Mikro- und Makroökonomie

Mikro- und Makroökonomie

Mikro- und Makroökonomie

Matthias Kielar
Study

Matthias Kielar
Diese Lernkarten decken grundlegende und fortgeschrittene Konzepte der Mikro- und Makroökonomie auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln Themen wie Preisbildung, Nachfrage und Angebot, Produktionskosten, Marktmechanismen und die Rolle von Unternehmen. Die Karteikarten analysieren auch die Auswirkungen von technischem Fortschritt, Arbeitslosigkeit und Konjunkturschwankungen. Sie eignen sich für Studierende und Wirtschaftsinteressierte, die ein tiefes Verständnis der ökonomischen Zusammenhänge erlangen möchten.
Flashcards
172
Students
2
Language
German
Category
Macro-Economics
Level
University
Created / Updated
28.06.2014 / 31.12.2014

Flashcards

Durchschnittskosten?

  • DFK ⇒ Durchschnittliche fixe Kosten = Fixe Kosten / Menge = FK / Q
  • DVK ⇒ Durchschnittliche variable Kosten = Variable Kosten / Menge = VK / Q
  • DK ⇒ Durchschnittliche Gesamtkosten = Gesamtkosten / Menge = K / Q
  • DK = DFK + DVK
  • fallen zunächst und steigen im weiteren Verlauf der Produktionsausdehnung

Grenzkosten (marginale Kosten)?

  • Grenzkosten (GK) messen die Zunahme der Gesamtkosten bei der Herstellung einer zusätzlich produzierten Einheit
  • Wie viel kostet es, eine zusätzliche Einheit zu produzieren?

Berechnung Grenzkosten?

GK = Änderung der Gesamtkosten / Änderung der Menge = ►K / ►Q

Warum steigt Grenzkostenkurve?

  • Wenn eine Produktionsfunktion sich mit zunehmender Produktionsmenge abflacht, sinkt das Grenzprodukt
  • Steigende Grenzkosten reflektieren diese Eigenschaft der Produktionsfunktion

Kostenkurve und ihre Verläufe?

  • Durchschnittskurve ist u-förmig
  • bei sehr geringem Outputniveau sind die Durchschnittskosten relativ hoch, weil die fixen Kosten sich auf nur wenige Outputeinheiten verteilen
  • Durchschnittskosten fallen mit steigendem Output (weil die durchschnittlichen fixen Kosten stark fallen
  • bei einer bestimmten Ausbringungsmenge beginnen die Durchschnittskosten zu steigen
    • Einfluss der fixen Kosten sinkt und die steigenden variablen Kosten treiben die Durchschnittskosten nach oben
  • Durchschnittskosten sind am geringsten bei der "'Talsohle" der u-förmigen Durchschnittskostenkurve
  • Diese Ausbringungsmenge entspricht der effizienten Produktionsmenge
    • Betriebe produzieren den Output, bei dem die durchschnittlichen Produktionskosten am geringsten sind
  • Diesen Punkt nennt man auch das "Betriebsoptimum" oder die effiziente Betriebsgröße (efficient scale)

Skizzieren Sie im Kosten/Mengen-Diagramm die unterschiedlichen Kostenkurven

siehe Grafik

Drei wichtige Eigenschaften der Kostenkurven?

  • Wenn sich Outputniveau laufend erhöht, beginnen dei Grenzkosten schließlich zu steigen
  • Durchschnittliche Gesamtkostenkurve ist u-förmig
  • Grenzkostenkurve schneidet die Kurve der Durchschnittskosten in ihrem Minimum

Produktionskosten kurzfristig und langfristig?

  • Langfristig sind alle Kosten variabel
  • Damit fallen die Gründe für ein Ansteigender kurzfristigen Kostenkurve weg (abnehmende Grenzproduktivität des variablen Faktors)
  • es lassen sich wiederum u-förmige langfrisitge gesamte Durchschnittskostenkurven konstruieren
  • kurzfristig sind viele Kosten fix

Skalenerträge?

