Moleküle und molekulare Stoffe
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Lernkarten
bindende (gemeinsame) Elektronenpaare
Die Elektronen der gemeinsamen Elektronenwolke
Lewis-Formel
Die Valenzstrichformel, in denen Elektronenpaare durch Striche dargestellt werden
Elektronenpaarbindung
Die durch bindende Elektronenpaare bewirkte Bindung
Bindungslänge
Der Abstand der das Molekül bei einem Energieminimum besitzt
Der Kern-Kern-Abstand bei dem die
Bindungsenergie
Die Energiedifferenz zwischen den einzelnen Atomen und dem Molekül
nichtbindende Elektronenpaare
Die Elektronenpaare die sich nicht an der Bindung beteiligen
Doppelbindung
Wie kommt eine Atombindung zustande?
Zwei Wasserstoff-Atome können so zusammentreffen, dass sich ihre Elektronenwolken durchdringen; man spricht dann von einer Überlappung der Elektronenwolken. Im Überlappungsbereich bewegen sich die Elektronen im Anziehungsbereich beider Kerne. Dies führt zu einer verdichtung der negativen Ladung, zu der beide Elektronen gleichviel beitragen. Die sich blidende, doppeltbesetzte Elektronenwolkeumgiebt beide Kerne.
Wieso kommt eine Atombildung zustande?
Das Grundprinzip der Atombindung beruht darauf, das die Bindungspartner sich gegenseitig Elektronen zur "Benutzung" zur Verfügung stellen, um so den Edelgaszustand zu erreichen.
Edelgasregel
Die Gesamtzahl der Elektronen der bindenden und der freien Elektronenpaare um einen Atomrumpf ist identisch mit der Anzahl der Valenzelektronen des Edelgas-Atoms, das in der selben Periode im Periodensystem steht.
Begründen Sie, warum Edelgase aus einzelnen Atomen und nicht aus Molekülen bestehen.
Edelgas-Atome enthalten die maximale Anzahl an Elektronen in der Valenzschale. Alle Elektronen sind gepaart. Es gibt keine Möglichkeit zur Ausbildung von bindenden Elektronenpaaren.
Ermitteln Sie unter Anwendung der Edelgasregel die Molekülformel für ein Molekül, das aus einem Kohlenstoff-Atom und einer unbekannten Anzahl von Wasserstoff-Atomen besteht.
Elektronenpaarabstossungs-Modell (EPA-Modell)
dass sich die Elektronenpaare um ein gebundenes Atom gegenseitig abstossen. Man stellt sich vor, dass sich die bindenden und freien Elektronenpaare aufgrund dieser Abstossung so um ein Atom anordnen, dass sie möglichst weit voneinander entfernt sind.
Winkel bei einer Einfachbindung
Tetraederwinkel
Bei vier bindenden Elektronenpaaren durch die Abbstossung haben sie den grösstmöglichen abstand voneinander → 109,5°
Gilt auch wenn es freie Elektronenpaare gibt
Nur bei Einfachbindungen
Winkel bei einer Doppelbindung
Durch die grösst mögliche Abstossung → 120°
Winkel bei einer Dreifachbindung
Durch die grösst mögliche Abstossung → 180°
Regeln des EPA-Modells
- Bindende und freie Elektronenpaare ordnen sich in einem Molekül so um die Atomrümpfe an, dass sie eine möglichst grosse Entfernung voneinander haben
- Die nichtbindenden Elektronenpaare beeinflussen die Molekülgestalt, die Molekülgestalt wird aber nur durch die Position der Atomkerne beschrieben
- Doppel- und Dreifachbindungen bilden eine Einheit. Sie haben die gleiche abstossende Wirkung wie Einfachbindungen.
Begründen Sie, warum die vier H-Atome des CH4-Moleküls nicht planar (in einer Ebene) angeordnet sind.
Bei einer planaren (quadratischen) Anordnung treten zwischen benachbarten Elektronenpaaren Winkel von 90° auf, zwischen gegenüberliegenden Elektronenpaaren dagegen Winkel von 180°. Demzufolge würden bei dieser Anordnung unterschiedlich starke Abstossungskräfte wirken. Bei einer tetraedrischen Anordnung sind dagegen alle Elektronenpaare gleich weit voneinander entfernt und die Winkel zwischen den Bindungen gleich gross (Tetraederwinkel: 109,5°). Somit wirken zwischen allen bindenden
Elektronenpaaren auch gleich starke Abstossungskräfte.
