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Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 19.01.2015 / 15.08.2017
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Wie haben sich die Sozialausgaben zwischen 1960 und 1980 entwickelt? Wie hoch liegen sie in Europa im Vergleich zu anderen Teilen der Welt und welche Unterschiede zeichnen sich zwischen den Ländern Europas ab?

In den Ländern Westeuropas gab es bis auf Jugoslawien eine Steigerung der Sozialausgaben (1960 und 1980 um 11,3%). Während 1960 Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich die Spitzenreiter waren, holten 1980/81 neben Irland, Belgien, Niederlande und Dänemark auch die nordischen Länder deutlich auf. Osteuropa weist eher niedrige Zunahmen auf.

Vielleicht sollte noch ein kleiner Vergleich mit außereuropäischen Ländern ergänzend hinzu geführt werden, da diese (z.B. USA, Kanada, Australien, ...) ein viel niedrigeres Niveau an Sozialausgaben aufweisen als die europäischen Ländern.

1960 waren die Sozialausgaben in beiden europäischen Teilen deutlich höher als in den anderen Ländern der Welt. Selbst reiche Länder der neuen Welt konnten nicht mithalten, die ärmeren Länder wie Argentinien  und Mexiko erst recht nicht. Und auch Japan hatte deutlich niedrigere Sozialausgaben.

Doch 1980 hat sich das Bild gewandelt. Westeuropa ist ein Hort sozialer Sicherung im Weltmaßstab, denn die Zunahme der Sozialausgaben ist enorm. Zwar bestehen innerhalb Westeuropas erhebliche Unterschiede, doch die reicheren Länder federn das geringere Maß der Sozialabgaben der ärmeren Länder ab.

Osteuropa hingegen hatte keinen so hohen Anstieg der Sozialabgaben. seine Einzelländer erweisen sich als relativ homogen, so dass es  keine starken Länder gibt, welche die niedrigeren Sozialabgaben der schwächeren Länder abfedern könnten.

So ist die Differenz zwischen den reicheren Ländern der neuen Welt und Osteuropa auf ein Minimum abgesunken.

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Welche Aufgaben erfüllt der Wohlfahrtsstaat? Welche wohlfahrtsstaatlichen Typen unterscheidet Esping-Andersen. Wodurch zeichnen sie sich aus? Teil 1

der Wohlfahrtsstaat soll folgende sozialen Funktionen erfüllen:

Schutzfunktion: durch kollektive Sicherung gegen die Risiken der Industriegesellschaft (De-Kommodifizierung)

Da er ein Wohlfahrtsstaat ist, schützt er über die sozialen Sicherungssysteme seine Bürger vor den Armutsrisiken:

Krankheit, Alter, Unfall, Arbeitslosigkeit.

Das bedeutet, dass Menschen, die in die Situation kommen aus den oben genannten Gründen nicht mehr selbständig ihren Lebensunterhalt erwirtschaften zu können, durch Transferzahlungen des Staates aufgefangen werden. Hierunter fallen z.B. das Arbeitslosengeld, die Sozialhilfe, eine verpflichtende Krankenkassenzugehörigkeit, die im Falle einer Erkrankung eine Ausgleichszahlung tätigt, Rente ect.
Speziell zum Schutz der Familien wird das Kindergeld gezahlt um die Benachteiligung von Familien gegenüber kinderlosen Erwerbstätigen auszugleichen.

Verteilungs- und Umverteilungsfunktion: durch Eingriffe etwa in die Primäreinkommen (Stratifizierung)

In Bezug auf die Verteilungs- und Umverteilungsfunktion haben wir als staatliche Maßnahmen natürlich die verschiedenen Steuern.

Über diese sollen Ungleichheiten ebenfalls abgemildert werden.
Auch Renten gehören zu den Verteilungsfunktionen, wenngleich sie auch als Schutzfunktion dienen.

Produktionsfunktion: durch Erhaltung und Förderung des Faktors Arbeit

Gesellschaftliche Funktionen: durch Integration und Legitimation

Merken sollten Sie sich, dass Steuersatz sowie auch Transfehrleistungen für den Staat mächtige Werkzeuge sind um die Verhältnisse sozialer Ungleichheit zu beeinflussen.

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Welche Aufgaben erfüllt der Wohlfahrtsstaat? Welche wohlfahrtsstaatlichen Typen unterscheidet Esping-Andersen. Wodurch zeichnen sie sich aus? Teil 2

Esping-Andersen unterscheidet folgende Typen des Wohlfahrtsstaates:

- liberale Wohlfahrtsstaaten, wie z.B. Großbritannien

- konservative Wohlfahrtsstaaten, wie z.B. Deutschland

- sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten, wie z.B. Schweden

Liberale Wohlfahrtsstaaten zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen sowohl der Anteil der Fürsorgeleistungen hoch ist, als auch der Anteil der privaten Ausgaben für Alter bzw. Gesundheit einen hohen Stellenwert hat.

