Mikrobiologie

Mikrobiologie I

Mikrobiologie I


E. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Mikrobiologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion von Bakterien, einschließlich ihrer Zellwände, Membranen und verschiedenen Einschlüssen wie Gasvakuolen, Magnetosomen und Polyphosphaten. Die Karteikarten behandeln auch die Fortbewegung von Bakterien durch Geißeln und Cilien, sowie deren Taxien wie Aerotaxis, Phototaxis und Chemotaxis. Zudem werden Themen wie Sporenbildung, Konservierungstechniken und die Mikroskopie von Bakterien abgedeckt. Diese Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf mikrobiologische Konzepte und Techniken vorbereiten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
09.04.2015 / 08.02.2018

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Mikroorganismen allgemein

  • Prokaryoten (Bakterien, Archaea)
  • Eukaryoten (Pilze, Algen, Einzeller)
  • Viren, Viroide, Prionen (nicht echte Zellen)

Bakterien

  • Krankheitserreger
  • Darm-, Wasser- und Bodenbakterien
  • aerob und anaerob
  • manchmal phototrophisch

Archaea

  • Extremisten
  • hohe (bis 113°C) und tiefe (-13°C) Temperaturen
  • pH (<1 - >10)
  • ungewöhnliche biochemische Eigenschaften

Eukarya

  • Algen -> Phytoplankton
  • Pilze -> Abbau organischer Substanzen
  • Protozoen -> Krankheitserreger

Vorteile in der Grundlagenforschung

  • Gemeinsamkeiten mit höheren Organismen
  • benutzerfreundlich (z.B. hohe Dichte, schnelle Generationszeit)
  • Genetik (kleine Genome, Isolation von Mutanten)
  • Gentechnik (Bakterien und Bakteriophagen sind Kernstück der Molekularbiologie)

Louis Pasteur

  • zeigte 1864, dass es keine spontane Entstehung von Leben gibt mit Hilfe der Schwanenhalsfalsche, in der gekochte Flüssigkeit steril blieb
  • wurde der lange Hals abgebrochen oder die Flasche gekippt, konnten Mikroorganismen eindringen

Koch'sche Postulate

Die Henle-Koch-Postulate sind im 19. Jahrhundert aufgestellte Postulate, die den Zusammenhang zwischen einem Mikroorganismus als Krankheitserreger und einer Infektionskrankheit herstellen.

  • 1. Postulat: Damit ein Erreger als Ursache einer Erkrankung gelten kann, sollte er im Rahmen eíner Infektion mikroskopisch nachweisbar sein.
  • 2. Postulat: Die von einem Erkrankten isolierten Mikroorganismen sollten außerhalb des erkrankten Organismus anzüchtbar sein, beispielsweise in einer Bakterienkultur.
  • 3. Postulat: Die angezüchteten Organismen müssen bei Übertragung auf ein geeignetes Versuchstier zur Ausbildung einer typischen Erkrankung führen. Die Erreger müssen dabei wiederum mikroskopisch und kulturell nachweisbar sein.

Differenzielle Interferenzmikroskopie

  • DIC, Nomarski-Kontrast
  • polarisiertes Licht wird durch ein Prisma geleitet
  • --> 2 verschieden Strahlen
  • --->geringfügig Unterschiede im Brechungsindex
  • --> Objektivlinse
  • Interferenz --> nicht in Phase
  • verstärkte Unterschiede in Zellstruktur --> keine Färbung nötig

Elektronenmikroskopie

  • Elektronenstrahl anstelle von Licht
  • Elektromagnet anstelle von Linsen
  • Auflösung bis zu 0.2 nm
  • nicht möglich mit lebenden Zellen (Vorbehandlung/Vakuum)

Lichtmikroskopie

 

  • Vergrösserung: Bis zu 1000x (100x10) mit Öl-Immersion
  • Auflösung: ~200 nm
  • Hellfeld:
    • Kontrastunterschiede
    • Viele Bakterien schlecht sichtbar (ausser pigmentierte)
    • Färbung mit Kontrastmittel (Farbstoff).
    • Häufig Kationen z.B. Methylenblau, Kristallviolett, Safranin
  • Phasenkontrast:
    • Verstärkt Kontrastierung
    • Funktioniert mit lebenden Zellen
  • Dunkelfeld:
    • Seitenbelichtung Zellen streuen Licht
    • Verbesserte Auflösung verglichen mit Hellfeld und Phasenkontrast

