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Lernkarten
Wie sieht die Klassische Arbeitsnachfragefunktion aus?
Die Arbeitsnachfrage BN ist negativ vom Lohnssatz abhängig. Je höher der (Real-) Lohnsatz lr ist, umso weniger Arbeiter werden eingestellt. Eine zu geringe Beschäftigung B ist dann durch zu hohe Löhne verursacht.
Von welchen Faktoren hängt es ab in der klassichen Theorie, in welcher Menge die Haushalte Arbeitskraft anbieten?
1) Freizeitpräferenz
Wie wichtig ist dem Haushalt die Freizeit.
2) Reallohnsatz
Gibt das Verhältnis von Nominallohnsatz und Preisniveau und damit die Kaufkraft des Lohnes an.
Was bedeuten die folgenden Begriffe in der amtlichen Statistik?
- Erwerbspersonenpotenzial
- Erwerbstätitgen
- registrierte Arbeitslose
- stille Reserven
- Erwerbspersonenpotenzial (=Arbeitsangebot)
- Erwerbstätitgen (=Arbeitsnachfrage)
- registrierte Arbeitslose (=Erwerbspotenzial - Erwerbstätigen)
- stille Reserve (nicht gemeldete Arbeitslose)
Welche Formen der Arbeitslosigkeit gibt es?
1) konjunkturelle Arbeitslosigkeit
entsteht mittelfristig durch Konjunkturschwankungen: anhaltender Rückgang im Konsum-, Investitions- oder Exportbereich
2) Wachstumsdefizitarbeitslosigkeit
entsteht langfristig, wenn das Produktionspotenzial durch unterbliebene Investitionen als zu gering betrachtet wird, als dass sämliche Arbeitssuchenden durch zusätzliche Produktionsmöglichkeiten Arbeit fänden.
3) saisonale Arbeitslosigkeit
kurzfristig und jahreszeitlich bedingt (Baugewerbe, Landwirtschaft, Saisonberufe)
4) strukturelle Arbeitslosigkeit
mittel- bis langfristig. Die Struktur der Nachfrage nach Arbeitskräften stimmt nicht mit der Struktur des Angebots überein. (sektorale Hinsicht: durch technologischer Fortschritt), (regionale Hinsicht: durch fehlende Mobiität)
5) friktionelle Arbeitslosigkeit (aka Such- oder Fluktuationsarbeitslosigkeit)
kurzfristig. Wenn der Beginn einer neuen Beschäftigung sich nicht nahtlos an den Verlust bzw. die Aufgabe eines Arbeitsplatzes anschließt. (z.B. Informationsmängel)
strukturelle Arbeitslosigkeit + friktionelle Arbeitslosigkeit = natürliche Arbeitslosigkeit (Arbeitslosigkeit, die nicht auf einen Gesamtmangel an Arbeitsplätzen zurückzuführen ist, sondern nur so lange besteht, bis die Arbeitnehmer lernwillig, mobil und informationswillig genug sind, um ihr Arbeitsangebot der aktuellen Nachfrage anzupassen)
Wie sieht das Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt im System der Klassik aus (Vollbeschäftigung)
- bei einem Reallohn lr0 entspricht das Arbeitsangebout Ba der Arbeitsnachfrage Bn.
- bei diesem Reallohn gibt es keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit, also weder konjunkturelle, wachstumsdefizitbedingte noch saisonale.
- Voraussetzung ist, dass der Reallohn lr vollkommen flexibel ist, um Anpassungen wie auf dem Gütermarkt zu ermöglichen.
