M16

Sem 4

Sem 4


P. A.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie und Physiologie des Auges und Ohrs, mit Fokus auf die Untersuchung und Diagnose von Störungen. Sie behandeln Themen wie die Riech- und Geschmacksprüfung, die Untersuchung des Trommelfells und der Haar- zellen, sowie die Anatomie der Linse und des Bulbus. Diese Karteikarten sind ideal für Medizinstudierende und Ärzte, die ihr Wissen über die Sinnesorgane vertiefen und ihre diagnostischen Fähigkeiten verbessern möchten.
Cartes-fiches
137
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
26.05.2016 / 03.11.2023

Cartes-fiches

Messung AUgeninnendruck

Prüfung Augeninnendruck: Palpieren im Seitenvergleich, Tonopen: Kinder, Konsil
non contact tonometrie: durch Hilfspersonal durchführbar
Goldmann Tonometrie: Goldstandard
Schiötz Tonometrie: kleine Lidspaltenweite, Erosiones

Physik Lichtstrahlen

Lichtstrahl in unterschiedlichen Medien: sin alpha / sin beta = c1/c2, c = Lichtgeschwindigkeit
=> Fermat Prinzip: Der Lichtweg zwischen zwei Punkten hat verglichen mit möglichen Nachbarwegen einen Extremwert
=> Licht nimmt den schnellsten, nicht den kürzesten Weg ~ Lichtgeschwindigkeit in dem Medium

Brechungsindex: n = cvak/cmed => Snellius: sin alpha / sin beta = n2/n1
=> Es ändert sich die Geschwindigkeit c, die Wellenlänge, aber nicht die Frequenz (und der Energiegehalt)
=> Brechung

Signalkaskade Rhodopsin

Absorption von Lichtquanten durch Rhodopsin: 11 cis Retinal -> All trans Retinal -> Metarhodopsin II -> Aktiviert Transducin -> aktiviert Phsophodiesterase -> cGMP sinkt -> Natrium und Calciumkanäle schließen -> gNa und Ca sinkt -> Hyperpolarisation -> Glutamatfreisetzung sinkt -> cGMP steigt -> Kanäle öffnen -> Depolarisation
Metarhodopsin II wird durch Phosphorylierung und Bindung an Arrestin inaktiviert, all trans Retinal wird zurückverwandelt

Vit A ~ Retinal

Vit A: Quelle des Retinals: Retinol || Retinal || Retininsäure || beta Carotin

Resorption und Transport von Retinol:
Darmlumen: Beta Carotin -> Retinolester -> R OH Retinol
beta Carotin + ROH werden resorbiert -> umgebaut zu Retinolester -> Chylomikrone

1. Die verschiedenen Anteile des knöchernen und des häutigen Labyrinths erläutern und auf Abbildungen oder an Modellen zuordnen
+ 5. Die Lage des Innenohrs im Felsenbein und seine Gliederung in häutiges und knöchernes Labyrinth beschreiben

=> Innenohr

Embryonal: Ohrblase -> Labyrinthanlage
Labyrinth: Komplex gestaltetes System aus kleinen Knochenhohlräumen und darin eingebetteten Gangsystemen im Felsenbein, Sitz des Innenohrs
=> Schnecke (Labyrinthus Cochlearis) + Vorhoflabyrinth (Labyrinthus Vestibularis) vs Histologisch: Knöchernes Labyrinth (Labyrinthus osseus) + Häutiges Labyrinth (Labyrinthus Membranaceus)

Knöchernes Labyrinth: Mit dem Periost ausgeschlagenes Gangsystem im Felsenbein: Vorhof (Vestibulum Labyrinthi), Bogengänge (Canales Semicirculares Ossei) + Schnecke (Chochlea)
In das Knöcherne Labyrinth ist das aus Epithelzellen aufgebaute Labyrinth eingebettet, zwischen Knochen + Labyrinth befindet sich die Perilymphe

Häutiges Labyrinth: Feine Epithelmembran, die in knöchernes Labyrinth eingebettet ist, entwickelt sich aus dem Ohrbläschen und ist mit Endolymphe gefüllt => Endolymphatisches System
=> Ductus Cochlearis, Ductus Utriculosaccularis, Ductus Reuniens, Ductus Endolymphaticus, Saccus Endolymphaticus
Maculaorgane: Sacculus + Utriculus
Bogengänge

=> Posteriorer Bogengang parallel zum Felsenbein, Anterior 90 Grad Anterior davon, Lateraler / Horizontaler Bogengang davon 30° Horizontal dazwischen

Blutversorgung: A Basilaris -> A Labyrinthi

=> Lerne lieber Vehs Skript mit !!!

2. Aufbau und Funktionsweise von Sacculus und Utriculus beschreiben

Translationsbewegung:

Vertikal: Sacculus: Macula Sacculi (Statolithenmembran) + Sinnesepithel (Haarzellen Typ I + II, Stützzellen)
Horizontal: Utriculus: Macula Utriculi (Statolithenmembran) + Sinnesepithel

Sacculus liegt gebogen Vertikal, Utriculus Horzizontal, Zusammen Verschlatung zur dritten Raumrichtung

=> Typ I + II Haarzellen, Kinozilien, Wabenschicht, Gelatinschicht + Statokonienschicht + Striola

Statolithen (Kalziumkarbonatkristalle): Ziehen bei Linearbeschleunigung durch ihre Masseträgheit die Gallermasse mit -> Scherbewegung der Stereozilien und Kinozilien
=> Stereozilien nehmen der Größe nach zur Kinozilie zu
=> Exzitation (In Richtung Kinozilie): Öffnung Dehnungsabhängiger Kationenkanäle in den Stereozilien
Inhibition: Schluss der Kanäle

Sacculus: Kleiner als Utriculus, in Recessus Sphaericus des Vestibulum Labyrinthi eingebettet, nahe der Scala Vestibuli
Vorderer Teil: ovale Epithelerhebung, 2mm lange Macula Sacculi + Sinneszellen => Afferenz zum N VIII
Ductus Utriculosaccularis  mit dem Utriculus verbunden, Ductus Endolymphaticus durch den Aquaeducuts Vestibuli -> Saccus Endolymphaticus auf der Hinterfläche des Felsenbeins -> Dura mater
Ductus Reuniens: SAcculus mit Ductus Cochlearis des häutigen Labyrinths verbunden

Utriculus: Größer als Sacculus, abgeplattet elliptisch, Oberer hinterer Teil des Vestibulum Labyrinthi im Recessus Ellipticus
Boden: 2-3mm lange, ovale Epithelerhebung, Sinneszellen: Macula Utriculi => N Utricularis + Utricuampullaris -> N VIII
Posteriore Wand: 5 Mündungsstellen der Bogengänge: Canalis Semicircularis post und sup münden über gemeinsamen Kanal in den Utriculus, Anteriore Wand öffnet sich zum Ductus Utriculosaccularis -> Ductus Endolymphaticus

3. Aufbau und Funktionsweise der Bogengänge beschreiben

Rotationsbewegung:

Vorderer, hinterer + lateraler Bogengang
Christa Ampullaris + Cupula, Sinnesepithel, Planum Semilunatum
Crista Ampullaris -> Sinnesepithel -> Cupula -> Verbunden mit Wand des Ganges

C Förmiger Abgang vom Labyrinthvorhof
Am Ende erweitern sie sich jeweils vor der Einmündung in den Vorhof -> Ampulla OSsea
-> Cristae Ampullares

=> Rotatorische Bewegung -> Endolymphe in Bewegung, Träge
=> Auslenkung der Cupula -> Exitation / Inhibition der Erregung der Haarzellen

4. Die Folgen eines Risses der Reissnerschen Membran für das Gleichgewichtssystem in Grundzügen erläutern

M Meniere: Endolymphe steigt entweder aufgrund eines Abflussproblems oder verstärke Bildung

-> Anschwellen des Endolympahtischen Systems
=> „Riss“ / Verstärkte Durchlässigkeit zur Perilymphe
Endolymphe: Kaliumreich (Depolarisation), Perilymphe: Kaliumarm
=> Durchtritt Kalium in die Endolymphe

=> (Fluktuierend, einseitig) Tieftonschwerhörigkeit, anfallsartiger Drehschwindel, rauschender einseitiger Tinnitus
Frequenzverlust bei 500-2000Hz, Schwindel + Erbrechen, dumpfer Druck, positives Recruitment (cochleärer Schaden)

Akute Therapie: Deminhydrinat (Vomex), Cortison
Anfallsprophylaxe (Betahistidin (Plazebo?), Arlevert, Sulpirid, Paukenröhrchen, Intratympanale Gabe von Gentamycin (Abtöten der Gleichgewichtssinneszellen, CAVE: Hörverlust), Meniett Gerät, Sacculotomie

Sacculotomie: Veraltet, Nutzen umstritten, 50%
=> Entfernung von Knochenanteilen zum Entlasten des Systems

Diagnose: Elektrocochleografie

6. Auf pathophysiologischer Grundlage die Hauptursachen einer Augenmuskelparese benennen und zuordnen + Supranukleäre Augenbewegungen

Abducensparese: Musculus Rectus Lateralis

Blick nach links: Rechtes Frontales Augenfeld -> linke PPRF (Paramediane Pontine Formatio Reticularis) -> linken Abducenskern -> Aktiviert Rectus Lat links
rechts über MLF (Fasciculus longitudinalis medialis): Aktiviert Rectus Med über Occulomotoriuskerne

Ursachen: Intrakraniell: Ischämie, Entzündung, Raumforderung, Kongenital, erhöhter Hirndruck

Trochlearisparese: Innervierung Kontralateral! => M Obliquus Sup
Ursachen: Ungeklärt, Traumatisch, Sonstige, Vaskulär, Tumore, Aneurysmen

Occulomotoriusparese: Ipsilateral Rectus sup, med, inf + Obliquus inf
Ursachen: Intrakraniell: Raumforderung, Ischämie, Entzündung, Aneurysma (A Comm Post), Kongenital
CAVE: Abklärung zA eines Aneurysma, Lebensgefährlich!

