Mik

Sarah Klopfenstein
Lernen

Sarah Klopfenstein
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Externalitäten und Umweltpolitik sowie zwischenstaatlichen Handel. Sie beleuchten die Auswirkungen von Angebot und Nachfrage auf Preise und Wohlfahrt, wobei externe Effekte wie Umweltverschmutzung und deren Internalisierung durch Maßnahmen wie Pigou-Steuern, Umweltzertifikate und Gebote/Verbote im Fokus stehen. Die Karteikarten eignen sich für Studierende der Volkswirtschaftslehre, die verstehen möchten, wie Marktversagen durch politische Massnahmen korrigiert werden kann, um eine effizientere Allokation von Ressourcen und eine höhere Wohlfahrt zu erreichen.
Karten
57
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.12.2014 / 26.01.2015

Lernkarten

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Marktwirtschaft ohne/ mit Externalitäten

Ohne:

  • Preise lenken knappe Ressourcen in beste Verwendungsmöglichkeit
  • Fazit: Preise sind ein verlässlicher Indikator für Knappheiten

Mit:

  • Externe Kosten (negative externe Effekte) -> Preis sind zu niedrig -> resultierende Menge ist zu hoch
  • Externe Nutzen -> Preise sind zu niedrig -> resultierende Menge ist zu niedrig
  • Fazit: Preise spiegeln Knappheiten nicht korrekt wider

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Pekuniäre externe Effekte

Def und Bsp

  • Wenn ein Marktteilnehmer von einem anderen Marktteilnehmer beeinflusst wird und dies sich in den Marktpreisen niederschlägt
  • Wirken nicht am Markt vorbei, sondern sind Folge des Wettbewerbs auf den Märkten und haben Auswirkungen auf andere Marktteilnehmer

 

  • Bsp
    • Coiffeur profitiert von einer neuen nahen Wohnungsüberbauung -> positiver pekuniärer Effekt
    • Coiffeur büsst Kunden ein, wenn in der Nähe ein neuer Coiffeursalon eröffnet wird -> negativer pekuniärer Effekt
  • Preismechanismus funktioniert: Preise lenken knappe Ressourcen in die beste Verwendungsmöglichkeit

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Negative externe Effekte

Wo diese auftreten, versagt eine Marktwirtschaft zweifach

  1. Werden Kosten auf (rechtlich oft ungenügend geschützte) Dritte überwälzt - das Marktresultat ist nicht leistungsgerecht
  2. Wir das Resultat ineffizient, weil die Preise die Knappheit von Ressourcen zu wenig widerspiegeln. Mit zu niedrigen Preisen werden die knappen Ressourcen verschwenderisch eingesetzt.

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Positive externe Effekte

Wo externe Nutzen auftreten, versagt eine Marktwirtschaft zweifach

  1. Profitieren Trittbrettfahrer gratis von Leistungen - und wo es etwas gratis zu gewinne gibt, ist die Welt nicht leistungsgerecht
  2. Wird das Resultat ineffiizient. Weil für Güter mit grossen externen Nutzen kein angemessener Preis verlangt werden kann, ist ihre Produktion zu gering.
     

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Unterschied Internalisierung und externen Effekten

 

Externe Effekte

  •  Bestimmte Kosten bzw Nutzen liegen ausserhalb des Marktmechanismus (=extern)

Internalisierung

  • Geeignete Massnahmen bewirken, dass diese Kosten bzw. Nutzen in das Entscheidungskalkül der Akteure hineingezogen werden (=intern gemacht) und damit Gegenstand des Marktmechanismus werden.

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Zwei Massnahmen zur Internalisierung von externen Kosten

  1. Freiwillige Internalisierung
    • Verursacher berücksichtigt die externen Kosten aus eigenem Antrieb
    • Er findet es unfair gegenüber der Allgemeinheit, dass er negative Externalität verursacht -> Motivation um Kosten zu übernehmen
      • Molaische Überlegungen/ Moralische Appelle
      • Vertragliche Internalisierung Coase-Theorem
  2. Wirtschaftspolitische Massnahmen

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Moralische Überlegungen und Coase-Theorem für Freiwillige Internalisierung

Moralische Überlegungen

  • Verhaltensregeln und gesellschaftliche Sanktionen (Bsp. Abfallentsorgung)
  • Hilfsbereitschaft (Bsp. Spenden an gemeinnützige Organisationen
  • Eigentinteresse der Betroffenen
    • Konsumieren von umweltfreundlichen Angeboten
    • Umstieg auf ÖV

Vertragliche Internalisierung / Coase-Theorem

  • Vertrag zwischen Schädiger und Geschädigtem (Bsp. Entschädigung)
  • Veraussetzungen, die der Staat schaffen muss
    • Klare Definition der Verfügungsrechte
    • Institutionen zur Durchsetzung der Verfügungsrechte

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Def. und Fazit Coase-Theorem

  • Wenn Verfügungsrechte klar definiert sind, können externe Effekte effizient durch privatwirtschaftliche Verträge internalisiert werden.

