Molekularbiologie fortgeschritten
Abkürzung für zellbiologische Agitatoren, zellbiologische Prozesse, Allgemeines zur Zellbiologie und Molekularbiologie
Abkürzung für zellbiologische Agitatoren, zellbiologische Prozesse, Allgemeines zur Zellbiologie und Molekularbiologie
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Lernkarten
pH des sekretorischen Vesikels
Cathepsine
- Propetid blockiert Bindetasche mit aktivem Zentrum, Zymogenaktivierung entfernt Propeptid (Dissoziation im sauren), autokatalytische Spaltung des Propeptid in trans = Kettenreaktion
- aktives Zentrum aus Cystein und Histidin (Cys-His Diade)
- Antipain bildet kovalentes Addukt mit nukleophilen Cysteinen -> Hemmung
Chloroquin
- protonierte Form akkumuliert in Lysosomen -> pH-Neutralisierung -> Cathepsininhibierung
- Inhbition der Hämkristallisierung in Malariaerreger Plasmodium und Ausbildung membranzerstörenden Komplexes
rezeptorvermittelte Endozytose
- selektive Nährstoffaufnahme
- Regulation der Rezeptormenge
- Clathrin vermittelt spezifische Endozytose von Membranrezeptore
- CBL Ubiquitin E3 Ligase bindet aktiven, phosphorylierten EGFR -> Lys63 verknüpftes Ubiquitin -> Erkennung monoubiquityliertes Frachtmolekül -> DUB ermöglichen Recycling der Fracht durch Ubiquitinabspaltung, wenn nicht: lysosomale Degradation
MHC
- MHC-1 präsentieren Zelleigenes, C-Terminus durch Proteasom, N-Terminus durch zytosolische oder ER lokalisierte Aminopeptidasen
- MHC-2 präsentieren Phagozytiertes (Phagolysosom), Cathepsine bauen die invariante Kette, die als Transport-Chaperon fungiert im lysosomalen Kompartiment ab, APCells
Autophagie
- primäre Funktion: Nährstoffgewinnung bei Hunger durch unspezifischen Abbau
- selektiver Abbau für physioligsche Regulation
- Formen: Makroautophagie, Mikroautophagie, chaperonvermittelte Autophagie
- immer Abbau zytoplasmatischer Komponenten, konserviert von Hefe bis Mensch
drei ATG-Klassen
- Atg1 Kinase Komplex: Induktion der Autophagie: rekrutiert Atg-Moleküle, Autophagosombildung
- Phosphatidylinositol 3-Kinase Komplex: unbekannte, essentielle Funktion
- Konjugationssysteme für Ubiquitin-like Proteine wie z.B. Atg8/LC3:
- Atg8 an Phosphatidylethanolamin an Phagophormembran
- ATG5-ATG12 fungiert als E3 Ligase für ATG3 (=E2) mittels konformationeller Änderung -> erhöhte Aktivität des katalytischen Zentrums
- Anker für Cargorezeptoren oder auch nicht (spezifischer/unspezifischer Abbau)
Makroautophagie
- Immunantwort, beschädigte Mitochondrien, Apoptose, Proteinmengenregulation
- EDEMosome: EDEM von ER zu Endolysosom
Mitoautophagie
- proteolytischer Abbau von Fehlgefaltetem in Mitochondrien oder Komplementation durch Fusion von Mitochondrien, Fission von Defektem
- PINK1: Serin/Threonin Kinase, akkumuliert bei Stress, wenn PARL fehlt, Phosphorylierung, rekrutiert Parkin -> ubiquityliertes Mitochondrium wird von Phagophore umschlossen und mit Lysosom verschmolzen
- PARL bindet an hydrophobe TMD-Domäne der Ser/Thr Kinase PINK1, außerdem Kinasedomäne, MTS-Domäne
verschiedene RNA-Exportwege
- tRNA, prä-miRNA: direkte Bindung an bestimmtes Exportin, abhängig von RanGTP-Zyklus
- snRNA (da snRNP im Cytoplasma zusammengesetzt wird), rRNA: bestimmte Adaptoren, Exportin-1 (Crm1), abhängig von RanGTP-Zyklus
- mRNA: bestimmte Adaptoren, Exportfaktor (NFX1/MEX67/TAP), unabhängig von RanGTP
5' Ende eukaryotischer mRNA
- M7G Kappe
- Methyliering der 2' OH der Ribosen
ORF
- =open reading frame
- main(mORF), upstream(uORF)
- Potenzial für ein Protein zu codieren
- mindestens 100 Codone
- Startcodon und Stopcodon
proteincodierende Gene im menschlichen Genom
Genduplizierung
- Heterodimere: Effekt der Kooperation
- Heterozygotie
- neue Funktion: Immunglobuline, Amylasekopien -> Amylaseaktivität
- anderer Kontext (zeitlich, räumlich..)