Supranukleär: Vertikale Sakkaden im Mesencephalin, Horizontale Sakkaden in der Pons, Verbindung über PPRF
Supranukleäre Störungen: Kongenitaler Nystagmus, Internukleäre Ophthalmoplegie, Parinauf Syndrom, Blickrichtungsnystagmus, Supranukleäre Blickparese, M Gaucher / Chorea Huntington
=> Läsionen: Oribita, Fissura Supraorbitalis (Oculomotorius, Abducens, Trochlearis + Ophtalmicus (Trigeminus))
Sinus Cavernosus (Abducens, Ophthalmicus, Maxillaris, Oculomotorius, trochlearis
Carotissiphon
Richtung Mittelhirn, Mittelhirn (Parinaud Syndrom)
Läsion im PPRF: Internukleäre Ophthalmoplegie

Supranukleäre Augenbewegungen:
Fixation, Konvergenz / Divergenz, Sakkaden, langsame Folgebewegungen (Pursuit), Optokinetik, Vestibulo Okulärer Reflex
=> Koordination der binokularen Okulomotorik

7. Die bei einer Augenmuskelparese zu erwartenden spezifischen Angaben in der Anamnese und organspezifische Befunde benennen und zuordnen

Begleitschielen: Vererbung, Hyperopie, Fusionsschwäche, andere, Frühe Kindheit, allmählich, oft Suppression, Dipolopie idR nicht vorhanden, Schielwinkel konkomitant, keine Kopfzwanghaltung, häufig Amblyopie, Stereopsis meist eingeschränkt

=> Amblyopie, Refraktion

Lähmungsschielen: Schädigung eines Hirnnervens, alle Altersstufen, Akut, Suppression selten vorhanden, Diplopie meist vorhanden, Schielwinkel inkominant, Vorhandene Kopfzwanghaltung, Sehschärfe normal, Stereopsis normal nach Schielausgleich
=> Andere Hirnnervenlähmungen? Evtl Bildgebung, neurologische Untersuchung

=> Exotropie: Schielen nach außen, Esotropie nach innen, Hypertropie nach oben, Hypotropie nach unten, Zyklotropie rotiert
Primärposition: Geradeausblick, Sekundärposition: Auf, Ab, Rechts, Linksblick
Tertiärposition: Rechtsauf, Rechtsab, Linksauf, Linksabblick

Abduzensparese: CN VI, Inkominante Esotropie, Abduktion eingeschränkt (betroffenes Auge), Kopfdrehung zum betroffenen Auge, Nukleär: Ipsilaterale Blickparese
DD: Duane: Kongentiales Fehlen des N Abducens

Trochlearisparese: Bielschowsky Kopfneigetest: Zunahme des Höhenschielens bei Neigung zur betroffenen Seite
Lähmung des Obliquus superior (Inzyklotropie, Senkung in Adduktion) => Höherstand und Exzyklotropie des betroffenen Auges
=> Seltenste Form (25% aller Augenmuskelparesen)
DD: Strabismus Sursoadductorius

Oculomotoriusparese: Hängendes Lid (Ptosis)
Komplette CNII Parese: Pupillenreaktion fehlt / Weitung
Auge nach unten lateral verdreht (Rectus lat und Obliquus sup funktionieren noch)

Internukleäre Ophthalmoplegie: Reduzierte / fehlende Adduktion, Konvergenz intakt, Abduktionsnystagmus
Fehlende Lichtreaktion Pupille, jedoch Verengung bei Nahreaktion (Konvergenz)

Paurinaud Syndrom: Lähmung der Blickhebung, Positives Bellsches Phänomen, Oberlidretraktion (Collierzeichen), Positive Konvergenzreaktion, geringe Lichtreaktion

Supranukleäre Störungen: Beide Augen betreffend, daher kein „Schielen“, keinem Muskel oder sensorischen Muster zuzuordnen, idR erworben, oft keine Diplopie, keine Augenmuskeloperation sinnvoll

Kopfzwanghaltungen: Abducens: Kopfdrehung zur betroffnen Seite
Okulomotorius: Komplett: Keine KZH, Inkomplett: Drehung zur Gegenseite, leichte Senkung
Trochlearisparese: Kopfneigung zur kontralateralen Schulter mit Drehung zur Gegenseite

8. Die Auswirkungen einer Augenmuskelparese auf den Seheindruck und das Zusammenspiel beider Augen beschreiben

Zusammenspiel beider Augen:

Rechtes frontales Augenfeld + Rechtes Vestibularorgan -> Linke PPRF -> Linken Abducenskern
-> Über CN VI -> Linken Rectus lateralis
Linken Abducenskern -> MLF -> Rechten Oculomotoriuskern -> CN III -> Rectus medialis rechts

Auswirkungen einer Augenmuskelparese auf den Seheindruck:
Lähmungsschielen durch Schädigung eines Hirnnerven: Akut in allen Altersstufen
Selten Suppression, Meist Diplopie (Doppelsehen), Inkominanter Schielschwindel, Kopfzwanghaltung, Sehschärfe normal, Stereopsis normal nach Schielausgleich

9. Die Grundzüge der medizinischen Diagnostik, Therapie und Betreuung bei einer Augenmuskelparese herleiten

Ophthalmoplegie: Augenmuskellähmung

Diagnostik: Inspektion, Finger folgen, Anamnese…

Therapie: Konservativ: Prismen, Okklusion (Ein Auge abdecken), Botolinumtoxin (Augenmuskelantagonist vorübergehen paralysieren)
=> Leichter parallelhalten

Prisma: Umlenkung des Lichtes, Gegenstand den man fixiert wird Richtung Apex verstetzt, Prismenfolie
Occlusion: Man muss Auge nicht mehr schließen (Keine Doppelbilder da nur ein Auge sieht)

Operation: Augenmuskelverkürzung
Nach 6-12 Monaten stabil (keine Remission), Augenmuskel neu ausbalancieren: Einen Muskel rücklagern, weniger starker Zug, Resektion
Probleme: Muskel manchmal komplett atrophiert
Transposition: Passive Spannung ~ Gummibänder: Auge in gerade Position
Jeweils halb: Hummelsheim
Ganzer Muskel: Schillinger

10. Die verschiedenen Amblyopieformen, ihr Entstehen auf verschiedener Ebene sowie die jeweils erforderliche Therapie und die hierfür sensiblen Phasen darlegen

Ambylopie:

Visus entwickelt sich mit 6 Jahren langsam aus, Symmetrische Augenentwicklung
Ambylopie: Herabgesetzter Visus eines Auges bei normaler Struktur des Auges und der Sehbahn
=> Schielamblyopie, Refraktive Amblyopie, Deprivations Amblyopie

Normal: Binokulares Einfachsehen

Schielamblyopie: Diplopie => Suppression des schwächeren Auges => Auge lernt nicht zu sehen, Keine Entwicklung des Visus

Refraktive Amblyopie: Sehschwäche auf einem Auge -> Auge lernt nicht zu sehen -> Keine Visusentwicklung
Deprivations Amblyopie: Ein Auge verdeckt (Katarakt, Ptosis…) => Auge lernt nicht sehen => Keine Visusentwicklung

=> Unterschiedliche Visusentwicklung der Augen

Therapie: Therapie der Ursache, Okklusion des stärkeren Partnerauges, Penalisation des Partnerauges mit Atropin

11. Paretische von nichtparetischen Schielformen unterscheiden

Exotropie: Dekompensierte Exophorie mit Doppelbildern vs Intermittierende Exotropie ohne Diplopie, Zukneifen des Auges

Ursache ungeklärt, CAVE: Amblyopie, Therapie: Operation wenn Kompensation sich verschlechtert
Lähmungsschielen: Okulomotorius: Ptosis, Hypotropie, Inkomitanz, Motilität deutlich eingeschränkt, Pupille erweitert
=> Intermittierend / Permanent, Sensorisch, Okulomotoriusparese

Esotropie:
Frühkindlich: Beginn vor 6 Lebensmonaten, Assoziiert mit Sursoadduktionm Nystagmus latens, Dissoziierte Vertikaldifferenz, Crossed Fixation, Ursache ungeklärt,
Therapie: Operation
Akkommodative Esotropie: 18-36 Monate, Assoziiert mit hoher Hyperopie -> Akkommodation -> Konvergenz (Weitsichtigkeit => Nah schlecht sehen => Verstärkte Akkomodation inkl Kovnergenz => Esotropie)
Zuerst intermittierend
=> Brille, Operation
Lähmungsschielen: Abducensparese, Inkominante Esotropie, Abduktion eingeschränkt (betroffenes Auge), Kopfdrehung zur betroffenen Seite
DD: Duane Syndrom: Hypoplasie / Aplasie des N Abducens, Angeboren, Retraktion bei Adduktion, Stilling Türk Duane Syndrom, Retraktionssyndrom
=> Frühkindlich, Akkommodativ, Sensorisch, Abducensparese

Hypertropie:
Trochlearisparese: Hebung in Adduktion, Exzyklotropie, DD: Strab Sursoadduktorius
Kopfneigung zur Gegenseite: Bielschowsky Kopfneigetest
Kopfneigung zur kranken Seite => Höherstand vergrößert sich
=> Trochlearisparese, Strabismus Sursoadductorius

Hypotropie: Okulomotoriusparese

=> Paretisch: Weitere Untersuchungen!!

