Molekulare Zellbiologie I (Schuler)

Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH

Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH


F. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der molekularen Zellbiologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion von Proteinen, Enzymkinetik, sowie verschiedene Mechanismen der Enzymregulation, einschließlich allosterischer Regulation, Kooperativität und chemischer Modifikationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Biologie, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Verständnis der molekularen Prozesse in Zellen vertiefen möchten.
Flashcards
186
Students
23
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
08.02.2016 / 13.10.2025

Flashcards

Glykolipide

· enthalten statt des Phosphorsäurediesters einen oder mehrere Zuckerreste

· Zuckerreste sind mit einem Ceramid (selten mit Diaglycerin) verknüpft

· wichtigste Vertreter: Cerebroside und Ganglioside

· Es gibt Erbkrankheiten bei denen der Auf- und Abbau von Glykolipiden gestört ist (z.B. Morbus Gaucher)

Cerebroside

· Glykolipide

· bestehen aus Ceramid + 1 Zuckerrest (z.B. Galactose)

· kommen häufig in Myelinscheiden als isolierende Schicht um Nervenaxone vor

Ganglioside

· Glykolipide

· bestehen aus Ceramid + mehreren Zuckerresten (häufig Glucose, Galactose, N-Acetylglucosamin/-säure)

· enthalten bis zu 60 Zuckermoleküle

Nicht-verseifbare Lipide

· wirken als Hormone und Vitamine

· enthalten weder Ester- noch Amidbindungen

· drei Klassen: Steroide / Terpene / Eikosanoide

Steroide

· Isoprenderivat

· Steran (Bild) als Grundstruktur

· wichtigstes Steroid ist Cholesterin

Cholesterin

· ist ein Steroid

· schlecht wasserlöslich

· Transport im Blut mittels Lipoproteine

· Ausgangsstoff für Gallensäuren, Vitamin D und Steroidhormone

· es gibt kein Cholesterin in Prokaryoten und Pflanzen

Terpene

· Isoprenderivat (Terpene leiten sich aus dem C5-Baustein Isopren ab)

· wichtige Terpene: β-Carotin (Provitamin A) / Tocopherole (Vitamin E) / Phyllochinone (Vitamin K)

fettlösliche Vitamine

· Vitamine A, D, E, K

  · Terpene: Vitamine A, E, K

  · Steroid:  Vitamin D

 

· Merkhilfe: EDEKA

Eikosanoide

· Fettsäurederivat (entstehen aus der vierfach ungesättigten, 20 C-Atome langen Arachidonsäure)

· eikos (griech.) = zwanzig

· wichtige Eikosanoide: Prostaglandine / Thromboxane / Leukotriene

  → Gewebshormone / wichtige Rolle für Überempfindlichkeits- und Entzündungsreaktionen

Zusammenfassung der verseifbaren Lipide

s. Bild

Lernziele "Biologische Membranen"

biologische Membranen

· haben als Grundstruktur eine 6-10 nm dicke, asymmetrische, dynamische Lipiddoppelschicht

· Lipiddoppelschicht verhindert Durchtritt polarer Stoffe (kleine polare Stoffe können langsam diffundieren)

· eingelagerte Membranproteine erzeugen regulierten Transport (selektive Permeabilität)

· v.a. an der Aussenseite sind Glykane mit Lipiden und Membranproteinen kovalent verknüpft (Glykokalyx)

· die meisten Membranen sind elektrisch polarisiert (Innenseite meistens negativ geladen / etwa -60 mV)

Lipiddoppelschicht

· besteht aus polaren Lipiden (v.a. Phospholipide / Glykolipide / Cholesterin)

· Lipide rotieren mit ca. 102 - 106 Hz um ihre eigene Achse

· Lipide können sich mit ca. 10 nm/s - 1 µm/s lateral bewegen

· Lipide wechseln normalerweise nicht in die andere Lipidschicht

Membranproteine

· sind in die Lipiddoppelschicht eingelagert

· wenn sie nicht an das Cytoskelett oder an Strukturen der ECM gebunden sind, können sie sich lateral frei bewegen

· Funktionen: Kanäle und Pumpen für Moleküle und Ionen / Rezeptoren für Hormone / Enzymfunktion

· integrale Membranproteine:    durchdringen Lipiddoppelschicht teilweise oder ganz

· periphere Membranproteine:  lose an der Aussenseite der Lipiddoppelschicht assoziiert

· GPI-verankerte Proteine:       durchdringen Lipiddoppelschicht nicht, sind aber kovalent daran gebunden

Integrale Membranproteine

(Transmembranproteine)

· sind fest mit der Membran verbunden

· Durchdringung der Lipiddoppelschicht mit α-Helices (häufig) und β-Faltblättern (selten)

· Die AS-Sequenz des die Membran durchdringenden Teils enthält besonders viele hydrophobe AS

Integrale Membranproteine

(α-Helices)

Transmembranproteine:

 · es braucht ca. 20 AS um mit α-Helix Membran zu überspannen

 · häufig durchdringt ein Membranprotein mit mehreren α-Helices die Membran

 · Rezeptoren eukaryotischer Zellen haben häufig 7 Transmembranhelices

 

Einige Proteine durchdringen die Membran nicht ganz, sondern sind mit ihrer hydrophoben Domäne in der Membran eingebettet

Integrale Membranproteine

(β-Faltblätter)

· kommen selten vor

· Beispiel Porin: aussen hydrophob / innen hydrophil (s. Bild)

GPI-verankerte Proteine

· Protein ist über ein Verbindungsstück (GPI-Anker) mit einem Lipidmolekül kovalent verknüpft

· GPI-Anker (Glykosylphosphatidylinositol-Anker) enthält verschiedene Zucker, Phosphat und Inosit