  • beschreiben, wie sich der Output bei einer gleichmäßigen Erhöhung der Inputs verändert
  • Zunehmende Skalenerträge (economies of scale)
    • bei steigendem Output sinken die gesamten Durchschnittskosten
  • Abnehmende Skalenerträge (diseconomics of scale)
    • mit steigendem Output erhöhen sich die gesamten Durchschnittskosten
  • Konstante Skalenerträge (constant returns to scale)
    • bei steigendem Output bleiben die Durchschnittskosten konstant

Überblick Martkstrukturen? +  Beispiele

  • Eine Unternehmung ⇒ Monopol
    • Wasser
    • Kabel-TV
  • Mehrere Unternehmungen ⇒ Oligopol
    • Tennisbälle
    • Rohöl
  • Unterschiedliche Produkte ⇒ Monopolistische Konkurrenz
    • Romane
    • Spielfilme
  • Gleiche Produkte ⇒ Vollständige Konkurrenz
    • Weizen
    • Milch

Unternehmen im Markt mit vollständiger Konkurrenz?

  • Markt mit vollständiger Konkurrenz (Polypol) hat drei Eigenschaften
    • viele Käufer und Verkäufer
    • die angebotenen Güter sind identisch
    • der Marktzugang ist frei, und es entstehen keine Kosten beim Verlassen des Markts

 

Als Folge der Eigenschaften des Polypols ergeben sich welche Marktstrukturen?

  • Nachfrage eines einzelnen Käufers hat keinen signifikanten Einfluss auf den Preis
  • Angebot eine Verkäufers hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf den Marktpreis
  • Käufer und Verkäufer sind Preisnehmer ⇒ nehmen den Marktpreis als gegeben an

Erlöse eines Unternehmens im Polypol?

  • Gesamterlös = Verkaufspreis x verkaufte Menge ⇒ E = P x Q
  • Durchschnittserlös entspricht den durchschnittlichen Einnahmen pro verkaufter Einheit
  • entspricht dem Gesamterlös dividiert durch die verkaufte Menge
  • im Polypol entspricht Durchschnittserlös dem Preis der verkauften Güter
  • Durchschnittserlös = Gesamterlös / Output = Preis x Output / Output = Preis
  • Grenzerlöse ist gleich der Veränderung des Gesamterlöses durch eine zusätzliche verkaufte Einheit
  • GE = ►E / ►Q
  • im Polypol entspricht der Grenzerlös dem Preis eines Guts

Gewinnmaximierung bei vollständiger Konkurrenz?

  • Ziel des Unternehmens ⇒ Gewinn maximieren
  • Unternehmen produziert Output, der die Differenz zwischen Gesamterlös und Gesamtkosten maximiert

Gewinnmaximierung bei vollständiger Konkurrenz?

  • Gewinn wird maximiert, wenn die Menge produziert wird, bei der der Grenzerlös den Grenzkosten entspricht

Gewinnmaximierung und Angebot im Polypol?

  • Gewinne sind bei dem Output am größten, bei dem der Grenzerlös gleich den Grenzkosten ist
  • GE > GK: Output ausweiten
  • GE < GK: Output reduzieren
  • GE = GK: Gewinn ist maximal

Produktionseinstellung und Marktaustritt?

  • Produktionseinstellung ist eine kurzfristige Maßnahme
  • Marktaustritt ⇒ endgültige Schließung und Auflösung des Unternehmens
    • langfristige Entscheidung
  • Sunk Costs sind in der Vergangenheit angefallene, irreversible Kosten
  • Sunk Costs spielen keine Rolle bei der Entscheidung, die Produktion einzustellen
    • Produziert wird wenn laufende Kosten gedeckt werden
  • Unternehmen stellt Produktion ein, wenn Erträge aus dem Verkauf der produzierten Einheiten unter den variablen Kosten liegen
  • Produktionseinstellung erfolgt, wenn
    • E < VK
    • E/Q < VK/Q
    • P < DVK

Wann wird Unternehmung weitergeführt wann nicht?

  • P < DVK ⇒ Betriebe wird eingestellt
  • P > DVK ⇒ Unternehmung wird kurzfristig weitergeführt
  • P > DK ⇒ die Unternehmung macht Gewinne

Markteintritt und -austritt (langfristig)

  • langfristig wird Unternehmen Markt verlassen, wenn Gesamterlös unter Gesamtkosten liegt
  • Marktaustritt erfolgt, wenn
    • Gesamterlös (E) < Gesamtkosten (K)
    • Durchschnittserlös (E/Q) < Durchschnittskosten (K/Q)
    • Preis (P) < gesamte Durchschnittskosten (DK)
  • Markteintritt erfolgt, wenn
    • Gesamterlöse (E) > Gesamtkosten (K)
    • Durchschnittserlös (E/Q) > Durchschnittskosten (K/Q)
    • Preis (P) > gesamte Durchschnittskosten (DK)

Was ist ein Monopol?