 

  • Die Verteilung der Verfügungsrechte entscheidet über die Zahlungsrichtung
  • Eine private Läsung ist möglich, eine staatliche Lösung wäre überflüssig

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Coase-Theroem -> Recht beim Verursacher

siehe Bild

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Coase-Theorem -> Recht bei Geschädigten

 

siehe Bild

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Probleme/ Grenzen des Coase-Theorems

  • Realität: private Lösungen klappen nicht immer
  • Wesentlicher Grund: Verhandlungen verursachen Transaktionskosten
  • Sind Transaktionskosten sehr hoch, scheitern die Verhandlungen  -> ineffizienter Zustand bleibt
  • Je höher die Anzahl Beteiligter, desto höher sind die Transaktionskosten und desto unwahrscheinlicher sind private Lösungen

-> Deshalb sind Wirtschaftspolitische Massnahmen nötig

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Wirtschaftspolitische Massnahmen -> Untergruppen

Nicht-marktrechltiche MAssnahmen (Ge-/Verbote)

Marktliche Massnahmen (Preise für Umweltgüter)

  • Umweltabgaben (Pigou-Steuer)
  • Handelbare Umweltzertifikate

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Wirtschaftspolitische Massnahmen -> Gebote und Verbote

  • Spielregeln für alle
  • Schädigende Tätigkeit wird derart reguliert, dass sie eine bestimmte Intensität nicht überschreitet (sogar unterbleibt)
  • Bsp:
    • Gebot: Waldrodung nur erlaubt, wenn an vergleichbarer Lage wieder aufgegrostet wird
    • Verbot: Rauchen in öffentlichen Räumen
  • Probleme
    • zunehmende Zahl an Umweltschäden erfordert immer mehr Bürokratie -> Sinkende Popularität des Umweltschutzes
    • Starre Regelung in ein dynamisches System einbringen, was zu  anderen Verzerrungen führen kann

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Wirtschaftpolitische Massnahmen -> Umweltabgaben

Abgaben für die Benutzung von Umweltgütern

Bsp:

  • Abfallsackgebühren
  • Abgaben auf flüchtige organische Verbindungen
  • CO2-Abgabe

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Wirschaftpolitische Massnahmen -> Pigou-Steuer (Grundidee, Def, Fazit)

  • Eine Steuer zur Korrektur negativer externer Effekt. Entspricht der Höhe der externen Kosten
    • Externe Kosten werden den Verursachern angelastet -> Verursacherprinzip
  • Lieber Preise als Regulierungen
    • Statisch
      • Effizienter Lösung -> Höhere Nationale Wohlfahrt
      • Geringere Eingriffsintensität als Gebote und Verbote

 

Fazit

  • Je höher die Steuer desto weniger Umweltverschmutzung -> aber mit hinreichen hohen steuer könnten Unternehmen nicht mehr rentabel ist und den Markt verlässt
  • = Preis für das Recht  zu bestimmten Umweltverschmutzung
  • Unterschied andere Steuern
    • führt Allokation näher zum sozialen Optimum
    • bewirken zugleich Staatseinnahmen und ökonomische Effizienz
    • Dynamisch
      • Mehr Anreize im Hinblick auf Umweltinnovationen

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Wirtschaftspolitische Massnahmen -> Handelbare Umweltzertifikate

  • Freiwillige (entgeltliche) Übertragung des Rechts auf Umweltverschmutzung von einem Akteur auf einen anderen Akteur
  • Staat schafft neue knappe Ressource: Umweltzertifikate (Neuer Markt entsteht)
  • Effiziente Allokation der Verschmutzungsrechte
    • Unternehmen mit hohen Kosten der Schadstoffsenkung
      • Hohe Zahlungsbereitschaft für Zertifikat -> Nachfrager
    • Unternehmen mit geringen Kosten der Schadstoffsenkung
      • Hohe Verkaufsbereitschaft für Zertifikate -> Anbieter

 

Kap 10 Externalitäten und Umweltpolitik

Vergleich von Pigou-Steuer und Umweltzertifikaten

  • Beide bewirken eine Internalisierung, ohne die Marktkräfte ausser Gefecht zu setzen
  • In beiden Fällen zahlen die Unternehmungen für ihre Umweltverschmutzung:
    • Pigou-Steuer -> dem Staat
    • Zertifikaten -> Verkäufer des Zertifikats
       

Lernen