· GPI-Anker ist an C-Terminus des Proteins gebunden (oder an Seitenkette eines Cysteinrestes)

 

Schmelztemperatur der Lipiddoppelschicht

· viele Reaktionen sind von der Fluidität der Membranlipide abhängig

· Lipiddoppelschicht kann starr (geordnet) oder flüssig (ungeordnet) sein

· Übergang von starr zu flüssig wird Schmelztemperatur Tm genannt

· Tm hängt von der Lipidzusammensetzung ab:

  → polare, gesättigte Fettsäuren erhöhen Tm

  → ungesättigte Fettsäuren mit cis-Doppelbindungen erniedrigen Tm

Lernziele "Glykane und Glykokonjugate"

Lernziele "Glykane und Glykokonjugate"

Glykane

· Kohlenhydrate (Synonym)

· bestehen aus Monosacchariden und Derivaten von Zuckermolekülen → Glykane sind Polysaccharide

· haben oft keine definierte Raumstruktur und manchmal auch keine konstante Molekülmasse

· es gibt viel komplexere Strukturen als bei Proteinen, da verzweigte Ketten und α- und β-Konfiguration vorkommen

· Unterteilung in:

  · Homoglykane (Homopolymere aus identischen MS)

  · Heteroglykane (Heteropolymere aus verschiedenen MS)

  · Glykokonjugate (mit Proteinen oder Lipiden verknüpfte Glykane)

 

· Unterteilung nach Funktion:

  · Reserveglykane (dienen als Energiereserve)

  · Strukturglykane (bilden strukturelle und informationstragende Elemente)

Anomere

· besondere Isomere (Diastereomere) von Glykanen und Glykosiden (= R-O-Zucker)

· Anomeres Zentrum ist ein chirales C-Atom, das durch die Bildung eines cyclischen Voll-/Halbacetals entsteht

· Das Anomere Zentrum ist dem Ring-O-Atom des Zuckers (in der Pyranose- / Furanose-Form) benachbart

 

· Merkhilfe für α- und β-Konfiguration: Eine β-Version ist besser (Daumen hoch / OH-Gruppe oben) als eine α-Version

Furanose / Pyranose

· Lactole (Halbacetale / Halbketale)

Monosaccharide

· Aldehyde und Ketone mit mindestens 2 OH-Gruppen

Aldosen

· Zucker mit Aldehydgruppe

· in Lösung Ringstruktur (Pyranoseform mit chiralem C1-Atom)

· wichtige Aldosen im menschlichen Stoffwechsel:

  · D-Glycerinaldehyd

  · D-Ribose

  · D-Glucose

  · D-Mannose

  · D-Galactose

Ketosen

· Zucker mit Keto-Gruppe

· in Lösung Ringstruktur (Furanoseform mit chiralem C2-Atom)

· wichtige Ketosen im menschlichen Stoffwechsel

  · Dihydroxyaceton

  · D-Ribulose

  · D-Fructose

D-Glycerinaldehyd

Merkhilfe: C3 wie Glycerin

D-Ribose

Merkhilfe: Drei Ribbons, die nach unten hängen (alle OH-Gruppen sind auf der gleichen Seite)

D-Glucose

Merkhilfe: Das dritte "C-Atom" nimmts gemütlich, lehnt sich zurück (Glu-cosy)

D-Mannose

Merkhilfe: Gürtel des Mannes trennt L- und D-Konfiguration

D-Galactose

Merkhilfe: OH-Verbindungslinie ist gekrümmt wie eine Galaxie

Dihydroxyaceton

Merkhilfe: Aceton mit zwei OH-Gruppen

D-Ribulose

Merkhilfe: wie bei D-Ribose (Ribbons hängen nach unten)

D-Fructose

Merkhilfe: wie bei D-Glucose (drittes C-Atom ist "cosy")

Glykosidische Bindung

· Reaktionsprodukt der Aldehyd- bzw. Keto-Gruppe eines Zucker mit einer OH-Gruppe eines anderen Zuckers

  → O-glykosidische Bindung

→ so entstehen Disaccharide / Oligosaccharide / Polysaccharide (>10 Monosaccharideinheiten)

wichtige Disaccharide für den Menschen

· Saccharose ("Zucker" der Nahrung / Fructose + Glucose)

· Lactose ("Milchzucker" / Galactose + Glucose)

· Maltose (entsteht im Darm aus Abbau der Stärke)

reduzierende Zucker

· Zucker, deren anomeres C-Atom nicht an einer glykosidischen Bindung beteiligt ist

  → liegen zu einem kleinen Anteil in geöffneter Form vor und können so milde Oxidationsmittel reduzieren

· Beispiele: Lactose / Maltose

 

· Bild: chemische Nachweisreaktion für reduzierende Zucker

Reserveglykane

· Homoglykane aus Glucose

· wichtigste Reserveglykane:

  · Stärke (in Pflanzenzellen)

  · Glykogen (in tierischen Zellen)

 

  · Dextran (in Pilzen und Bakterien / "Molekularsieb")
  · Inulin (in Pflanzen / Polyfructosan / Verwendung für Bestimmung des ECR-Volumen und Nierenfunktionstest)

 

Glykogen

· Glykogen ist ein riesiges, verzweigtes Glykan aus Glucoseeinheiten

  (weil für den osmotischen Druck nur die Teilchenzahl und nicht die Teilchengrösse relevant ist,

  kann viel Energie in einer Zelle gespeichert werden, ohne dass der osmotische Druck stark ansteigt)

  →  durch die grosse Verzweigung kann an mehreren Orten gleichzeitig enzymatisch Glucose abgebaut werden

 

· ~6000kJ (60-70% des Tagesbedarfs) ist in der Leber und in den Muskeln gespeichert (im Blut nur ca. 4,5g / 90kJ)

Study