Molekulare Zellbiologie I (Schuler)

Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH

Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH


F. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der molekularen Zellbiologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion von Proteinen, Enzymkinetik, sowie verschiedene Mechanismen der Enzymregulation, einschließlich allosterischer Regulation, Kooperativität und chemischer Modifikationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Biologie, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Verständnis der molekularen Prozesse in Zellen vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
08.02.2016 / 13.10.2025

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Stärke

· Energiereserve der Pflanzen

· mengenmässig wichtigster Nahrungsbestandteil

· besteht aus zwei Glucosepolymeren:

  · Amylose (langes, unverzweigtes, schraubenförmiges Polymer aus D-Glucoseeinheiten / 103 - 106 Da)

  · Amylopektin (stark verzweigt, ähnlich wie Glykogen / ca. 106 Da)

Strukturhomoglykane

· Homoglykane, die in biologischen Strukturen vorkommen

· Hauptbestandteil der Biomasse

· Beispiele:

  · Cellulose (wichtigste organische Verbindung)

  · Chitin

Cellulose

· macht 50% des totalen organisch gebundenen Kohlenstoffs aus (ohne fossile Kohlenwasserstoffe)

· faserige, feste, wasserunlösliche Substanz

· lineares Homoglykan (Homopolysaccharid) mit β-Konfiguration

· stabile Netzwerke über H-Brücken

· höhere tierische Organismen können Cellulose nicht verwerten (Ausnahme: Wiederkäuer und symb. mit ~µOrg.)

· kommt fast ausschliesslich extrazellulär in den Zellwänden von Pflanzen und holz. Teilen der Pflanzengewebe vor

· macht ca. 50 % des organischen Materials des Holzes aus

Chitin

· Strukturhomoglykan, das Exoskelett von Insekten und Schalentieren bildet

· unverzweigte Ketten mit β-Konfiguration

Heteroglykane

· enthalten mindestens zwei verschiene Monosaccharideinheiten

· oft mit Proteinen / Peptiden / Lipiden verknüpft → Einteilung der Heteroglykane

· grosse Vielfalt weil Heterozucker und Verknüpfungsmöglichkeit mit anderen Biomolekülen

Einteilung der Heteroglykane

· Glykoproteine: Oligosaccharide + verschiedene Proteine

· Proteoglykane: Glykosaminoglykane + einfache Proteinskelette (core protein) / Bildung der ECM

· Peptidoglykane: Disacch. aus N-Acetyl-glucosamin und -muraminsäure + Peptide / Bildung der bakt. Zellwand

· Glykolipide: Oligosaccharide + Ceramid oder Diacylglycerin / Bauteile zellulärer Membranen

Glykoproteine

· Kohlenhydratanteil ist klein ( < 20 Gew.% )

· entweder über O-Atom von Serin oder Threonin (O-glykosidische Verbindung)

· oder über N-Atom von Asparagin* (N-glykosidische Verbindung)

  * stets mit einem Oligosaccharid verknüpft / Teil der Sequenz Asn-X-Ser bzw. Asn-X-Thr

 

· bekannte Funktionen sind:

  · Proteinorientierung in der Membran

  · Qualitätskontrolle in der Proteinfaltung

  · Sortierung von Proteinen in der Zelle (Targeting)

  · Interzelluläre Erkennung / Wechselwirkungen

 

· Beispiele:

  · Immunoglobuline / Proteine der Blutgerinnung / Blutgruppensubstanzen

  · einige Enzyme / Strukturproteine / Transportproteine / Hormone

Proteoglykane

· Bestanteile der ECM / Knorpelgewebe / schleimigen Körperflüssigkeiten

· können sehr viel Wasser binden

· Kohlenhydratanteil besteht meistens aus Glykosaminoglykanen (GAG / enthalten saure Gruppen)

· GAG kann mit Protein sowohl kovalent verknüpft als auch nicht-kovalent assoziiert sein

Glykosaminoglykane

· bestehen aus langen Ketten von Disaccharidbausteinen

· die Zuckerbausteine enthalten saure Gruppen, weshalb die GAG auch Mucopolysaccharide genannt werden

· werden durch Glykosidasen abgebaut

Glykolipide (Zusammenfassung)

· polare Lipide (Bestandteil der Lipiddoppelschicht)

· polare Kopfgruppe enthält einen (Cerebroside) oder mehrere (Ganglioside) Zucker

 

