paratendineum: umgibt die Sehne und grenzt sie gegen die Sehnenscheide ab
Mesenchymales Bindegewebe
· typisch: keine Fasern / v.a. Grundsubstanz → Grundsubstanz bildet den dominanten Anteil der ECM
· Mesenchymzellen sind oft pluripotent ( Differenzierung zu z.B. Bindegewebe / Muskeln / ... )
· in adulten Individuen als Gewebe nur in der Pulpahöhle der Zähne
Spinozelluläres Bindegewebe
· sehr wenig ECM (ECM besteht v.a. aus Kollagen Typ III)
· parallel angeordnete, längliche Fibroblasten
· Vorkommen: in der Rinde des Ovars
Lernziele "Knorpelgewebe"
Knorpelgewebe
· gehört mit dem Knochen zum Stützgewebe (spezialisiertes Bindegewebe)
· ist fest aber druckelastisch
· hat keine freien Zellen wie Bindegewebe (nur fixe Zellen)
· hat keine Blut- oder Lymphgefässe / keine Innervation
· ist während der Entwicklung schnellwachsend
Zellen des Knorpelgewebes
· Chondrozyten / Chondroblasten
· haben keine Kontakte zu anderen Chondrozyten (vollständig von Matrix umgeben / liegen in Lakunen)
· niedriger / v.a. anaerober Stoffwechsel
ECM des Knorpelgewebes
· 40% der Trockensubstanz besteht aus kollagenen Fasern (und elastischen, im elastischen Knorpel)
· v.a. Kollagen Typ II (gleicher Brechungsindex wie Grundsubstanz → im LM nicht sichtbar)
· stark hydrierte Proteoglykane (v.a. Aggrecan) fangen Druck auf (→ Druckelastizität)
Chondrone
· Chondron = Gruppe von Chondrozyten + umgebende Matrix
· alle Zellen eines Chondrons bilden eine isogene Gruppe (sind aus einer Folge von Zellteilungen entstanden)
· Perizelluläre Matrix (Knorpelkapsel): Kollagenfibrillen-arme Zone in unmittelbarer Nähe der Chondrozyten
· Territoriale Matrix (Knorpelhof): fibrillenreicher als perizelluläre Matrix / mehr GAGs
· Interterritoriale Matrix: fibrillenreicher als territoriale Matrix / Raum zwischen den Chondronen