Medizinische Bildgebung
Ultraschall, Röntgen, Computertomographie und MRT mit physikalischen Hintergründen
Ultraschall, Röntgen, Computertomographie und MRT mit physikalischen Hintergründen
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Lernkarten
Magnetresonanztomographie:
Überblick:
Kernspinresonanz
- keine ionisierende Strahlung
- elektromagnetische Wellen
- radiofrequency window
- \(\lambda \approx 1m\)
- Begrenzung der Auflösung nicht durch Wellenlänge
- Auflösung klinisch ähnlich wie bei CT (1mm)
- möglich \(15 \mu m\)
- zeitl. Auflösung schlechter
- Weichteilkontrast
- vielfältige Parameter messbar
Magnetresonanztomographie:
Spin
- Eigendrehimpuls
- Teilcheneigenschaft
- verknüpft mit einem magnetischen Moment in der gleichen Richtung
Magnetresonanztomographie:
Spin:
Kernspin:
allg. Drehimpuls
\(\mathbf{L} = \mathbf{r}\times \mathbf{p} = m\mathbf{r}\times \mathbf{v}\)
Magnetresonanztomographie:
Spin:
Kernspin:
allg. magnetisches Moment
\(\boldsymbol{\mu} = I \mathbf{A}\)
Magnetresonanztomographie:
Spin:
Kernspin:
Gesamtdrehimpuls des Kerns
\(\mathbf{J}\)
Magnetresonanztomographie:
Spin:
Kernspin:
verknüpft mit magnet. Moment
\(\boldsymbol{\mu} = \gamma \mathbf{J}\)
\(\gamma\): kernabhängig
Magnetresonanztomographie:
Spin:
Richtungsquantelung
- QM: Drehimpulse können im Magnetfeld nicht in jede Richtung zeigen
- Genauer: eine Messung der Drehimpulskomponente entlang des Feldes kann nur ganz bestimmte Werte ergeben
Magnetresonanztomographie:
Magnetisierung:
Gleichgewichtsmagnetisierung
- magnetisches Moment \(\boldsymbol{\mu}\) hängt zusammen mit dem "Spin"
- eine Art von Drehimpuls
- Zustände verschiedener Energie
- etwas mehr Spins \(\uparrow\) als \(\downarrow\)
- resultierende kleine Probenmagnetisierung \(\mathbf{M}\) parallel zu \(\mathbf{B}_0\)
Magnetresonanztomographie:
Magnetisierung
Formel
\(\mathbf{M} =\frac{1}{V}\sum_{i=1}^N \mu_i\)
\(N\): Anzahl der Kerne
\(V\): Probenvolumen
Magnetresonanztomographie:
Magnetisierung:
in ausgedehnten Körpern
Formel
\(\mathbf{B} = \mu_0(\mathbf{H}+\mathbf{M})\)
\(\mu_0 = 4\pi\cdot 10^{-7} \frac{Vs}{Am} \): Induktionskonstante
\(\mathbf{H}\): magnetisches Feld
\(\mathbf{B}\): magnetische Flussdichte
Magnetresonanztomographie:
Magnetisierung:
Gleichgewichtsmagnetisierung:
Formel
\(E_{\text{pot}} = -\boldsymbol{\mu}\cdot \mathbf{B}_0 = -\mu_zB_0 = -\gamma\hbar mB_0\)
Magnetresonanztomographie:
Magnetisierung:
Gleichgewichtsmagnetisierung
- Besetzungszahlunterschied und damit \(M\) ist sehr klein
- \(\mathbf{M}\) erzeugt MR-Signal
- deshalb Signal-Rausch-Verhältnis notorisch klein
- Signalerhöhung durch großes \(B_0\) oder kleine Temperatur \(T\)
Magnetresonanztomographie:
Magnetisierung:
Bewegungsgleichungen für \(\mathbf{M}\)
\(\frac{d\mathbf{M}}{dt} = \mathbf{M} \times \gamma \mathbf{B}\)
Magnetresonanztomographie:
Anregung
- nach Hochfrequenzpuls präzediert \(\mathbf{M}\) um die Richtung von \(\mathbf{B}_0\)
- Kegelöffnungswinkel nicht fest