Restriktives Schielen

Begleitschielen: Vererbt, Hyperopie, Fusionsschwäche, andere, frühe Kindheit, allmählich, vorhandene Suppression, idR keine Diplopie, konkominanter Schielwinkel, keine Kopfzwanghaltung, Häufig Amblyopie, Stereopsis meist eingeschränkt
=> Amblyopie, Refraktion?
Lähmungsschielen: Schädigung eines Hirnnerven, alle Altersstufen, Akut, Keine Suppression, Diplopie, inkominanter Schielwinkel, KZH, normale Sehschärfe, normale Stereopsis nach Schielausgleich
=> Andere Hirnnervenlähmungen? Evtl Bildgebung, Neurologische Untersuchung

12. In Grundzügen die Mechanismen beschreiben, die zu Entstehung der Stereopsis einerseits und zur Suppressions- oder Diplopieentwicklung andererseits führen
+ 32. In Grundzügen Mechanismen und die Entwicklung der monokularen Tiefenschärfe beschreiben

Panumscher Raum: Raum um einen fixierten Gegenstand, in dem Stereosehen und Einfachsehen möglich ist

=> Außerhalb: Doppelbilder
Horopter: Einfachsehen
Vieth Müller Kreis: Theoretisch Einfachsehen, Konzept veraltet

Stereopsis: Relative Tiefenwahrnehmung aufgrund querdisparater Netzhautbilder, die kein Doppeltsehen verursachen
Im Panum Areal jeweils zwei Bildpunkte pro Retina parallel => 3 D Verarbeitung
=> Stereotest

Monokulare Tiefenwahrnehmung =/= Stereopsis, sondern durch Schatten, Perspektive, Größenverhältnisse, Parallaxe, Erfahrung

=> Retinale Korrespondenz => Korrespondierende Netzhautareale, korrespondierende Bildpunkte der beiden Retinen bei fixiertem Gegenstand
Exotropie: Schielen => Quadrat auf Fovea Zentralis eines Auges, Sonne auf Fovea Zentralis anderen Auges
=> Normal: Sonne im Quadrat, Anomal: Quadrat neben Sonne => Keine Retinale Korrespindenz

Fusion: Bringen der Netzhautbilder in Deckung, durch Ausrichtung der Augen (motorisch) und Verarbeitung der Sehinformation (sensorisch)
=> Ab gewissen Grad der Abweichung nicht mehr möglich => Diplopie

Sensorisches Schielen: Esotropie, Exotropie, bei schlechtem Visus eines Auges => Gehirn hat keinen ausreichenden Seheindruck

 

13. Häufige Ursachen von Diplopie benennen und zuordnen

Ursachen Diplopie: Schielen (binokulare Diplopie): Verschwindet bei Abdecken jeden Auges, fehlt meist bei kindlichem Schielen, kann bei dekompensiertem kindlichen Schielen auftreten

Monokulare Diplopie: Kann durch Abdecken eines Auges lokalisiert werden, Probleme der brechenden Medien, Refraktionsfehler, Makulopathie (Verzerrtsehen, Metamorrhopsie)

14. In Grundzügen die funktionelle Anatomie des peripheren Vestibularorgans beschreiben

Häutiges Labyrinth: Vorderer / Hinterer / Seitlicher Bogengang, Utriculus, Sacculus, Saccus Endolymphaticus, Ductus Reuniens, Cochlea

N Vestibularis, N Cochlearis (N Vestibulocochlearis)

Zwei Maculaorgane: Sacculus, Utriculus: Otolithen, Gelmasse, Kinozilien und Stereovilli von Haarzellen
Haarzellen: Sekundäre Sinneszellen

Bogengänge: Crista Ampullaris, Stereovilli und Kinozilien der Haarzellen, Cupula

Dark cell Area, Bindegewebe
Perilymphe: ~ 0mV, 5mM Kalium
Endolymphe: 0mV, 150mM Kalium

Makulaorgane: Utrikulus: Horizontal, Sakkulus: Senkrecht
=> Messung der linearen (Translations)beschleunigung (Massenträgheit der Otolithen)
Statische Information: Kopflage (Erdbeschleunigung)
Dynamische Information: Abbremsen zB im Zug / Aufzug (lineare Beschleunigung des Kopfes)
=> Otolithen, Gelmatrix + Zilien: Otholitenmembran, Haarzellen, Axone des N vestibularis, Stützzellen

Bogengangsorgane: 2x3 Bogengangsorgane: Messung der Drehbeschleunigung (Auslenkung der Cupula)
=> Kopfdrehung (dynamisch)
=> Entgegengesetzte Auslenkung der beiden Organe bei Kopfdrehung

15. Die mechanoelektrische Signaltransduktion in Haarsinneszellen des Vestibularorgans für Bewegungs- und Lagesinn erklären

Aktiviert Transport von Kalium von der Perilymphe in die Endolymphe über Natrium Kalium ATPase + Spannungsabhängige NKCC Kanäle

Bewegung -> Auslenkung der Stereozilien in Richtung Kinozilie -> Öffnung Dehnungsabhängiger Kationenkanäle -> Passiver Einstrom von Kalium aufgrund von Ladungsgefälle -> Depolarisation -> Calciumeinstrom (CaV Kanäle) -> Transmitterfreisetzung -> Aktionspotentialfrequenz an der Nervenzelle erhöht sich

Bogengangsorgane: Kopfdrehung nach rechts
Linke Körperseite: Flüssigkeit bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn, Stereozilien weg von der Kinozilie bewegt => Hyperpolarisation
Rechte Körperseite: Spiegelsymmetrisch aufgebaut, Flüssigkeit bewegt sich ebenfalls gegen den Uhrzeigersinn, jedoch Auslenkung der Stereozilien in Richtung Kinozilie -> Depolarisation

Bidirektionalität: Funktionelle Paare, Antagonistische Signale
Ruheaktivität: Grundtransmitterausschüttung ohne Schwelle

Auslenkung der Stereozilien vom Kinozilium weg -> Tip Links (Dehnungsabhängige Kaliumrezeptoren) gestaucht -> Hyperpolarisation -> Verringerte Transmitterfreisetzung -> Verringerte AP Frequenz

Ruheaktivität: Ruhefrequenz

Aktivierung: Auslenkung der Stereozilien gegen die Kinozilie, Tip Links gedenkt -> Depolarisation -> Transmitterfreisetzung -> Erhöhung der AP Frequenz

Vestibulookulärer Reflex
Kopfbewegung nach links -> Linkes Vestibularorgan aktiviert ->
Aktiviert Ipsilateral hemmende Interneurone im Vestibularkern, Kontralateral erregende
Ipsilateraler Abducenskern gehemmt -> Hemmung des Rectus Lat des Ipsilateralen Auges + Keine Aktivierung des Kontralateralen Okulomotorius => Keine Aktivierung des Rectus med kontralateral
Aktivierte Kontralaterale Vestibulariskerne -> Aktivierung Kontralateraler Abducenskerne -> Aktivierung kontralateralen Rectus lat und aktivierung ipsilateralen Okulomotorius => Ipsilateraler Rectus Medialis
=> Blick geht nach rechts, wenn Kopf sich nach links bewegt

16. In Grundzügen die klinischen Symptome einer Störung des Vestibularorgans beschreiben

Störung des Vestibularorgans entspricht Seitendifferenz! Wenn beide kaputt, keine Symptome

Leitsymptom: Drehschwindel
Nebensymptome: Übelkeit, Erbrechen, Gangabweichung
Fakultativ: Hypakusis, Tinnitus Arius, Völlegefühl, Ototonus
Leitbefund: Nystagmus
Kein: Schwarz werden vor Augen, Schwank/ Liftschwindel