  • Während Unternehmen im vollständigen Wettbewerbsmarkt Preisnehmer sind, haben Monopole Einfluss auf die Preise ihrer Güter
  • Unternehmen ist Monopol, wenn 
    • einziger Verkäufer eines Guts
    • Produkt keine nahen Substitute hat

Warum gibt es Monopole?

  • Grundlegende Ursache sind Eintrittsbarrieren
  • Eintrittsbarrieren entstehen durch drei Faktoren
    • Unternehmen gehört für die Produktion wichige Ressource (Schlüsselressource)
    • Regierung erlaubt nur einem Unternehmen in einem Bereich tätig zu sein (staatliches Monopol)
    • ein einziges Unternehmen am Markt produziert am kostengünstigsten (natürliches Monopol)
      • zunehmende Skalenerträge fallen über den gesamten Bereich der Marktproduktion an

Monopol vs. Polypol?

  • Monopolist = einziger Produzent
    • ist mit einer negativ geneigten Nachfragekurve konfrontiert
    • kann Preise verringern, um den Absatz zu erhöhen
  • Unternehmen im Polypol
    • ist eines von vielen Produzenten
    • ist mit einer horizontalen Nachfragekurve konfrontiert
    • ist Preisnehmer
    • erhält für seinen Output - ob viel oder wenig - immer den gleichen Preis

Grenzerlös Monopolist?

  • immer geringer als Verkaufspreis eines Guts
    • Nachfragekurve ist negativ geneigt
    • wenn Monopolist Preis senkt, um eine Einheit mehr zu verkaufen, dann sinkt der Durchschnittserlös für die gesamte Ausbringungsmenge
    • Damit ergeben sich zwei gegenläufige Effekte auf den Gesamterlös (P x Q)
      • Preisefffekt: um mehr zu verkaufen, wird P gesenkt
      • Mengeneffekt: da mehr verkauft wird, ist Q größer

Gewinnmaximierung eines Monopolisten?

  1. Monopolist maximiert Gewinn mit der Produktionsmenge, bei der Grenzerlös und Grenzkosten gleich groß sind
  2. sodann benutzt er die Nachfragekurve, um den Preis zu ermitteln

Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen Monopole?

  • Problem von Monopolen kann eine Regierung auf vier Arten begegnen
    • monopolisierte Märkte dem Wettbewerb öffnen
    • Monopole regulieren
    • Monopolie verstaatlichen
    • nicht einschreiten

Fusionskontrollen?

  • Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)
  • Bundeskartellamt kann Fusionen untersagen
  • Bundeswirtschaftsminister kann Entscheide des Bundeskartellamts umstoßen (Bsp. Ministererlaubnis für Eon und Ruhrgas im Jahr 2003)

Regulierung von Monopolen?

  • Regierung kann den Preis im Monopolmarkt festlegen
    • Allokation der Ressourcen ist dann optimal, wenn der Preis gleich den Grenzkosten ist
    • im Falle des natürlichen Monopols würde dies jedoch zu Verlusten führen

Verstaatlichung Monopole?

  • Regierung kann entscheiden Monopol zu verstaatlichen
  • Problem ⇒ Staatsunternehmen haben wenig Anreize Kosten zu senken

Nicht einschreiten bei Monopolen?

  • Regierung kann sich entscheiden, das Marktversagen zu tolerieren
  • Dies ist dann optimal, wenn die Kosten der Regulierung über den Kosten des Marktversagens liegen

Unvolständige Konkurrenz?

  • haben eine Marktstruktur zwischen Monopol und vollständiger Konkurrenz
  • haben zwar Wettbewerber, sind aber keine reinen Preisnehmer

Typen von Märkten im unvollständigen Wettbewerb?

  • Oligopol
    • Wenige Unternehmen bieten ähnliche oder identische Produkte an
  • Monopolistischer Wettbewerb
    • Viele Unternehmen verkaufen ähnliche, aber eben nicht identische Produkte

Eigenschafte eines Oligopolmarktes?

  • Wenige Anbieter verkaufen ähnliche oder identische Produkte
  • Interpedenz der Unternehmen
  • Beset Lösung Oligopolisten ist Kooperation mit anderen Unternehmen und zusammen wie Monopolist zu verhalten ⇒ Output der Industrie zu begrenzen und die Preise über den Grenzkosten zu halten

Duopol?

