Mikrobiologie

Mikrobiologie I

Mikrobiologie I


E. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Mikrobiologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion von Bakterien, einschließlich ihrer Zellwände, Membranen und verschiedenen Einschlüssen wie Gasvakuolen, Magnetosomen und Polyphosphaten. Die Karteikarten behandeln auch die Fortbewegung von Bakterien durch Geißeln und Cilien, sowie deren Taxien wie Aerotaxis, Phototaxis und Chemotaxis. Zudem werden Themen wie Sporenbildung, Konservierungstechniken und die Mikroskopie von Bakterien abgedeckt. Diese Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf mikrobiologische Konzepte und Techniken vorbereiten.
Flashcards
66
Students
3
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
09.04.2015 / 08.02.2018

Flashcards

polytrich

Geisselbüschel 2-50 Geisseln

peritrich

Geisseln rund um den Körper

lophotrich

Mehrere Flagellen, aber die an einer Seite

amphitrich

Begeisselung an beiden Enden

Cilien

  • prokaryotische Cilien sind viel kleiner als Flagellen, unterschiediche Struktur
  • enthalten Mikrotubuli in einem bestimmten Muster (9+2-Muster)
  • Bewegung wie eine Peitsche

F-Pilus

  • Geschlechtspilus
  • 0.5 - 10 µm lang
  • 1-2 /Zelle
  • hohle Proteinröhren
  • Rezeptoren für M13-Bakteriophagen
  • DNS-Übertragung von Spenderzellen --> Konjugation
  • Bindung an Gewebe

Speicherstoffe & Zelleinschlüsse

Wenn manche Substanzen im Überschuss vorkommen, werden sie aufkonzentriert und in der Zelle aufbewahrt.

Energie- und Kohlenstoffquelle

  • Fettgranula --> fetthaltige Substanzen
  • Poly-ß-Hydroxybuttersäure (PHB) --> Polyester
    • in fakultativ und strikt aeroben Bakterien (bis zu 80% der TM)
    • in Bakterien wird PHB angehäuft, wenn die Zellen unter O2-Mangel leiden
    • Unter aeroben Bedingungen kann PHB als Energie- und Kohlenstoffquelle genutzt werden
  • Polysaccharide
    • Glykogen
    • kleiner als PHB-Granula

Fettgranula - Struktur

  • innen PHB (=PHA)
  • Grösse ~350nm
  • bedeckt mit PHB-Oberflächenproteinen
  • mit Phospholipid-Monolayer

Polyphosphateinschlüsse

  • Polyphosphatgranula (metachromatische Granula) in Bakterien und Grünalgen
  • langkettige Polyphosphatketten ---> dienen als Phosphatspeicher (nicht als Energiequelle)

Schwefeleinschlüsse

  • in Kugeln gespeichert
  • stark lichtbrechend
  • wenn kein Schwefelwasserstoff vorhanden ist, wird der Schwefel zu Sulfat oxidiert
  • Energiequelle für aerobe schwefelwasserstoffoxidierende Bakterien
  • Wasserstoff-Donator für anaerobe phototrophe Schwefel-Purpurbakterien (Chromatium)
  • Entgiftungsprodukt (Cyanobakterien)

Magnetosomen

  • Intrazelluläre Fe3O4-Kristalle (Magnetit) in Wasserbakterien und Algen
  • Einschlüsse sind von einer Zellmembran umgeben
  • Morphologie der Magntosomen ist artspefizisch
  • Dipol in der Zelle führt zu Bewegung und Orientierung in Magnetfeldern --> "Magnetotaxis" --> physische Eigenschaft (keine Sensoren wie bei Chemo- oder Phototaxis)
  • Glykoproteine in der Magnetosomenmembran spielen eine Rolle in der Umwandlung von löslichen Fe3O4 in eine unlösliche Form

Gasvakuolen

  • häufig in Wasserbakterien
  • verändern die spezifische Masse der Zelle --> Bakterien schweben dadurch in einer bestimmten Wasserschicht ---> dadurch optimale Wachstumsbedingungen (Licht, Sauerstoff, Temperatur, Mineralien...)
  • Jede Gasvakuole besteht aus mehreren bis vielen Gasvesikeln
  • Gasvesikel sind:
    • spindelförmig
    • 300-700 nm
    • Durchmesser 60-110 nm
    • haben starre Membran aus reinem Protein (keine Phospholipide)
    • 2 Proteine, die Helices und ß-Faltblätter bilden

