Lipidsenker

Lipidsenker

Lipidsenker


T. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Therapie von Hyperlipoproteinämien und deren Wirkmechanismen, insbesondere für Studierende der Medizin. Sie behandeln verschiedene Substanzen wie Statine, Fibrate, Nikotinsäurederivate und Cholesterin-Absorptionshemmer, die zur Senkung von Cholesterin und Triglyceriden eingesetzt werden. Die Karteikarten eignen sich für Medizinstudenten, die sich auf die Behandlung von Patienten mit erhöhten Lipidwerten vorbereiten und die Wirkungen sowie Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente verstehen müssen.
Karten
10
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
12.01.2015 / 20.01.2015

Lernkarten

Hyperlipoproteinämie

 

Behandlung ab

- Cholesterin > 240mg/dl (LDL > 160 mg/dl)

- Triglyceride > 200 mg/dl

Ätiologie

- primäre Hyperlipoproteinämie (genetisch bedingt)

- Einteilung nach Fredrickson: TypI-IV

- sekundäre Hyperlipoproteinämie

- Fehlernährung

- Diabetes mellitus

- Hypothyreoidismus

- Nephrotisches Syndrom

- Alkoholabusus

- biliäre Zirrhose

- Einnahme oraler Kontrazeptiva

- Medikamente: Thiazide, Glukokortikosteroide
 

Indikation für Lipidsenkung

- alle Typen von Hyperlipidämien

Therpaieziele:

mit maximal einem Risikofaktor für KHK

- Cholesterin < 200mg/dl, LDL<160mg/dl

mit zwei oder mehr Risikofaktoren

- LDL<130mg/dl

Sekundärprävention

- LDL<100mg/dl

- TG<200mg/dl

- HDL>35mg/dl

 

Risikofaktoren für KHK

- Rauchen

- männliches Geschlecht

- niedriges HDL

- Bluthochdruck

- Diabetes mellitus

 

Therapie von Hyperlipoproteinämien

Übersicht

- Diät

- Medikamente:

- HMG-CoA-Reduktasehemmstoffe, (CSE-Hemmer, Statine)

- Lovastatin, Simvastatin, Pravastatin

- Mittel der ersten Wahl, senken Cholesterin um bis zu 50%

- protektive Effekte zusätzlich zur Lipidsenkung

- wenig UAW (Leber, Muskel)

- Nicotinsäurederivate

- Niacin, Inositolnicotinat

- Mittel zweiter Wahl

- viele UAW

- Austauscherharze

- Colestyramin

- bei isolierter Hypertriglyceridämie

- gut mit Statinen kombinierbar

- Fibrate

- Etofibrat, Bezafibrat

- bei isolierter Hypertriglyceridämie

- nicht bei Gallensteinen

Statine

Substanzen und Wirkung

Substanzen

- Lovastatin

- Simvastatin

- Pravastatin

- Fluvastatin

- Atorvastatin

Wirkung

- dosisabhängige lipidsenkende Wirkung

- unterschiedliche Wirkungspotenz verschiedener Statine

- Fluvastatin < Lovastatin = Pravastatin < Simvastatin < Atorvastatin

- können LDL um bis zu 60% senken (üblicherweise 20-25%)

- leichter Anstieg HDL, Abnahme Triglyceride

- senken das Risisko von kardiovaskulären Komplikationen bei KHK-Patienten um 30%

- erster HMG-CoA-Reduktasehemmer (Compactin) ist ein Metabolit des Pilzes Penicillum citrinum (1976)

extrahepatische Wirkung

verbesserte Endothelfunktion

- gesteigerte Expression der NO-Synthase -> Vasodilatation, Thrombozytenhemmung

Abnahme/Stabilisierung von atherosklerotischen Plaques

- Hemmung der Proliferation von glatten Gefäßmuskelzellen

- verminderte Akkumulation von Cholesterin in Makrophagen

- verminderte Oxidation der LDL

- Hemmung von Entzündungszellen (Lymphozyten)

antithrombotischer Effekt

- Hemmung der TxA2-Synthese in Thrombozyten

- Abnahme der Bildung von Fibrin

- gesteigerte Expression des Gewebeplasminogenaktivators

Wirkmechanismus

- hemmt die Umwandlung von HMG-CoA in Mevalonsäure

- Prodrug -> wirksamer Bestandteil ist der Metabolit (z.B. Lovastatin -> Esterspaltung ->Mevinolin)

- Statine haben bis zu 20000fach höhere Affinität zu HMG-CoA-Reduktase als HMG-CoA