Neuropathia Vestibularis: Akuter, über Stunden anhaltender Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, horizontaler Spontannystagmus zur Gegenseite (Ausfallnystagmus), Fallneigung zur Seite des Ausfalls
Keine Hörstörung, keine Hirnstamm / Kleinhirnzeichen
Monophasische Erkrankung: Rezidivrate 2% (10 Jahre)
=> Inflamamtion des N Vestibularis durch HSV1? 66% im Ganglion Geniculi, 60% im Ganglion Vestibulare nachweisbar
=> Therapie: Prednisolonschema, Physiotherapeutisches Übungsprogramm

BPLS: Lagerungsnystagmus, Latenz <10s, Torsionaler Vertikaler Nystagmus, Torsionale Komponente zum unteren Ohr schlagend, Dauer <30s, Umkehrnystagmus nach dem Aufsetzen
=> Otholiten der Maculaorgane gelangen zu 90% in den posterioren Bogengang (Kanalolithiasis)
=> Epley Manöver

M Meniere: Hörminderung, Drehschwindelattacken, Tinnitus
=> Oft monosymptomatischer Beginn, Fluktuierendes Gehör mit progredienter Hörminderung, im Schwindelanfall Hörmidnerung, Ohrdruck und Tinnitus, Rezidivierende Drehschwindelattacke über mehrere Stunden
=> Tieftonschwerhörigkeit, Peripher Vestibuläre Läsion, Progrediente Schallempfindungsschwerhörigkeit bis zur hochgradigen Schwerhörigkeit, nie Taubheit

17. Die Afferenzen und die Efferenzen der Vestibulariskerne benennen und zuordnen

Afferenzen: Kortex, Visuelles System, Sensibilität (Propriozeption), Vestibularorgane

-> Nuclei Vestibulares und Cerebellum
-> Efferenzen: Thalamus / Kortex, Motorik, Okulomotorik
=> Wahrnehmung, Posturale Stabilität, Bildstabilität

Afferenzen:
Via Nn Vestibulares: Macula Sacculi -> Ncl Vestibularis inferior und lateralis
Macula Utriculi_ Ncl Vestibularis inf, med und lat
Bogengangsorgane: Ncl Vest sup, inf + lat

Pedunculus Cerebellaris inf: Vestibulocerebellum -> Ncl Vest Lat
=> Direkte Afferenzen von den Purkinjezellen auf den Ncl Vest lat, ausgelagerter Cerebellärer Kern

Efferenzen:
Alle Kerne: Fasc Longitudinalis med => Okulomotoriuskerne, Thalamus, Kortex
Ncl Vest Lat: Tr Vestibulospinalis lat -> Spinale Motoneurone (Extensoren)
Ncl Vest sup, med, lat -> Pedunculus cerebellaris inf -> Vestibulocerebellum

18. In Grundzügen die Funktionen des zentralen vestibulären Systems erläutern

Zentral Vestibuläres System: Vestibuläres Kerngebiet im Hirnstamm, Vestibulocerebellum, Parietoinsulärer vestibulärer Kortex

Ncl Vestibularis superior, med, inferior, lat
Wahrnehmung: Otholithenbahn: Peripheres Vestibularorgan -> Vestibulariskerne -> Thalamus (posterolaterale Kerne) -> Vestibulärer Kortex (Parieto Insulär)
=> Subjektive Visuelle Vertikale => Eimer Test
Gesund: Abweichung <3° von physikalischer Vertikale, Abweichung >3° => Verdacht auf Läsion der Otholithenbahn

Vestibuläre Reflexe:
Vestibulookulärer Reflex: Bildstabilität
Vestibulospinaler Reflex: Posturale Stabilität

Posturale Stabilität: Peripheres Vestibularorgan -> Ncl Vestibularis -> Tractus Vestibulospinalis lat -> Extensoren
Kippen auf Seite -> Ein Vestibularorgan stärker aktiviert -> Auf Ipsilateralen Seite Extensoren stärker aktiviert => Aufrichten
Ausfall eines Organs -> Kontralateral stärker aktiviert -> Kontralaterale verstärkte Extensorenaktivierung => Fallneigung zur ausgefallenen Seite

Vestibulookulärer Reflex: Vestibularorgane -> Ncl Vestibularis -> Jeweils kontralateral den Abducenskern -> FLM Kontralateral
Drehen nach links, linkes Vestibularorgan verstärkt aktiviert -> Linker Vestibulariskern -> Rechter Abducenskern (rechter Rectus lat) -> Linke Aktivierung des Okulomotoriuskerns -> Links Rectus med => Augenbewegung nach rechts
=> In allen drei Ebenen möglich

Vestibulocerebellum: Flocculus, Nodulus => Vestibulocerebellum
=> Posturale Stabilisierung (durch Regulation der Stützmotorik und Modulation des VSR), Steuerung der Augenbewegungen: Fixationssuppression des VOR, metrische Willkürsakkaden, glatte langsame Augenfolgebewegungen
Modulation vestibulärer Reflexe bei willkürlichen Bewegungen: Motorkomamnde -> Muscle und Internes Modell im Cerebellum, Propriozeption -> Match? -> Hemmung der Vestibulariskerne -> Kein Gleichgewichtsausgleich bei Willkürbewegungen!

Bildstabilität durch kompensatorische Augenbewegung bei Bewegung: Durch Vestibuläres System, Optokinetisches System, langsame Augenfolgebewegungen

19. In Grundzügen die Phänomenologie und die Entstehung des optokinetischen Nystagmus einschließlich seiner Einflussgrößen (Distanz zum Objekt, Geschwindigkeit des bewegten Reizes) beschreiben

Kontinuierliche Drehung: Vor => Perrotatorischen Nystagmus

(Fixieren -> Drehen -> Verlieren Blickpunkt -> Sarkade -> Neufixieren, Nystagmus in Richtung der Sakkade in Drehrichtung, VOR entgegen Drehrichtung (Verfolgen des Objektes))
Physiologische Nystagmen: Unwillkürliche Augenbewegungen, schnelle und langsame Phase
Richtung des Nystagmus wird nach der schnellen Phase benannt
Verschiedene Schlagformen (horizontal, vertikal, torsional, Mischformen)
Physiologischer Nystagmus: Perrotatorischer / optokinetischer Nystagmus

Perrotatorisch: Schnelle Phase zur erregten Seite, langsame Phase zur gehemmten
Ausfallnystagmus: Schnelle Phase zur erregten = gesunden Seite, bei unilateralen peripher vestibulären Schödigungen
=> Ausfall eiens Vestibularorgans => Eingebildete Drehung zur gesunden Seite -> Langsame Phase zur kranken Seite (gegen Drehrichtung) + schnelle Phase zur gesunden => Nystagmus

Fixationssuppression des VOR: Inhibition des VOR + perrotatorsichen Nystagmus bei Fixation eines Objektes, das sich mitbewegt

Rotation im Dunkeln: Peripher Vestibulärer Stimulus nimmt mit der Zeit ab, danach ein Tief => Massenträgheit der Flüssigkeit, die weiter rotiert
Rotation im Hellen: Vestibuläre und optokinetische Stimuli: Konstant und ohne Tief
Totaion der Umwelt: Optokinetischer Stimulus, langsamer als kombiniert, aber konstant

Optokinetischer Nystagmus: Physiologuscher Nystagmus, der Auftritt, wenn man bewegte Gegenstände mit den Augen verfolgt, zB auf fahrenden Zug
Augen folgen langsam der Bewegungsrichtung der fixierten Gegenstände, um dann regelmäßig schnelle Sakkaden in die Gegenrichtung auszuführen
~ Distanz zum Objekt, Geschwindigkeit des bewegten Raumes
Distanz größer: Länger im Blickfeld, Sakkade nimmt ab / Nystagmus wird langsamer
Geschwindigkeit des bewegten Raumes: Je schneller, desto schneller der Nystagmus

Pathologische Nystagmen, gestörte Okulomotorik

Pathologische Nystagmen: Tonusungleichheit im vestibulären System, Störung der vestibulären / zerebellären Kontrolle von Augenbewegungen, Nystagmusanalyse: Hilft zur topologischen Zuordnung (peripher vs zentral), Zentral vestibulär: Häufig vertikal, spontaner Richtungswechsel

Gestörte Okulomotorik: Bildinstabilität, Nystagmus (Spontan / Blickrichtungs / Lagennystagmus, Oft torsional, Vertikal, Richtungswechselnd), Sakkadierte Blickfolge, dysmetrische Willkürsakkaden, gestörte Fixationssuppression des VOR
Gestörte Halte- und Stützmotorik = Posturale Instabilität: Stand / Gangataxie, Fallneigung zur kranken Seite
Weitere Hirnstamm / Kleinhirnsymptome
VOR idR intakt! Ausnahme: Läsionen im Eintrittsgebiet des N Vestibulris in den Hirnstamm

20. Die Testung der Fixationssuppression durchführen und einen Normalbefund erheben

Kopf Impuls Test: Test VOR: Patient soll Nase des Untersuchers fixieren, Kopf des Patienten wird rasch gedreht / nach oben / unten bewegt