Partialladung
Eine Partialladung ist ein Teil einer Elementarladung. In Formeln werden positive und negative Partialladungen mit den Symbolen δ+ und δ- bezeichnet. Keine Angabe über Ladungsmenge.
Elektronennegativität
Gibt an, wie stark ein gebundenes Atom bindende Elektronen anzieht.
höhere Elektronennegativität = δ -
niedrigere Elektronennegativität = δ +
Wie hängt die Elektronennegativität mit dem Atombau zusammen?
Sie hängt von der Ladung und grösse des Rumpfes ab: Mit zunehmender Rumpfladung wächst die Elektronennegativität, mit zunehmender Rumpfgrösse nimmt sie ab.
Bindungspolarität und Bindungsenergie
Polare Bindungen sind häufig stärker als unpolare, da zusätzlich zum zusammenhalt durch die bindende Elektronenpaare noch die elektronische Anziehung der unterschiedlichen Partialladungen wirkt.
Dipol-Molekül
Moleküle sind Dipole, wenn sie polare Bindungen besitzten und die Schwerpunkte der positiven und der negativen Partialladungen nicht zusammenfallen.
Weshalb ist die Bindungsenergie der H–F-Bindung grösser als die der H–Cl-
Bindung?
Sowohl die H–F-Bindung als auch die H–Cl-Bindung sind polar. Die Polarität der H–F-Bindung ist jedoch ausgeprägter, da der Unterschied der EN-Werte (ΔEN) zwischen H und F grösser ist als zwischen H und Cl:
EN(F) = 4,0 EN(Cl) = 3,0
EN(H) = 2,1 EN(H) = 2,1
ΔEN(H/F) = 1,9 ΔEN(H/Cl) = 0,9
Die grössere Bindungsenergie der H–F-Bindung lässt sich mit der ausgeprägteren Polarität erklären: Polarere Bindungen sind häufig stärker als weniger polare. Dies lässt sich damit erklären, dass die Atome – zusätzlich zum Zusammenhalt durch die bindenden Elektronen – durch stärkere entgegengesetzte Partialladungen aneinander gebunden werden (elektrostatische Anziehung zwischen δ+ und δ–).
Ordnen Sie die folgenden Bindungen nach steigender Polarität: N–H, C–H,
F–H, O–H.
Eine Bindung ist umso polarer, je grösser die EN-Differenz (ΔEN) der an der Bindung beteiligten Atome ist. Man erhält die folgenden ΔEN-Werte:
EN(N) = 3,0 EN(C) = 2,5 EN(F) = 4,0 EN(O) = 3,5
EN(H) = 2,1 EN(H) = 2,1 EN(H) = 2,1 EN(H) = 2,1
ΔEN(N/H) = 0,9 ΔEN(C/H) = 0,4 ΔEN(F/H) = 1,9 ΔEN(O/H) = 1,4
Die Reihenfolge steigender Polarität ist somit: C–H < N–H < O–H < F–H.
Hinweis: Die relative Stärke der Polaritäten kann hier auch aus den Positionen der Elemente im Periodensystem ermittelt werden. In allen vier Fällen ist jeweils ein H-Atom mit einem Atom aus der 2. Periode verbunden. Da innerhalb einer Periode bei den Hauptgruppenelementen die EN-Werte von links nach rechts grösser werden, müssen somit auch die ΔEN-Werte in der oben aufgeführten Reihenfolge zunehmen.
Wie ändert sich die Elektronegativität der Atome a) innerhalb einer Periode,
b) innerhalb einer Hauptgruppe des Periodensystems? Begründen Sie.
a) Die Elektronegativität der Atome nimmt innerhalb einer Periode von links nach rechts zu, da die Rumpfladungen zunehmen.
b) Die Elektronegativität der Atome nimmt innerhalb einer Gruppe von oben nach unten ab, da die Anzahl Elektronenschalen und damit die Grösse der Atomrümpfe zunehmen.
Skizzieren Sie analog zur Darstellung in Abb. 26 den Verlauf der Siedetemperaturen in der Reihe der Wasserstoffverbindungen der Elemente der V. Hauptgruppe.
