Makroökonomie 2 - Kapitel 1
Wachstumstheorie
Wachstumstheorie
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Flashcards
Outside lag
- Zeit zwischen Einsatz der wirtschaftspolitischen Maßnahmen und deren Wirken auf die volkswirtschaftliche Zielgröße
- Bei der Fiskalpolitik ist der Outside lag kaum ein Problem, da fiskalpolitische Maßnahmen und die staatliche Ausgabenpolitik unmittelbar auf das verfügbare Einkommen der Haushalte wirken
- z.B. MwSt-Erhöhung
- Bei der Geldpolitik spielt der Outside Lag eine große Rolle, denn z.B. eine Zinsänderung nur indirekt (unter anderem über den WK) und mit Verzögerung auf das Einkommen wirken
Lucas-Kritik
- bei der Wirkungsanalyse wirtschaftspolitischer Maßnahmen ist zu berücksichtigen, dass sich die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte ändern können
- die fehlende Berücksichtigung von politikinduzierten Erwartungsänderungen führt zu falschen Ergebnissen bei der Simulation der Effekte wirtschaftspolitischer Maßnahmen
- Lucas-Kritik führt zur vermehrten Verbreitung der Annahme rationaler Erwartungen in Makro-Modellen
- z.B. eine expanisve Geldpolitik verändert die Preiserwartung der Individuen und verschiebt deshalb die Phillips-Kurve, was die ursprüngliche Wirkung der expansiven Geldpolitik beeinflusst
Automatische Stabilisatoren
- z.B. Ausgaben- oder Einnahmenkomponenten, die (mit dem entsprechenden Vorzeichen) auf zyklische Schwankungen reagieren
- beheben insbesondere den Inside Lag bei fiskalpolitischen Maßnahmen. Im Falle eines Schocks wirken sie automatisch und fast zeitgleich in die entgegen gesetzte Richtung des Schocks
- z.B. progressive Steuersystem, Arbeitslosenunterstützung
Vorteile von automatischen Stabilisatoren
- nicht nur schnelle Reaktion auf Schocks, auch automatischer Rückgang, wenn der Schock vorrüber ist (z.B. Arbeitslosenversicherung) Inside lag ist praktisch 0
- dadurch Glättung der Konjunkturausschläge, weniger Unsicherheit für Arbeitnehmer und Unternehmen
- keine politischen Probleme, die Stabilisierungsmaßnahmen werden automatisch zurückgefahren (wie sonst z.B. bei Subventionen)
Nachteile von automatischen Stabilisatoren
weniger Flexibilität der Staatsausgaben, daher eventuell kein Spielraum für andere Maßnahmen
Stabilitäts- und Wachstumsgesetz
- Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
- hoher Beschäftigungsgrad
- stabiles Preisniveau
- Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
Regeln im Bereich der monetären Ökonomik
- Feste Wachstumsrate für die Geldmenge
- Nominales BIP-Ziel
- Inflationsziel
- Zinssetzung (Taylor-Regel)
Messprobleme der Staatsverschuldung
- Inflationsbereinigung
- Kapitalvermögen des Staates
- Implizite staatliche Verpflichtungen
- Generationenbilanzierung
- Generationengerechtigkeit
- Konjunkturbereinigung
Inflationsbereinigung
Inflations sorgt dafür, dass die Kaufkraft des Geldes im Zeitverlauf sinkt. Daher sinkt die Schuldenlast bei Inflation in Kaufkrafteinheiten. Aus diesem Grund ist es interessant, die Realverschuldung des Staates zu berechnen
Kapitalvermögen des Staates
- eigentlich auch Berücksichtigung des Kapitalvermögen des Staates z.B. eigene Unternehmungen, Straßen, Gebäude usw.
- aus ökonomischer Sicht entspricht eine Privatisierung eines öffentlichen Unternehmens einem Aktivtausch, tatsächlich ändert sich die Vermögenssituation des Staates nicht
- juristisch kann der Staat jedoch eine geringere Verschuldung aufweisen
- Problem: Abgrenzung und Bewertung des staatlichen Kapitalvermögens sehr schwierig
Implizite staatliche Verpflichtungen
- aus impliziten Verpflichtungen sollten explizite Rückstellungen werden, die das ausgewiesene Defizit des Staates vergrößern würden
- Problem: Bewertung der impliziten Verpflichtungen ist oft schwierig
Generationenbilanzierung
- Versuch, tatsächliche Belastung bestimmter Generationen durch staatliche Entscheidungen transparent zu machen
- Problem: Große Unsicherheit in der Bewertung der staatlichen Verpflichtungen über die Zeit
Konjunkturbereinigung
- Defizite in einer Periode sind nicht unbedingt der Ausdruck bestimmter Politikmaßnahmen, sondern sie sind außerhalb der direkten Kontrolle der Wirtschaftspolitik
- Berechnung des konjunkturbereinigten Defizites
- Problem: der hypothetische Potentialoutput muss geschätzt werden und anschließend die hypothetischen Ein- und Ausgaben des Staates bei normaler wirtschaftlicher Aktivität
Keynesianische Sichtweise
Schuldenfinanzierte Ausgabenerhöhungen G oder Steuersenkungen T erhöhen das BIP
Ricardianische Sicht
- stellt den Zusammenhang der Keynesianischen Sichtweise in Frage
- unter der Annahme rationaler Erwartungen verhalten sich die HAushalte vorausschauend, d.h. die heutige Generation berücksichtigt auch die Situation zukünftiger Generationen
Einschränkungen des Ricardianischen Modells
- Kurzsichtigkeit
- Finanzierungsbeschränkungen
- Zukünftige Generationen
Kurzsichtigkeit
- eventuell sind die Haushalte gar nicht in der Lage, die Konsequenzen von Veränderungen der Staatsausgaben vorherzusehen
- damit finden keine vollständige Anpassung der privaten Ausgaben an die schuldenfinanzierten Staatsausgaben statt
- Begründungsansätze: Hashalte nicht vollkommen rational oder Kosten der Informationsbeschaffung zu hoch
Finanzierungsbeschränkungen
- für kreditbeschränkte HAushalte hat das heutige Einkommen eine große Bedeutung für den Konsum, z.B. durch kreditfinanzierte Steuersenkungen
- im ricardianischen Modell hingegen wird der Konsum durch's Lebenseinkommen bestimmt
- künftige Einkomme sind typischerweise ungewiss, es wird im Allg. ein zu geringes Kreditvolumen von der BAnk zur Verfügung gestellt
- Kreditbeschränkte Haushalte sind nciht in der Lage ihren Konsum zu glätten, ihr Konsum wird größtenteils durch das heutige Einkommen bestimmt
Zukünftige Generationen
die Annahme, dass die heutige Generationen den Einfluss ihrer Entschiedungen auf die Enkelgeneration internalisiert, schließt aus, dass sich die heutige Generation verschuldet, aber dann die Rückzahlung der Kredite zukünftigen Generationen überlässt
Steuerglättung
- Anstieg des Steuersatzes führt zu überproportional hohen Kosten für die Allokationseffizienz durch Verzerrungen des Preissystems
- diese Verzerrungen können durch zeitlich konstant gehaltenen Steuersätzen verringert werden