=> Physiologisch: Keine Sakkade
Pathologisch: Sakkade

Fixationssuppression: Patient soll Arme ausstrecken und Daumen hochzeigen, Arzt dreht den Arm und Patient soll Daumen verfolgen
=> Physiologisch kein Nystagmus

21. Typische Gesichtsfelddefekte erkennen und einordnen

Einteilung nach Entstehung der Gesichtsfelddefekte:

Prächiasmal: Dysfunktion von Zapfen und Stäbchen
=> Radial, Betonung der Raphe = Horizontale, Proximal beginnend
Bjerrum Sktome ~ Verlauf der Nervenfasern bei Glaukom

Opticusebene: Anteriore Ischämische Optikusneuropathie, beidseits zeitlich gestaffelt, nächst rechts ein altitudinaler oberer Gesichtsfelddefekt, Visusabnahme
Einen Tag später links (gleichzeitig mit Papillenödem) in der oberen Gesichtshäfte ein Defekt, der sich zu einem subtotalen altudinalen oberen Gesichtsfelddefekt vergrößert, wobei die Sehschärfe knapp erhalten bleibt

Chiasmal: Heteronyme bitemporale Hemianopsie

Postchiasmal: Tractus Opticus: Homonyme Hemianopsie des kontralateralen Gesichtfeldes
Radiata Optici: ~ Anteil der Fasern, Läsionsgröße
Homonyme Quadrantenanopsie bis Homonyme Hemianopsie Kontralateral

Einseitig / Beidseitig, Mononym / Bitemporal, Kongruent / Inkongruent, Halbseiten / Quadranten, Horzizontale / Vertikale, Raphe überschreitend, Bogenförmig, Papillenkontakt
=> Prächiasmal, Chiasmal, Postchiasmal?

Prächiasmal: Betonung einer Sehnervenseite im vorderen Chiasmawinkel => Zentrales Skotom auf der betonten Seite und Skotom temporal oben kontralateral (Läsion der inferonasalen Fasern)
Chiasmal: Klassische bitemporale Hemianopsie
CAVE: Nicht immer symmetrisch, nicht immer komplett: Inkongruent / kongruent
Postchiasmal: Homonyme Hemianope Skotome

22. Bei einem gegeben / nachgewiesenen Gesichtsfelddefekt den Ort der Läsion (in der Sehbahn) abgrenzen und Ursachen hierfür benennen

Prächiasmal: Toxische Retinopathien, Amotio + Schisis, Amaurosis fugax, Gefäßverschlüsse, Ischämische Ophthalmopathien, Papillenanomalien, STP, Pseudotumor Cerebri, Heredodegenerative Opticusatrophien, Kompressionsoptikusneuropathien, Opticustumore, Traumatische Optikusläsionen, NNO, AION

Papillenanomalien: Hypoplasie, Dysplasie: Kolobome: Visusminderung und GF Defekt oben
Grubenpapille: Bogenförmige / Skotomatöse Defekte
Tilted Disc: Oft Visusminderung und GF Defekte Temporal / Superotemporal, respektieren nie die Mittellinie
Drusen, Markhaltige Nervenfasern
Glaukom
Störungen auf Orbitaniveau

Chiasmal: CAVE: Inkongruenz, zwischen rechtem und linkem Auge keine symmetrischen Gesichtsfelddefekte
Meningiome, Hypophysentumor, Kraniopharingeome
Normaler Abstand zwischen Chiasma und Hypophyse: 1cm -> Kleinere Tumore können nicht auf das Chiasma drücken
Sinus Cavernosus
Hypophysenanamnese: Amenorrhoe, Infertilität, Bartwuchs, Hypogonadismus, Laktation, Durst, Gewichtszunahme, Adynamie, Verlangsamung, Fotoanamnese, Sekretion aus der Nase
Hinteres Chiasmasyndrom: Hypophysenadenom mit Kompression des hinteren Chiasmawinkels
=> Bitemproal Hemianopische Parazentralskotome bei intakten peripheren Isopteren
=> Hemigliding fields: Beide temporal erhaltenen Gesichtsfeldbereiche rutschen aneinander vorbei und führen zu Fusions- und Lesestörungen

Postchiasmale Gesichtsfelddefekte: Schlaganfälle mit Beteiligung der Sehbahn auf verschiedenen Ebenen = Häufigste Ursache
Tumorkompression der Sehbahn, Vaskulitische Veränderung der Sehbahn, Entzündliche Veränderungen, Posttraumatisch, ua
Liquorcirculationsstörungen: Cephalgien, Stauungspapillen, Zentrozekalskotome, Diffuse Visusstörungen, Doppelbilder durch Augenmuskellähmungen

23. Bei einer gegebenen Person eine Untersuchung der Papille mit einem direkten Ophthalmoskop durchführen mit Dokumentation und Einordnung hinsichtlich eines Normalbefundes

Papillenbeurteilung: Größe, Farbe, Randschärfe, Exkavation, Niveau, Gefäßabgänge, Blutungen

Opticusatrophien: Blässe der Papille
Stauungspapille: Nicht randscharf, Aderhautfalten (Weiße Streifen)
Anisometropie
Carotisaneurysma links => Opticusatrophie
Suprasellärer Tumor: Opticusatrophie und Temporale Ablassung

Größe: Cup to Disk Ratio
Farbe: Vital?

Blutungen: Oberflächlich: Radial, Tief: Punktual

24. Bei einer gegebenen Person eine Gesichtsfelduntersuchung (Fingerperimetrie) durchführen mit Dokumentation und Einordnung hinsichtlich eines Normalbefundes

Anamnese: Cephalgien, Visusstörung, Leseprobleme, Diplopie, Blickhaltestörungen, Gesichtsfeldausfälle, Schwindel, Blickwackeln, hormonelle Störungen

Fingerperimetrie: Orientierender Bedside Test
=> Gesichtfeld des Untersuchers Kontrollgröße
Untersucher setzt sich Probanden gegenüber und kneift ein Auge zu, der Untersuchende kneift das korrespondierende Auge zu
Untersucher bewegt nun eine Hand auf der Hälfte der Distanz zwischen Patient und Untersucher aus allen Richtungen von peripher kommen in das Gesichtsfeld hinein und Patient gibt an, ob er die Hand sieht
Alternativ: Hand des Untersuchers in den verschiedenen Quadranten des Gesichtsfeldes platzieren und Patient gibt an, ob die vom Untersucher durchgeführten Fingerbewegungen wahrgenommen werden

Perimetrie nach Goldmann: Halbkugel, in der Lichtreize auf verschiedenen radiären Linien von peripher kommend angeboten werden
Lichtreize unterscheiden sich in Größe und Intensität und werden vom Untersucher dargeboten

Korrekturglas, Markengröße, Intensität
Fixationskontrolle: Fadenkreuz auf Pupillenmitte zentrieren

Automatische Perimetrie, Schwellenwertbestimmung
=> Messwerte, Fläche unter dem Integral, Differenzwerte zum Durchschnittswert von Patienten gleichen Alters, Korrekturgläser, Fangfragen, Zuverlässigkeitsfaktor

CAVE: Bei beiden Methoden sollte bei der Duchführung die vorhandene Refraktion berücksichtigt werden
=> Falsch positive / falsch negative Kontrollfragen sollte bei der Beurteilung Beachtung geschenkt werden
Fangfragen sollten auch dahingehend analysiert werden, ob das Ausmaß von Visus und Sehnervenschädigung keine bessere Mitarbeit zulässt

25. Bei einem gegebenen Patienten mit Augenbewegungsstörung und/ oder Augenstellungsfehler eine orientierende Motilitätsprüfung durchführen

Augenstellung und Motilität: Schielen: Sehachsen beider Augen fixieren nicht dasselbe Ziel

=> Strabismus
Richtung: Esotropie (Einwärtsschielen), Exotropie (Auswärts), Hypertropie (Höher), Hypo, Cyclotropie (Verrollungsschielen / Verkippung)
Dauer: Latent: Schielen tritt nur auf, wenn Augen dissoziieren (zB wenn ein Auge abgedeckt ist)
Intermettierend: Schielen tritt spontan auf, ist aber nicht immer vorhanden
Manifest: Schielen ist immer vohranden

Prüfung der Augenmotilität:
Adduktion: Nasal, Abduktion: Temoral, Elevation (Sursoaduktion), Depression (Deorsoduktion)
Patienten bitten, einem Objekt mit den Augen zu folgen und den Kopf dabei nicht zu bewegen
Beurteilung der Motilität quantitativ (Einschränkung der Motilität in eine / mehrere Richtungen, überschießend)
Normalerweise: Synchrone Augenbewegung
Einschränkung der Motilität bei restriktiven Prozessen (zB Vernarbung um die Augenmuskeln / Einklemmung des Muskels in einen Bruchspalt bei Orbitafraktur) oder auch bei Paresen von Augenmuskeln (zB eingeschränkte Abduktion = Bewegung nach außen bei Abducensparese)

Primärposition: Geradeausblick
Sekundärposition; Auf / Ab / Rechts / Linksblick
Tertiärposition: Rechtsauf, Linksauf, Rechtsab, Linksabblick