Zwischen welchen der folgenden Moleküle können Wasserstoffbrücken ausgebildet werden? a) H2, b) H2S, c) CH4, d) H2O.
Wasserstoffbrücken zwischen gleichartigen Molekülen können nur dann ausgebildet werden, wenn die Moleküle sowohl aktive als auch passive Stellen für Wasserstoffbrücken aufweisen. Sie müssen also mindestens ein H-Atom besitzen, das direkt an ein F-, O- oder N-Atom gebunden ist (aktive Stelle), sowie ein freies Elektronenpaar an einem partiell negativen F-, O- oder N-Atom (passive Stelle).
Zeichnen Sie die Lewis-Formeln folgender Moleküle und bezeichnen Sie jeweils - falls vorhanden – die aktiven und passiven Stellen für Wasserstoffbrücken: H2O, NH3, CH2O.
Die passiven Stellen sind die freien Elektronenpaare an den O-Atomen und am N-Atom (blau dargestellt), die aktiven Stellen sind die H-Atome im H2O und NH3-Molekül (rot dargestellt):
Wichtiger Hinweis: Die H-Atome im CH2O-Molekül sind keine aktiven Stellen für Wasserstoffbrücken, da sie mit dem schwach elektronegativen C-Atom verbunden sind. Die C–H-Bindung ist daher nur schwach polar, und die H-Atome haben eine zu kleine positive Partialladung für die Ausbildung von Wasserstoffbrücken. Da CH2O-Moleküle nur passive
Stellen für Wasserstoffbrücken aufweisen, können zwischen CH2O-Molekülen keine Wasserstoffbrücken ausgebildet werden. Andere Moleküle, die über aktive Stellen verfügen (wie z. B. H2O, NH3 oder HF) können jedoch Wasserstoffbrücken mit CH2O-Molekülen eingehen.
Von den Stoffen C4H10, S8 und C6H14 ist einer bei Zimmertemperatur und Normdruck fest, einer flüssig und einer gasförmig. Alle drei Stoffe sind aus unpolaren Molekülen aufgebaut. Ordnen Sie ihnen die Aggregatzustände zu und begründen Sie die Zuordnung.
Da die Moleküle unpolar sind, wirken zwischen ihnen ausschliesslich Van-der-Waals-Kräfte. Diese hängen von der Polarisierbarkeit der Moleküle ab; diese wiederum nimmt mit der Anzahl Elektronen zu. Die Anzahl Elektronen lässt sich ermitteln, indem man die Ordnungszahlen (Protonenzahlen) aller am jeweiligen Molekül beteiligten Atome addiert.
Ein weiteres Mass für die Elektronenanzahl liefert die Molekülmasse:
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Da die S8-Moleküle die höchste Masse besitzen, wirken zwischen ihnen die stärksten Van-der-Waals-Kräfte. Die schwächsten Van-der-Waals-Kräfte wirken zwischen den C4H10-Molekülen, und Van-der-Waals-Kräfte mittlerer Stärke wirken zwischen den C6H14-Molekülen. Wir erwarten daher, dass die Schmelz- und Siedetemperaturen in der Reihenfolge C4H10 < C6H14 < S8 zunehmen. Daher sollte C4H10 bei Zimmertemperatur gasförmig sein, C6H14 flüssig und S8 fest. Dies ist auch tatsächlich der Fall.
Ordnen Sie folgende Stoffe nach steigenden Siedetemperaturen: CBr4, CF4, CH4, CCl4. Begründen Sie die Reihenfolge.
Die Moleküle CBr4, CF4, CH4 und CCl4 haben alle eine tetraedrische Gestalt. Da die Schwerpunkte der Partialladungen der Atome in den Tetraederecken mit dem Schwerpunkt der Partialladung des zentralen C-Atoms zusammenfallen, handelt es sich um unpolare Moleküle. Zwischen ihnen wirken somit ausschliesslich Van-der-Waals-Kräfte. Um die relativen Stärken zu beurteilen, ordnen wir die Moleküle in der Reihenfolge zunehmender Elektronenanzahlen oder Massen: CH4 < CF4 < CCl4 < CBr4. In dieser Reihenfolge nehmen auch die Siedetemperaturen zu.