- In einer Leiterschleife neben der Probe induziert die zeiliche Veränderung von \(\mathbf{M}\)eine kleine elek. Spannung
Magnetresonanztomographie:
Anregung:
Lamorfrequenz:
Formel
\(\omega = \gamma B\)
\(\omega\): Winkelgeschwindigkeit der Präzession
\(\gamma\): gyromagnetishces Verhältnis (kernabhängig)
\(B\): Magnetfeldstärke
Magnetresonanztomographie:
Anregung
- \(\mathbf{M}\) aus der Gleichgewichtslage parallel zu \(\mathbf{B}_0\)herausbringen
- ausgelenkter Vektor \(\mathbf{M}\) präzediert um \(\mathbf{B}_0\)
- in einem mit \(\omega_0 = \gamma B_0\) rotierenden KS' steht der Vektor still
Magnetresonanztomographie:
Anregung:
HF-Puls
- HF-Puls verändert Besetzungen der Eigenzustände
- Glgew. \(\to 90°\)-Puls \(\to\) Gleichbesetzung, \(\mathbf{M}\) transversal
Magnetresonanztomographie:
Anregung:
Lamorfrequenz
"Herunterklappen" funktioniert nur, wenn der Hochfrequenzpuls die Larmorfrequenz hat
\(\to\) Resonanz
Magnetresonanztomographie:
Relaxation:
Longitudinale und transversale Relaxation
Die Rückkehr ins Gleichgewicht besteht aus zwei Prozessen:
- longitudinale Relaxation
- transversale Relaxation
Magnetresonanztomographie:
Relaxation:
Longitudinale Relaxation
- \(T_1\)-Relaxation
- Spins "klappen um in z-Richtung"
- Spin-Gitter-Relaxation
Magnetresonanztomographie:
Relaxation:
transversale Relaxation
- \(T_2\)-Relaxation
- gegenseitige Dephasierung der Spins
- Spin-Spin-Relaxation
Magnetresonanztomographie:
Relaxation:
Gradientenecho
- macht man das Magnetfeld künstlich inhomogen durch einen Feldgradienten und macht den Effekt dann rückgängig durch Umkehrung des Feldgradienten entsteht Echo
- Gradientenecho
- nützlich um die Signalaufnahme nach dem Anregungspuls verzögern zu können
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Gradienten
- zur Ortsauflösung werden Feldgradienten benutzt
- \(\mathbf{B}_0(\mathbf{r}) = \begin{pmatrix}0\\0\\B_{00}+\mathbf{r}\cdot \mathbf{G}\end{pmatrix}\)
- \(\mathbf{G} = \text{grad} B_0(\mathbf{r}) = \nabla B_0(\mathbf{r})\)
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Schichselektion
- \(\omega_0 = \gamma B_0\)
- mache das Magnetfeld während der Anregung inhomogen
- \(\omega_0 = \gamma(B_{00}+zG_z)\)
- beschränke die Frequenzen im HF-Anregungspuls auf einen schmalen Bereich \(\Delta\omega_0\) von Frequenzen
- nur Kerne in einer Schicht werden angeregt
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Frequenzkodierung
- Readout
- mache das Magnetfeld während der Datenaufnahme inhomogen
- verschiedene im Signal enthaltene Frequenzen können durch Fourier-Transformation getrennt werden
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Schichtselektion:
wann Magnetfeld inhomogen machen?
während der Anregung
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Frequenzkodierung:
wann Magnetfeld inhomogen machen?
während der Datenaufnahme
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Phasenkodierung:
wann Magnetfeld inhomogen machen?
