Mikrobiologie
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Flashcards
Welche Mikroorganismen werden für die industrielle Produktion von Cobalamin (Vitamin B 12) und Riboflavin (Vitamin B 2) eingesetzt?
Durch Zusatz welches Spurenelementes können Sie die Ausbeute an Vitamin B 12 deutlich erhöhen?
Riboflavin wird auch als „Muttermolekül“ welches wichtigen Funktionsträger in Zellen bezeichnet?
Cobalamin (Vitamin B12):Genus Propionibacterium sowie Pseudomonas denitrificans
Riboflavin (Vitamin B2): viele Bakterien, Hefen und Pilze; von besonderer Bedeutung ist der Pilz Ashbya
Cobalt
Muttermolekül aller Flavine (zB Coenzyme FAD,FMN)
Nennen Sie ein Beispiel für einen typischen „Biokonversionsschritt“ bei der Produktion von Cortison.
Von welchem Mikroorganismus wird der Biokonversionsschritt katalysiert?
Welche funktionelle Gruppe wird bei diesem Schritt eingeführt und wie nennt man diese Reaktion biochemisch?
Biokonversion/Biokatalyse/Biotransformation: Bei der Produktion von Steroid-Hormonen katalysiert ein Schimmelpilz (Rhizopus nigricans) eine Hydroxylierung (von Progeseron). Die vollständige industrielle Herstellung kann nur mit dem Mikroorganismus stattfindet.
Schimmelpilz Rhizopus nigricans
Anhängen einer Hydroxylgruppe (OH-; Alkohol). Hydroxylierung
Nennen Sie fünf mikrobiell im Großmaßstab hergestellte Enzyme, ihre jeweiligen Produzenten und ihre Anwendung in Haushalt bzw. Industrie
Amylase (stärkeaufspaltend); Bakterien und Pilze,; Brotbacken
Protease (proteineverwertend); Bakterien und Pilze; Waschmittel, Fleischherstellung
Ivertase (saccharoseverwertend): Hefe; Süßigkeiten
Lipase (fettaufspaltend); Pilze; Molkereierzeugnisse, Waschmittel, Seifenherstellung
Lactase (milchzuckeraufspaltend); Pilze; Molkereierzeugnisse
Welche Bakterien spielen bei der Essig-(säure) Produktion eine Rolle?
Erläutern Sie, warum Essigsäure-Produktion KEINE Gärung ist!
Acetobacter und Gluconobacter
Die Essigsäureproduktion der beiden Mikroorganismen ist keine Gärung, weil sie nicht anerob stattfindet. Trotzdem wird Ethanol nicht vollständig zu CO2 und H20 veratmet. Man spricht von einer unvollständigen Atmung (Subterminale Oxidation)
Welcher Mikroorganismus wird für die großtechnische Produktion von Zitronensäure eingesetzt?
Welche Kulturbedingungen im Fermenter müssen erfüllt sein, um hohe Ausbeuten an Zitronensäure zu erzielen?
Aspergillus niger, (Zitronensäure als sekundärer Metabolit)
Das Kulturmedium darf so gut wie kein Eisen enthalten, da sich ansonsten Fe(III)-Chelate bilden. Der Fermenter sollte aus Edelstahl sein, dass sich kein Eisen löst (sehr niedrige pH-Werte bei Herstellung)
Was versteht man unter „Single Cell Protein“ und nennen Sie ein Beispiel!
