Medizinische Bild- und Signalverarbeitung

Bildbe- und -verarbeitung, Signalverarbeitung, Mustererkennung

Bildbe- und -verarbeitung, Signalverarbeitung, Mustererkennung


Lina Schad
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung auf Universitätsniveau. Sie decken Bereiche wie Bildregistrierung, Segmentierung, Klassifikation und die Verarbeitung von Signalen wie EEG und fMRT ab. Die Karteikarten vertiefen sich in mathematische Konzepte wie den Mahalanobis-Klassifikator, Faltung und morphologische Operationen. Sie sind ideal für Studierende und Forscher, die sich mit der Analyse und Interpretation medizinischer Bilder und Signale befassen, um präzise Diagnosen und Behandlungspläne zu erstellen.
Cartes-fiches
258
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Informatique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
02.04.2014 / 17.02.2015

Cartes-fiches

DICOM-Bildformat

  • Bildzusatzinformationen
  • Patientendaten
  • Untersuchungsdaten
  • Beschreibung der bildgebenden Geräte
  • Beschreibung von Bildeigenschaften
  • ...

Rauschen und Artefakte

  • Medizinische Bilder werden durch verschiedene Rauscheinflüsse und Artefakte beeinflusst
  • das "wahre" Bild wird von Rauschen und Artefakten überlagert
  • Rauschen und Artefakte sind messtechnisch bedingte Bildstörungen, die die Bildqualität verschlechtern

Rauschen

  • Stochastische (zufällige) Variation der Pixelwerte
  • Auch in vollständig homogenen Bildregionen schwanken die Pixelwerte (um den "wahren Wert")

Artefakte

  • Deterministische Bildstörungen
  • Kunstprodukt

Artefakte:

Allgemeine Ursachen

  • Bewegung des Patienten bei der Messung
    • Bildunschärfen
  • Partialvolumeneffekte
    • Verfälschte Signalwete in den Randbereichen der Bildstrukturen
    • Bildunschärfen im Randbereich der Bildstrukturen

Artefakte:

Bilderzeugungsspezifische Ursachen

  • Artefakte durch Metallimplantate im CT
  • Magnetfeldinhomogenitäten in der MRT
  • Lokalisationsfehler, Schattenbildung und Mehrfachreflexionen in der Sonografie

Partialvolumeneffekt

Ursache

Mischung verschiedener Gewebe in einem Voxel

Partialvolumeneffekt

Effekt

  • Durch die Diskretisierung wird den Kantenvoxeln der Mittelwert der gemischten Gewebe zugeordnet
  • Gemessene Bildsignalwerte sind abhängig vom Mischungsverhältnis der gemischten Bildstrukturen

Partialvolumeneffekt

Folgen

  • Erschwert die Charakterisierung von Geweben anhand typischer Pixelwerte
  • Führt zu Verschmierung von Gewebeübergängen
    • Erschwert die Segmentierung medizinischer Bildstrukturen

Rauschen

  • Messtechnisch bedingte, zufällige Variation der Bildsignalwerte in homogenen Matrialien und Geweben
  • Rauschfreie Daten können in der Praxis nicht erzeugt werden
  • Summe der Rauscheffekte wird häufig durch Gauß-Verteilung modelliert
  • Erschwert die Segmentierung und Erkennung medizinischer Bildstrukturen

Rauschen:

Rauscheffekte

  • Abhängig von der bildgebenden Technik
  • Photonenrauschen
  • thermisches Rauschen
  • Detektorrauschen
  • Quantisierungsrauschen

Signal-Rauschverhältnis

  • SNR: Signal to Noise Ratio
  • \(SNR = \frac{\bar S}{\sigma_{Rauschen}}\)
    • \(\bar S\) : Mittlerer Bildsignalwert
    • \(\sigma_{Rauschen}\): Standardabweichung des Rauschens

SNR

Standardabweichung des Rauschens

  • kann in homogenen Bildregionen bestimmt werden
    • z.B. im Bildhintergrund

SNR

hohes Verhältnis

kontrastreiches Bild

SNR

geringes Verhältnis

Verschwimmen der Abgrenzungen verschiedener Bildobjekte - kontrastärmer

Histogramme

  • graphische Darstellung der Häufigkeitsverteilung eines metrischen Merkmals
  • zur Generierung werden die Daten vollständig und disjunkt in Klassen (Intervalle, Zellen) eingeteilt
  • Errichtung direkt aneinander angrenzender Rechecke über den Klassen
    • Flächeninhalt stellt (relative) Klassenhäufigkeit dar
    • Höhe stellt absolute oder relative Haufigkeit dar

Normalisiertes Histogramm

  • Verwendungen relativer Häufigkeiten \(h(I_j)\)
  • Verteilung der relativen Häufigkeiten der Pixelwerte im normalisierten Histogramm ist unabhängig von der Anzahl der Pixel

Kummulative Histogramme

  • auch Summenhistogramme genannt
  • werden die relativen Histogrammhäufigkeiten \(h(I_j)\) aufsummiert, so bildet die gewonnene Kurve eine Approximation der Verteilungsfunktion der Pixelwerte

Typisierung von Bildverarbeitungsoperationen

  • Punktoperationen
  • Lokale Operationen
  • Globale Operationen

Punktoperationen

Das Ergebnis einer Operation an einer Bildkoordinate \((x,y)\) hängt nur vom dort auftretenden Pixelwert \(f(x,y)\) ab