zwischen Anregung und Datenaufnahme
Magnetresonanztomographie:
Ortsauflösung:
Phasenkodierung
- mache das Magnetfeld zwischen Anregung und Datenaufnahme für eine kurze Zeit inhomogen
- Millisekunde
- wiederholen mit versch. Stärken des Feldgradienten
- zeitintensiv
- Fourier-transformiere das Signal bezüglich der Variablen Gradientenstärke \(G_y\)
Magnetresonanztomographie:
Hardware
- supraleitender Hauptmagnet
- HF:
- Sende- und Empfangsspulen
- phasensensitive Detektion
- 3 normalleitende Gradientenspulen
- für \(x,y,z\)
Magnetresonanztomographie:
Hardware:
Magnet
- supraleitender Magnet
- \(B_0 = 1{,}5T, 3T, \text{ bis }7T\)
- Energie im Feld bis 10 MJ
- Masse bis 100t
- großer Kostenanteil für MR-Systeme
Magnetresonanztomographie:
Hardware:
Magnet:
Quench
- plötzlicher Abbau des Magnetfelds
- Verlust der Supraleitung
- Wärmeentwicklung durch Normalleitung
- explosionsartige Ausdehnung des fl. He
- muss durch Quench-Rohr abgeführt werden
- spontan oder im Notfall künstlich ausgelöst
Magnetresonanztomographie:
Hardware:
HF-System:
Sende- und Empfangsverstärker
- Empfangssystem
- Digitalisierung nach dem Mischen mit der Trägerfrequenz
- Phasensensitive Detektion
- Quadraturdetektion
- Signal \(\in \mathbb{C}\)
- Quadraturdetektion
- Sendersystem erzeugt amplituden- und frequenzmodulierte HF-Pulse
Magnetresonanztomographie:
Hardware:
HF-System:
HF-Spulen
- oft Tx/Rx
- zum Senden und Empfangen verwendet
- meist 1 Ganzkp.-Spule eingebaut direkt innerhalb der Gradienten
- andere Spulen ansteckbar
- \(||\mathbf{B}_1|| \approx 10^{-4}T\)
- Empfang
- \(U_{ind} \approx \mu V\)
- rel. neu
- paralele Bg. Teil der Ortsauflösung durch viele Spulen mit unterschiedlichen räumlichen Empfangsbereichen realisiert
Magnetresonanztomographie:
Hardware:
Gradientenspulen
- 3 Spulen die Feldgradienten in \(x,y,z\) erzeugen
- Nulldurchgang des Zusatzfeldes in Magnetenmitte
- typisch
- 40 mT/m (Ganzkp.)
- \(I \approx 600A\)
- normalleitend
- wassergekühlt
- schnell schaltbar
- \(200 \mu s\)
- Schalten soll wenig Wirbelströme im Kryostaten erzeugen
- Linearität der Gradientenfelder
- Geräuschentwicklung
Magnetresonanztomographie:
Nyquist-Theorem
Abttasttheorem
- Abtastfrequenz muss mindestens doppelt so hoch wie die höchste im Signal vorkommende Frequenz sein
- \(f_{\text{Abtast}} \ge 2\cdot f_{\max}\)
Magnetresonanztomographie:
Nyquist-Theorem:
in Readout-Richtung
Bandbreite
- \(BW = \frac{1}{t_{dw}}\)
- \(t_{dw}\): Zeit zwischen 2 Abtastpunkten
- Dwell Time
- \(t_{dw}\): Zeit zwischen 2 Abtastpunkten
Magnetresonanztomographie:
Nyquist-Theorem:
in Readout-Richtung
- Tiefpassfilter zur Rauschunterdrückung
- kl. \(t_{dw}\)
- gut wegen Nyquist
- schlecht wegen Rauschen
- breiter Filter nötig lässt Rauschen durch
- Abwägung SNR/Messzeit
Magnetresonanztomographie:
Bildgebungssequenzen:
SE, Spin-wrap:
Nachteil
Phasenkodierung zeitaufwendig
\(\to\) bewegungsempfindlich
Magnetresonanztomographie:
Bildgebungssequenzen:
SE, Spin-wrap:
Vorteile
- hohe räuml. Auflösung erreichbar
- Point spread function in PE-Richtung ideal
- \(\delta\)-Funktion