Molekulare Zellbiologie II (Histologie)

Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH

Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH


F. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die molekulare Zellbiologie und Histologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion von Zellen, insbesondere auf Zelltypen wie Epithelien, Bindegewebe, Knorpel und Knochen. Die Karteikarten behandeln auch die Bildung und Eigenschaften von Fasern, die Rolle der extrazellulären Matrix (ECM) und die Interaktionen zwischen Zelladhäsionsmolekülen. Sie sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die ein tiefes Verständnis der zellulären und histologischen Grundlagen benötigen, um die komplexen Prozesse im menschlichen Körper zu verstehen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
19.03.2016 / 01.06.2024

Flashcards

Fasertypen

· Zuckungsfasern (Erregung führt zu einer Einzelzuckung / immer gleiche Kontraktion / alles-oder-nichts)

· Tonusfasern (selten / dünn / enthält mehrere Synapsen → abgestufte Depolarisationen / Verkürzungen)

Zuckungsfaser-Typen

· Fasertyp ist bestimmt durch Typ der innervierenden Nervenfaser

· im Muskel liegt eine muskelspezifische Kombination von Fasertypen vor

· Typ I:

  · rote Muskelfasern (viel Myoglobin + Mitochondrien)

  · Haltungsmotorik (Myosin Typ I = niedrige ATPase-Aktivität = langsam / ermüdungsresistent)

· Typ IIA:

  · schneller Zwischentyp (viele Mitochondrien)

  · Bewegungsmotorik (Myosin Typ IIA = höhere ATPase-Aktivität = schneller / relativ ermüdungsresistent)

· Typ IIB:

  · weisse Muskelfasern (wenig Myoglobin + Mitochondrien / viel Glykogen / glykolytisch arbeitend)

  · Bewegungsmotorik (Myosin Typ IIB = hohe ATPase-Aktivität = sehr schnell / schnell ermüdend)

motorische Einheit

· Motoneuron + alle von ihm innervierten Muskelfasern

· Feinheit der Muskelbewegungen wird durch Anzahl Muskelfasern in einer motorischen Einheit bestimmt

· sprouting: Übernahme der Innervation einer motorischen Einheit von einer benachbarten Nervenfaser

  · z.B. durch eine Neuropathie bedingter Verlust des Motoneurons

  · Muskelfasern passen ihren Typ dem Typ der neuen Innervation an

  · bei wiederholtem sprouting liegen vermehrt Fasern gleichen Typs beieinander (fibre-type grouping)

Myogenese und Regeneration von Muskelzellen

· Myogenese:

  · embryologisch aus dem paraxialen Mesoderm

  · Myoblasten fusionieren zu Myotuben

  · Bildung des kontraktilen Apparats (Zellkerne werden vom Zentrum an den Rand verdrängt)

 

· Regeneration:

  · Muskelzellen sind nicht teilungsfähig

  · Satellitenzellen (Stammzellen der Muskulatur / bleibende Myoblasten) sind an die Muskelfasern angelagert

     · haben eine gemeinsame Basallamina (→ können nicht isoliert kultiviert werden)

     · Schädigung der Faser führt zu Proliferation → myogene Progenitoren → Fusion

     · regenerierte Muskelfasern haben teilweise zentralständige Kerne

  · manchmal wird die geschädigte Stelle mit Bindegewebe erstetzt → bindegewebige Narbe

Herzmuskulatur

· quergestreifte Muskulatur

· extrem gut vaskularisiert (~2000 Kapillaren pro mm2 / ø Kapillare ~ ø Erythrozyt)

· grosse Zellen (aber kleiner als Skelettmuskelfasern) / max. 2 Zellkerne / von einer Basalmembran umgeben

  · verzweigt

  · durch Glanzstreifen miteinander verbunden (damit sie zusammen kontrahieren)

 

Glanzstreifen

· Disci intercalares

· treppenartige Verbindung:

  · transversale Komponente: mechanische Verbindung (Fasciae adhaerentes und Desmosomen / endständige Z-Linie)

  · longitudinale Komponente: elektrische Verbindung (Reizleitung durch Nexus / erhöhte Dichte von Ionenkanälen)

Reizleitung und Kontraktion der Herzmuskulatur

· Aufbau fast wie bei der Skelettmuskulatur (im LM weniger regelmässig, da verzweigt / viele Mitochondrien)

  · Unterschiede:

    · nur ein T-Tubulus pro Sarkomer (im Bereich der Z-Linie) → keine Triaden sondern Dyaden

    · nur schwach ausgebildetes jSR (Ca2+ v.a. aus dem ECR über spannungsabhängigen, sarkolemmalen Kanal)

 

Erregung der Herzmuskulatur

· myogen (modifizierte Muskelzellen / reizleitende Zellen, die den Herzrythmus generieren)