- Interspezies-Alignment: konservierte Introns neben Exons -> Ursequenz
Menge des menschlichen Genoms auf mitochondrialer DNA
verschiedene Arten von DNASequenz
- Gene in einfacher Kopie
- Genfamilien
- paarweise wiederholte Gene
- Introns
- Gene einfacher Sequenz
- transposable Elemente
- spacer DNA
Nucleosomherstellung
- erst H3-H4-Tetramer mittels Chaperon, dann Rekrutierung von H2A/H2B-Dimer
- CRC (chromatin remodeling complexes) verschieben Histonoktamere entlang der DNA, ATP-abhängig
- dynamische Struktur, schnelles Auf- und Abbinden
- es können ganze Nucleosomen oder nur die H2A/H2B Dimere ausgetauscht werden, über Histonchaperone, ATP-abhängig
Histoncode
- epigenetisch
- Modifikation des N-Terminus der Kernhistone
- reader-writer complexes übernehmen elterliche Prägung
- Lysin: Acetylierung, Methylierung;
- HAT: Acetylierung, HDAC: Deacetylierung, -> Bromodomäne
- HMT: Methylierung, HDM: Demethylierung -> Chromodomäne
- Serin: Phosphorylierung
Pol III
- = prokaryotische DNA-Polymerase
- Basis des Holoenzyms
- entdeckt durch Thomas Kornberg
Pol I
- = prokaryotische DNA-Polymerase
- ein Teil des Replisoms, das auf Pol III basiert
- entdeckt von Arthur Kornberg 1956
Replikation
Beweis, dass semikonservativ:
- Dichteänderung nach erster Replikatin -> nicht konservativ (Elterndoppelstrang wird verändert)
- ab 2. Generation 2 distinkte Banden -> nicht polydispers (Elterndoppelstrang halb neu, Tochterdoppelstränge komplett neu)
- pro Generation Verdopplung der Menge an Tochterdoppelstrang -> semikonservativ
Genauigkeit:
- Kopieren eines Musters
- DNApolymerase: Kinetik, Korrekturlesen (-> durch 5'-3' Replikation ermöglicht)
- höhere Affinität der korrekten Base, korrekte Paarung energetisch am besten
- mechanische Katalyse durch Konformationsänderung
- Fehlpaarungsreparatursystem
- fehlendes Methylierungsmuster, Okazakifragmente, Ribonukleotide als Eigenschaften des neuen Strangs -> Fehlpaarung erkennbar (MMR)
Topo I
- ATP-unabhängig
- ssDNA-Bruch -> freie Rotation -> Religation
Topo II
- ATP-abhängig
- dsDNA-Bruch -> Supercoilentspannen -> Religation
- wichtig vor der Replikationsgabel
Methodik: Replikationsursprung
- genetisches Screening: zufällig ausgewähltes DNA Segment in Markerplasmid inseriert -> Ausplattierung: statistisch valide Zahl an Markerkolonien = Markerplasmid wurde repliziert
- BrdU -> Markierung von Replikation während S-Phase (-> nicht alle eukaryotischen Origins werden gleich häufig genutzt, Heterochromatin später repliziert)
- ChIP/chip: DNApräzipitation nach Fragmentierung, Hybridisierung auf Microarray -> Ort pro Zeitunterschied = Geschwindigkeit
Chromosom
- Giemsafärbung (Eosin, Azur) für ATreiche Bereiche der Metaphasenchromosomen, FISH: Farbe je nach Sequenz
- Zentromer: Kinetochoransatzpunkt
- Replikationsursprung (Origin): ATreich, mehrere Hundert bp lang
