Medizinische Bildgebung

Ultraschall, Röntgen, Computertomographie und MRT mit physikalischen Hintergründen

Ultraschall, Röntgen, Computertomographie und MRT mit physikalischen Hintergründen


Lina Schad
Diese Lernkarten vermitteln grundlegende und fortgeschrittene Konzepte der medizinischen Bildgebung, insbesondere der Magnetresonanztomographie (MRT). Sie decken physikalische Grundlagen wie Magnetfelder, Energieübertragung und Signalverarbeitung ab, erklären Verfahren wie Ultraschall und Röntgenstrahlung sowie deren Anwendungen in der Diagnostik. Studierende und Fachkräfte profitieren von diesem Überblick, da er technische Details mit klinischer Relevanz verbindet und Sicherheitsaspekte sowie Bildgebungssequenzen praxisnah erläutert.
Karten
288
Lernende
18
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.03.2014 / 02.04.2026

Lernkarten

Fourier-Transformation

Streckung

\(s(ax) \circ-\bullet \frac{1}{|a|}\cdot S(\frac{u}{a})\)

Fourier-Transformation

\(s_1(x)\cdot s_2(x) \circ -\bullet S_1(u) * S_2(u)\)

Modulations-Transfer-Funktion

  • MTF
  • beschreibt was mit Kontrast im Bild passiert
  • normierer Betrag der Übertragungsfunktion
  • reellwertige Funktion

Modulations-Transfer-Funktion

Formel

\( MT\!F(u) =\\ \sqrt{A^2+B^2}\)

Modulations-Transfer-Funktion

Formel

\(A\)

\(A = \int_{-\infty}^{\infty}\cos(2\pi ux)h(x)dx\)

Modulations-Transfer-Funktion

Formel

\(B\)

\(B = \int_{-\infty}^{\infty}\sin(2\pi ux)h(x)dx\)

Modulations-Transfer-Funktion

Zusammenhang zu \(H(u)\)

\(|H(u)| = [(\int_{-\infty}^{\infty}h(x)\cos(2\pi ux)dx)^2+(\int_{-\infty}^{\infty}h(x)\sin(2\pi ux)dx)^2]\\ =\sqrt{A^2+B^2} = MT\!F(u)\)

Modulations-Transfer-Funktion

Bedingung

\(0 \le MT\!F(u) \le 1 = MT\!F(0)\)

Modulations-Transfer-Funktion

enthalten

Ortsauflösung

Modulations-Transfer-Funktion

nicht enthalten

  • Rauscheffekte
  • Verzeichnung

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

mit Kontrastmittel

Kontrastmittel

mikroskopische Gasblasen, eingehüllt in Proteine

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

mit Kontrastmittel:

Oszillationseigenfrequenzen

  • haben Oszillationseigenfrequenzen im Bereich von US:
  • starke Echos aus Blutgefäßen

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

mit Kontrastmittel

nicht lineares Verhalten

  • momentane Ausdehnung nicht ganz proportional zum Schalldruck
  • \(\Rightarrow\) Schallwellen mit höheren Harmonischen werden ausgestrahlt
    • Oberwellen
  • Elektromagnetisches Analogon
    • Magnetic Particle Imaging

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

Voraussetzung

  • Ausblendung der Grundwelle mittels besonderer Systemen
  • nur Oberfrequenzen ansehen

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

mit Kontrastmittel

  • andere Information
  • starker Blutkontrast

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

ohne Kontrastmittel

  • Tissue Harmonic Imaging
  • bessere lat. Auflösung

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Harmonic Imaging:

ohne Kontrastmittel

Oberschwingungen

  • nur ausgelöst im intensiven Zentralbereich der Hauptkeule
  • nehmen mit Tiefe zu
    • weniger Artefakte durch oberflächennahes Fettgewebe

Ultraschall:

Exotischere Verfahren:

Disruption

  • Intensive US-Pulse zerreißen Mikroblasen 
    • starker Schallemission
  • Signaldelay entspricht den normaler Echos aus dieser Tiefe
    • starker Blutkontrast
  • meist danach erzeugtes Bild abziehen (in dem kein Kontrastmittel mehr vorhanden ist)
    • weitere Kontrasterhöhung
  • auch therapeutisch eingesetzt
    • zur lokalen Aufhebung der Blut-Hirn-Schranke
    • Freisetzung von Medikamenten aus Proteincontainern

Ultraschall:

Anwendungsgebiete

  • Schwangerschaftsuntersuchungen
    • Fötus
  • Uterus, Eierstöcke
  • Leber, Niere, Milz, Bauchspeicheldrüse, Blase, Prostata
  • Herz
    • Bewegung
    • Transösophageale Echokardiographie TEE
      • US-Herzbildgebung von der Speiseröhre aus
  • Blutgefäß-Stenosen, Aneurysmen

Röntgen:

Grundlagen:

kurze Wellenlänge

theoretisch gute optische Auflösung

Röntgen:

Grundlagen:

Röntgenlinsen

  • nicht so einfach
  • Brechzahl \(n\) aller Stoffe im Röntgengebiet \(\approx 1\)
  • statt refraktiver Linsen
    • gekrümmte Spiegel
    • Mehrfachreflexion
    • Fresnel-Zonenplatten
      • Beugung statt Brechung

Röntgen:

Grundlagen:

Erzeugung:

Richardson-Effekt

bei hohen Temperaturen werden \(e^-\) aus Metall herausgelöst

 

Röntgen:

Grundlagen:

Erzeugung:

Lochblende

"Absaugen" und Beschleunigung mit Anode

Röntgen:

Grundlagen:

Erzeugung:

"Elektronenoptik"

ggf. Fokussierung mit Wehnelt-Zylinder (auf neg. Potential)

Röntgen:

Grundlagen:

Erzeugung

schnelle \(e^-\)treffen auf Metall (Target: Anode ohne Loch)

Röntgen:

Grundlagen:

Erzeugung:

Ablauf

  1. Richardson-Effekt
  2. Lochblende
  3. Elektronenoptik
  4. schnelle \(e^-\) treffen auf Metall

Röntgen:

Grundlagen:

Wehnelt-Zylinder

Erzeugung eines dünnen Elektronenstrahls

Röntgen:

Grundlagen:

Wehnelt-Zylinder:

Aufbau

  • Glühkathode
  • Wehnelt-Zylinder
  • Anodenblende

Röntgen:

Grundlagen:

Spektrum der Röntgenstrahlung

  • Treffen schnelle \(e^-\) auf Metall, wird Röntgenstrahlung erzeugt:
    • Bremsstrahlung
    • Charakteristische Strahlung
  • Größter Teil der Bewegungsenergie wird in Wärme umgewandelt

Röntgen:

Grundlagen:

Spektrum der Röntgenstrahlung:

Bremsstrahlung

  • \(e^-\) werden im Kernfeld abgebremst
    • beschleunigte Ladung sendet elektromagnetische Strahlung aus
  • Abbremsung in mehreren Stufen möglich
  • jede Abbremsstärke gleich wahrscheinlich, aber
    • \(\lambda_{\min}= \frac{hc}{eU} = \frac{1{,}24 nm}{U/kV}\)

Kinetische Energie der \(e^-\)

\(\text{Ladung} \cdot \text{durchlaufene Potentialdiff. } eU\)

Energie eines Photons

\(E = h\nu\)

Röntgen:

Grundlagen:

Bremsstrahlung

große Geschwindigkeit

  • Strahlung der abgegebenen Energie nicht mehr senkrecht zur Flugbahn
  • eher in Vorwärtsrichtung
    • relativitstischer Effekt

Röntgen:

Grundlagen:

Bremsstrahlung:

Elektronen vor dem Abbremsen

\(v = 0{,}7c\)

Röntgen:

Grundlagen:

Bremsstrahlung

Heel-Effekt

  • sehr flache Ausstrahlung durch Eigenabsorption in Anode gedämpft
  • stärker bei alten Anoden durch rauere Anodenoberfläche

Röntgen:

Grundlagen:

Bremsstrahlung:

Abbremsung in mehreren Stufen

  • Winkelverteilung ziemlich isotrop
  • abgesehen von Heel-Effekt

Röntgen:

Grundlagen:

Spektrum der Röntgenstrahlung:

Charakteristische Strahlung

  • Elektronen aus den inneren Schalen der Atomhülle werden herausgelöst, höherenergetische Elektronen füllen die Löcher auf und senden dabei ein Photon aus
  • Spektrum charakteristisch für Anodenmaterial
  • selten gezielt in der Röntgendiagnostik eingesetzt

Röntgen:

Erzeugung von Röntgenstrahlung:

Wirkungsgrad der Erzeugung

  • \(\eta = kUZ\)
    • mit phänomenologischer Konstante \(k = 1{,}1 \cdot 10^{-9} \frac{1}{V}\)
  • Verhältnis der gesamten Röntgenstrahlenergie (integriert über alle \(\lambda\)) zur hineingesteckten Leistung
  • Anodenstrom \(I\) mal Potentialdifferenz \(U\), also ges. El.Energie/Zeit
  • Bestimmt v.a. durch Kernladungszahl \(Z\) und \(U\)

 

Röntgen:

Erzeugung von Röntgenstrahlung:

typische Werte

  • \(Z = 74\) (Wolfram)
  • \(U = 125 kV\)
  • \(\eta \approx 0{,}01\)

Röntgen:

Erzeugung von Röntgenstrahlung:

tatsächlich verwendet

 weniger als 1% der aufgewandten Energie

durch

  • Ausblenden
  • Filterung

Lernen