Pasteursisierung

  • Teilentkeimung
  • ursprünglich zur Entfernung von pathogenen Bakterien
  • Entfernung alles Bakterien --> Milch ist länger haltbar
  • "Bulk Pasteurisierung": Behandlung 30 min bei 63-66°C, auch Pilzsporen sterben ab
  • "Flash Pasteurisierung": Behandlung 15 sek bei 71°C
    • effizienter für hitzeresistente Bakterien
    • weniger Einfluss auf den Geschmack der Milch

Konservierung

  • Konservierung von Beeren und Steinobst
  • "Einwecken":
    • Behandlung 20 min bei 80°C
    • tötet vegetative Zellen und viele Pilzsporen
    • Bakteriensporen bleiben lebensfahig --> daher nur Teilentkeimung

Endosporen

  • Dauerformen bestimmter Bakterien
  • fast alle endosporenbildende Bakterien sind stäbchenförmig, Gram+ und peritrich begeisselt
  • Sporen sind erkennbar an hohem Lichtbrechungsindex --> ungefärbte Region in der Mutterzelle
  • spezifische Färbung mit Carbolfuchsin

Endosporen - Lebenszyklus

  • Sporenbildung ist nicht obligativ
  • unter normalen/günstigen Bedingungen vermehren sich die Bakterien vegetativ
  • in Stresssituation wird Sporenbildung induziert
  • Austrocknen genügt nicht

Sporen

  • weniger Wasser in reifen Sporen (10-30%)
  • fast die gesamte TM der Zelle ist in einem Zehntel des Volumens
  • verminderter Wassergehalt -->Sporen sind resistenter gegen Chemikalien, Strahlung und Oxidation (H2O2)
  • pH 5.5-6.0 im Zytplasma gegenüber 7.0 in vegetativen Zellen --> enthält sporenspezifische saure Proteine

Stadien der Endosporenbildung

  • insgesamt 7 Stadien
    • 1. DNS wird kompakter
    • 2. ungleiche Zellteilung (innerhalb der Mutterzelle)
    • 3. Einschnürung der zytoplasmatischen Membran --> Sporenprotoplast --> dieser wird von der zytoplasmatischen Membran der Mutterzelle eingehüllt
    • 4.-6. Bildung der Sporenhüllen und Sporenrinde
    • 7. Mutterzelle platzt - Spore wird freigesetzt

Sporenkeimung

  • Aktivierung
  • Keimung
  • Austreten des Keimschlauchs

Keimung

  • geht sehr schnell
  • in manchen Fällen werden bestimmte Nährstoffe gebraucht, z.B. Glukose
  • Dipicolinsäure, Peptide und AS werden ausgeschieden
  • Veränderung des Lichtbrechungsindexes
  • Verlust der Hitzeresistenz

Austreten des Keimschlauchs

  • Wasseraufnahme, Quellung, Aufreissen der Sporenhülle
  • Atmung und Enzymaktivität nehmen schnell zu
  • Neusynthese von Makromolekülen

Aufbau von Geisseln

  • helikal gewundene Fäden
  • besteht aus Flagellin --> zwischen den Stämmen hochkonserviert
  • Untereinheiten sind helikal um Hohlraum angeordnet
  • Geissel wächst an der Spitze
  • beschädigte Geisseln können sich reparieren --> neusynthetisierte Flagellinuntereinheiten wandern durch den hohlen Raum an die Spitze

Chemotaxis

  • Bakterien sind zu klein, um Gradienten entlang ihres Körpers zu spüren
  • Chemorezeptoren funktionieren daher zeitlich und nicht räumlich

Phototaxis

  • phototrophe Bakterien
  • Photorezeptoren: Ansammlung der Bakterien bei bestimmten Wellenlängen

Aerotaxis

  • Wahrnehmen von Sauerstoff
  • Beijerinckschen Atmungsfiguren:
    • aerobe Bakterien sammeln sich am Deckglasrand und eingeschlossene Luftblasen an
    • Mikroaerophile Bakterien halten einen bestimmten Abstand zum Deckglasrand
    • streng anaerobe Bakterien sammeln sich im Zentrum des Deckglases

Study