- Telomer: TGreich, 3' ssDNA durch Primerentfernung am Verzögerungsstrang und Apollo-Nuclease-Aktivität am Leitstrang (5'-Ende zu kurz)
- Telomerlänge: qFisH (Fluoreszenz ∼ Länge), southern Blot (Restriktion->Gel: Bandenlänge ∼ Länge), TelomerPCR
- Telomerase: in Krebszellen, Eizellen aktiv, Dyskeratosis Congenita wenn mutiert
- Shelterin -> Loopstruktur, Schutz, Regulation der Telomerase
- Krebs durch:
- Bruch-Fusion
- ALT (reaktivierte Telomerase oder Rekombination) nach checkpoint-Versagen
DNA-Reparatur bei Basenfehlern
- UV-induzierte CPD (cyclobutane pyrimidine dimers)
- -> Replikationsstop -> Exonuklease
- Deaminierung
- An mehrern Stellen möglich
- U statt C paart besser mit A statt G
- problematisch: 5'mC -> T
- Methylierung
- Oxidierung
- Depurinierung
- meist A eingebaut an APStelle
- BER: Glycosylasen überprüfen mit flippingout, entfernen über Hydrolyse der N-glykosidischen Bindung -> AP-Stelle -> AP-Endonuklease schneidet Zucker, Phosphodiesterase schneidet Phosphatrückgrat -> DNA-Pol + Ligase
- NER: Multienzymkomplex (XBP, TFIIH, XPD, XPC...) scannt -> Konformationsänderung der Helix wird erkannt (Pyrimidindimer) -> schneidet Zuckerrückgrat beidseitig, Helicase entfernt Fragment -> DNA-Pol + Ligase
- NER und BER an Transkritption gekoppelt, Replikationsgabelstop =Rekrutierungssignal -> Transkriptionsstrang öfters repariert, wenn nicht: Transläsionssynthese (fehleranfällig)
Pol eta
- = eukaryotische DNA-Polymerase
- Transläsionssynthese
- ubiquitylierte PCNA rekrutiert TL-Pol
DNA-Reparatur bei dsBruch
- NHEJ:
- Nukleotidverlust (Exonukleaseaktivität an Überhängen -> blunt ends)
- in menschlichen Zellen oft genutzt (2000 Narben pro Zelle mit Alter 70 Jahre)
- G1-Phase: G1-CDK aktivieren nicht Exonukleaseaktivität (CtIP)
- HR:
- fehlerfrei
- immer mit Zurückschneiden eines Stranges (5'-Strang) -> Stranginvasion (3'-Strang) in homologen Doppelstrang, rapid zippering gewährleistet Effizienz des ansonsten zufälligen Prozesses, RecA (= Rad51) gewährleisten dreifach Strang Zusammenhalt und Homologie,
- entweder Schwesterchromatid oder Schwesterdoppelstrang bei Replikation
- resultiert in Genkonversion (Heterduplex) oder Crossover (Heteroduplex mit "neuer Nachbarschaft"), Vorraussetzng: zwei holiday junctions
- MMR verhindert ungewollte Rekombination, nur während S-Phase zugelassen: S-CDK phosphoryliert CtlP= aktive Exonuklease, während Meiose durch Spo11 (-> dsBruch) und Mre11 (Nuclease) (und RecA) befördert
checkpoint
- ssDNA (>50nt) aktiviert checkpoints
- -> Zellzyklusarrest
- ATM/ATR = Sensoren erster Stelle, Kinasen
- Ataxia Telangiectasia:
- autosomal rezessiv, Mutation in ATM
- unkoordinierte Muskelbewegung, geistige Behinderung
- 100 fache Steigerung allgemeines Krebsrisikos
- sehr anfällig für ionisierende Strahlung
strukturelle Motive von DNA-Bindeproteinen