27. Bei einem gegebenen Patienten mit Schwindel vestibulospinale Tests (Romberg, Unterberger Tretversuch) durchführen

Romberg Versuch: Patient steht auf beiden Beinen (Füße parallel und eng beieinander) / auf einem Bein und schließt die Augen, tritt hierbei innerhalb ca 30s eine Fallneigung auf, so ist der Befund pathologisch

Unterberg Versuch: Patient tritt bei geschlossenen Augen 50mal auf der Stelle, dreht der Patient sich dabei um mehr als 45°, spricht das für eine Störung
Bei einer Labyrinthstörung dreht sich der Patient zur Seite des geschädigten Labyrinths

Finger Nase Versuch: Patient versucht mit geschlossenen Augen seinen Finger bei zuvor ausgestrecktem Arm an die Nase zu führen
Kleinhirnschaden => Ataxie, Intentsionstremor + Aktionsmyoklonus

Diadochokinese: Patient streckt seine Arme nach vorne und suppiniert und proniert die Hände so schnell er kann

28. Bei einem gegebenen Patienten mit Schwindel mit der Frenzelbrille Spontannystagmus, Kopfschüttelnystagmus und Blickrichtungsnystagmus untersuchen

Nystagmusprüfung: Richtung des Nystgagmus richtet sich nach der schnellen Phase der Augenbewegung

Pathologisch: Spontannystagmus, der in Ruhe auftritt, Provokationsnystagmus (typischerweise vestibulär), durch bestimmte Manöver (<60s transitorisch, >60s persistierend)
Physiologisch: zB Bei Blick aus dem Fenster bei einer Zugfahrt (Induktion)

Frenzelbrille: 20dpt => Verhinderung Fixation

Spontannystagmus: Patient fixiert zunächst einen Punkt in ca 1m Abstand ohne Frenzelbrille, Patient setzt Frenzelbrille auf, Überprüfen Augen auf rhythmische Bewegungen
Regelmäßig: Spontannystagmus
Ungerichtet, nicht regelmäßige + ruckartige Bewegungen sind normal => Square waves / Augenrucken
Spontannystagmen: 3 Unterklassen
Vestibulärer Spontannystagmus (Zentral / Peripher): Regelmäßig in die gleiche Richtung idR zur gesunden Seite und wird schwächer / verschwindet durch Fixation
Blickrichtungsnystagmus: Blickparetischer Nystagmus (zentrale Störung / toxisch bedingt (Alkohol, Barbiturate, Phenytoin)
Beim Blick nach links schlägt dieser Nystagmus zur linken / Blick nach rechts zur rechten Seite aus
Fixationsnystagmus: Pendelnystagmus, kongenital, va in der Mittelstellung und bei Fixation, so schnell, dass keine Richtung auszumachen ist, Ursache oft kongenitale Störung des okulomotorischen Zentrums, keine subjektiven Beschwerden

Nystagmusprovokation: Kopf unter Frenzelbrille leicht schütteln (passiv), Augenbewegung beobachten
Statische Lageprüfung, Patient von Rücken in Seiten und schließlich in Kopfhängelage bringen => Prüfung Otolithenorgane
Dynamisch nach Hallpike Dix: Patient schnell von einer sitzenden Position in eine Position, bei der der Kopf nach unten hängt und anschließend wieder in eine sitzende Position bringen
=> Mit geradeausgerichteten, rechtsgerichteten und linksgerichteten Kopf durchführen
=> Diagnostik eines Benignen paroxysmalen Lagerungsnystagmus

Kopf Impuls Test: Mit Frenzelbrille, Nasenspitze des Untersuchers fixieren lassen, Kopf schnell impulsartig um 20-25° drehen =>
Pathologisch: Sakkade => Bogengangsschädigung auf der betroffenen Seite

29. Bei einem gegebenen Patienten eine systematische Untersuchung der Pupillomotorik durchführen, dokumentieren und hinsichtlich eines Normalbefundes einordnen (direkte, konsensuelle Lichtreaktion, Konvergenz)

Lichtreaktion: Untersuchung im abgedunkleten Raum:

Direkt: Patient schaut in die Ferne (keine akkomodation, Pupillenverengung), Auge von schrägt unten beleuchten und beobachten, ob sich die beleuchtete Pupille verengt
Konsensuell: Verengung der Pupille des Partnerauges

Konvergenzreaktion: Pupille sollte sich verengen, wenn die Augen konvergieren
Patienten bitten, in die Ferne zu schauen und dann ein Objekt in der Nähe (ca 30cm Entfernung) fixieren

Afferenter Pupillendefekt (RAPD = Marcus Gunn Pupille)
Swinging flashlight test => Symmetrie der direkten und konsensuellen Pupillenreaktion
Abgedunkelter Raum, Patient schaut in die Ferne
Auge von schräg unten beleuchten, Pupille sowie die des Partnerauges verengen sich
Nach einigen Sekunden zum Partnerauge zügig schwenken und für einige Sekunden beleuchten
Physiologisch: Keine signifikante Veränderung
Vergrößerung der Pupillen bei Beleuchtung des Partnerauges => RAPD
Licht wieder zügig zum ersten Auge schwenken, wiederholen, bis man sich sicher ist
=> Schädigung des Sehnerven

Efferenter Pupillendefekt: Anisokorie, S => Pupillenweitung, PS => Engung
Afferente Störung: Pupillen gleich groß, Efferent: unterschiedlich groß

Pupillengröße: Gesund: gleich groß
20%: physiologische Anisokorie (Asymmetrie der Pupillengröße) von unter 1mm
>1mm / andere Befunde (auffällige Augenmotilität, Ptosis) => Pathologischer Prozess als Ursache
Horner Syndrom: Störung der sympathischen Innervation: Betroffene Pupille kleiner (va im Dunkeln gut sichtbar), meist assoziiert mit Ptosis (mild und nicht immer leicht zu erkennen)
Okulomotoriusparese: Störung der Augenmotilität + evtl parasympathische Innervation), evtl Anisokorie + Ptosis, betroffene Pupille erweitert, nicht bei jeder Okulomotoriusparese findet sich eine Anisokorie
Nachweisbar: Ausschluss kompressive Läsion (Aneurysma der A Communicans post)

30. Bei einem gegebenen Patienten mit einem Augenstellungsfehler eine Untersuchung der Augenstellung (Hischbergtest, Cover Test, Brückner Test) durchführen und hinsichtlich eines Normalbefundes einordnen

Untersuchung der Augenstellung

Hirschberg Test: Patienten bitten, eine Lichtquelle (zB Pupillenleuchte) mit beiden Augen zu fixieren
Untersucher beurteilt Position des Hornhautreflexes, also der Spiegelung des Lichtes auf der Hornhaut und orientiert sich dabei an Strukturen wie Pupille / Limbus
Steht das Auge gerade, sieht der Untersucher die Reflexion der Lichtquelle in der Mitte der Hornhaut
Ist ein Auge abgewichen (bei manifestem / intermittierendem Strabismus) ist die Reflektion auf der Hornhaut nicht zentral
=> Exotropie, Esotropie, Hypertrophie, Hypotrophie, Exzyklotropie, Inzyklotrophie

Covertest: Wird durchgeführt, um ein manifestes Schielen nachzuweisen (Tropie), Vorraussetzung: Patient kann mit beiden Augen ein Objekt fixieren
Patient fixiert Objekt mit beiden Augen, Untersucher deckt ein Auge ab und beobachtet das Partnerauge => Macht das Partnerauge eine Einstellbewegung (positiver CT) um das Objekt zu fixieren, stand es nicht parallel mit dem abgedeckten Auge => Manifester Strabismus
Dann am anderen Auge
Keine Einstellbewegung: Augen parallel, kein manifester Strabismus
Messung manifesten Schielwinkels: Bei positiven CT: Simultaner Prismen CT: Fixiertes Auge abgedeckt und gleichzeitig ein Prisma vor das abgewichene Auge führen
Entspricht das Prisma dem Schielwinkel, beobachtet man keine Einstellbewegung mehr

Uncovertest: Latentes Schielen, Abdecken eines Auges und nach einigen Sekunden wieder aufdecken
Aufdecken => Einstellbewegung => Auge unter dem Cover abgewichen => Latenter Strabismus (Phorie)
Alternierender Covertest: Sowohl latente als auch manifeste Komponente eines Strabismus
Kombiniert mit Prismen (ACPT) misst man den gesamten Schielwinkel (manifeste und latente Komponente)

Untersuchung des Auges sollte je nach Befund in mehrere Blickrichtungen erfolgen, damit Untersucher weiß, ob sich der Schielwinkel mit der Blickrichtung ändert
zB Esotropie im Rechtsblick größer => Parese des rechten M Rectus Lat möglich oder eine Restriktion, die eine vollständige Abduktion des rechten Auge verhindert

31. Bei einem gegebenen Patienten Tests der supranukleären Augenbewegungssteuerung durchführen, dokumentieren und hinsichtlich eines Normalbefundes einordnen (Konvergenz, Fixation, Folgebewegungen, Sakkaden)