Peptidoglykane

· Peptid + kurze Polysaccharide

· Bestandteile von Bakterienzellwänden (verleihen mechanische Festigkeit)

· Beispiel: Murein (in Zellwänden der Prokaryoten / Synthese wird durch Penicillin gehemmt)

Lernziele "Thermodynamische Grundlagen"

Lernziele "Thermodynamische Grundlagen"

freie Enthalpieänderung

· Gibbs-Enthalpie ΔG (Zustandsfunktion)

· ΔG ist das thermodynamische Potential eines Systems bei konstanter Temperatur und konstantem Druck

· auch Unterschiede von Wechselwirkungen beeinflussen ΔG

· ΔG < 0: spontane / exergone Reaktion (Betrag sagt jedoch nichts über die Geschwindigkeit aus)

· ΔG = 0: Reaktion befindet sich im Gleichgewicht

· ΔG > 0: endergone Reaktion / für spontanen Ablauf wird Kopplung mit einer stark exergonen Reaktion benötigt

1. Hauptsatz der Thermodynamik

· in einem geschlossenem System bleibt die Energie erhalten

 

2. Hauptsatz der Thermodynamik

· ein isoliertes System strebt einem Zustand maximaler Entropie zu

Standardbedingungen

Chemie vs Biochemie:

· pH = 0 / 7

· T = 25° / 25°

· p = 1 bar / 1 bar

· [Edukte] = [Produkte] = 1 mol / L

 

Speziell für Biochemie (ΔG' und ΔG°'):

  · wässrige Lösung

  · nimmt Wasser an Reaktion teil, wird c(H2O) auf 1 nominiert

  · nimmt H+ oder OH- an Reaktion teil, wird [H+] auf 1 nominiert

 

Beispiel auf Seiten 112 / 113 im Skript

· ΔG für A + B ⇋ C + D

· \(ΔG = ΔG° + R · T ·ln{[C][D]\over [A][B]}\)

· R: universelle Gaskonstante

· T: absolute Temperatur

· im Gleichgewicht gilt: \(\Delta G° = -R·T·ln(K)\)

· eine Änderung von K um den Faktor 10 bewirkt eine Änderung von ΔG° um ±5.7 kJ/mol

Glykolyse

· Abbau von Glucose zu 2 Molekülen Pyruvat

Zusammenhang zwischen freier Enthalpie und Redoxpotential

· viele Reaktionen des Stoffwechsels sind Redoxreaktionen

· \(\Delta G' = -n·F·\Delta E'\)

· n = Anzahl an der Redoxreaktion beteiligter Elektronen

· F = Faraday Konstante

· ΔE' = Potentialdifferenz ( E(Red) - E(Ox) )

energieliefernde Reaktion

· Kopplung einer Reaktion mit stark negativen ΔG mit einer Reaktion mit ΔG > 0

· Substrat der energieliefernden Reaktion nennt man eine energiereiche Verbindung

· Beispiel:

  ATP (wird intrazellulär gebildet und verbraucht / kann nicht gespeichert noch via Blutbahn transportiert werden)

  \(ATP \rightarrow ADP + P_a\)       (-30.5 kJ/mol)

 

Kinase

· Enzym, das eine Phosphatgruppe von einem NTP (Nukleosidtriphosphat) auf einen Akzeptor überträgt

Fliessgleichgewicht

· das thermodynamische Gleichgewicht bezieht sich auf ein abgeschlossenes System

  → weil man in vivo nicht das ganze Universum, sondern nur den Organismus betrachtet, liegt kein abgeschlossenes System vor

· lebende Systeme befinden sich in einer Art Gleichgewicht (Fliessgleichgewicht / steady state)

  → der Fluss von Energie und Materie durch das System ist konstant (Zufluss = Abfluss)

· Gemeinsamkeiten mit thermodynamischem GG:

  · stabiler Zustand

  · Richtung der Reaktion aus ΔG ersichtlich

· Unterschiede:

  · Bei Fliessgleichgewichten sind alle ΔGs negativ

  · Bei thermodynamischen GG muss nur die Summe der ΔGs negativ sein

  → Beispiel Glykolyse: ΔG°' = -43.4 kJ/mol   vs   ΔGFliessgleichgewicht = -83 kJ/mol

Lernziele "Enzymologie"

Lernziele "Enzymologie"

Lernziele "Enzymologie"

Lernziele "Enzymologie"

Enzyme

· bestehen aus Proteinen (sehr selten auch aus Ribonukleinsäuren)