Konfokale Mikroskopie

  • Fluoreszenzmikroskopie mit Laserlicht
  • Scharfe Fokussierung in einer Ebene

Rastelektronenmikroskop

  • Vergrösserung 15x - 105x
  • Beschichtung mit Gold
  • nur Oberflächenstrukturen sichtbar

Transmissionselektronenmikroskop

Behandlung mit Kontrastmitteln (Negativkontrastierung) z.B. Osmiumtetraoxid, Uran, Lanthan, Permangat)

Morphologie der Bakterien

Kokken, Stäbchen, Spirillen, Spirochäten, Knospende, Fadenförmige

Streptococci

kokkenförmig, Ketten, Zellteilung in einer Dimension

Staphylococci

Schichten, Aggregate, Zellteilung in 2 oder 3 Dimensionen

Bacilli

stäbchenförmig, Ketten, Zellteilung in einer Dimension

allgemeine Merkmale von Prokaryoten

  • Durchmesser = 0.1um - 50um, Durchschnitt etwa 1 um, grösstes Bakterium 750um
  • kleine Zellen = grössere Oberfläche
  • effizienter Austausch mit den Umgebung
  • schnelleres Wachstum

 

Phospholipidschicht

Besteht aus Phosphat, Glycerin und Fettsäuren

Funktion der zytoplasmatischen Membran

  • Permeabilitätsbarriere
  • Proteinanker
  • Energiekonservierung

Sterole

  • Membranverstärker
  • wie Cholesterin
  • enthalten in 5-20% der Lipide in eukaryotischen Zellen
  • steif und flach (im Gegensatz zu Fettsäuren)
  • macht die Membran dichter und weniger flexibel

Hopanoide

  • Membranverstärker
  • in vielen Bakterien vorhanden
  • Synthese braucht keinen Sauerstoff
  • Aufbau ähnlich dem der Sterole

Generelle Lipidstrukturen

  1. in Bakterien und Eukaryoten ---> Esterbindungen
  2. in Archaea ---> Etherbindung
  3. Isoprene ---> Hauptstruktur von hydrophoben Seitenketten der Archaeen
  4. Fettsäuren ---> Hauptstruktur von hydrophoben Seitenketten in Bakterien und Eukaryoten

Gruppentranslokation

  • Substrat wird während des Transports chemisch modifiziert --> kein Gradient
  • z.B. bei E. coli werden Glukose, Fruktose, Mannit und andere Kohlenhydrate durch das phosphoenolpyruvat-abhängige Phosphotransferase-System aufgenommen
  • Aufnahme von Glukose kann je nach Bakterienart entweder über Gruppentranslokation oder aktiven Transport erfolgen

 

ABC-Transporter

  • Bindung mit sehr hoher Affinität (µM)
  • Unterschiede zwischen Gram+ und Gram- Bakterien

Zellwand

  • Zelle steht unter Druck wegen der gelösten Substanzen
  • Peptidoglykanschicht
    • G+: bis zu 25 Schichten (bis zu 90% der Trockenmasse der Zellwand)
    • G-: einschichtig (~10% Trockenmasse der Zellwand), zusätzliche Aussenschicht besteht aus Lipopolysacchariden und Proteinen

Peptidoglykan

  1. Heteropolymere Ketten aus N-Acetoglucosamin und N-Acetomuraminsäure --> sehr starke Verbindung
  2. Quervernetzung mit Peptidbrücken
    • Länge der Peptidoglykanketten und der Grad der Vernetzung bestimmen die Form des Bakteriums
    • Peptidbrücken kann ungewöhnliche AS enthalten (z.B. Diaminopimelinsäure)
  3. Das Grundgerüst aus NAG und NAM ist immer gleich, die Variabilität kommt durch die Peptidbrücken zustande

Struktur einer Peptidoglykaneinheit

  • Peptidoglykan kommt nur in Bakterien vor
  • kein NAM (N-Acetoglucosamin) oder NAG (N-Acetomuraminsäure) in Eukaryoten und Archaeen
  • DAP (Diaminopimelinsäure) kommt in allen Gram- vor
  • in Gram+ kommt Lysin häufiger vor als DAP (Lysin ist + geladen, daher in Gram+)

Peptidbrücken in Gram+ und Gram- Bakterien

  • Bei den Gram+ gibt es eine Zwischenbrücke aus mehreren Glycinen
  • Es gibt bei den Gram+ seltener DAP als in Gram-