Proteinreiche Substanz, welche seit Ende der 1970er-Jahre als protein- und vitaminhaltiges Tierfutter verwendet wird. Hierbei bauen Mikroorganismen in Massenkulturen in Bioreaktoren aus einfachen und kostengünstigen organischen Substanzen Proteine und Aminosäuren auf und werden dann „geerntet“. Zu den eingesetzten Mikroorganismen zählen beispielsweise Futterhefen wie Candida oder Pichia sowie Bakterien wie Methylophilus und Methylomonas. Auch Algen werden eingesetzt. Generell wachsen die Massenkulturen auf Abfall- oder Nebenprodukten der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Große Vorteile sind die hohe Wachstumsrate und Ausbeute der Kulturen. Im Vergleich zur Sojapflanze weist die damit erzeugte Biomasse einen höheren Proteingehalt auf. Wenn Hefen verwendet werden, ist zudem der Vitamingehalt erhöht. Es gibt auch Nachteile des SCP. So kann der Anteil mancher Aminosäuren zu gering sein, außerdem sind Nukleinsäuren und Fette enthalten, welche unerwünscht sein können. Abgesehen davon besteht die Gefahr, dass giftige Mykotoxine produziert werden. Mit Soja, Luzerne oder Fischmehl kann SCP aus Kostengründen nicht konkurrieren
Was haben Tierprodukte mit der atmosphärischen Konzentration des Treibhausgases Methan zu tun?
Produkte die auf Kühe als Milch- oder Fleischquelle aufbauen sind mit Methanemission verbunden, da im Rumen der Tiere das Treibhausgas entsteht (Bis zu 600 Gramm pro Tier und Tag). Insbesondere Milchkühe in der Laktation geben sehr viel Methan ab. Während die Emission je Kuh mit der Leistung steigt, sinkt sie im Verhältnis zur geförderten Menge Milch jedoch. Kleine Wiederkäuer wie Ziegen oder Schafe stoßen auch aber deutlich weniger Methan aus. Das sogenannte „Manure Management“, also ob die Gülle der Tiere als Dünger benutzt wird oder wie die Lagerung vollzogen wird, beeinflusst die Emissionsmenge ebenfalls.
Warum sind die CH4-Emissionen pro kg tierisches Produkt in Entwicklungsländern zumeist wesentlich höher als in bei Tierprodukten aus Europa?
Studien belegen, dass Rinder, die mit bestimmte tropische Gräser gefüttert werden bis zu 90% mehr Methan emissieren als Vergleichbare Tiere. Proteinreiches im Gegensatz zu cellulosereichem Futter verringert in europäischem Vieh den Methanausstoß. Stallhaltung trägt dort außerdem positiv zu Emission bei.
Wer bildet biogen Methan und was sind die Bildungsbedingungen für biogenes Methan?
Methanogene Archaeen (Euryarchaeota) tragen mit 66% erheblich zur jährlichen Methenproduktion bei. Bildungsbedingungen sind ein anaerober Lebensraum wie Sümpfe oder der Pansen von Wiederkäuern. Ein ökologisch nicht unbedeutendes Habitat sind auch die in Endosymbiose lebenden methanogenen Archaeen in Termitenmägen.
Bei Kultivierung braucht man typischerweise CO2 als Kohlenstoff- und H2 als Energiequelle. Substrate sind vorallem Acetat (Essigsäure), aber auch Ameisensäure und Methanol.
Wo wird die biogene Methanbildung zur Gewinnung von Bio-Energie genutzt?
In Blockheizkraftwerken wird das (unter anderem) entstandene Methan zur dezentralen gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Über einen Biogasmotor wird ein Generator betrieben, welcher Strom an das Netz abgibt. Die im Abgas und Motorkühlwasser enthaltene Wärme wird in einem Wärmetauscher zurückgewonnen. Falls die Abwärme vollständig und ortsnah genutzt wird, kann ein Gesamtwirkungsgrad von 80-90% erreicht werden.
Biomethan kann auch in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden, wenn aus wirtschaftlichen Gründen die Wärmeleistung des Kraftwerks vor Ort nicht sinnvoll genutzt werden kann. Aufbereitetes Gas könnte auch zum Betrieb von erdgasbetriebenen Fahrzeugen taugen.
Warum findet eine so intensive Methanbildung bei Wiederkäuern statt?
Die Aufspaltung von beispielsweiße Cellulose findet im Rumen von Wiederkäuern nur durch methanogene Mikroorganismen statt die mit ihnen in enger Endosymbiose leben. Neben der Spaltung erhalten die Wiederkäuer Aminosäuren und lebenswichtigen Ergänzungsstoffen wie Vitaminen. Die große Anzahl von mehreren Millionen Protozoen und mehrere Milliarden Bakterienzellen pro Quadratmillimeter Pansenoberfläche und die großen Mengen an cellulosehaltigem Futter, welches verdaut werden muss spielen eine Rolle.