· Sinusknoten (primärer Schrittmacher) / AV-Knoten (sekundärer Schrittmacher)

  · P-Zellen (viele Mitochondrien / wenige Myofilamente / über Nexus untereinander und mit Vorhofmyokard verbunden)

· Purkinje Fasern (glykogenreich / Reizleitung vom AV-Knoten / dicker als Arbeitsmuskulatur = höhere Leitungsgeschwindigkeit / über Glanzstreifen mit Arbeitsmuskulatur verbunden)

Wachstum und Regeneration der Herzmuskelzellen

· Herzmuskulatur besitzt keine Satellitenzellen

  · erhöhte Belastung führt zu Hypertrophie anstatt zu Hyperplasie

  · keine Regenerationsmöglichkeit → geschädigtes Muskelgewebe wird durch Bindegewebe ersetzt

Myoendokrine Zellen des Herzens

· Vorhofzellen

· sezernieren ANP (atriales natriuretisches Peptid / n.b.: es gibt auch BNP aus der Ventrikelmuskulatur)

  → Vasodilatation / Natriurese (Na+ und H2O wird über Nieren ausgeschieden)

    → Herz wird entlastet

 

(myoendokrine Zellen in der glatten Muskulatur: z.B. in den Nierenglomeruli für Vasokonstriktion)

glatte Muskulatur

· spindelförmige Zellen (mit zentralem Zellkern / myofilamentfreies Zytoplasma):

  · Myofibroblasten (teils verzweigt / Zwischending aus kontraktilem Element und ECM / sezernieren ECM)

  · Myoepithelzellen (teils stark verzweigt / liegen z.B. um Drüsen)

  · von einer Basallamina umgeben (Verankerung in der ECM / Erhöhung der Zugfestigkeit)

 

· Einzelzellen oder Zellverbände (häufig / Bündel oder Schichten, meist ohne definierbares Epi- / Perimysium)

Typen und Vorkommen von glatter Muskulatur

· multi-unit Typ:

   · einzelne Muskelzelle als funktionelle Einheit / spezifische Innervation / keine spontane Kontraktion

   · Vorkommen: Ziliarmuskel / Mm. dilatator pupillae / Mm. sphincter pupillae

· single-unit Typ / viszeraler (zu den Eingeweiden gehörend) Typ:

   · mehrere Muskelzellen (über Nexus verbunden) als funktionelle Einheit / spontane Kontraktion (z.B. bei Dehnung)

   · Vorkommen: Wand der Hohlorgange / Muskulatur des Verdauungstraktes

· Myofibroblasten:

   · arbeiten als Muskelzellen und als Faser-bildende Fibroblasten

   · Vorkommen: in der Gefässmuskulatur (Synthese der elastischen und kollagenen Faser in der Tunica media)

Kontraktiler Apparat der glatten Muskulatur

· Serien von Aktin- und Myosinfilamenten

  · aber keine Sarkomere / H-Bande / T-Tubuli / spezialisiertes SR / Querstreifung

  · jSR und Kaveolen (eine Art T-Tubulus System) liegen in der Nähe der Zellmembran

  · Anheftungsplaques (Vinculin / Talin) und zytoplasmatische Verdichtungen (Funktion wie Z-Scheiben)

  · viele Aktinfilamente gegenüber Myosin Typ SMII (13:1 anstatt 6:1)

  · Intermediärfilamente (Desmin / Vimentin)

Wachstum und Regeneration von glatter Muskulatur

· Wachstum:

  · embryologisch aus dem lokalen Mesoderm

  · mesenchymale Stammzellen → glatte Muskulatur / Knochen, Knorpel, Fett

 

· Regeneration:

  · adult: Fibroblasten-ähnliche Stammzellen

  · de-Differenzierung der Muskelzellen → Teilung → Differenzierung (Teilung differenzierter Muskelzellen ist selten)

  · Hypertrophie (bei Bluthockdruck / Blasenmuskulatur bei vergrösserter Prostata)

  · Hyperplasie (bei Arteriosklerose)

Abbau und Umbau von Epithelgewebe

· Diapedese (v.a. Leukozyten)

· Apoptose

· Abschilferung

· Migration / Invasion

Lernziele "Zelladhäsionsmoleküle"

Zelladhäsionsmoleküle

· CAMs (Cell Adhesion Molecules):

  · Cadherine

  · Integrine

  · Selektine

  · Mucine (Glykoproteine)

  · IgCAM (Immunoglobulin Familie)

Interaktionen zwischen Zelladhäsionsmolekülen

· keine kovalente Bindungen sondern ZMKs

· homophile Interaktionen (die beteiligten Moleküle sind identisch)