 

 

 

Statine

UAW

Pharmakokinetik

Interaktionen

Indikation

UAW

- dosisabhängig

- Hepatotoxizität 1% (bei 2-3fachem Anstieg von GOT, GPT) Statin sofort absetzen (langsame Normalisierung der Transaminasen innerhalb von 2-3 Monaten)

- Myopathien (0,1%)

- Muskelschmerzen, Schwäche, Fieber, Rhabdomyolyse, akutes Nierenversagen (reversibel bei sofortigem Absetzen)

- gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Diarhhoe)

- häufige Kontrollen der Serumtransaminasen und Kreatin-Kinase-Spiegel zu Beginn der Therapie

Pharmakokinetik

- Prodrugs (Lovastatin, Simvastatin)

- hoher First-Pass-Effekt (Cyp450)

- nur 5% des resorbierten Pharmakons zirkuliert im Plasma

- keine/kaum Cholesterinsynthese-Hemmung in anderen Organen (Nebenniere, Gonaden)

- HWZ: 1-2h

- biliäre Elimination

Interaktionen

- Substanzen, die CYP450 hemmen -> führt zu gesteigerter Hepatotoxizität

- Cyclosporin, Erythromycin, Clarithromycin, Cimetidin, Fluconazol, Warfarin, Cumarine

- Substanzen, die CYP450 stimulieren

- Barbiturate, Glucocorticoide, Phenytoin

- Fibrate, Niacin

- gesteigertes Risiko von Muskeltoxizität (Mechanismus unklar)

Indikation

Primärprävention bei

- Patienten mit Atherosklerose

- Diabetes mellitus und Dyslipidämie

- asymptomatische Patienten mit multiplen Risikofaktoren (leichte Dyslipidämie, Hypertonie, Diabetes)

- ausgeprägte Hypertriglyceridämie (>500mg/dl, Statine + Nikotinsäure oder Fibrate)

- Patienten mit niedrigem HDL

Sekundärprävention

- KHK

- zerebrovaskuläre Erkrankungen

- PAVK

Statine

individuelle Unterschiede einzelner Statine

individuelle Unterschiede einzelner Statine

Lovastatin, Simvastatin, Pravastatin

- klinisch am besten untersucht, zeigen in großen Studien eindeutige Reduktion der Mortalität und Morbidität

Atorvastatin, Cerivastatin

- stärkste LDL-Senkung

- auch Triglyceride werden deutlich vermindert

Fluvastatin, Pravastatin

- nicht durch CYP450 metabolisiert

- weniger Interaktionen mit anderen Medikamenten

- lassen sich am besten kombinieren

Fibrate

Substanzen

- Clofibrat

- Etofibrat

- Bezafibrat

- Fenofibrat

- Gemfibrozil

Wirkmechanismus

- Aktivierung von Transkriptionsfaktoren (PPARalpha, Peroxisome proliferator activated receptor)

- Regulation der Expression von Genen, deren Produkte am Lipidstoffwechesl beteiligt sind

- Fibrate binden intrazellulär an PPARalpha und stimulieren darüber die Transkription verschiedener Gene

Wirkung

periphere Gewebe, v.a. Endothel und Skelettmuskel (auch Niere, Darm und Fettgewebe)

- Aktivierung der Lipoproteinlipase

- Abbau von Triglyceriden in VLDL

- beschleunigter Abbau von VLDL zu IDL und LDL

Leber

- gesteigerter Abbau von freien Fettsäuren durch Oxidation

- Hemmung der Cholesterin- und TG-Synthese

- Abnahem der VLDL-Synthese

weitere Wirkungen

- verminderte Thrombozytenaggregation

- lokaler Effekt auf Makrophagen und glatte Gefäßmuskelzellen in atherosklerotischen Plaques:

- reverser Cholesterin-Transport -> antiatherogene Wirkung

- stimulieren über PPARalpha die Bildung von ABC-1-Transportern in Makrophagen und darüber den Cholesterin-Efflux

- Abnahme der VLDL und TG bis zu 30-65%

- Anstieg der HDL um 10-30%

- variabler Abfall der LDL (10%)

UAW

- Übelkeit, Erbrechen, Flatulenz, Diarrhoe (5%)

- Myalgien, Muskelschwächen, Myositiden

- Leber: Gallensteine!, Lebervergrößerung

- Leukopenien

- bei kombinierter Gabe von Statinen und Fibraten: CK-Anstiege und reversible Myositis in 5% der Patienten