Konservative Wohlfahrtsstatten leisten ebenfalls einen hohen Anteil zu den Fürsorgeleistungen. Anders als aber die liberalen und auch die sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaaten bieten sie ihren Bürgern ein starkes Netz on, nach Berufsgruppen differenzierten Sicherungssystemen und einen hohen Anteil der Ausgaben für Beamtenversorgung. Weil dies so ist, müssen die Menschen in solchen konservativen Wohlfahrtsstaaten sich nicht so viele Sorgen um ihre Altersabsicherung oder die Absicherung im Krankheitsfall machen. So ist der Anteil privater Vorsorge in diesen Bereichen auch niedriger als im liberalen Wohlfahrtsstaat.. 

Der Schutz gegen Marktkräfte und Einkommensausfälle ist im konservativen Wohlfahrtsstaat zwar in höherem Maße gegeben als im liberalen System, bewegt sich aber eher auf mittlerem Niveau, da er  mit dem demokratischem System in diesem Punkt nicht mithalten kann.

Auch eine Vollbeschäftigungsgarantie kann der konservative Wohlfahrtsstaat, anders als der sozialdemokratische, nur bedingt leisten.

Sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten leisten einen großen Schutz gegen Marktkräfte und Einkommensausfälle und in hohem Maße auch eine Vollbeschäftigungsgarantie, die sie dadurch erreichen, dass sie hohe Investitionen in die aktive Arbeitsmarktpolitik leisten und auch vielfach selbst als Arbeitgeber fungieren.

Außerdem sorgen sie für eine starke Umverteilungskapazität.

Andere Bereiche wie der Schutz gegen Marktkräfte und Einkommensausfälle, der Anteil der Fürsorgeleistungen und  nach Berufsgruppen differenzierte Sicherungssysteme sind in sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaaten hingegen eher schwach ausgeprägt.

Jedes dieser wohlfahrtsstaatlichen Systeme hat also seine starken, wie auch seine schwachen Seiten.

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Welche strukturellen Kriterien führen zu einer Gefährdung des Wohlfahrtsstaates?

Die europäischen Staaten - Ost wie West - altern deutlich, was zu höheren Lasten bei Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung führt, während gleichzeitig die Lebensarbeitszeit abnimmt. Zu den schon genannten demographischen Kriterien kommen noch ökonomische Kriterien wie hohe Staatsverschuldung, Massenarbeitslosigkeit und mangelndes Wirtschaftswachstum, die den Wohlfahrtsstaat gefährden.

Außerdem ist der sozio-strukturelle Wandel (Individualisierung, Pluralisierung der Lebensformen, was zu einem Wandel der Haushaltstrukturen führt) zu beachten, der zu einem vermehrten Bedarf an Betreuung für Kinder und Alte durch Externe geführt hat sowie zu einem Bedarf an hauswirtschaftlichen Dienstleistungen.

Daneben wird noch der kulturelle Aspekt genannt: nach der Wende von 1989 kamen neue Gesellschaften hinzu, deren Mitglieder keine Erfahrungen, Routinen und Normen in Bezug auf die Sozialsysteme hatten.

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Mit welchen Verlusten im Hinblick auf die Lebensqualität der Bevölkerung ging der Umbruch in den osteuropäischen Staaten einher?

1) Die teilweise dramatisch gesunkene Lebenserwartung

2) Gestiegene Morbidität (Todesrate einer Population an einer bestimmten Krankheit), charakterisiert durch das höhere Aufkommen von Krankheiten

3) Außergewöhnlicher Anstieg der Armut - sowohl im Einkommen, als auch in der menschlichen Armut

4) Gestiegene Einkommens- und Reichtumsungleichheit, die neben sinkenden Einkommen und gestiegener Inflation zu gestiegener Armut beigetragen haben

5) Anstieg der Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Informalisierung der Beschäftigung

6) Der sechste Punkt der Kosten des Übergangs ist der beträchtliche Verfall der Ausbildung gewesen

7) siehe 4)

Mehrere mittel- und osteuropäische Länder haben Verschlechterungen in den Punkten Lebenserwartung, Bildung und Lebensstandard hinnehmen müssen.

Im Durchschnitt lag die Lebenserwartung 1989 in den EG-Ländern um rund 4 Jahre über der in den osteuropäischen Ländern.

Dies war 2000 noch genauso.