· heterophile Interaktionen (es "binden" verschiedene Moleküle aneinander)

Integrine

· Untereinheitenkonfikuration:

  · α5β1 (in Fibroblasten / Ligand: Fibronectin*)

  · α6β4 (in Epithelzellen / Ligand: Laminin)

 

* multifunktionelles adhäsives Glykoprotein

  · als Monomer im Plasma löslich

  · als hochpolymere Fibrillen in der ECM

Selektine

· vaskuläre Zelladhäsionsmoleküle

  · P-Selectin (in Thrombozyten / in Endothelzellen)

  · L-Selektin (in Leukozyten)

  · E-Selektin (in Endothelzellen)

· binden an Oligosaccharide (= Selektin-Liganden / Bindungsstelle = Sialyl LewisX)

· wichtig für Entzündungsreaktionen: bei einer Entzündung werden Selektine im Endothel ausgebildet

  → diese binden an die Oligosaccharide der Leukozyten (Aktivierung der Leukozyten / Rollbewegung)

  → Leukozyt wird an die Entzündungsstelle "geführt"

Cadherine

· E-cadherine (im Embryo / in Epithelien)

· N-cadherine (im Nervensystem / Augenlinse / Muskulatur)

· P-cadherine (im Trophoblast)

IgCAMs

· Calcium-unabhängige Adhäsionsproteine / enthalten Immunglobulindomänen

  · NCAM:  neuronales CAM

  · ICAM:    interzelluläres CAM

Biochemie des Bindegewebes

· fibrilläre Kollagene (Tripelhelixstruktur)

  · v.a. in belastbaren Geweben (Knorpel / Haut) reichlich vorhanden

· elastische Fasern (Elastin / Fibrillin)

  · v.a. in der Aorta / Lunge vorhanden

· Grundsubstanz der ECM besteht aus Proteoglykanen und GAGs

  · viele Proteoglykane im hyalinen Knorpel

· Bindegewebe wird durch spezifische Proteasen (MMP) abgebaut

Tripelhelixstruktur von Kollagen

· Aminosäuren-Sequenz = (Gly-X-Y)n

  · n ~ 350

  · X = v.a. Pro / Ala

  · Y = v.a. Hyp / Ala

· Ganghöhe = 10 Å bzw. 86 Å pro 360° / 3.3 AS pro 360°

Hydroxyprolin / Hydroxylysin

· posttranslationelle Modifikation von Prolin / Lysin

· enzymatische Reaktion (Vitamin C / Ascorbinsäure = essentieller Cofaktor)

 

Kollagenfibrillen

· Mikrofibrillen / Ring aus fünf Kollagentripelhelices (stabilisiert durch elektrostatische und kovalente* Bindungen)

· ~ 0.3µm Durchmesser

· können an Proteoglykane binden

 

*  werden durch Quervernetzungen miteinander verbunden (Lysin spielt eine wichtige Rolle)

Prokollagenbiosynthese

· Problem: Wie wird ein lösliches Protein unlöslich?

· Lösung:

  · Propeptid wird vom Ribosom in das rER translatiert

  · Protein-Disulfid-Isomerase (PDI) katalysiert Disulfid-Brücken-Bilden → Faltungshelferenzym

  · Chaperone (HSP47 / Heat-Shock-Protein) verhindert ungewollte Faltung

  · PPIase (Peptidyl-Prolin-cis-trans-Isomerase) verhindert ungewollte Anlagerung der Kollagenfibrillen

  · Prokollagen (Tripelhelix) wird über den Golgi-Apparat sezerniert

    → es bilden sich Kollagenfibrillen und schliesslich Kollagenfasern

Defekte in der Kollagensynthese

· Kollagen Typ I: Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta)

· Kollagen Typ II: Skoliosen

Glyosaminoglykane

· lange Ketten aus Disaccharidbausteinen (z.B. Heparin / Hyaluronsäure / Keratansulfat / ... )

Aggrekan

· Proteoglykan, das in allen hyalinen Knorpeln vorkommt

· Proteoglykane lagern sich nicht-kovalent an die Hyaluronsäure an

· sehr hohe Wasseraufnahmefähigkeit / verleiht dem Knorpel dämpfende Wirkung

Abbau des Bindegewebes

· MMP / Matrix-Metalloproteasen (Kollagenasen / Gelatinasen / Stromelysine)

· Serinproteasen / Cysteinproteasen / Asparaginproteasen

 

· Pathologie:

  · Arthrose (Abbau von Gelenkknorpel)

  · metastasierende Tumorzelle (Kollagenasen bauen Basallamina ab)

  · Wundbrand (produziert Kollagenase, die Kollagen auflöst)

  · Cutis Laxa (Ehlers-Danlos Syndrom)

  · Marfan Syndrom

Study