Wie sieht das Arbeitsmarktungleichgewicht aus im System der Klassik? (siehe Abbildung 21, Seite 58)
- nach klassischer Auffassung kann sie nicht von langer Dauer sein, da der Arbeitsmarkt wie der Gütermarkt als Konkurrenzmarkt betrachtet wird: danach würde eine vollständige Flexibilität der Löhne nach unten im Modell wie auf dem Gütermarkt dazu führen, die Arbeitsnachfrage zu erhöhen und das Arbeitsangebot zu reduzieren, wodurch die Vollbeschäftigung erreicht werden könnte
- Arbeitslosigkeit kann nach klassischer Auffassung nur dann von Dauer sein, wenn die Löhne nicht so flexibel sind, dass sie so weit sinken können, bis das Vollbeschäftigungsgleichgewicht erreicht ist. Die Gründe für diese mangelnde Flexibilität könnten in gesetzlichen Vorschriften oder in der Existenz von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden liegen, die die Tarifverträge außerhalb des Arbeitsmarktes festlegen und somit den Marktmechanismus außer Kraft setzen. Aus diesem Grund verlangen Arbeitgebervertreter regelmäßig die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
Wie erklärt die keynesiaische Theorie das Arbeitsmarktungleichgewicht ? (Abbildung 22)
- ihre Stärke: sie ist - auch theoretisch - in der Lage, eine lang andauernde Arbeitslosigkeit zu erklären.
- nicht verwunderlich, da diese Theorie als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise und die damals herrschende Massenarbeitslosigkeit entstand.
- Sie zweifelt an den Selbstregulierungsfähigkeiten des klassischen ökonomischen Systems, also insbesondere auch an dessen Vollbeschäftigungsautomatismus.
- Keynes zweifelt also an der Wirksamkeit des Lohnmechanismus zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Für ihn war der Arbeitsmarkt kein Markt mit den funktionierenden Gesetzen wie für klassische Ökonomen, sondern ein Markt, auf dem eine lange anhaltende Unterbeschäftigung bestehen konnte. Die Lösung liegt seienr Meinung nach in einer Stärkung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.
Übungsaufgabe 017
Von welchen beiden Faktoren hängt die Nachfrage nach Arbeit eines Unternehmens generell ab?
- Nachfragesituation auf den Konsumgütermärkten
- Kostensituation, insbesondere den Personalkosten
Übungsaufgabe 018
Nach welchem Theorieansatz sinkt die Arbeitsnachfrage der Unternehmen mit steigendem Lohn? Welcher Verlauf der Produktionsfunktion wird dabei unterstellt?
Nach der klassischen Theorie weren die Löhne ausschließlich als Kosten betrachtet. Sieht man man zur Vereinfachung von Material- und Kapitalkosten ab, dann bestehen die zusätzlichen Kosten (Grenzkosten) eines Unternehmens bei einer Neueinstellung eines Arbeiters ausschließlich aus dessen Lohn. Solange der Wert der Güter, die dieser Arbeiter produziert (Grenzprodukt), größer ist als die Grenzkosten (Lohn), wird ein Unternehmen zusätzliche Arbeiter einstellen. Nach den Annahmen der ertragsgesetzlichen Produktionsfunktion ist das Grenzprodukt der Arbeit bei partieler Faktorvariation zwar immer positiv, aber mit zunehmendem Faktoreinsatz abnehmend. Das Unternehmen dehnt nach den Annahmen der Gewinnmaximierung den Faktoreinsatz so lange aus, bis das Grenzprodukt dem Lohn entspricht. Nach dieser Annahme ist die Arbeitsnachfrage negativ vom Lohnsatz abhängig. Je höher der (Real-) Lohnsatz lr ist, umso weniger Arbeiter werden eingestellt. Eine zu geringe Beschäftigung B i st dann durch zu hohe Löhne verursacht.
Übungsaufgabe 19
Wie heißt diese Funktion? Wie ist das senktrecht verlaufende Teilstück zu erklären?
- Bei dieser Kurve handelt es sich um eine keynesianische Arbeitsnachfragefunktion.
- Ein Teil der Kurve verläuft senkrecht, weil eine Beschäftigung über B0 hinaus auch bei Reallohnsenkungen so lange nicht ausgedehnt werden kann, wie dazu die gesamtwirtschaftliche Nachfrage fehlt.
- B0 ist also die Beschäftigung bei der entsprechenden effektiven Güternachfrage.