Wie kann man die CH4-Emissionen von Wiederkäuern reduzieren?
Die Methanproduktion sinkt im Verhältnis zur Menge produzierten Fleischs oder Milchprodukts bei leistungsstärkeren Tieren. Absolut steigt sie natürlich pro Tier. Eine Verminderung der Anzahl Tiere, bei Steigerung der Leistungsfähigkeit ist der wichtigster Faktor der Reduzierung. Die Gesundheit der Tiere, geringe Tierverluste, lange Nutzungsdauer der Kühe und kurze Aufzuchtdauer wachsender Rinder sind weitere Ansätze für geringere Methanbildung durch Wiederkäuer. Allgemein kann gesagt werden, dass Milchprotein mit deutlich weniger Methananfall erzeugt werden kann als Fleischprotein. Die regionale Nutzung bei Vermeidung von theoretisch unnützen Transportwegen ist ebenfalls ein Faktor. Die gesamte Produktionskette muss dafür in Betracht gezogen werden. Hier kommt erschwerend hinzu, dass erforderliche Reduzierungen von Methanmissionen ein lokales Handeln, und damit zwangsläufig auf Ebene des Einzelbetriebes stattfinden müssen; die gleichzeitige Globalisierung der Lebensmittelerzeugung und des -handels, aber nur durch diesbezüglich weltweite Aktivitäten dauerhaft sichergestellt werden kann. (von Flachowsky et al.)
Ein Verzicht auf tierische Produkte von Wiederkäuern zugunsten der Reduzierung von Methan wäre nicht undenkbar.
Wie kann man die CH4-Emissionen im Zuge des Reisanbaus verringern?
Genteschnisch Veränderter Reis, welcher Saccharose vermindert an den Wurzeln lagert, wo es in kleineren Mengen den dort im Wasser anaerob lebenden Mikroorganismen zur Methanogenese zur Verfügung steht. (Ansatz aus Schweden). Nicht nur gentechnisch veränderter Reis sondern auch die Benutzung bestimmter Sorten beim Anbau spielt eine Rolle. So ist gibt es Reissorten, die nicht auf Überflutung angepasst sind (Trockenreisanbau). Dabei kann es aber vermehrt zu Wuchs von Unkräutern kommen, was die Erträge mindert. Weitere Möglichkeiten sind der Anbau in Höheren Lagen und damit verbundenerem geringeren Bewässerungsbedarf, der Verzicht auf das Verbrennen oder Verrotten des Reisstrohs der letzten Ernte und ein periodisches entwässern bzw. eine geringere Stauhöhe. Dadurch soll der Ausstoß von Methan reduziert werden, ohne die Ernteerträge zu gefährden. Während der Drainage wird der Schlamm gut belüftet. Das Trockenlegen hat noch einen weiteren Nebeneffekt: die Entwässerung beschleunigt nicht nur das Wachsturm der Reiswurzeln, es werden auch große Mengen an Stickstoffdünger aus zersetzten organischen Resten freigesetzt, die das Pflanzenwachstum beschleunigen und die Erträge steigern. Eine Veränderung der Düngung kann auch positiv beitragen.
Welche landwirtschaftlichen Aktivitäten sind die Hauptquellen für biogen gebildetes atmosphärisches CH4?
Viehzucht mit Wiederkäuern (89), Reisanbau (36), Biosubstanzverbrennung (38)
In Terragram Methan pro Jahr. 58% der Methanemissionen aus Deutschland stammen aus der Landwirtschaft (2014)
Entsteht im Rumen von Wiederkäuerund und wird durch die Abwasser- und Klärschlammbehandlung sowie die Klärschlammverwertung bzw dem Lagern und Ausbringen des Wirtschafsdüngers Gülle freigesetzt
Die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens, Stickstoffdüngemittel und die Tierhaltung sind entscheidende Emissionsquellen für die Treibhausgase (Lachgas und) Methan. (Methan rund 25-mal klimaschädlicher als CO2).