Lokale Operationen

Das Ergebnis eienr Operation an einer Bildkoorinate \((x,y)\) hängt nur ab von Pixelwerten, die in der Nachbarschaft dieses Pixels auftreten

Globale Operationen

Das Ergebnis einer Operation an einer Bildkoordinate \((x,y)\) ist von (fast) allen Pixelwerten eines Bildes abhängig

Punktoperationen

Beispiele

  • Histogrammtransformation
  • Arithmetische und logische Bildoperationen
    • Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division von Bildern
    • AND, OR, XOR, NOT-Operationen bei Binärbildern
    • Invertieren von Bildern
  • Schwellwertsegmentierung

Lokale Operationen

Beispiele

  • Filtertechniken
    • Kantenfilter
    • Glättungsfilter
  • Morphologische Bildoperationen

Globale Operationen

Beispiele

  • Starre und affine Bildregistrierung
  • Analyse von Clustern in Bildern
  • Mustererkennung in Bildern

Histogrammtransformationen

  • verändern Grauwertverteilung des Bildes zur Verbesserung des visuellen Bildeindrucks bezogen auf
    • Helligkeit
    • Kontrast
    • Farbton (beim Mehrkanalbild)
  • Angewandt auf Grauwertbilder werden sie durch Grauwerttransformation realisiert
  • häufig eingesetzte Verfahren zur Bildverbesserung
  • Vorverarbeitung für die nachfolgende Analyse
  • gehören zur Klasse der Punktoperationen

Grauwerttransformation

  • Grauwertbild \(f\) mit dem Wertebereich \(W_M = G = \{0,1,\dots , 255\}\)
  • Grauwerttransformation \(T\) ist eine Abbildung
    • \(T: G \to G\)
  • Anwendung von \(T\) auf Bild \(f\) liefert ein Ergebnisbild \(e\) mit
    • \(e(x,y) = T(f(x,y))\)
    • mit \(0 \leq x \le N_x, 0 \le y \le N_y\)

Lineare Skalierung der Grauwerte

Funktion \(T\) ist (stückweise) linear

\(T(g) = \begin{cases} 0, & \text{ falls } (g+a)b < 0\\ (g+a)b, & \text{ falls } 0 \le (g+a)b \le 255\\ 255, & \text{ falls } (g+a)b > 255\end{cases}\)

 

Histogrammdehnung

Ziel

Automatische Kontrasterhöhung unter Beibehaltung der Histogrammstruktur

Histogrammdehnung

Methode

  • Lineare Skalierung zur Ausnutzung des gesamten Grauwertbereiches \([0, \dots, 255]\) für die Visualisierung des Grauwertbildes
  • Abstände zwischen den Grauwerten werden vergrößert

Histogrammdehnung

Problem

Einzelne Ausreißer können starken Einfluss auf das Bild haben

Fensterung

Motivation

  • 4096 mögliche Signalabstufungen pro Pixel in DICOM-Bildern
  • 256 Grauwerte (8 bit) können auf normalen Monitoren dargestellt werden

Fensterung

Ziel

Flexible Darstellung der hochaufgelösten Bildinformation unter Betonung unterschiedlicher Aspekte

Fensterung

Methode

  • Benutzer definiert interaktiv ein Signalintervall \([S_{\min}, S_{\max}]\)
  • Diese Signale werden über den vergfügbaren Grauwertbereich \([0,\dots, 255]\)
  • Strukturen mit Pixelwerten im Signalintervall \([S_{\min}, S_{\max}]\) werden kontrastiert dargestellt
  • Strukturen mit Pixelwerten \(\le S_{\min}\)werden schwarz dargestellt (ausgeblendet)
  • Strukturen mit Pixelwerten \(\ge S_{\min}\) werden weiß dargestellt

Fensterung

  • Level-Window-Operation
  • Spezialfall der linearen Skalierung

Linearer Histogrammausgleich

Ziel

  • Veränderung des Bildes durch Punktoperation, so dass eine Gleichverteilung der Grauwerte im Bild entsteht
  • Erreicht wenn kummulatives Histogramm einen linearen Verlauf hat
  • daher auch Histogrammlinearisierung genannt
  • für med. Bilder nicht geeignet, weil zu viel Grauwerte auf Hintergrund verwendet werden

Signalerfassende Verfahren

Naturen

  • elektrische
  • magnetische
  • mechanische
  • chemische

Signalerfassende Verfahren

Beispiele

  • EKG
  • EEG
  • Magnetoenzephalographie (MEG)
  • Elektromyographie (EMG)
  • Elektroretiongraphie

Elektroenzephalographie

  • Methode zur Messung der summierten elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche
  • graphische Darstellung dieser Schwankungen
  • verbreitete Untersuchungsmethode in der Neurologie

EEG
Grundlagen

  • Ursache gem. Potenzialschwankungen
    • physiologische Vorgänge in einzelnen Gehirnzellen bei der Informationsverarbeitung im Gehirn
  • von einzelnen Neuronen erzeugte Potneziale addieren sich in Abhängigkeit von Ihrer räumlichen Anordnung auf
  • Entstehung von Potenzialänderungen
  • für klinische Bewertung Aufzeichnung in mind. 12 Kanälen von verschiedenen Elektrodenkombinationen

Étudier