Supranukleäre Motilitätsfunktionen

Funktionen, die von Gehinzentren gesteuert werden, die den für die okuläre Motilität zuständigen Hirnnervenkernen übergeordnet sind => Supranukleär
Fixation: Normal: Ruhige und ausdauernde Fixation mit beiden Augen und jedem Auge einzeln
=> Patient fixiert Objekt in 50-60cm Entfernung
Konvergenz: Normal: 10cm und weniger von der Nasenspitze gemessen
=> Untersucher führt ein Objekt aus 50cm Entfernung langsam Richtung Nasenspitze, Patient fixiert Objekt mit beiden Augen, Messen, in welcher Entfernung die Augen nicht mehr konvergieren (ein oder beide Augen rutschen nach außen)
Sakkaden: => Patienten bitten, schnell von einem Objekt zu einem anderen zu blicken, sollten symmetrisch, zügig und genau sein
Langsame Folgebewegungen (smooth pursuit): => Man führt Objekt langsam und gleichmäßig in ca 50-60cm Abstand vor den Augen des Patienten (zB von rechts nach links, von oben nach unten), Normal: Gleichmäßige und symmetrische Folgebewegungen
Optokinetischer Nystagmus: => OKN Trommel / Stoffband, das abwechselnd verschiedenfarbige Balken hat, Horizontal und vertikal prüfen
Zwei Komponenten: Folgebewegung, wenn die Augen einem Balken folgen und Sakkade in die entgegengesetzte Richtung, wenn ein neuer Balken fixiert wird
Vestibulookulärer Reflex: Prüfung mit Head Impuls Test

Head Impuls Test: Mit Frenzelbrille: Untersucher fasst Kopf des Patienten mit beiden Händen und bittet, seien Nasenspitze zu fixieren
Kopf schnell und impulsartig um 20-25° drehen, achten auf Auftreten von Sakkaden im Fall einer Bogengangsschädigung mit dem Ende der Drehung / unmittelbar danach in die Gegenrichtung der Kopfbewegung
Beidseitige Wiederholung, Wiederholter Auftritt von Sakkaden => Bogengangsläsion wahrscheinlich

Brückner Test: Beurteilung Rotreflex des Auges, direktes Ophthalmoskop, durch das Guckloch schauen, Dioptrienschraube auf +1
Im abgedunkelten Raum Opthalmoskop 60-100cm vom Patientenauge entfernt halten => Orange Roter Reflex in der Pupulle (Rotreflex, Fundusleuchten), verursacht durch vom Augenhintergrund zurückgeworfenes Licht
Klare Medien (Hornhaut, Vorderkammer, Linse, Glaskörper): Ungetrübter Rotreflex
Trübungen (Grauer Star / Katarakt) => Reduzierter / Getrübter Rotreflex

1. Topographie, Aufbau und Bestandteile des Mittelohrs beschreiben und am anatomischen Präparat, am Modell und auf Abbildungen zuordnen

Mittelohr: Raum zwischen Trommelfell und Innenohr im Felsenbein

=> Verstärkung und Übertragung des Schalls zur Cochlea
=> Membrana Tympani (Trommelfell), Cavum Tympani (Paukenhöhle) + 3 Gehörknöchelchen, Belüftet über Tuba Auditiva

Cavum Tympani: Pneumatisiserter Hohlraum im Bereich der Pars petrose des Os Temporale, verbunden mit dem Nasenrachenraum mit der Tuba Auditiva
Gehörknöchelchen: Malleus (Hammer), Incus (Amboss), Stapes (Steigbügel)
=> Verbinden das Trommelfell gelenkig mit dem ovalen Fenster

Cavum Tympani: Ossicula Auditus (Gehörknöchelchen), M Tensor Tympani und M Stapedius, Chorda Tympani (Nervenast des Facialis)
Cellulae Mastoideae

Epitympanon (Prussak Raum), über Gehörknöchelchen
M Tensor Tympani mit den Gehörknöchelchen (Hammer) verbunden
Mesotympanon (Mittig), Hypotympanon (unten, inkl Tuba Auditiva)

Aditus ad Antrum -> Antrum Mastoideum -> Cellulae Mastoideae

Nachbarschaftsbeziehungen: Oben: Mittlere Schädelgrube, Vorne: Canalis Caroticus, Hinten: Processus Mastoideus, Unten: Vena Jugularis interna, Medial: Innenohr, Lateral: Membrana Tympani

Antrum Mastoideum, Fenestra Vestibuli, Canalis nervi Facialis, Promotorium, Fenestra Cochleae, Paries Labyrinthus, Canalis Nervi Facialis

Tuba Auditiva: Zug des Pharynx => M Salphingopharyngeus, M Levator veli palatini, M Tensor veli palitini => Tubenlumen erweitert sich, Druckausgleich

Gehörknöchelchen: Caput Mallei, Articulatio Incudmallearis, Corpus Incudis, Crus Breve, Crus longum, Articulatio incudostapedia, Crus posterior, Basis Stapedis, Crus Anterius, Manubrium mallei, Processus ant, Processus lat

M Tensor Tympani -> Malleus, M Stapedius -> Stapes
Auslenkung Trommelfell -> Auslenkung Gehörknöchelchen -> Ovales Fenster -> Bewegung der Perilymphe
Muskeln: Schutzreflex bei anhaltendem Lärm

2. Den Aufbau von Corti-Organ und Stria vascularis funktionell beschreiben und ihre Bestandteile im histologischen Präparat, am Modell oder auf Abbildungen zuordnen

Corti Organ: Gehörsinn der Cochlea => Sinnes + Stützzellen + Nervenfasern

Sitzt auf der Basillarmembran (Membrana Spiralis) auf und ist nach oben hin durch eine aszelluläre Deckmembran (Tektorialmembran) vom Lumen des Ductus Cochlearis abgetrennt
=> Haarzellen, Mechanorezeptoren + apikale Stereozilien + Tip Links
Äußere Haarzellen: drei Zellreihen, Außenseite, Stereozilien in der Tektorialmembran verankert
Innere Haarzellen: eine Zellreihe an der Innenseite am Modiolus, freie Stereozilien (Endolymphe)
Ca 15000 Haarzellen
Stützzellen: Deteirs Zellen, Innere + Äußere Pfeilerzellen

Stria Vascularis: Epitheliale und Mesenchyale Zellen lagern eng aneinander ungetrennt
Kapillare, Marginalzellen, Intermediärzellen, Basalzellen, Produktion der Endolymphe im Ductus Cochlearis (Scala Media)

Cochlea: Ovales Fenster -> Scala Vestibuli (Perilymphe) -> Helicotrema -> Scala Tympani (Perilymphe) -> Rundes Fenster
Innen: Scala Media mit Endolymphe + Corti Organ => Ductus Cochlearis
-> N Cochlearis
Scala Tympani -> Scala Media über Lamina Basillaris, -> Scala Vestibuli über Membrana Vestibuli (Reissner)
Stria Vascularis im Lig Spirale lateral der Scala Media

Corti Organ: Mittlerer Tunnel = Nuel Raum, Äußerer Tunnel:, Äußere Haarzellen, Äußere Grenzzelle, Äußere Stützzellen, Böttcher Zellen, Äußere Phalangenzellen, Äußere + Innere Pfeilerzelel (Corti Tunnel), Innere Haarzelle, Innere Phalangenzelle, Innere Grenzzelle

Membrana Reticularis: Durch Zusammenlagern der apikal gelegenen Kopfplatten der Deiterszellen

-> Ganglion Spirale / Cochleare -> Hörbahn -> VIII -> Ncl Cochlearis -> Nuclei Oilvares sup -> Colliculus inf -> Corpus geniculatum med -> Gyri temporales transversi

3. Auf pathophysiologischer Ebene die Entstehung und Folgen eines Akustikusneurinoms als eine gutartige, aber verdrängende Erkrankung des N. Vestibularis beschreiben
=> + 4. Die bei Akustikusneurinom zu erwartenden spezifischen Angaben zu Anamnese und Befund bei der körperlichen Untersuchung benennen und zuordnen

Akustikusneurinom = Vestibularis Schwannom: Aus Binde und Nerbengewebe bestehender, gutartiger Tumor,

Von den Schwannschen Zellen des Vestibularis Anteils des N Vestibulocochlearis ausgehend

=> Gutartiger Tumor, verursacht aber Symptome durch Kompression

Lokalisation: Intrameatal, Intra- und Extrameatal, Primär Extrameatal
=> Otologische Phase, Otoneurologische Phase, Kompression kaudaler Hirnnerven, Fortgeschrittene Erkrankung

Otologische Phase: Innenohrschwerhörigkeit, Tinnitus, Gangunsicherheit / Schwindel
Otoneurologische Phase: Kompression des Facialis, Trigeminus, Kleinhirns
=> Innenohrschwerhörigkeit, Tinnitus, Gangunsicherheit / Schwindel, Fazialisparese, Trigeminusbeteiligung, Kleinhirnsyndrom (Dysmetrie, Dysdiadochokinese, Nystagmus), Hirndruckanstieg, Hydrocephalus (Sehr fortgeschritten)