Übungsaufgabe 020
- Von welchen Faktoren hängt die Menge der Arbeit ab, die die Haushalte anbieten?
Nach der klassischen Thorie hängt das Arbeitsangebot der Haushalte von 2 Grössen ab:
- Freizeitpräferenz (wie wichtig ist dem haushalt die Freizeit)
- Lohnsatz
Die klassische Theorie geht davon aus, dass sich das Arbeitsangebot am Reallohnsatz orientiert.
Keynes macht eine Ausnahme: er verweist in seiner Version der Arbeitsangebotsfunktion auf die Starrheit der Löhne nach unten und geht von der Vermutung aus, dass sich Arbeiter und Gewerkschaften einer Lohnsenkung widersetzen, die einen bestimmten Mindestlohn unterschreitet.
Übungsaufgabe 021
Wie sieht die Arbeitsangebotfunktion in der klassischen und keynesianischen Theorie aus? Zeichnen Sie beide Funktionen in ddas Diagramm ein.
Die fette Linie ist die keynesianische Arbeitsangebotsfunktion und die gestrichelte die klassiche.
Übungsaufgabe 022
Was ist der Unterschied zwischen den Erwerbspersonen und den Erwerbstätigen?
- Erwerbstätigen = Teilmenge der Erwerbspersonen
- Erwerbspersonen = Summe aus Erwerbstätigen und registrierten Arbeitslosen
Übungsaufgabe 023
Was bezeichnet die Arbeitsmarktstatistik als Stille Reserve?
Personen, die erwerbsfähig und erwerbswillig, aber nicht bei der Bundesanstalt für Arbeit als arbeitslos gemeldet sind, weil sich diese Personen keine oder geringe Chancen ausrechnen, einen Arbeitsplatz zu finden oder keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben.
Übungsaufgabe 024
Wie ist die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik definiert? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote etwa?
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Übungsaufgabe 025
Welche 5 Formen der Arbeitslosigkeit werden unterschieden? Erklären Sie diese kurz.
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Übungsaufgabe 026
Was meinte Friedman mit dem Begriff "Natürliche Arbeitslosigkeit"?
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Übungsaufgabe 027
Warum kann nach klassicher Auffassung ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt nur von kurzer Dauer sein?
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Übungsaufgabe 028
Zeichen Sie in das folgende Diagramm ein, welcher Strecke die Arbeitslosigkeit entspricht.
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Was ist Reallohn?
Der Reallohn ist in der Volkswirtschaftslehre der Lohn, der der tatsächlichen Kaufkraft entspricht, das heißt der Gütermenge, die bei gegebenen Lebenshaltungskosten mit dem Nominallohn tatsächlich eingekauft werden kann. Der Reallohn hängt eng mit dem Lebensstandard zusammen. Als statische Größe eher unbedeutend, wird der Reallohn vor allem zum Vergleich zwischen Perioden (Reallohnentwicklung) und Wirtschaftsräumen angewandt. Der Reallohn ist eng verbunden mit dem Grenzprodukt der Arbeit. Ein Unternehmen im Wettbewerb stellt solange Arbeitskräfte ein, bis das Grenzprodukt der Arbeit mit dem Reallohn übereinstimmt. Für Konsumenten bzw. Arbeitnehmer aber auch für Unternehmen ist der Reallohn entscheidend, nicht der Nominallohn. Das Interesse der Arbeitnehmer besteht darin, wie viele Güter und Dienstleistungen sie mit ihren Löhnen kaufen können, nicht wie viele Euro sie am Monatsende erhalten bzw. bekommen. Entscheidend ist also die Höhe des Lohns in Form von Gütereinheiten, der so genannte Reallohn. Betrachtet man die Unternehmen, so ist nicht der an die Beschäftigten gezahlte Nominallohn entscheidend, sondern welchen Nominallohn die Unternehmen im Verhältnis zum Preis des produzierten Endprodukts zahlen. Auch hier ist der Reallohn die entscheidende Komponente.