Teichonsäuren

  • kommen in Gram+ Bakterien vor
  • Ketten von 8-50 Glycerin- oder Ribitmolekülen (Ribitol - hat 2 Phosphatgruppen, 2 Alanin und 1 Glukose)
  • verknüpft mittels Phosphatgruppen
  • Zuckerreste und/oder D-Alanin kovalent gebunden
  • Polymere sind negativ gebunden
  • Lipoteichonsäure sind kovalent mit Membranlipiden gebunden

Abbau der Zellwand

  • Lysozym (in Körperflüssigkeiten wie Tränen, Speichel usw) spaltet glykosidische ß-1,4-Bindungen zwischen NAG und NAM
  • Schwächung der Zellwand
  • Bakterien können ohne Zellwand nicht überleben (Ausnahme Mycoplasmen, meist unter isotonischer Umgebung)
  • Archaeen sind resistent gegen Lysozym
  • entdeckt durch Sir Alexander Fleming 1922 (vor dem Penicillin 1928)

Zellwand Gram-

  • Lipopolysaccharid-Schicht = LPS
  • Porine --> Kanäle für kleine hydrophile Moleküle, spezifisch und unspezifisch
  • Lipoproteine verbinden Lipide und Peptidoglykane
  • Periplasmatischer Raum --> zwischen der Innen- und Aussenmembran, enthält
    • hydrolytische Enzyme (Proteinasen, Nukleasen usw.)
    • Chemorezeptoren
    • Bindegewebe (Weitergabe von Subtraten an Transporterproteine)

LPS

  • Lipopolysaccharidschicht
  • äussere Membran Gram- Bakterien
  • besteht aus 3 Zonen:
    • Lipid A ---> Stoffe darin wirken als Endotoxine, in allen Gram- Bakterien
    • Kernzone ---> verzweigte Kette aus Glukose, Galaktose und N-Acetoglucosamin, Zusammensetzung variiert zwischen verschiedenen Bakterien
    • O-spezifische Seitenketten ---> lange Ketten aus repetierten Oligosacchariden, unterschiedlich je nach Stamm

Zellwände der Archaeen

  • alle haben Zellwand (bis auf Thermoplasmatale)
  • keine Peptidoglykanschicht
  • keine äussere Membran
  • grosse Unterschiede im Aufbau der Zellwand
  • S-Schicht ist die häufigste Art der Zellwand
  • einige methanogene Archaea haben Pseudomurein
  • andere methanogene Archaea haben Zellwand aus Polysacchariden (Glukose, Glucosamin, Glukuronsäure, Galaktosamin, Acetat)
  • extrem halophile Archaea enthalten viele SO42 -Gruppen, als Ausgleich zu dem vielen Natrium

Zellwandsynthese & Zellteilung

  • Gram+ Bakterien: Neusynthese der Zellwand an bestimmten Orten --> Narbe
  • Zellwand wird zuerst ausgebaut und dann geöffnet (sonst Gefahr der Autolyse)
  • Autolysine spalten die Peptidoglykanschicht

Transpeptidierung

  • Quervernetzung --> wichtig in der Zellwandsynthese
  • passiert nur bei wachsenden Zellen, weil nur da die Zellwand geöffnet wird
  • Penicillin hemmt die Transpeptidierung --> bakterizide Wirkung auf wachsende Zellen

Glykokalix

  • Kapseln und Schleimhüllen
  • Polysaccharidhaltige Substanzen ausserhalb der Zellwand --> dick oder dünn : starr oder flexibel
  • können z.B. aus Polyglutamat bestehen
  • sind nicht lebensnotwendig
  • Funktion:
    • Schutz gegen Austrocknung
    • Haftung an Zellen/Gewebe
    • Schutz gegen Phagozytose

Fimbrien

  • zahlreiche lange Fäden, die sich auf der Aussenmembran von Bakterien befinden, ähnlich wie Geisseln
  • 10- mehrere 1000
  • Funktion:
    • Anhaftung an Oberflächen
    • Pathogene Bakterien: Bindung an Zellen oder Gewebe

Beweglichkeit

  • begeisselte Bakterien schwimmen, unbegeisselte Bakterien gleiten
  • Geisseln = Flagella, lang und dünn, im Lichtmikroskop nur durch Färbung sichtbar

monotrich

  • 1 Flagellum
  • polare Begeisselung

Étudier