· wichtige Merkmale: Spezifität (Substrat- und Reaktionsspezifität) und Regulierbarkeit

· wirken als Katalysatoren (beschleunigen und regulieren Stoffwechselreaktionen, die unter physiologischen Bedingungen zu langsam ablaufen)

· jede Einzelreaktion des Stoffwechsels wird durch ein spezifisches Enzym katalysiert

Substratbindungsstelle

· zum Substrat komplementäre Struktur des Enzyms

· Bindung des Substrats über nicht-kovalente Kräfte ( VdW / H-Brücken / ... )

aktive Stelle / aktives Zentrum

· Ort der Katalyse des Enzymsubstratkomplexes

· oft fast identisch oder überlappend mit Substratbindungsstelle

Bedeutung von Enzymen als Indikatoren für Krankheiten

· jedes Gewebe besitzt ein mehr oder weniger spezifisches Enzymmuster

  → bei Schädigung der Zellen können die entsprechenden Enzyme im Blut bestimmt werden

    → Hinweis auf die Art des geschädigten Gewebes (Beispiel: Herzinfarkt und Kreatinkinase)

 

Bild: Herzinfarkt (oben) und Hepatitis (unten / Leberentzündung, Gelbsucht)

Enzyme als Werkzeuge der Biotechnologie

Beispiele (Auswahl):

· Nahrungsmittelherstellung: Käseherstellung / Klären von Fruchtsäften

· Chemische Synthesen: stereospezifische Hydroxilierung von Steroiden

· Klinische Chemie: Färbung von Zellen und Gewebestrukturen in der Mikroskopie

· Gentechnologie: Schneiden von DNA

· Haushalt: bioaktive Waschmittel

Enzymklassen

· Oxidoreduktasen: Redoxreaktion (z.B. Alkoholydrogenase)

· Transferasen: Gruppenübertragung (z.B. Aspartat-Aminotransferase)

· Hydroxylasen: Hydrolysereaktion (Reaktion mit Wasser / z.B. Acetylcholinesterase)

· Lyasen: Hinzufügen / Entfernen von Gruppen zur Bildung von Doppelbindungen

· Isomerasen: Isomerisierung (intramolekulare Gruppenübertragung)

· Ligasen: Ligation (Verknüpfung) zweier Substrate auf Kosten von ATP-Hydrolyse

 

· Merkhilfe: Otto trifft heute Lydia in Liverpool / Over the HILL

Isoenzyme

· Enzyme mit unterschiedlicher AS-Sequenz, aber gleicher Funktion

· wichtig für individuelle, ortsunabhängige, gezielte Regulation

 

· Entstehungsmöglichkeiten:

  · Homologie: nur geringe Unterschiede / Abstammung von gemeinsamen Vorfahren

  · Oligomere Enzyme aus verschiedenen genetischen Varianten von Untereinheiten

  · genetisch voneinander unabhängige Enzyme

Enzymreaktion als Kreisreaktion

· jede Enzymreaktion kann als Kreisprozess beschrieben werden (s. Bild)

· es können mehrere Subtrate / Produkte / Cofaktoren vorkommen

 

Cofaktoren

· viele Enzyme benötigen ein Nichtprotein-Molekül (Cofaktor), um aktiv zu sein

· Apoenzym + Cofaktor = Holoenzym

· Einteilung der Cofaktoren:

  · Metallionen (werden über Nahrung aufgenommen)

  · kleine organische Moleküle (Coenzyme + Vitamine*)

 

* Vitamine sind Vorläufer für viele Coenzyme

Cosubstrate

· Cofaktoren, die für jede Enzymreaktion neu gebunden werden

· werden während der Katalyse verändert (verhalten sich wie Substrate und Produkte)

· Beispiel: NADH + NAD+

Prosthetische Gruppen

· Coenzyme / Cofaktoren, die sehr stark oder kovalent an ein Enzym / Protein gebunden sind

k  vs  K

· k: Geschwindigkeitskonstante

· K: Gleichgewichtskonstante

Geschwindigkeit in Abhängigkeit der freien Aktivierungsenthalpie und Temperatur

· \(k = A · e^{-{\Delta G^ \neq \over RT}}\) (k wird grösser wenn, ΔG kleiner bzw. T grösser wird)

· RGT-Regel: pro 10° verdoppelt sich die Reaktionsgeschwindigkeit (Bild)

  → ab einer gewissen Temperatur denaturiert das Protein!

 

Étudier