- Transkriptionsinteraktionsdomäne
- DNA-Bindedomäne
- Helix-Turn-Helix
- Homeodomäne -> Homeobox
- zinc fingers
- C2H2-Typ: 2 Cysteine, 2 Histidine binden an Zn2+, auch anders möglicj
- binukleärer Typ: sechs Histidine, 6 Cysteine, 2 Zn2+
- basic-region leucine zipper
- Helix-Turn-Helix
p53
- protein 53kDa
- Tumorsupressor, TF
- interagiert mit TFIID (TF, TBP gehört dazu -> TFIIA-Bindung ermöglicht)
- verhindert Mitose
- DNA-Binderegion aus L2, L3, LSH (hier die meisten Mutationen -> Krebs)
- reagiert auf Stress -> p53 Degradation inhbiert über Phosphorylierung
- kompetetive Hemmung des Promotors
- Co-Rekrutierung von HDAC/Methylierung von HP1,K9, Rekrutierung anderer Korepressoren
- stört Aktivatorinteraktion
- Aktivator der p21 Expression
Histonvarianten
- H3
- H3.3 -> Transkriptionsaktivierung
- CENP-A -> Centromerfunktion: erlaubt Mikrotubuliverankerung
- H2A
- H2A.X -> DNA-Reparatur, -Rekombination
- H2A.Z -> Expression, Chromosomensegregation
- macroH2A -> X-inaktivierung, Expressionshemmung
RNA-Bindedomäne
- RRM: RNA-Erkennungsmotiv
- 0,5-1% aller Proteine
- hnRNP, PABP...
- 4 beta-Faltblätter -> Bindung 2-8nt, 2 alpha-Helices -> Stabilisierung
- Phe, Tyr interkalieren mit Basen/Ribosen, Proteine
Kerntransport
- NLS: rein, Lysin-Arginin (basisch)
- NES: raus, Leucin (hydrophob)
- Ran-Zyklus: GEF im Nucleus -> aus RanGPD wird RandGTP -> raus von allein: RanGAP im Cyotosol -> aus RanGTP wird RanGDP -> NTF2 der Kernpore ermöglicht Import von RanGDP
- Import: RanGTP ermöglicht Cargosspaltung von Importin
- Export: RanGTP ermöglicht Bindung und Export von Cargo mit Exportin
RNA editing
- ADAR
- -> v.A. prämRNA
- dSRB-Domäne, Substrat=dsRNA
- Deaminase-Domäne, Adenosin -> Inosin, unspezifisches Editing
- Hauptsubstrat: Alu-Elemente: spezifisch für Primaten, Ursprung 7SL RNA, invers angeordnet -> ds
- ADAT
- -> tRNA
- Substrat: Anticodonschleife in 8 tRNA bei höheren Eukaryonten
- ermöglicht Wobble-bpaarung, I=C,=U
- APOBEC/CDAR:
- Cytosin DeAminase für RNA
- Deaminase-Domäne: C->U (-> neues Stopcodon)
- Substrat: ssRNA, spezifisch
- RRM-Domäne -> Spezifität
- Insertion und Deletion von Uracil (Mitochondrien, Kinetoplastida)
snRNA
- ∼ 150nt lang
- Funktion: prämRNA-Prozessierung (U-RNA), Geleit von TF u.A.
- Untergruppe: snoRNA
- durch RNA Pol II, III
Transport
- Dynein, Kinesin entlang Mikrotubuli
- Myosin entlang Actin
- Cargo = Organellen, RNP
processing bodies
- Dcp2 + Aktivatoren
- Deadenylasen
- kein Exosom!
- Xrn1
- -> zytoplasmatischer RNA-Abbau: besonders nonsense, AU-reiche Elemente, microRNA-Bindestellen
Proteinabbaumaschinerie des Cytosols
- 26S-Proteasom
- Regulatorkomplex mit Basis und Deckel, ATPabhängiges Substrat entfalten/ Ubiquitin abspalten
- 20S Proteasedomäne
- ClpAP
- ATPase, entfaltet Substrat ATPabhängig
- Protease
- HsIU/HsIV Protease
- AAA-ATPase (HsIU)
- Peptidase (HsIV)