Anamnese: Einseitiger Tinnitus in 80% der Fälle Erstsymptom, einseitige progrediente Hörminderung, Schwindel: Dreh / Schwankschwindel, Gangunsicherheit

Klinische Untersuchung: Gehörgang und Trommelfell bds reizlos
Hörprüfung nach Rinne und Weber

5. Die Grundzüge der medizinischen Diagnostik, Therapie und Betreuung des Akustikusneurinoms herleiten

 

Diagnostik: ~ bestehender Diagnostik

Apparative Untersuchung: Tonaudiogramm: Hochtonschwerhörigkeit auf der betroffenen Seite
Stapediusreflexmessung: Akustikofazialer Reflex, Ermittlung mittels Sonde und Messmikrofon ipsi- und kontralateral bei 500Hz, 1kHz, 2kHz, 4kHz ab 70-90db Beschallung
AKN: Trotz Hörminderung Stapediusreflex evtl erhalten, Reflexausfall zunächst in hohen, dann im Tieftonbereich

BERA: Brainstem evoked response audiometry: Vergrößerte Latenz zwischen Welle J I und Welle JV im Vergleich zur gesunden Seite
MRT! => Eistütenform

Facialisprüfung
MRT Felsenbein mit Gadolinium, Angiographie mit Ausschluss eines vaskulären Tumors

Diagnosekriterien: Bilaterale vestibuläre Schwannome / Familiengeschichte NF2 + Inulaterales vestibuläres SChwannom / zwei zusätzliche Tumore (Meningeom, Schwannom, Gliom, Neurofibrom)

Therapie

 ~ Tumorgröße, Symptome, Patientenalter + Komorbiditäten
=> WAtchful Waiting, Mikrochirurgie, Radiochirurgie
Watchful Waiting: Indikationen: Tumorgröße < 3,5cm, geringe Symptomatik, hohes Patientenalter
=> 6 monatige MRT Kontrolle
Mikrochirurgie: Wachsende Tumore, AZ des Patienten
Operatives Vorgehen:
Transtemporal: Intrameatales AKN, brauchbares Hörvermögen
Retrosigmoidal: Intrameatales AKN, brauchbares Hörvermögen, große intra-/extrameatale AKN mit Impression des Hirnstamms
Translabyrinthär: Intra- / Extrameatale AKN, Größe bis 3,5cm, ohne verwertbares Hörvermögen
Intraoperatives Neuromonitoring
Postoperative Komplikationen: Ertaubung, Fazialisparese, Anhaltende Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen
=> Cephalgien, Wundheilungsstörungen, Diplopie, Liquorfistel, Thrombose, Hirnödem, Knochendislokation, Meningitis, Hemiparese
Radiochirurgie: Indikation: Kleine Tumore, nachweisbares Tumorwachstum, Inoperabilität, OP Verweigerung
Gamma Knife / Cyber Knife: Zur Stereotaktischen Bestrahlung von Tumoren und Gefäßmalformationen im Kopfbereich, hohe Zielgenauigkeit (Abweichungen max 0,3mm) damit geringe Dosisbelastungen des gesunden Gewebes, Ambulante Durchführung, idR eine Sitzung ausreichend, Dauer: 30-120 min
Radiochirurgie => Tumorkontrolle (90%), Tumorregress (50% nach 2-3J), Fazialisparese (2-5%), Weitere Hörminderung (20%)

6. In Grundzügen den Aufbau, die Funktion und die Einsatzmöglichkeiten von Cochlear Implantaten beschreiben

An Taubheit grenzned (90dB) => CI Indikationsbereich

65db < 40% Einsilber => CI Indikation
Früherkennung hörgeschädigter Kinder durch Neugeborenen Hörscreening (OAE), dann weitere Diagnostik (BERA), Primärversorgung mit Hörgeräten (6 Monate n ADANO)
=> Kein ausreichender Netzen von optimal angepassten Hörgeräten für den Spracherwerb, keine medizinischen KI, geeignetes soziales Umfeld, realistische Erwartungen und Unterstützung durch die Familie, bei Meningitis sofortige beidseitige CI Versorgung
=> Konstant viele Kinder, jedoch auch immer mehr Erwachsene operiert

Cochlear Implantat: Die einzige Möglichkeit bei ausgefallenem Innenohr und Funktionstüchtigkeit des Hörnerven, der Hörbahn und der zentralen Hörverarbeitung mit Hilfe elektrischer Reizung auditive Sensation, Hörempfinden und Sprachverstehen zu ermöglichen

=> Umgehung des akustischen Hörens direkt zum Hörnerv

Sprachprozesser: Sprachkodierungsstrategie
Mikrofon -> Sprachprozessor: Stromversorgung über Batterie, Energie und Datentransmitter
=> RF Power + Date, Telemetrie: Transkutane Energie und Datenverbind
-> Receiver / Stimulator, Implantat -> Biphasischer Stromimpuls -> Elektrode – Neuron Interface
=> Nucleus 5 + Med9EL

Elektrodenarrays -> Scala Media

Geeignet für Kinder und Erwachsene mit beidseitiger, an Taubheit grenzender Innohrschwerhörigkeit
Gehörlich geborene Kinder (Prälingual ertaubt)
Postlingual ertaubte Kinder und Erwachsene
Aktuell: Resthörige Kinder und Erwachsene, die mit optimal angepassten Hörgeräten kein ausreichendes Sprachverstehen erreichen
Voraussetzungen: Intakte Hörnerven und Hörbahnfunktion

Ideale CI Versorgung: Bei kongetal ertaubten Kindern
Identifikation nach 1 Monat, Diagnose nach 3 Monaten, bis 9 Monate Hörgerättrageversuch, bis 12 Monate Implantation
1987 erstes Kind implant, 1990 FDA >2J, 1997 FDA >18LM, 2000 FDA > 12LM
=> Kinder werden immer jünger, Erwachsene immer älter

Funktionstüchtigkeit des Hörnerven: Hörnervenfunktionstest:
Subjektiv: Gehörgangsstimulation, Promontoriumstest
Objektiv: Stimulation Im äußeren Gehörgang, Stimulation am Promontorium

=> Siehe VL bezüglich Nachversorgung

7. In Grundzügen die akustischen Grundgrößen zur Beschreibung des Schalls erläutern und die Unterschiede zwischen physikalischer und physiologischer Beschreibung des Schalls darlegen

 

Schallwellen: Periodisch Druck / Dichte Schwankungen im Hörbereich von 20 Hz bis 20kHz, die sich in Materie ausbreiten
Longitudinalwellen: Ausbreitungsrichtung parallel zur Schwingungsebene

Schallfeld: Raumbereich, der von Schallwellen erfasst wird
Schallfeldgrößen: Wichtig: Schalldruck, Schalldruckpegel, Schallleistung, Schallleistungspegel

Schalldruck: Wichtigste Schallfeldgröße in der Akustik
Druckschwankungen eines kompressiblen Schallübertragungsmediums (üblicherweise Luft), im Trommelfell als Sensor in Bewegungen (Hörempfindung) umgesetzt
p = F/A in Pascal, Abstandsabhängig (p ~ 1/r)

Hörschwelle: Mensch: 20Hz bis 20kHz, Frequenzgrenze sinkt mit dem Lebensalter, Hörschwelle ist die Intensität, bei der das Ohr den Schall gerade wahrnimmt
f = 1kHz: I0 ungefähr 10^-12 Wm^-2

Schalldruckpegel: Logarithmisches Maß zur Beschreibung der Stärke eines akustischen Ereignisses
Lp = 10 log (p²/p0²) db, p = Effektivwert des Schalldrucks, p0 = Bezugswert des Schalldrucks
p0 = 20µPa = 2x10^-5 Pa (Hörschwelle)
Flugzeug: Schalldruck von 630 Pa, Schalldruckpegel von 150db
Schmerzschwelle: 100Pa, 134 db
Presslufthammer 2Pa, 100db
Blätterrauschen: 6,3x10^-5Pa, 10 db

Schallintensität I: Schallenergie (in J), die pro Zeiteinheit (s) durch eine senkrecht zur Ausbreitung orientierte Flächeneinheit (m²) tritt
I = Energie (W) / Zeit (t) * Fläche (A)
Schallintensitätspegel I
Li = 10log(I/I0) dB, I0 = 10^-12 W/m²

Warum logarithmische Größen: Weber Fechenr Gesetz: L = c log I
Lautstärke L steigt propertional zum Logarithmus der Reizstärke I (Schallintensität)
Logarithmisch empfundene Lautstärke => log Messgrößen für den Schallpegel (dB) und für die Lautstärke (Phon)

Frequenzabhängige Lautstärkeempfindung
Lautstärke nicht nur vom Pegel, auch von der Frequenz abhängig => Schalldruck, Schallintensität sind physikalisch messbare Größen
=> Stumme Fläche, Hörschwelle bei 0 Phon (Subjektiv), Fühlschwelle, Schmerzempfindung

Schall: Physikalisch: Schalldruck in Pa, Schalldruckpegel in dB, Schallleistung in W, Schallleistungspegel in dB
Physiologisch: Lautstärkepegel in dB (A) / Phon

Étudier