Indikation

- Patienten mit erhöhten TG (Verhinderung von Pankreatitiden und Xanthomen)

Kontraindikation

- Leberinsuffizienz

- Niereninsuffizienz

- Gallenblasenerkrankungen

Anioinen-Austauscherharze

Substanzen

- Colestyramin

- Colestipol

Wirkmechanismus

- werden nicht enteral resorbiert -> binden im Darmlumen an Gallensäuren durch Austausch von Cl--Ionen

- Verlust von Gallensäuren im Stuhl

Wirkung

Leber

- erhöhte Umwandlung von Cholesterin in Gallensäuren

- erhöhte LDL-Aufnahme

- Abnahme von Cholesterin und LDL im Plasma

Darm

- Abnahme der gallensäureabhängigen Fettsäureresorption

lipidsenkende Wirkung

- Abnahme des LDL-cholesterin um 15-20%

- Anstieg der Serum-Triglyceride um 10%

- Anstieg der HDL um 2-14%

UAW

- verminderte enterale Resorption von Vitaminen (A,D,K)

- Darstörungen (Obstipation, Steatorrhoe)

- verminderte enterale Resoprtion gleichzeitig eingenommerner Medikamente

- Thiazide

- Digitalis-Glykoside

- orale Antikoagulantien

- L-Thyroxin

Indikation

- isolierte Hypercholesterinämie (in Kombination mit Statinen)

Kontraindikationen

- Gallensteine, Gallenwegsobstruktionen

- Hypertriglyceridämie

Nikotinsäurederivate

Substanzen

- Nikotinsäure

- Inositolnicotinat

- Xantinolnicotinat

Wirkmechanismus

- Kopplung an Nikotinsäurerezeptor HM-74

- Hemmung der Lipolyse in Adipozyten -> verminderte FS-Freisetzung ins Plasma

- Hemmung der hepatischen TG-Synthese

- verminderte VLDL-Produktion

- Aktivierung der Lipoproteinlipase am Kapillarendothel

- Zunahme des HDL durch einen ungekannten Mechanismus

- gesteigerte Freisetzung von Gewebe-TPA -> Abnahme des Plasma-Fibrinogens

lipidsenkende Wirkung

- hohe Niacin-Dosen (3-6g/d) haben einen schnellen Effekt (innerhalb von 1-4d) mit:

- Abnahme der TG (20-60%)

- Abnahme des LDL-Cholesterins (10-15%)

- leichter HDL-Anstieg

UAW

- häufig! (Anwendung nur bei Patienten mit schweren Hyperlipidämien)

- Therapieabbruch bei 50% der Patienten

- Flush (vermeidbar durch Kombination mit Laropiprant)

- Juckreiz (PG-mediiert, durch ASS vermeidbar)

- GI-Trakt: Übelkeit, Sodbrennen, Diarrhoe

- Leberschäden (zunächst reversibler Anstieg der Transaminasen) - Fettumverteilung in der Leber, akutes Leberversagen (selten)

- Vorsicht bei kombinierter Gabe von Statin und Niacin (gesteigertes Risiko von Rhabdomyolysen)

Indikation

- familliäre Hypercholesterinämie und ungenügende Einstellung durch Statin und Cholestyramin

- familiäre kombinierte Hyperlipoproteinämie, mit niedrigem HDL und hohen TG-Spiegeln

- zur Prävention einer Pankreatitis bei Patienten mit schweren Hypertriglyceridämien

Cholesterin-Absorptionshemmer

Substanz

- Ezetimib

Wirkmechanismus

- Hemmung der intestinalen Cholesterin-Aufnahme

- Aufnahme von Triglyceriden bleibt unbeeinflusst

- senkt LDL zusätzlich zu der Wirkung des Statins um weitere 18%

Indikation

- wenn LDL-Zielwert trotz Therapie mit einem statin nicht erreicht wird

- homozygote familiäre Hypercholesterinämie

UAW

- abdominale Schmerzen, Diarrhoe

- Myalgien, Rhabdomyolyse

- Hepatitis, Pankreatitis

- Thrombozytopenie

- Thrombozytopenie

Kontraindikationen

- Einnahme von Fibraten > Gallensteinbildung

Omega-3-Fettsäuren

Wirkmechanismus

- wirken als falsche Substrate für Enzyme der TG-Synthese

-> Senkung der VLDL

Indikation

- zusätzlich zur Sekundärprävention nach Herzinfarkt

- Hypertriglyceridämie

UAW
- GI-Trakt

- Transaminasenerhöhung

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