  • Oligopol mit 2 Anbietern
  • ohne bindende Absprache ist das Monopolergebnis unwahrscheinlich, weil Preise über den Grenzkosten liegen und jeder Teilnehnmer ein Interesse daran hat, die Ausbringungsmenge zu erhöhen
  • Duopolisten können sich verständigen und dadurch das gleich Resultat wie ein Monopolist erreichen
    • Kollusion ⇒ Absprache von Unternehmen über Produktionsmengen und Preise
    • Kartell ⇒ Gruppe von Unternehmen, die sich absprechen

Spieltheorie als Ökonomik der Kooperation?

  • Spieltherie ⇒ beschäftigt sich damit wie Menschen strategische Entscheidungen fällen
  • Strategische Entscheidung ⇒ wenn Person bei ihrer Entscheidung die Reaktion anderer Personen auf die getroffene Entscheidung berücksichtigen muss
  • da Anzahl der oligistischen Unternehmen klein ist, muss Unternehmen sich strategisch verhalten
  • Jedes Unternehmen weiß, dass seine Gewinne nicht nur von der eigenen Produktionsmenge abhängt, sondern auch von der von anderen Unternehmen
  • Entscheidung über Produktionsmenge beeinflusst andere Produzenten

Gefangenendilemma? + Beispiel

  • Einblick in die Schwierigkeiten kontinuierlicher Kooperation
  • Kooperation von Personen (Unternehmen) findet oft nicht statt, obwohl alle Beteiligten davon profitieren würden
  • Als dominante Strategie bezeichnet man die beste Strategie eines Spielers, unabhängig davon, welche Strategien andere Spieler wählen
  • Beispiel:
    • Bonnie und Clyde gestehen beide ⇒ 8 Jahre Knast für beide
    • Beide schweigen ⇒ 1 Jahr für beide
    • einer schweigt einer gesteht ⇒ für den der gesteht 20 Jahre und für den Schweigenden Freiheit

Gefangenendilemma Oligopol? Beispiel

  • Iran und Irak erwirtschaften beide bei hoher Produktion 40 Mrd $
  • Wenn beide kooperieren würden und eine niedrigere Produktion damit hätten würden beide 50 Mrd $ erwirtschaften
  • Wenn jedoch einer ohne Absprache trotzdem auf hohe Produkton setzt, wo der andere noch niedrig produziert würde dieser 60 Mrd. $ erwirtschaften und der andere nur noch 30 Mrd. $
  • Das Selbstinteresse könnte eine Kooperation und somit niedrige Ausbringungsmenge, hohe Preise und Monopolprofite behindern

Wirtschaftliche Maßnahmen gegen Oligopole?

  • Kooperation von Oligopolisten ist unerwünscht
    • Produktionsmenge liegt unter dem volkswirtschaftlichen Optimum, und der Preis liegt darüber
  • In Deutschland beschränkt das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) die Formierung von Kartellen
  • Einhaltung des Gesetzes wird vom Kartellamt überwacht
  • Manche Maßnahmen gegen Praktiken sind kontrovers
    • Maßnahmen gegen Preisbindung (Buchandel)
    • Preiskämpfe mit dem Ziel, einen Wettbewerber vom Markt zu treiben oder Markteintritt zu verhindern ("perdatory pricing")
    • Bündelung (Microsoft)

Monopolistische Konkurrenz?

  • Märkte zwischen Polypol und Monopol
  • wie beim Polypol sind viel Anbieter vorhanden und der Marktzutritt ist frei
  • Unterscheidung zum Polypol durch Produktdifferenzierung
    • dadurch entsteht gewisse Monopolmacht
  • Charakteristika monopolistischer Wettbewerb
    • viele Anbieter
    • Produktdifferenzierung
    • freier Marktzutritt und Marktaustritt

Monopolistische Konkurrenz - Viele Anbieter? + Beispiele

  • Viele Unternehmen stehen im Wettbewerb um denselben Kundenkreis
  • Beispiele für Produkte:
    • Bücher
    • CD's
    • Spielfilme
    • Computerspiele
    • Restaurants
    • Klavierunterricht
    • Gebäck
    • Möbel

Monopolistische Konkurrenz - Produktdifferenzierung?

  • Jedes Unternehmen produziert ein Produtk, das leicht von den Produkten anderer Unternehmen abweicht
  • die Unternehmen sind nicht Preisnehmer, sondern können die Preise selbst beeinflussen und sind mit einer leicht fallenden Nachfragekurve konfrontiert

Study